Kündigung bei Teilauszug durch Vermieter

Dieses Thema im Forum "Hausmeister" wurde erstellt von fjs73, 27.04.2014.

  1. fjs73

    fjs73 Neuer Benutzer

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    Hallo,

    ist es nicht ungewöhnlich, dass ich als Vermieter der geschiedenen Ehefrau - die schon aus der Wohnung ausgezogen ist - eine Kündigung schreiben soll ?
    Normalerweise ist das doch eine Angelegenheit des Mieters.

    Vielen Dank für die Antwort.
     
  2. AdMan

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  3. Andres

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    Vielleicht erklärst du mal etwas ausführlicher und der Reihe nach, was hier eigentlich passieren soll. Wer steht im Mietvertrag, wer wohnt in der Wohnung - und wie soll sich das jeweils verändern?
     
  4. fjs73

    fjs73 Neuer Benutzer

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    Im Mietvertrag steht das Ex-Ehepaar jeweils mit getrennten Nachnamen.
    Sie zog schon vor über einem Jahr aus der gemeinsamen Wohnung aus.
    Seitdem wohnt Er alleine in der Wohnung.
    Mittlerweile sind sie auch schon geschieden.
    Sie hat aber immer noch Ihre Schlüssel für die Wohnung.

    Nun will also Ihre Anwältin, dass ich Ihr kündige und die Schlüssel zurückfordere.
    Sie hat auch schon Ihre eigene Wohnung.
     
  5. GJH27

    GJH27 Erfahrener Benutzer

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    ...womit die Dame die Aufnahmeprüfung für die freie Stelle beim Mieterschutz bestanden hat... :wink4: :wink4: :wink4:

    Seit wann wäre denn die Scheidung der Mieter für den Vermieter ein gültiger Kündigungsgrund? Seit wann wäre denn die Tatsache, dass einer der beiden vertraglichen Mieter faktisch nicht mehr in der Wohnung wohnt, für den Vermieter ein gültiger Kündigungsgrund?

    Neeneenee, kündigen muss die Mieterin schon selber!
     
  6. fjs73

    fjs73 Neuer Benutzer

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    Wäre es ein Fehler, wenn ich die Kündigung schreibe, oder soll ich das keinesfalls tun ?

    Der verbleibende Mieter will die Angelegenheit so schnell wie möglich beenden, da sie sich nun doch schon einige Monate hinzieht, inklusive unangekündigte Selbstbedienung aus der ehemals gemeinsamen Wohnung.
     
  7. GJH27

    GJH27 Erfahrener Benutzer

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    Kündigen kannst Du ja gar nicht, da Du keinen gültigen Kündigungsgrund hast!

    Ist verständlich, dann muss ER eben mal was entsprechendes in die Wege leiten.

    Daran ist er selber schuld!

    Oooh, ne Runde Mitleid für ihn... Auch daran ist er selber schuld! Entweder kriegt er's mal gebacken, das mit seiner Ex zu regeln einschließlich Schlüsselübergabe an ihn, oder er muss sich auf seine Kosten bis dahin ein anderes Schloss einbauen lassen.

    Übrigens: Schlüsselübergabe an Dich, wie von der schlauen "Anwältin" gefordert ist eh nicht zulässig, da alle Schlüssel dem Mieter auszuhändigen sind.

    Fazit: Du musst diesen abwegigen Ideen nicht nachkommen und solltest es auch keinesfalls!

    Korrekt wäre:
    a) die beiden Mieter klären ihr Zeug miteinander (Sachen aus der Wohnung, Schlüsselübergabe),
    b) die beiden Mieter kommen auf Dich zu mit der Bitte, den bestehenden Vertrag abzuändern / einen neuen Vertrag zu schließen mit dem verbleibenden Mieter als einzigem Vertragspartner.

    Übrigens: bis zur Vertragsänderung haften beide Mieter gesamtschuldnerisch für die Miete, also auch die ausgezogene Ex... Insofern wäre es auch in ihrem Interesse, die Sache mal korrekt zu bereinigen.
     
  8. Andres

    Andres
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    Das ist zwar richtig, aber es fehlt noch ein kleines "Schmankerl": Man kann nicht einzelne Mieter aus dem Vertrag kündigen, d.h. per einseitiger Erklärung aus dem Vertragsverhältnis entfernen. Gekündigt werden kann nur das ganze Vertragsverhältnis.

    Wenn die Dame aus dem Vertrag raus will, geht das damit nur in allseitigem Einverständnis: Der Mieter, die Mieterin und der Vermieter erklären, dass das Mietverhältnis künftig ohne die Mieterin weitergeführt wird. Dabei gibt es einige Fallstricke:
    • Wie schon korrekt erwähnt, haften aktuell beide gesamtschuldnerisch für alle Ansprüche aus dem Mietverhältnis. Wird die Mieterin aus dem Vertragsverhältnis entlassen, verschlechtert sich also deine Sicherheit. Daher solltest du sorgfältig prüfen, ob sich der Mann die Miete künftig wird leisten können.
    • Um später Streitereien zu vermeiden, sollte in der Vereinbarung zur Entlassung der Mieterin auch erwähnt werden, wer künftig für alle Schäden an der Mietsache - unabhängig vom vermuteten Entstehungszeitpunkt - haftet und dass die Mietsicherheit (Kaution o.ä.) vollständig beim Vermieter verbleibt und bei Ende des Mietverhältnisses an den verbleibenden Mieter ausgezahlt wird. Alle anderen Ansprüche sollen die beiden dann untereinander klären ...
    • Man sollte sich auch im Klaren darüber sein, dass die Frau die Entlassung vermutlich auch einklagen könnte, während der Mann sehr wahrscheinlich einen Anspruch auf Fortsetzung des Mietverhältnisses hat. Weder solltest du die Frau also einfach ignorieren, noch kannst du bei dieser Gelegenheit beide einfach grundlos rausschmeißen.

    Das korrekte Vorgehen hat GJH27 schon gut beschrieben.
     
  9. sara

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    der Mieter spart falschen Ende.
    Einen neuen Schließzylinder für ca. 25 € einbauen und schon ist das Schlüsselproblem erst mal gelöst. (Alten Zylinder und Schlüssel natürlich aufheben)
    Selbst wenn sie die Schlüssel abgibt, könnte sie sich noch einen Nachschlüssel gemacht haben....
     
  10. #9 BHShuber, 28.04.2014
    BHShuber

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    §1568a BGB


    Hallo,

    in diesem Fall sollte man auch das hier wissen:

    BGB - Einzelnorm

    Da der verbliebene Ehepartner die Wohnung bzw. das Mietverhältnis mit Einverständnis des scheidenden Ehepartners weiterführt, kann mit dem verbleibenden Ehepartner im Zweifelsfall sogar ein neuer Mietvertrag geschlossen werden, es sei denn es stehen dem wichtige Gründe entgegen wie z. B. Insolvenz, Mietschulden, uvm.

    Zudem hat der scheidende Ehepartner umgehend alle Schlüssel zurückzugeben!

    Eine Kündigung von Seiten des Vermieters ist nicht notwendig, vielmehr muss der scheidende Ehegatte den Auszug melden und mit dem Vermieter u. U. eine Aufhebung und Entlassung aus dem gemeinsamen Mietvertrag vereinbaren.

    Gruß

    BHShuber
     
  11. #10 Papabär, 28.04.2014
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    Ooch Leute ... gut das BHShuber aufgepasst hat:
    Ich würde an dieser Stelle sogar noch weiter gehen und das "kann" durch "hat auf Verlangen ... soweit dem keine wichtigen Gründe entgegenstehen" ersetzen.

    Die Vereinbarung der teilweisen Vertragsaufhebung ist m.E. jedoch nicht erforderlich. Sie ergibt sich bereits aus dem Gesetz. Aus rein praktischen Aspekten würde eine schriftliche Vereinbarung (in welcher z.B. der Anspruch auf Kautionsrückzahlung bzw. Ansprüche/Verpflichtungen aus der BK-Abr. des laufenden Jahres geregelt werden) jedoch sicherlich nicht schaden.
     
  12. Andres

    Andres
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    In meinem Bestand ist die Scheidungsquote zu niedrig, als dass ich an solche Sachen aktiv denken würde :91:

    Die grundsätzliche Verwunderung über die Anfrage der Anwältin ist damit aber nicht beseitigt: Warum erklärt sie die Überlassung nicht einfach dem Vermieter und gibt die Schlüssel zurück? Die gewünschte Kündigung ist doch so oder so nicht möglich.
     
  13. #12 Papabär, 29.04.2014
    Papabär

    Papabär Erfahrener Benutzer

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    In der Tat! Ohne gescheiten Kündigungsgrund würde ich mich als Vermieter damit ja nur angreifbar machen ...

    Vorstellen könnte ich mir allerdings (d.h. "mit Nichtwissen"), dass die Dame ganz schnell einen Nachweis der drohenden Obdachlosigkeit für eine der Behörden wie Jobcenter, Unterhaltssicherungsstelle o.ä. benötigt. Und bevor man denen klar macht, dass sich die Herauslösung aus dem Mietverhältnis bereits aus dem Gesetz ergibt, erfindet man eher den 4-poligen Wassermotor ... das weiss ich aus eigener Erfahrung.
     
  14. #13 Malte78, 31.03.2015
    Malte78

    Malte78 Gesperrt

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    Darüber habe ich mir so noch nie Gedanken gemacht...da so dies bei mir noch nie der Fall was
     
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