Kündigung bei Verwahrlosung und Zumüllung der Wohnung.

Dieses Thema im Forum "Kündigung" wurde erstellt von Sish, 19.03.2014.

  1. Sish

    Sish Gast

    Hallo, ich braucht mal einige Ratschläge wie ich hier weiter vorgehen kann:

    ich habe ein Stockwerk mit zwei Wohnungen und hatte die größere vermietet, die seit 2007 hier wohnt. Ich wohne in einem Stockwerk, aber im Haus mit dabei (Zweifamilienhaus)

    Ab dem Einzug wurde in der Wohnung nichts mehr gemacht, weder Kisten ausgeräumt, noch Sachen umgeräumt lediglich der Schreibtisch mit dem PC war fertig, Bett war eine Matratze mit immer der gleichen Bettwäsche, der Kleiderschrank stand immer vor dem Fenster, so dass dieses nicht zu öffnen war und keiner an die Heizung kam.

    nach 4 Jahren habe ich die Wohnung mir angesehen und so was habe ich noch nie erlebt.
    Zigarettenkippfen hunderte auf dem Boden, Prospekte Unmengen auf dem Boden verteilt, nie aufgeräumt, nie geputzt, Dreck an dem Treppengeländer schon richtig versteinert etc.

    Aufforderung mit Fristsetzung die Wohnung aufzuräumen - immer wieder nichts - nichts - nichts - Kontrolle - er macht nach dem Streichen sauber, vorher lohnt es sich nicht. Mittlerweile auch Gestank aus der Wohnung, durch die man nicht mal zum Fenster mehr gehen konnte, weil sich alles zugemüllt hat.

    Da kein Geld vorhanden ist, ich nicht mehr weiter wusste - COPD Erkrankung liegt vor - habe ich einen Wohnungstausch vorgeschlagen mit der Sortierung von Müll - also Umzug in die Wohnung mit der richtigen Größe, den Umzug auf dem Stockwerk habe ich zudem noch bezahlt, da aufgrund der Erkrankung und was auch immer, nichts passierte - dann die alte Wohnung halb renoviert, damit meine Tochter einziehen konnte. Der Gestank ist immer noch da, aber immerhin ist diese jetzt leer und bewohnbar.

    ABER die kleinere Wohnung incl. meiner Garage ist nun mit seinem Müll voll, da er den Müll nicht sortiert hat, sondern mit umgezogen hat, weitere Dinge, die nicht mehr reingingen wurden !vorübergehend! für drei Wochen in meine Garage geparkt - da war im Oktober.

    Also immer wieder Fristsetzung, immer wieder die Aufforderung die Garage zu Räumen, die Wohnung in einem angemessenen Zustand zu versetzen - Nichts.

    zudem weiter COPD Erkrankung . also Pflegedienststelle angerufen . die dann da waren und entsetzt über den Zustand der Wohnung waren - alles verwahrlost, vernachlässigt, versifft, verkommen mit der Prognose, dass ich bei Auszug von ihm eine komplett Renovierung machen kann - incl, Bad, das komplett verdreckt und versaut ist.

    Kündigung wurde ihm geschrieben - bis 1. Juni 2014 da her er Widerspruch eingelegt - klar bei seinem eigenen Zustand bekommt er auch nicht so leicht eine Wohnung mit so einer bescheuerten Vermieterin.

    Die Miete wird regelmäßig von der ARGe bezahlt, die kümmert sich aber um nichts weiter.

    Muss ich jetzt diesen Mann hier weiter ertragen und das alles mit Gestank, zugemüller Wohnung, zugemüllter Garage, zugemülltem Keller mittragen?

    ich würde mich über Antworten freuen, vielleicht ist ja eine Lösung dabei.

    lg
    shish
     
  2. AdMan

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  3. GSR600

    GSR600
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    Nein, wirt machen das gerade wieder.

    Rechtsanwalt (Mietrecht) einschalten und Fristsetzung über Anwalt, wenn die Fristen nicht eingehalten werden, dann klagen beim Amtsgericht.

    Dauert wenn kein Widerspruch eingelegt wird ca 1 Jahr bis die Wohnung dann über den Gerichtsvollzieher geräumt werden kann.
     
  4. Andres

    Andres
    Super-Moderator

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    Vielleicht etwas schneller, wenn er dann irgendwann doch "freiwillig" auszieht, was durch ein bestimmtes Auftreten des Anwalts mit etwas Glück passieren kann.

    Jede weichere Vorgehensweise wäre pure Zeitverschwendung.
     
  5. #4 kranseier71, 19.03.2014
    kranseier71

    kranseier71 Erfahrener Benutzer

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    Hallo,

    Jain.
    Die richtigen Schritte hast du schon getan - du musst jetzt nur hartnäckig und konsequent bleiben.

    Gekündigt hast du - der Mieter wehrt sich (was sein gutes Recht ist).

    Ich sehe die Sache so:
    der Mensch ist krank (nicht nur Lungenmässig) und bräuchte eigentlich Hilfe (die du als Vermieter weder leisten kannst noch sollst) - aber scheinbar will er keine Hilfe annehmen (sonst wäre von der 'Pflegedienststelle' - ist das sowas wie das Amt für Soziales? - sicher mehr gekommen als nur eine Besichtigung).

    Ich sehe zwei Möglichkeiten:
    1. Du lässt die Kündigung auf sich beruhen und erträgst den Zustand weiter bzw. milderst ihn etwas ab indem du auf eigene Kosten und mit Absprache des Mieters Müll etc. entsorgst und ansonsten auf die biologische Lösung wartest.

    2. Du verfolgst die Kündigung weiter und klagst - da ist dann ein Fachanwalt für Mietrecht angesagt.

    Die erste Möglichkeit hat den Vorteil das sie finanziell verhältnismässig günstig ist aber von dir und allen anderen Bewohnern eine gewisse Leidensfähigkeit abverlangt und von der Dauer her nicht einzuschätzen ist.


    Die zweite Möglichkeit hat den Vorteil, das sie in einem absehbaren Zeitraum durchzusetzen sein könnte aber u.U. je nach Hartnäckigkeit des Mieters hohe Gerichts- u. Anwaltskosten erzeugt.
    Im günstigsten Fall wird von Amts wegen ein Betreuer gestellt - im ungünstigsten Fall bekommt der Mieter Prozesskostenbeihilfe und findet einen Anwalt der ihn enthusiastisch vertritt.


    Der Idealfall wäre wenn man den Mieter überzeugen könnte das er Hilfe annimmt - dann gäbe es viele Möglichkeiten z.B. seitens Diakonie, sozialer Betreuung, u.U. Gelder nach Behindertenrecht etc.

    HTH und alles Gute wünschend,
    Karl
     
  6. shish

    shish Gast

    Mieter und Lösungen

    Danke für eure Ideen

    ich halte das schon vier Jahre aus und zahle und zahle und helfe .... aber ich kann und will nicht mehr.
    ich werde das einem Anwalt übergeben - gibt es da eine Ahnung was mich das kostet oder kostet es das den Mieter, wenn ich eine Räumungsklage mache?

    alles weiter ertragen wäre mein Untergang - gesundheitlich (chronisch Nierenkrank mit Perspektive Dialyse), finanziell (Normalverdiener mit dem Ehrgeiz das Elternhaus zu behalten) und persönlich weil ich ihn nicht mehr sehen kann, nicht mehr riechen kann (im wahrsten Sinne des Wortes).

    Wenn ich das Haus aufgrund meiner Erkrankung verkaufen möchte, würde ich derzeit noch Verlust machen, weil keiner das Haus nehmen würde, in dem Zustand der Wohnung mit ihm.
     
  7. #6 kranseier71, 22.03.2014
    kranseier71

    kranseier71 Erfahrener Benutzer

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    Hallo,

    Das wird dir der Anwalt erklären - Problem ist das selbst wenn das Gericht entscheiden würde, das der Mieter die Verfahrenskosten zu tragen hat nützt dir das so gut wie nichts.
    Da der Mieter nicht zahlungsfähig ist müsstest du selbst die Gerichtskosten (kleinster Posten) bezahlen und darfst dir das dann vom Mieter wiederholen.
    Realistisch solltest du von vornherein damit rechnen alle Verfahrenskosten (Gerichtskosten, dein Anwalt, evtl. Gutachter) selbst tragen zu müssen.

    Und es besteht auch ein gewisses Risiko mit einer Räumungsklage zu scheitern (da keine Mietrückstände bestehen wirds kompliziert sofern §573a BGB nicht greift - Flatulenz ist kein Straftatbestand und der 'arme Mieter ist ja sooooo krank') bzw. ggfls. durch mehrere Instanzen gehen zu müssen.
    Und der Mieter wird mit hoher Wahrscheinlichkeit Prozesskostenbeihilfe bekommen - er kann sich also relativ ruhig zurücklehnen und alle Möglichkeiten ausschöpfen.

    Von dir wird also nicht nur psychische Hartnäckigkeit gefordert sein sondern auch materielle - mit dem Wissen, das selbst bei Prozessgewinn alle Kosten ausser seinem Anwalt bei dir hängenbleiben.

    Zur Höhe der Kosten wage ich keine Vorraussage.

    Vielleicht kennst du ja ein paar 'Schwachpunkte' des Mieters und kannst ihn 'überzeugen' freiwillig zu gehen.

    Viel Glück und alles Gute,
    Karl
     
Thema: Kündigung bei Verwahrlosung und Zumüllung der Wohnung.
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