Küche technischer Standard 1969, Änderung

Dieses Thema im Forum "Ausstattung" wurde erstellt von wauzzz, 06.10.2008.

  1. wauzzz

    wauzzz Neuer Benutzer

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    Mieter bemängelt (zurecht?), dass in der Küche noch den Standard von der Erstellung aus 1969 vorzufinden ist.

    D.h.:

    Abgesehen von dem häßlichen, grünen Fließenspiegel, ist ein Wasserhahn, und damit der Anschluss auf 1,20 m angebracht, eine Einbauküche ist so nicht einzubauen, lediglich eine Spüle aus dem Baumarkt, wie es damals üblich war.

    Dazu kommt, dass die ganze Küche NUR 4 Steckdosen hat, wie E-Herd anschließen (zeitgemäß abgesichert)?

    Einen Gasanschluss gibt es nicht.

    Frage:

    Muss der Vermieter die Küche technisch auf Standard jetzt bringen, sodass eine Einbauküche, wie es seit langen Jahren Standard ist eingebaut werden kann, oder kann man dem Mieter zumuten, auch wenn absolut unüblich, einen Spültisch zu kaufen, und, wenn Herd und Kühlschrank gesteckt sind, Herd nur über eine Steckdose betrieben, mit den 2 weiteren Steckdosen für alle anderen Geräte auszukommen?

    Zu den Meinungen, wäre es schön, wenn der rechtliche Hintergrund mäglichst präzise benannte werden könnte.

    Vielen Dank!
     
  2. AdMan

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  3. #2 lostcontrol, 06.10.2008
    lostcontrol

    lostcontrol Erfahrener Benutzer

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    es gilt: gemietet wie gesehen.
    wenn ihm die küche nicht gefällt, hätte er sie nicht mitmieten sollen.

    grün ist grad schwer in! guck ma ikea-katalog!
    wasserhahn auf 1,20m ist doch perfekt, da passt die arbeitsplatte inklusive spüle doch super drunter! üblich sind 90cm arbeitsplattenhöhe, ich selbst habs aufgrund meiner körpergrösse gerne etwas höher, aber selbst das wäre da ja problemlos möglich.

    was ist denn da aktuell für ein herd drin?

    einbauküchen mitzuvermieten ist keineswegs standard und für den vermieter auch alles andere als sinnvoll.
    in einigen regionen deutschlands werden ja nicht mal tapeten oder böden mitvermietet - warum sollten dann einbauküchen plötzlich standard sein?

    wir haben jahrzehntelang ohne einbauküchen vermietet und würden das auch heute noch tun, wenn wr nicht besondere gegebenheiten hätten, die uns (leider) schon beinahe dazu zwingen.
    aktuell habe ich sogar eine absage eines mietinteressenten erhalten, weil er seine küche nicht mitbringen kann.

    wie gesagt: es gilt: vermietet wie gesehen.
    es ist also keinesfalls eine "zumutung" für den mieter - er wusste ja bescheid.
    dass mieter sich selbst eine küche kaufen und einbauen bzw. stellen ist absolut üblich. umzugsfreudige mieter kaufen sich deshalb gerne modulküchen (auch hier siehe beispiel ikea - die haben da echt hübsche sachen), damit diese in der neuen wohnung dann weiterverwendet werden können (einbauküchen aus- und wieder einzubauen ist so 'ne sache für sich, ganz abgesehen von den räumlichen gegebenheiten).

    rechtlicher hintergrund:
    1.) gemietet wie gesehen.
    2.) es gibt keinerlei pflicht des vermieters zur ausstattung der mieträume mit küchenmöbeln, küchengeräten, tapeten, bodenbelägen usw. - daher kann der mieter solches auch nicht verlangen.
     
  4. wauzzz

    wauzzz Neuer Benutzer

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    Also,

    dann habe ich mich missverständlich ausgedrückt.


    Küche ist nackt.
    Standard wie beschrieben, eben wie es 1969 ausgeführt wurde.

    Mieter bemängeln die riesigen Wasserhähne, welche aus der Wand kommen und die wenigen Steckdosen.

    Da Mieter ihre Einbauküchen einbauen wollen, wie gesagt die Küche ist nackt, wie sie 1969 ausgeführt wurde, fehlen Eckventile für Mischbatterien und die Steckdosen reichen nicht.

    Es wurde nichts vermietet, es wird nur bei Besichtigung bemängelt, eben, weil heute niemand eine Wasserhanh aus der Wand möchte und 4 Steckdosen für zeitgemäße Küchen nicht ausreichen, das ist der Punkt, auf den sich auch die Frage bezieht.

    Sollte der Mieter einen Standart verlangen können, hätte ich dies gerne gewusst, denn, wenn ich es am Ende eh machen müsste, könnte man viel Zeit sparen.
     
  5. #4 Christian, 06.10.2008
    Christian

    Christian Gesperrt

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    Hallo,

    wenn dir das (hoffentlich gute) Verhältnis mit dem Mieter etwas wert ist, fahre zum nächsten Baumarkt, kaufe 2 Dreifach-Verlängerungs-Steckdosen, eine Gardena-Kupplug und einen Meter Gartenschlauch. Falls nicht vorhanden, auch noch ein scharfes Messer.

    Der Gartenschlauch kommt an den Wasserhahn, im Beisein des Mieters kannst du dann unter Zuhilfenahme des Messers den Gartenschlauch auf die gewünschte Höhe kürzen :D

    Achte aber bitte darauf, daß du keinen roten, sondern grünen Gartenschlauch kauufst - der passt farblich besser zu den Fliesen :D

    OK, jetzt mal ernsthaft: Erwarten kan der Mieter gar nix (wegen "gemietet wie gesehen").
    Aber evtl. beteiligt er sich an den Renovierungskosten? Dann haben beide was davon, du hast deine Wohnung bzw. die Küche günstig auf den neuesten Stand gebracht (bringt was, wenn der Mieter mal auszieht) und der Mieter hat keine grünen Fliesen mehr.

    Übrigens, heutzutage wird bei Einbauküchen recht häufig als "Rückwand" eine Art "dünne Arbeitsplatte" angebracht (dünne Spanplatte mit Arbeitsplatten-Dekor) - damit lassen sich auch unansehliche Fliesenspiegel verdecken.

    In meiner Küche ist auch kein Gasanschluss - der würde auch nichts nutzen, da unser Haus nicht an die Gasversorgung angeschlossen ist :D
     
  6. wauzzz

    wauzzz Neuer Benutzer

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    Aufgrund der bisher gemachten Aussagen fasse ich zusammen, so einen technischen Standard, der demnach heute noch als üblich angesehen werden würde, kann nicht bemängelt werden.


    Schön, aufgrund dieses Stadards winken die Mieter ab, also kommt, "gemietet wie besehen" nicht zum Tragen.

    Da es keine Vorschrift zu geben scheint, was an baulichem Statdard in einer Küche bei Neuvermietung vorrauszusetzen ist, bleibt die Entscheidung im persönlichen Bereich.
     
  7. #6 lostcontrol, 06.10.2008
    lostcontrol

    lostcontrol Erfahrener Benutzer

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    edit wg. überschneidung:

    echte "standards" gibts nicht bezüglich der küchenausstattung.
    wohl aber bezüglich der elektrik-verlegung. drum obacht: wenn du da mal anfängst dranzugehen, muss der elektriker mit hoher wahrscheinlichkeit auch sachen rausrupfen und neu machen, die durchaus noch funktioniert hätten.

    aber ich denke mal dass man als mieter durchaus erwarten kann, dass man in einer küche einen modernen herd anschliessen kann und nicht nur 'ne kochplatte.
    da dies aktuell nicht der fall ist, schätze ich mal dass du die wohnung so nur sehr, sehr schwer vermietet kriegst.

    was ist es denn für eine wohnung? ein kleines einzimmerapartement in dem später ein student sitzt der ohnehin nicht wirklich kocht oder 'ne 4-zimmer-wohnung in die 'ne familie passt, die täglich zweimal warm isst?
    davon würd ich's ein bisserl abhängig machen.
    und ich würde durchaus auch mal in gedanken durchspielen ob es nicht eventuell sinnvoll wäre tatsächlich von vermieterseite eine einbauküche einzubauen. bei einer kleinen wohnung mit hoher fluktuation würde ich das vermutlich machen, bei einer grossen wohnung mit längeren mietzeiten würde ich vermutlich die finger davon lassen - aber das muss man wirklich individuell entscheiden...

    trotzdem gilt hier: gemietet wie gesehen.
    sie haben die wohnung mit diesen wasserhähnen und steckdosen angemietet.
    die wasserhähne sollten ja nun auch nicht wirklich das problem sein.
    der fehlende starkstromanschluss für den herd wär da eher meine sorge - ich denke der ist mittlerweile selbstverständlich, wenn auch nicht pflicht (!!!).

    einhandmischer sind keinesfalls pflicht. man kann sehr gut mit anderen armaturen leben (mein vater z.b. behauptet gar dass das gerade in der küche sehr viel praktischer wäre).
    edit: wenn du, wie ich vermute, in der küche keinen warmwasseranschluss hast, brauchst du einen 5-liter-boiler oder einen durchlauferhitzer. wenn du dann einen einhandmischer einbauen möchtest, wird der aufgrund dieser konstellation im vergleich zur normalen armatur schweineteuer, d.h. du zahlst allein für die mischbatterie anstatt 20 euro locker mal 120 euro.
    drum würd ich mich da auf keine diskussion einlassen, da ich das wie mein vater sehe und ebenfalls finde dass in der küche zwei drehknöppe ohnehin praktischer sind.

    was heisst das, die steckdosen reichen nicht?
    es geht wohl weniger um die dosen selbst, oder? da könnte man ja schliesslich problemlos mit steckdosenleisten arbeiten.
    das hauptproblem wird wohl eher sein, dass wir heutzutage in küchen schlicht und ergreifend deutlich mehr STROM verbrauchen als früher. da reichen zusätzliche steckdosen nicht, da muss mehr leistung rein.
    ich hab das spielchen grad durchgekaspert (elektrik von 1960, deutlich zu wenig leistung für eine moderne einbauküche vorhanden, auch wenn's da bereits massig steckdosen gab, es mussten zusätzliche stromleitungen vom zähler bis in die küche verlegt werden - entsprechend DICKE FETTE RECHNUNG, dafür jetzt aber die nächsten 30 jahre oder so ruhe).
    früher hatte man in der küche ein, zwei küchengeräte, 'nen kühlschrank und vielleicht noch 'ne kaffeemaschine.
    heute stehen da ausser kühlschrank und herd auch noch dunstabzug, mikrowelle, toaster, womöglich fernseher oder gar radio usw. gerade geräte wie mikrowelle und toaster ziehen kurzfristig viel strom, da kann's bei alten systemen schon mal ruckzuck die sicherung raushauen wegen überlastung.

    will heissen: wenn du das wirklich angehen willst, dann mach dich auf 'ne richtig dicke rechnung gefasst. und darauf dass du, sofern du neue leitungen nicht aufputz verlegen willst, auch noch wände neu verputzen, tapezieren und streichen musst.

    die wasserhähne unter die arbeitsplatte zu verlegen ist im vergleich zur elektrik weniger teuer. der (hässliche?) fliesenspiegel ist dann danach natürlich auch kaputt.
    aber da kann man sich heute ja mit laminierten rückwänden anstatt fliesenspiegeln ganz gut aushelfen - hab ich auch gerade gemacht und es sieht superschick aus, weil alles aufeinander abgestimmt ist. und wenn dann mal jemand ein loch reinbohrt ist das auch nicht ganz so tragisch wie bei fliesen, da die blende/rückwand doch deutlich leichter austauschbar ist.
    neu fliesen ist deutlich teurer als so 'ne verblendung, die zudem auch noch den grossen vorteil hat, dass man sie einfacher der mode anpassen kann.

    klar, ist verständlich. ich würde das auch nicht mieten wollen, schon wegen des fehlenden herdanschlusses, aber auch weil ich besagte elektrik-probleme zu genüge kenne (ich hab seit 2004 immerhin 5,5 einbauküchen selbst eingebaut und glaube da einigermassen auf dem aktuellen stand zu sein).

    einen standard gibt's da meines wissens nicht.

    aber ich würde dir empfehlen das jetzt einmal vernünftig komplett machen zu lassen, d.h. elektrik komplett neu und mit zusätzlicher leistung, wasserhähne verlegen und fliesenspiegel entweder runter und (neutral!!!) neu fliesen oder künftig je nach EBK passend verblenden (bin ich im mom total begeistert von, weil man da so viele gestaltungsmöglichkeiten hat).
    wichtig ist dass du das ganze sehr gut planst, d.h. dass die steckdosen nachher in der fertigen EBK auch genau da sind, wo man sie für die geräte braucht, also z.b. die steckdose für den einbaukühlschrank auch wirklich hinter diesem schrank, die steckdose für den 5-liter-elektroboiler (den brauchst du in der situation ja, oder hab ich das falsch verstanden) auch wirklich unter spülenschrank, ausreichend steckdosen an der arbeitsplatte für kaffeemaschine, toaster, küchenmaschine usw., hinter den oberschränken steckdosen für dunstabzug und oberschrankbeleuchtung etc.
    lass dir da bloss keine vorschriften von den mietern machen, sondern überleg dir wie du eine küche sinnvoll und funktional einbauen würdest - extrawürste rächen sich sonst beim nächsten mieter und du kannst nochmal anfangen.

    mach dich auf 'ne dicke rechnung vor allem vom elektriker gefasst.
    und ich würde die kaltmiete entsprechend höher setzen.
     
  8. RMHV

    RMHV Erfahrener Benutzer

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    Man wird hier unterscheiden müssen. Der Mieter, der 1969 eingezogen ist, wird keine Ansprüche stellen können.
    Wird heute ein neuer Mietvertrag abgeschlossen, kann der Mieter einen gewissen Mindeststandard bei er Elektroausstattung erwarten und hat damit abweichend vom Grundsatz "gemietet wie gesehen" auch Anspruch auf Herstellung dieses Mindeststandards.

    Der Mieter einer nicht modernisierten Altbauwohnung kann mangels abweichender
    vertraglicher Vereinbarung jedenfalls einen Mindeststandard erwarten, der ein zeitgemäßes Wohnen ermöglicht und den Einsatz der für die Haushaltsführung allgemein üblichen elektrischen Geräte erlaubt.
    BGH, Urteil vom 26. Juli 2004 - VIII ZR 281/03

    Dieses Urteil lässt allerdings die Wunschträume von Mietern keineswegs wahr werden. Im Verfahren wurden die Forderungen des Mieters sogar zum allergrößten Teil abgewiesen. Unter Mindeststandard versteht der BGH, "daß neben dem Betrieb eines Großverbrauchers wie Waschmaschine oder Geschirrspülmaschine ein gleichzeitiger anderweitiger Stromverbrauch in der Wohnung möglich ist, sowie die fachgerechte Installierung einer Steckdose im Badezimmer.

    Wenn die vorhandene Elektroinstallation diesen Anforderungen gerecht wird bleibt es bei gemietet wie gesehen.
    Dieser Grundsatz gilt ohne Einschränkung auch für die Wasserinstallation. Es gibt keinen Rechtsgrundsatz, dass Wohnungen an irgendwelche Einbauküchen nach den - möglicherweise täglich wechselnden - Vorstellungen des Mieters angepasst werden müssten.

    Ob eine Neuvermietung im vorhandenen Zustand aus wirtschaftlichen Gründen sinnvoll ist, wird jeder selbst entscheiden müssen.
     
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