Kündigung bei sehr kurzer Mietdauer / Verrechnung

Diskutiere Kündigung bei sehr kurzer Mietdauer / Verrechnung im Kündigung Forum im Bereich Mietvertrag über Wohnraum; Hallo, habe mit einem Mieter einen Mietvertrag zum 01.08.20 abgeschlossen, dieser hat den Vertrag gleich am Ende des Monats zum 30.11.20...

W80

Neuer Benutzer
Dabei seit
26.11.2019
Beiträge
12
Zustimmungen
0
Hallo,

habe mit einem Mieter einen Mietvertrag zum 01.08.20 abgeschlossen, dieser hat den Vertrag gleich am Ende des Monats zum 30.11.20 gekündigt.
Die Miete hat er nur bis September bezahlt und ist am 01.10. ausgezogen. Einen Nachmieter hat er nicht gefunden.

Nun fordert er die Kaution in Form von drei Nettokaltmieten zurück.

Ich gehe davon aus trotz der kurzen Mietdauer die dreimonatige Kündigungs- und somit auch Zahlungsfrist aufrecht erhalten sein muss.

Bei Verrechnen der Restschuld würde ich nun die Zeiten Oktober/ November mit der Bruttowarmmiete ansetzten und von der Kaution abziehen und auch keine Nebenkostenabrechung erstellen da zusätzliche Kosten nicht angefallen sind.

Wäre das so machbar?

Danke
 

immobiliensammler

Erfahrener Benutzer
Dabei seit
17.09.2015
Beiträge
6.503
Zustimmungen
3.865
Ort
bei Nürnberg
Wäre das so machbar?

Nein, da der Mieter Anspruch auf eine Nebenkostenabrechnung hat. Sonst wartet er einfach die Verjährungsfrist (31.12.2021) ab und reagiert erst dann! Aufrechnen der Kaution mit den Mieten Oktober/November ist natürlich in Ordnung, den Restbetrag würde ich dann bis zur Erstellung der NK-Abrechnung zurückbehalten.
 

Andres

Moderator
Dabei seit
04.09.2013
Beiträge
11.439
Zustimmungen
5.556
Aufrechnen der Kaution mit den Mieten Oktober/November ist natürlich in Ordnung, den Restbetrag würde ich dann bis zur Erstellung der NK-Abrechnung zurückbehalten.
Die Aufrechnung würde ich frühestens dann erklären, wenn absehbar ist, dass eine eventuelle Nachzahlung von der verbleibenden Kaution gedeckt ist.
 

W80

Neuer Benutzer
Dabei seit
26.11.2019
Beiträge
12
Zustimmungen
0
Also könnte ich die Mietesumme Oktober/November von der Kautionabziehen, dann auszahlen und die Nebenkostenabrechnung bis nach der nächsten Hausgeldabrechung des Verwalters aufschieben?
 

immobiliensammler

Erfahrener Benutzer
Dabei seit
17.09.2015
Beiträge
6.503
Zustimmungen
3.865
Ort
bei Nürnberg
Also könnte ich die Mietesumme Oktober/November von der Kautionabziehen, dann auszahlen und die Nebenkostenabrechnung bis nach der nächsten Hausgeldabrechung des Verwalters aufschieben?

Denkst Du, dass es hier zu einem Guthaben kommt? Sonst würde ich natürlich nichts auszahlen sondern die Restkaution zurückbehalten. Die Betriebskostenabrechnung ist fällig spätestens am 31.12.2021, sonst droht hier Verjährung.
 

W80

Neuer Benutzer
Dabei seit
26.11.2019
Beiträge
12
Zustimmungen
0
Nun der Mieter hat "nur" 2 Monate dort gewohnt und meines Wissens nach auch nur sporadisch genutzt, da er viel im Aussendienst war.

Insofern denke ich schon das es, aufgrund einen geringen Verbrauchs, ein gewisses Guthaben für ihn geben könnte.
 

Andres

Moderator
Dabei seit
04.09.2013
Beiträge
11.439
Zustimmungen
5.556
Kennst du denn keine Zählerstände und kannst die ungefähr ins Verhältnis zu den Vorjahren setzen? Auch wenn man sich wenig in der Wohnung aufhält, kann man das Wasser laufen lassen und bei gekippten Fenstern die Heizung voll aufdrehen. Wenn nach solchen Überlegungen wirklich noch mit einem Guthaben aus der Abrechnung zu rechnen ist, würde ich tatsächlich jetzt die Aufrechnung mit den offenen Mieten erklären und den Rest auszahlen. Ansprüche aus der Verschlechterung der Mietsache sind nämlich entweder gerade so verjährt oder verjähren in den nächsten Tagen (kurze Frist, § 548 BGB, daher die Nachfrage von @Ferdl), daher wäre für das weitere Zurückhalten der Kaution nun ein konkreter Grund zu nennen - und ohne absehbare Nachzahlung sehe ich den hier nicht.
 

W80

Neuer Benutzer
Dabei seit
26.11.2019
Beiträge
12
Zustimmungen
0
Die Zählerstände sind verhältnissmäßig zu den veranschlagten Nebenkosten bzw. leicht darunter.

Inwiefern Verjährung? Der austehenden Mietschulden oder der Ansprüche aus gestiegenden Nebenkosten?
 

Andres

Moderator
Dabei seit
04.09.2013
Beiträge
11.439
Zustimmungen
5.556
Inwiefern Verjährung? Der austehenden Mietschulden oder der Ansprüche aus gestiegenden Nebenkosten?
Keines von beiden, es geht um Schäden an der Mietsache. Die Ansprüche daraus verjähren nach 6 Monaten ab Rückgabe der Mietsache, deshalb ist es relativ einfach, die Kaution bis zu 6 Monate zurückzuhalten wegen "könnte ja was sein". Danach sollte man in der Lage sein, möglichst konkret anzugeben, welche Risiken man noch absichern möchte, denn ansonsten ist die Kaution dann (zumindest teilweise) zurückzugeben.

Die Zählerstände sind verhältnissmäßig zu den veranschlagten Nebenkosten bzw. leicht darunter.
Dann sehe ich keinen Grund, warum man nicht genau das tun sollte, was oben vorgeschlagen wurde: Aufrechnung mit den Mietrückständen erklären und den Rest auszahlen. Die Betriebskostenabrechnung fristgerecht (noch in 2021) erstellen und zustellen und dann das Guthaben daraus auszahlen.
 
Thema:

Kündigung bei sehr kurzer Mietdauer / Verrechnung

Oben