Kündigung aufgrund fehlender Mietzahlung

Diskutiere Kündigung aufgrund fehlender Mietzahlung im Kündigung Forum im Bereich Mietvertrag über Wohnraum; Hallo zusammen, in den Wohnungen unseres Hauses wohnen zwei Brüder - gleicher Nachname, ähnlicher Vorname von denen einer trotz Abmahnung drei...

  1. Ratlos

    Ratlos Neuer Benutzer

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    Hallo zusammen,

    in den Wohnungen unseres Hauses wohnen zwei Brüder - gleicher Nachname, ähnlicher Vorname von denen einer trotz Abmahnung drei Monate keine Miete gezahlt hat. Kündigungsschreiben ging letzte Woche mit Rückschein raus.
    Samstag ruft der gekündigte Mieter an, droht mit Rechtsanwalt. Hat am Wochenende wohl festgestellt, dass die Kündigung rechtens ist und schickt heute seinen Bruder aus der anderen Wohnung, der eine Szene macht, uns wüst beschimpft, wir hätten ihm die Wohnung gekündigt, obwohl er seine Miete gezahlt hat. Angeblich hätte seine Frau das Einschreiben entgegen genommen. Last but not least zerreißt er die Kündigung und entschwindet.

    Neues Einschreiben persönlich wird der richtige Bruder sicherlich nicht mehr entgegenehmen. Reicht es aus, die Kündigung nur der Form halber in Begleitung von Zeugen in den richtigen Briefkasten zu werfen?

    Unnötig zu sagen, dass in der Kündigung der richtige Name und die richtige Wohnung (1.OG) explizit genannt waren.

    Das Theater ist jetzt sicherlich nur, um der Kündigung zu entgehen. Wie blöd ist das denn. Mir fällt dazu nichts mehr ein.

    Ratlos
     
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  3. #2 Glaskügelchen, 13.04.2015
    Glaskügelchen

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    Wenn der Mieter jetzt schon so zickt, nimm am besten mehrere Zeugen mit, die nicht unbedingt Ehe-mann-frau/Kind/Bruder/Schwester sein sollten. Und lass dir den Einwurf auf einer Kopie der Kündigung bestätigen.
     
  4. Duncan

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    Zustellung per Gerichtsvollzieher, basta.
     
  5. Andres

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    Dass Einschreiben/Rückschein keine geeignete Zustellungsart ist, wurde hier im Forum schon ein paar Millionen mal geschrieben und wäre auch sonst leicht herauszufinden gewesen.


    Und was hat er so erzählt? Gibt es dafür zufällig irgendwelche Zeugen? Die Zustellung kann schließlich auch auf Umwegen erfolgen - das Ergebnis zählt!


    Ok, was steht denn auf dem Rückschein?


    Die sichere Variante ist die Zustellung durch den Gerichtsvollzieher. Nachdem der Mieter schon einmal versucht hat, den Zugang zu verhindern oder zumindest zu bestreiten, würde ich ausschließlich so zustellen.

    Alternativ kann man das Vorgehen des GV auch selbst nachstellen, was zu einem ähnlich guten Ergebnis führt: Ein Zeuge (möglichst nicht verwandt mit dir oder wirtschaftlich abhängig von dir) erhält das Schreiben unverschlossen, fertigt sich eine Kopie an, wirft das Original ein und vermerkt sich Datum und Uhrzeit auf seiner Kopie, die er anschließend sicher verwahrt. Unter diesen Umständen hier, wären ein paar Fotos oder Videos vom Einwurf ratsam. Der Zeuge könnte auch "Verstärkung" mitbringen, aber ein guter Zeuge ist mehr als ausreichend.

    Der GV macht mehr oder weniger das gleiche. Er bietet nur den Vorteil, dass die Zustellung nicht mehr bewiesen werden muss, sondern vor Gericht einfach als Tatsache angenommen wird.
     
  6. #5 Pharao, 13.04.2015
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 13.04.2015
    Pharao

    Pharao Gast

    Hi Ratlos,

    eine erneute Kündigung wäre grundsätzlich nicht notwenig, da die bisherige ja weiterhin gültig ist. Was der gekündigte mit dem Kündigungsschreiben macht, spielt überhaupt keine Rolle bzw. kann wir wurscht sein.

    Warum die Zustellart a´la Rückschein nicht ganz optimal war, das steht ja auf einem anderen Blatt. Das wäre also der einigste Grund, warum man ggf. erneut kündigen könnte/sollte, wobei man bei fristlos ja nicht viel "verliert", schließlich muss man da keine Fristen beachten/einhalten.

    Viel wichtiger ist allerdings, dir muss bewusst sein das der Mieter i.d.R. eine fristlose Kündigung heilen kann!

    Ja, wäre völlig ausreichend. Natürlich sollte der Zeuge einmal den Hinhalt gelesen haben. Alternativ wäre die Zustellung per Gerichtsvollzieher.

    War Beleidigung nicht auch ein Kündigungsgrund?

    Kann dir wurscht sein, das Schreiben war weder an ihn noch an seine Frau gerichtet. Interessant wird das ganze erst, wenn du damit irgendwie Belegen kannst, das der richtige Mieter letztlich ja doch die Kündigung erhalten bzw. dessen Inhalt zu Kenntnis genommen hat.

    Das best was dir passieren könnte, wenn der "richtige" seine Drohung wahr macht, denn ein Schreiben vom Rechtsanwalt ist wohl der beste Beweis, das die 1.Kündigung erfolgreich zugesendet worden ist.
     
  7. Ratlos

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    Schon mal danke für die Antworten.

    Das ist unsere erste fristlose Kündigung und wir sind wirklich davon ausgegangen, das ein Einschreiben Rückschein ausreichend ist. Wieder was dazu gelernt. Ich bin gerade auf der Suche zu prüfen, wie man einen Gerichtsvollzieher beauftragen kann.

    Das eine fristlose Kündigung durch die Zahlung aufzuheben ist, habe ich vorher gelesen. ich habe den Musterbrief aus dem Vermieterlexikon genommen, in dem zu der fristlosen Kündigung noch die ordentliche Kündigung folgt. Also, bei Einhaltung der Fristen sollte das Thema spätestens bis Sommer erledigt sein.

    Jetzt muss ich nur noch schauen, wie wir das Kündigungsschreiben "sicher" in den richtigen Briefkasten kriegen. Aber das kriegen wir auch noch hin.
     
  8. Ratlos

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    Auf meiner Suche habe ich jetzt das gefunden:
    Deutsche Post - Postzustellungsauftrag - die rechtswirksame Zustellung mit Urkunde

    hab gerade gesehen, dass gilt nicht für Privatleute....
     
  9. #8 Glaskügelchen, 13.04.2015
    Glaskügelchen

    Glaskügelchen Erfahrener Benutzer

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    Einschreiben/Rückschein ist auch sicher, wenn der Angeschriebene das Schreiben annimmt, bzw. abholt UND du beweisen kannst, was in dem aufgegebenen Schreiben stand (Zeugen).

    Gerichtsvollzieherverteilerstelle Amtsgericht.
     
  10. Pharao

    Pharao Gast

    Öhm :?

    1) Nicht nur für die fristlose Kündigung benötigst du einen gültigen Kündigungsgrund (der hier ja gegeben ist mit <2MM Rückstand), sondern auch für die ordentliche Kündigung wird ein gültiger Kündigungsgrund benötig (siehe dazu §573 BGB)!

    2) Nur weil man dem Mieter kündigt, bedeutet das noch lange nicht, das der Mieter freiwillig auszieht. Gerade wenn er keine andere Wohnung findet, wird er i.d.R. erstmal weiter bei dir wohnen bleiben bzw. ggf. zieht er bei seinem Bruder mit ein, der ja im gleichen Haus anscheinend wohnt.
     
  11. Ratlos

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    Mieter hat Januar - März keine Miete gezahlt. wir haben ihn netterweise im März dann abgemahnt (obwohl nicht notwendig) und mit fristlose Kündigung gedroht. Er hat dann Miete Januar überwiesen. Offen war also noch Miete Februar, März. Im April kam wieder keine Miete.


    Ich denke mit der Abmahnung und weiterhin offenen Mietzahlung Feb-April und dann fristloser Kündigung inkl. ordentlicher Kündigung sollen wir auf der sicheren Seite sein, selbst wenn er jetzt zahlt (was er meines Erachtens jetzt sofort tun wird). Oder seht ihr das anders?

    Hab jetzt übrigens das Formular für den Gerichtsvollzieher -Zustellung gefunden und ausgefüllt ;-)
     
  12. Berny

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    Schon mal über den Unterschied Zustellung / Zugang nachgedacht?
     
  13. Ratlos

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    Nein, nicht wirklich. Und ehrlich gesagt erschließt sich mir der Unterschied auch nicht, wenn ich jetzt darüber nachdenke. Ändert es etwas an der Zustellung der bereits erfolgten Kündigung?

    Ich werde heute mal beim Amtsgericht bei Gerichtsvollzieher Verteilerstelle anrufen, und anfragen, wie lange die Zustellung über den Gerichtsvollzieher dauert. Ggf. müssen wir das Kündigungsschreiben noch mal um einen Monat erweitern. Ich denke, das ist der einzige richtige Weg, um dieses Theater zu beenden. Was soll ich mich mit denen rumstreiten? Wenn wir das Schreiben persönlich unter Zeugen übergeben würde, würden die doch nur aggressiv. Abgesehen davon, dass er die Kündigung, nachdem er weiß um was es sich handelt, vermutlich nicht entgegennehmen würde.

    Es ärgert mich, dass ich mich nicht vorher hier aufgeschlaut habe. Aber ich dachte wirklich, die Sache wäre klar.
     
  14. #13 anitari, 14.04.2015
    anitari

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    Die Kündigung soll ja auch nicht mit Urkunde zugestellt werden.:15:

    Frag nicht die Post, sondern einen Gerichtsvollzieher.

    Man kann privat sogar einen Gerichtsvollzieher mit der Zustellung eines Heiratsantrages beauftragen.
     
  15. Berny

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    Zustellung: Schreiben von bspw. Behörden, die entweder der Gerichtsvollzieher oder der Postbote Dir übergibt oder in Deinen Briefkasten einlegt und darüber eine Zustellungsurkunde anfertigt.
    Zugang: Alle anderen Schreiben, die jemand Dir übergibt oder in Deinen Briefkasten einlegt (also in Deinen Machtbereich gelangen lässt). - Wenn Du das beweisbar machen willst, nimm' einen Zeugen mit und lass' auf Deiner Kopie bestätigen Name, Datum, Uhrzeit, Art des Zugangs. Sinnvollerweise über der Empfängeranschrift vermerken: Durch Boten.
     
  16. Ratlos

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    Aktueller Stand

    So, mein Miteigentümer war heute bei einer Rechtsberatung beim Haus + Grund.

    Dort wurde ihm mitgeteilt, dass es ausreichend war, die Kündigung mit Zeugen einzuwerfen. Auf dem Umschlag wurde vermerkt, dass der Brief mit Zeugen eingeworfen wurde. Unterschriften mit Datum und Uhrzeit wurden ebenfalls und auf dem "Durchschlag" notiert. Das sollte reichen.

    Schade, ich hätte gerne mit Gerichtsvollzieher die Kündigung versendet um mehr Druck zu erzeugen. Ich hatte heute beim Amtsgericht angerufen, und angefragt, ob es möglich wäre, die Kündigung rechtzeitig zuzustellen. Die gute Dame im Verteilungstzentrum hat mir den zuständigen Gerichtsvollzieher genannt und war sehr gesprächig,...

    Wir harren nun der Dinge, die nun folgen. Falls Interesse an unserm "Hollywood" besteht, halte ich Euch gerne auf dem Laufenden.

    Übrigens, nach all dem Ärger der letzten Jahre haben wir beschlossen zu verkaufen, wenn wir die beiden "Hauptwohnungen" leer haben. Wir haben keinen Bock mehr auf Mieter.

    Ratlos
     
  17. Ratlos

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    @Berney: Danke für die Info!

    Jeden Tag lerne ich dazu.


    Unabhängig davon noch ein kleine Ankedote von einem früheren Mieter, der mir vogeworfen hat, dass ich mich auf Gesetzten ausruhen würde, die schon "100 Jahre alt" wären. Ich habe mich auf irgendwelche Parargraphen bezogen, um seine Anforderungen zu entkräftigen.

    Und dabei hat man als Mieter doch viel mehr Rechte als ein Vermieter.
     
  18. Berny

    Berny Erfahrener Benutzer

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    Ratlos:

    "@Berney: Danke für die Info! Jeden Tag lerne ich dazu."
    - Gerne.

    "noch ein kleine Ankedote von einem früheren Mieter, der mir vogeworfen hat, dass ich mich auf Gesetzten ausruhen würde, die schon "100 Jahre alt" wären. Ich habe mich auf irgendwelche Parargraphen bezogen, um seine Anforderungen zu entkräftigen."
    - Macht doch nix. Bspw. die RVO (Reichsversicherungsordnung) von 1872 gilt immer noch...
     
  19. niko22

    niko22 Neuer Benutzer

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    behalte alles, was du schreibst, und was du vom mieter erhältst. bei Gesprächen durchaus Protokolle anfertigen lassen. Das könnte später vor Gericht - falls es soweit kommen sollte -, wichtig sein. Nach drei Monaten würde ich eine fristlose Kündigung schreiben mit allen rechtlichen Konsequenzen.
     
  20. #19 Ratlos, 26.04.2015
    Zuletzt bearbeitet: 26.04.2015
    Ratlos

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    Nun ist das Schreiben vom Anwalt da

    Ich bin noch nicht sicher, ob ich das amüsant finde oder nicht.

    Hier der grobe Inhalt: Es gibt diverse Mängel, wir hätten nichts getan (stimmt nicht!), daher Mietminderung. Zitat "Ihre Kündigung geht daher ins Leere".

    Ich habe jetzt nett und freundlich geantwortet, dass der Schimmel nicht durch bauliche Mängel entstanden ist, sondern zu wenig Lüften und die Räume nicht geheizt wurden und lege offizielles Gutachten eines TÜV zertifzierten Sachverständigen bei. Sanierung übernehmen wir trotzdem. Andere Mängel wurden uns bisher nicht gemeldet bzw. wurde von uns sofort an die entsprechenden Handwerker weitergeleitet. Abgesehen davon, dass wir bis heute trotzt Aufforderung keine schriftliche Mängelliste von ihm erhalten haben.

    Anwalt bietet Aufhebungsvertrag an (zu späterem Zeitpunkt als die ordentliche Kündigung) und berechnet Mietminderung von über 60%.

    Ich lehne dieses großzügig dankend ab und falls die damit nicht einverstanden sind, sollen sie vor Gericht. Ich habe genug Zeugen (Handwerker, Makler, Gutachter). Zudem hat er vier aufeinanderfolgende Monate keine Miete bezahlt. Im Nachgang das als Mietminderung zu deklarieren finde ich schon frech.

    Mal schauen, was nun passiert.
     
  21. Andres

    Andres
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    Gut. Der Zugang der Kündigung lässt sich nach dieser Aussage nicht mehr ernsthaft bestreiten.


    Es zählt das Ergebnis (Wurde der Mangel behoben?), nicht das reine Bemühen. Aber ansonsten ist auch das soweit in Ordnung.


    Darauf habt ihr auch keinen Anspruch. Der Mieter kann Mängel formlos melden.


    Kann man sich ja überlegen. Letztendlich ist das eine Frage der Risikoabwägung.


    Naja, was man halt so braucht, um den Rückstand ausreichend weit zu drücken, damit die Voraussetzungen für eine fristlose Kündigung nicht mehr vorliegen.


    Es ist nicht frech, es ist - von einigen handverlesenen Ausnahmen abgesehen - schlicht nicht möglich. Eine Mietminderung kann grundsätzlich nicht rückwirkend erklärt werden.
     
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