Kündigung durch Anwalt oder selbst

Diskutiere Kündigung durch Anwalt oder selbst im Kündigung Forum im Bereich Mietvertrag über Wohnraum; Hallo, folgender fiktiver Fall: Vermieter kündigt Mieter fristlos, wegen wiederholt unpünktlichen Mietzahlung trotz zuvor erfolgten Abmahnungen...
Wasserhahn

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Hallo, folgender fiktiver Fall:
Vermieter kündigt Mieter fristlos, wegen wiederholt unpünktlichen Mietzahlung trotz zuvor erfolgten Abmahnungen. Mieter meint das wäre kein Grund für eine fristlose Kündigung und weigert sich dies zu akzeptieren, verspricht aber hoch und heilig ab jetzt immer pünktlich zu zahlen. Der darauffolgende Monat wird wieder unpünktlich gezahlt.
Ist es in solch einer Situation ratsam sich durch einen Anwalt vertreten zu lassen und durch ihn die fristlose Kündigung durchzusetzen? So wird die Kündigung eventuell ernster genommen. Oder sollte man in einer solchen Situation als Vermieter selbst fristlos kündigen und dann erst nach Ablauf der gesetzten Auszugsfrist den Anwalt beauftragen wenn Mieter nicht auszieht?
Ich bedanke mich für Meinungen.
 

ehrenwertes Haus

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Wenn die Kündigung wirklich durchgezogen werden soll, wäre es mind. ratsam die ergangenen Abmahnungen und Kündigungsschreiben auf inhaltliche und formale Fehler vom Fachanwalt für Mietrecht prüfen zu lassen. Je nach Ergebnis beginnt dann das Procedere mit wieder Abmahnung(en) oder man kann direkt Klage einreichen.

Nichts ist ärgerlicher und teurer als wenn wegen solcher Fehler eine Klage auf Räumung in die Hose geht und man einen Mieter nicht möglichst zeitnah los wird, obwohl dafür ausreichend Gründe vorliegen.

Mieter meint das wäre kein Grund für eine fristlose Kündigung und weigert sich dies zu akzeptieren, ...
Spätestens bei solchen Aussagen, ist doch klar woher der Wind weht...
Eigentlich heißt das doch "VM, ich tanz dir auf der Nase rum. Wenn dir das nicht passt, dann klage doch...".
 
Duncan

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Vermieter kündigt Mieter fristlos, wegen wiederholt unpünktlichen Mietzahlung trotz zuvor erfolgten Abmahnungen. Mieter meint das wäre kein Grund für eine fristlose Kündigung und weigert sich dies zu akzeptieren, verspricht aber hoch und heilig ab jetzt immer pünktlich zu zahlen. Der darauffolgende Monat wird wieder unpünktlich gezahlt.
Hier ist eigentlich schon der Punkt, wo man gar nicht mehr weiter abwarten muss, sondern direkt zur Räumungsklage übergeht. So man sich sehr sicher ist zuvor alles korrekt gemacht zu haben und damit auch schon etwas Erfahrung hat.
Ist es in solch einer Situation ratsam sich durch einen Anwalt vertreten zu lassen und durch ihn die fristlose Kündigung durchzusetzen?
Es ist absolut ratsam, so man noch geringe Zweifel hat und keine Erfahrung, weil man das nicht zuvor schon x-mal gemeinsam mit einem Anwalt durchgezogen hat.

Allein deine Fragestellung zeigt mir: Grundkenntnisse vorhanden/angelesen, aber letzte Restzweifel. Fazit: mit Anwalt das bisherige eigene Vorgehen prüfen, (ggf. für Zukunft auf Optimierungspotential hinweisen lassen) und je nach Ergebnis der Prüfung, Fehler beheben und dann Klage einreichen (lassen) oder gleich direkt zur Klageeinreichung übergehen.

PS: Die Anwaltsgebühren sind im Verhältnis zu Mietausfällen, Beschädigungen an der Mietsache und rebellierenden Mietern oft viel geringer als die meisten annehmen.
 
Wasserhahn

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Hallo, es geht weiter und statt einen neuen thread zu öffnen schreibe ich hier. folgender Verlauf:
Mieter M möchte die gerechtfertigte Kündigung nicht akzeptieren. (Kündigung wurde durch einen Fachanwalt für Mietrecht überprüft und für gültig befunden) Vermieter V möchte die Kündigung auch nach bitten von M nicht zurücknehmen. Danach behauptet M dass V unerlaubt in die Wohnung eingedrungen sei. (Nicht wahr) M droht, eine Klage wegen Hausfriedensbruch zu erheben wenn dies nochmal geschieht. Im gleichen Zug fordert M die Rücknahme der Kündigung.

Zählt dieses Verhalten als Nötigung bzw Erpressung? welche Konsequenzen kann dieses Verhalten von M haben? Wäre ein solches Verhalten ein kündigungsgrund oder Anlass zur Klage wegen Nötigung oder Ähnliches?

Danke für Meinungen zu diesem Fall
Der Hahn
 
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ehrenwertes Haus

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Ist dies als Nötigung bzw Erpressung zu werten und welche Konsequenzen kann dieses Verhalten von M haben? Wäre ein solches Verhalten ein kündigungsgrund oder Anlass zur Klage wegen Nötigung oder Ähnliches?
Die Kernfrage ist doch, Wer kann Was nachweisen oder mind. glaubhaft machen.

Über leere Drohungen aufregen lohnt nicht.
Falsche Anschuldigungen gegenüber Dritten, wäre u. U. ein Kündigungsgrund, ebenso Nötigung, Erpressung und was dir sonst noch an strafrechtlich relevanten Dingen zum Nachteil des VMs oder Ms einfällt.

Ohne Belege dafür, kommt bei solchen Anzeigen gar nix raus, außer Kosten produziert, Nerven ruiniert und Gefahr eines Bumerangs, wenn die Nachweise fehlen.
Das taugt nur für reißerische Pseudo-RL-Shows, bei denen es um Quote, nicht echte Erfolgsaussichten in der Praxis geht.
 
Wasserhahn

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Die Kernfrage ist doch, Wer kann Was nachweisen oder mind. glaubhaft machen.
M kann die vorgeworfene Tat nicht objektiv nachweisen, da dies tatsächlich nicht passiert ist.
V kann allerdings die falsche Anschuldigung und Drohung nachweisen, da in schriftlicher Form erfolgt.
Es ist möglich dass V sich sehr wohl vor einer solchen Klage fürchten könnte, auch wenn sie auf einer Lüge beruht.
Die Frage ist: ist ein solches Verhalten schon ein Grund für eine fristlose Kündigung?
Kann eine solche Anschuldigung/Drohung in dem Kontext der Kündigung bereits als Nötigung zählen?
 
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ehrenwertes Haus

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Du hast doch einen Fachanwalt mit ins Boot genommen. Was meint dein Anwalt denn dazu?

Warum willst du unbedingt weitere Baustellen aufmachen, wenn der Mieter bereits eine gerichtsfeste Kündigigung nachweislich erhalten hat?
Das ganze Gedöhns mit angeblichen oder echten Drohnungen usw. sind nur Psychospielchen. Einfach ignorieren und darüber stehen, solange dir nichts amtliches dazu ins Haus flattert. Dann ist noch immer Zeit, sich darüber einen Kopf zu machen.

Ok, das sagt sich leichter als es ist, aber arbeite an der Einstellung, das macht vieles erträglicher.
Steigere dich nicht in solche Dinge rein, das schadet nur dir selbst.


V könnte sich sehr wohl vor einer solchen Klage fürchten, auch wenn sie auf einer Lüge beruht.
V könnte sich auch befürchten, einen Autounfall zu haben.
Meinst du, dass nur auf Grund einer theoretischen Gefahr alle Autos im Umfeld von V verboten werden?
Mit Eventualitäten kannst du nichts in deinem Sinn erreichen oder Klagen darauf stützen.

Überleg mal, theoretisch kann jeder Mieter jederzeit seinen VM anzeigen mit frei erfundenen Straftaten.
Wenn allein die Befürchtung, das ein Mieter diese theoretische Möglichkeit in die Tat umsetzten könnte bereits ein Kündigungsgrund wäre, dann hätten alle VMs jederzeit einen Grund unliebsame Mieter loszuwerden, allein auf der Basis von "Mieter könnte auf diese Idee kommen. Davor hat VM Angst".

Da muss schon mehr dran sein für einen Kündigungsgrund, als nur vage Befürchtungen.
 
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Duncan

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Der Mieter halt also erklärt, dass er nicht ausziehen möchte, also wird Räumungsklage erhoben, zu welchem Zeitpunkt genau wird mit dem RA abgestimmt und fertig.
Wenn der Mieter im Verlauf noch weitere Gründe liefert und auch die Art wie er sich darstellt kann man je nach Abwägung auch im laufenden Verfahren noch einbringen.

Aber schön wie viel Erfolg du dem Mieter gönnst, dass du dir über so was den Kopf zerbrichst, anstatt einfach dein Ziel zu verfolgen. Jede Minute, die du über so was nachdenkst, gewinnt der Mieter. Sowas bringt man einmal gegenüber dem eigenen Anwalt zur Sprache, dass der vorbereitet ist und angemessen reagieren kann und fertig.
 
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