Krankenversicherung und Mieteinnahmen

Diskutiere Krankenversicherung und Mieteinnahmen im WEG - Allgemeine Fragen Forum im Bereich Wohnungseigentum; Hallo, ich habe jetzt schon mehrfach versucht das rauszufinden, bislang gab es jedoch keine eindeutigen Antworten. Sind auf Mieteinkünfte...

  1. #1 modiano, 08.02.2016
    modiano

    modiano Neuer Benutzer

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    Hallo,

    ich habe jetzt schon mehrfach versucht das rauszufinden, bislang gab es jedoch keine eindeutigen Antworten.

    Sind auf Mieteinkünfte Krankenversicherungsbeiträge zu bezahlen?

    Kann sich jemand, der nur von Mieteinnahmen lebt für die standardmäßigen 140 Euro im Monat versichern?
     
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  3. #2 immobiliensammler, 09.02.2016
    immobiliensammler

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    Hallo modiano,

    wenn Du die freiwillige (Weiter-)Versicherung in der gesetzlichen Krankenversicherung meinst: Dann ja!

    Du musst - vereinfacht - auf Deine gesamten Einkünfte (also auch aus V+V) laut Steuerbescheid Krankenversicherungsbeiträge zahlen, mindestens die von Dir ja schon genannten ca. 140 Euro pro Monat.

    Solltest Du wesentlich darüber kommen, dann kann man überlegen, sich von irgendjemanden sozialversicherungspflichtig anstellen zu lassen (z.B. 600 Euro pro Monat brutto), dann zählen nämlich die Nebeneinkünfte nicht mehr, da man dann ja pflichtversichert ist.

    Stefan
     
  4. Pitty

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    Mieteinnahmen sind immer der Krankenkasse anzugeben. Genauso, wie Abfindungen immer von der KK im Nachhinein besteuert werden.
     
  5. #4 Akkarin, 09.02.2016
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    Sofern eine Mitgliedschaft in der Gkv besteht, hast du Recht. Aber es gibt auch Leute, die nicht in der Gkv sind. Die geben weder VV, noch Abfindungen an.
     
  6. #5 modiano, 09.02.2016
    modiano

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    Was ist dann die Bemessungsgrundlage?

    Die Kaltmiete? Ich meine das versaut einem als Investor doch dann die ohnehin schon geringe Rendite.

    Wie macht das jemand, der sagen wir mal 20 Wohnungen vermietet a 500 Euro? Der wird doch sicher nicht die gleichen Beiträge zahlen wie jemand der 10.000 brutto verdient oder?
     
  7. Pitty

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    Es zählt immer was im Steuerbescheid steht. Lieber etwas niedriger angeben als zu hoch. Das zu viel gezahlte Geld bekommst Du nach aktueller Rechtslage nicht mehr erstattet!!!!!!!!!!!!!!!!!

    Es zählen also Mieteinnahmen minus Afa, minus Ausgaben.
     
  8. #7 Akkarin, 09.02.2016
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    Die Pflicht Beiträge zu leisten, endet an der Beitragsbemessungsgrenze. Diese liegt 2016 bei 4237€. Oberhalb davon sind die Einnahmen nicht beitragspflichtig.

    Ein Arbeitnehmer mit einem Bruttoeinkommen aus un selbständiger Tätigkeit => 4237 muesste nichts extra bezahlen, da er den maximalBeitrag schon bei der Gehaltsabrechnung bezahlt hat.

    Jemand der deutlich drüber liegt, wird wahrscheinlich eh Privat versichert sein und ist aus der Diskussion sowie raus.

    Und jemand der deutlich drunter liegt fuer den gibt's die Konto-Nr der Krankenkasse zum überweisen.
     
  9. #8 Akkarin, 09.02.2016
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    Katastrophal wirds hingegen bei Vermieterinnen, die von Beruf Hausfrau sind und ueber den Ehemann familienversichert sind.
     
  10. Pitty

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    Wer verdienst schon über diese 4000Euro?
    Bei uns in der Region gibt es nicht wirklich viele Berufe mit diesem Einkommen.
    Von daher muss man es der Krankenkasse angeben
     
  11. #10 immobiliensammler, 09.02.2016
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    Hallo Pitty,

    das IMMER stimmt definitiv nicht, Du musst unterscheiden zwischen Pflichtversicherung und freiwilliger Versicherung in der gesetzlichen Krankenversicherung. Wenn Du pflichtversichert bist dann macht der Arbeitgeber die Beitragsabführung und die Krankenkasse interessieren Deine "Nebeneinnahmen" nicht. Wenn Du freiwillig versichert bist musst Du jeweils den Steuerbescheid einreichen und daraus wird - wie schon richtig beschrieben - der Beitrag ermittelt.

    Kann ich Dir aus ganz sicherer Quelle sagen. Als ich mit der Vermieterei angefangen hatte und Jahreseinkommen (nach Afa/Zinsen etc.) in geringer Höhe hatte war ich freiwillig versichert, seit das zu teuer geworden ist arbeite ich bei jemanden mit "x" brutto (halt über einen 450 Euro Job) und bin pflichtversichert.

    Stefan
     
    Syker gefällt das.
  12. #11 kPat, 05.06.2018
    Zuletzt bearbeitet: 05.06.2018
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    Hallo,

    es ist zwar ein älteres Thema aber auch interessant für mich. Verstehe ich es richtig, dass der Beitrag der freiwilligen GKV sich an dem zu versteuerndem Einkommen orientiert? Darin ist ja dann bereits durch Anlage V Vermietung inkl Afa Abschreibung usw. enthalten, so wie Einnahmen aus Dividenden. Gehalt würde dort ebenfalls aufgelistet.

    Es ist dabei nach oben begrenzt. Aktuell sind maximal auf 4250€ pro Monat Beiträge zu bezahlen (15,2% als Beispiel). Falls es keinen Arbeitgeber (mit Arbeitgeberanteil) mehr gibt muss man dies maximal selbst aufbringen.

    Wie sieht es aus, wenn meine Frau weiterhin arbeitet? Wir geben die Steuer gemeinsam ab. Ich kann ja nicht auf ihr Einkommen Krankenkassenbeiträge zahlen, oder? Bei einer gemeinsamen Steuererklärung habe ich am Ende nur ein zu versteuerndes Einkommen. Wie funktioniert das im Detail?

    Wie sieht es aus bei einem Angestellten mit Mieteinnahmen, der nicht freiwillig versichert ist. Er verdient vielleicht 3800€ Brutto pro Monat und hat aber Mieteinnahmen. Müsste er nicht auf den Gewinn der Mieteinnahmen Krankenkassenbeiträge zahlen? Solange er noch nicht freiwillig versichert ist?
     
  13. #12 immobiliensammler, 05.06.2018
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    - Solange Du sozialversicherungspflichtig beschäftigt bist zahlst Du auf die Mieteinnahmen - und ebenso auf Kapitalerträge - keine Krankenversicherungsbeträge.
    - Wenn Deine Frau sozialversicherungspflichtig beschäftigt ist und Du nicht dann musst Du Dich ja - sofern nicht die Familienversicherung greift - sowieso selbst versichern. Dann will die Krankenkasse den Steuerbescheid und setzt darauf (Gesetzeslage hat sich zum 01.01. geändert) die Krankenversicherungsbeiträge rückwirkend fest. Für die Vorauszahlungen will die Krankenkasse von Dir eine Erklärung, wie hoch das zu versteuernde Einkommen sein wird. Die daraufhin festgesetzten Beträge sind aber nur eine Art Abschlag, abgerechnet wird wenn der Steuerbescheid 2018 vorliegt. Und natürlich ergibt sich aus dem Steuerbescheid nicht nur das gemeinsame zu versteuernde Einkommen, sondern auch, wieviel auf jeden der Ehegatten entfällt.

    Eine Frechheit ist, dass hier kein "Verlustausgleich" stattfindet, sondern nur positive Einkünfte zählen. Beispiel:
    - Selbständige Tätigkeit = 10.000 €
    - V+V (z.B. wegen umfangreicher Sanierung = - 8.000 €
    - Kapitalerträge = 1.000 €

    Beim Finanzamt ist alles klar, zu versteuerndes (KESt mal außen vor) = 3.000 €, die Krankenkasse rechnet mit 11.000 €. Wenn dann die Immo im nächsten Jahr Gewinn abwirft will die Krankenkasse natürlich ihren Anteil, der Verlust im Vorjahr wird nirgends angerechnet.

    Die Krankenversicherungszahlung in Höhe der Beitragsbemessungsgrenze kann man durch geeignete Maßnahmen vermeiden, das würde aber hier wohl zu weit führen.
     
  14. kPat

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    Danke Immobiliensammler,

    Werden lediglich die Einnahmen aller Einkommensarten aufaddiert ohne dabei die Ausgaben oder Afa zu berücksichtigen? Das ist leider gar nicht schön. Kannst Du mir sagen wo es dazu mehr Informationen gibt? Ich habe nichts im Internet gefunden.
     
  15. #14 immobiliensammler, 05.06.2018
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    Habe ich das irgendwo geschrieben? Da die Krankenkasse das Einkommen aus den verschiedenen Einkunftsarten zugrunde legt werden selbstverständlich alle Ausgaben, die auch das Finanzamt anerkennt berücksichtigt (Ausnahme ist m.W. der Sparerfreibetrag).

    Komisch, ich finde im Netz dazu ein paar hundert Eintrage, am einfachsten wohl einfach mal das dazugehörige Gesetz durchlesen, hier:

    https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_5/__240.html

    Und die bundesweiten Grundsätze dazu:

    https://www.google.com/url?sa=t&rct...enderung.pdf&usg=AOvVaw0JbaGUiybUHp8TZ47iR6uu
     
  16. kPat

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    Danke Immobiliensammler,

    Ich werde die links anschauen. Jetzt weiß ich was Du genau gemeint hast. Die Krankenkasse prüft jedes Jahr den Steuerbescheid und anhand von diesem werden künftige Abschläge gesetzt + (eventuell Nachzahlung). Kommt jetzt eine außerplanmäßige Ausgabe wird sie nicht erstattet. Falls ich diese aber über 5 Jahre abschreibe würde ich 1 Jahr nicht absetzen können. Falls möglich kann ich ja jedes Jahr ein geringeres Einkommen angeben mit Reserve für außergewöhnliches.
     
  17. #16 immobiliensammler, 05.06.2018
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    Du kannst kein Einkommen "angeben" es gilt das was im Steuerbescheid steht. Sobald irgendeine Einkunftsart negativ wird (sei es gewerbliche oder selbständige Einkünfte, Einkünfte aus V+V (Achtung: nicht für ein Objekt, sondern die Summe aller Einnahmen aus V+V)) dann wird diese Zahl von der Krankenkasse nicht abgezogen, vom Finanzamt aber schon!
     
  18. kPat

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    Ich hatte Tomaten auf den Augen. Ich habe 10000-8000 gerechnet. Hatte irgendwie gedacht es wären Einnahmen - Ausgaben aus Vermietung. Danke für die Klarstellung. Negative Einnahmen plane ich nicht, aber es kann passieren. Dann ist es natürlich ärgerlich, wenn man dadurch höhere Krankenkassenbeiträge zahlen muss, als notwendig.
    Scheinbar werden aber zu hohe Beiträge nicht zurück erstattet. Wenn ich im Jahr 2019 10000 Mieteinnahmen habe und 8000 Ausgaben aufgrund einer höheren Maßnahme zählt die Einnahme in dem Bereich für die zukünftigen Beiträge in 2020. Rückwirkend bekomme ich die zu viel bezahlten Beiträge in 2019 nicht erstattet. Falls in 2018 alle Einnahmen identisch waren bis auf die Ausgabe, die in 2019 anfing. Damit kann ich aber noch gut auskommen. Teurere Maßnahmen strecke ich eh gerne über ein paar Jahre.
     
  19. #18 immobiliensammler, 05.06.2018
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    Das was Du beschreibst ist die alte Rechtslage, wurde aber zum 01.01.2018 geändert (erstmalig für das Jahr 2018).

    Bisher war es so, dass Du in 2018 (und einige Monate 2019) Beiträge nach dem Steuerbescheid 2017 bezahlt hast, wenn Du dann den Steuerbescheid 2018 (irgendwann Mitte 2019) erhalten hast musstest Du den an die Krankenkasse schicken und dann wurde ab dann der neue Beitrag gemäß Steuerbescheid 2018 berechnet, der dann wieder solange galt bis in 2020 der Steuerbescheid 2019 eintrudelt, etc. etc.

    Neu (und meiner Meinung nach gerechter) ist es so, dass eine Art Vorauszahlung festgesetzt wird, sagen wir mal 300 Euro. Wenn Du dann in 2019 einen Steuerbescheid für 2018 bekommst und den einreichst ist z.B. das Ergebnis, dass Dein Krankenkassenbeitrag korrekterweise 400 Euro wäre. Dann musst Du für 2018 eben 1.200 Euro nachzahlen und für 2019 Vorauszahlungen in Höhe von 400 Euro. Wenn dann z.B. in 2020 der Steuerbescheid für 2019 kommt und danach Dein Krankenkassenbeitrag bei 350 Euro liegen würde dann bekommst Du eben 600 Euro zurück und die Vorauszahlung wird reduziert.
     
  20. Pitty

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    Bist Du sicher dass das abgeschafft wurde?

    Das kann ich noch gar nicht glauben.

    Mein Vater hat damals weniger verdient und hätte somit 4000€ für ein Jahr zurückbekommen müssen. Die Krankenkasse hat es tatsächlich abgelegt aufgrund irgendwelcher Paragraphen. Dann hat er sich über 4 DNA 4 Seiten ganz böse beschwert und bekam aus Kulanz die Summe ausgezahlt. Da war eine Menge Wut bei wenn man sich das nur annähernd vorstellen kann. :-)
     
  21. #20 immobiliensammler, 06.06.2018
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