Kündigung durch Mieter, Rücknahme der Kündigung und spontaner Auszug

Dieses Thema im Forum "Kündigung" wurde erstellt von thommy69, 11.07.2014.

  1. #1 thommy69, 11.07.2014
    thommy69

    thommy69 Neuer Benutzer

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    Hallo,

    ich habe ein Problem mit meinen ehemaligen Mietern. Diese hatten zu Ende Februar gekündigt. Anfang Januar erhielt ich ein Schreiben ihres Rechtsanwaltes, dass sich der Anschlussmietvertrag zerschlagen hätte und meine Mieter die Kündigung zwar anerkennen, aber keinesfalls zu Ende Februar ausziehen werden. Einen genaueren Termin konnte man mir nicht sagen. Es wurde ein Auszugstermin zu Ende März in Aussicht gestellt. Weitere Erklärungen diesbezüglich erfolgten wochenlang nicht. Auch Ende März zogen die Mieter hingegen nicht aus. Erst am 20.3.2014 erklärten sie definitiv Ende April auszuziehen. Sie zogen dann am 18.4. aus und überwiesen auch nur 18/30 der Miete für April.
    Meines Erachtens dient die Kündigungsfrist bei Mietsachen insbesondere auch dem Vermieter, der nach Möglichkeit übergangslos einen neuen Mieter finden können oder den Leerstand der Wohnung zumindest auf kurze Zeit beschränken können soll.
    Aufgrund des „Hickhacks“ der Mieter war es mir nicht möglich, eine Weitervermietung vor deren endgültigen Erklärung vom 20.03.2014, Ende April auszuziehen, zu betreiben. Daher konnte mit der Suche nach neuen Mietern überhaupt erst Mitte April begonnen werden. Mittlerweile ist eine Weitervermietung zum 01.07.2014 erfolgt und die Wohnung stand somit mehr als 2 Monate leer. Nach alledem, insb. aber nach den ständigen Verschiebungen des Auszugs, kann nicht mehr davon die Rede sein, dass ich als Vermieter einen angemessenen Zeitraum hatte, einen neuen Mieter zu finden. Dieser Umstand ist dem Verhalten der Mieter geschuldet. Ich würde daher gerne den mir dadurch entstandenen Schaden gegen die Mieter geltend machen. Es kann m.E. nicht sein, dass man in der Mitte des Monats einfach abhaut und dann nur 18/30 zahlt. Aber auch in den 2 Folgemonate ist mir ja ein Mietausfallschaden entstanden, den ich nicht zu vertreten habe.

    Haltet ihr es für möglich, erfolgreich den mir entstandenen Schaden geltend zu machen?

    Danke für Eure Einschätzung!
     
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  3. #2 Papabär, 11.07.2014
    Papabär

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    Möglich ... hm, naja, lt. §546a (2) BGB ist die Geltendmachung eines weiteren Schadens nicht ausgeschlossen ... allerdings müsste der Schaden wohl nachgewiesen werden.

    Hattest Du denn zum Ablauf der regulären Kündigungsfrist (Ende Februar) schon einen Anschlussmietvertrag?

    Anderenfalls dürfte der Leerstandszeitraum wohl unter die Rubrik "Geschäftsrisiko" fallen.


    Prüfungswürdig, wäre vlt. noch, ob sich der Mietvertrag durch die Fortsetzung des Gebrauchs nicht auf unbestimmte Zeit verlängert hat (siehe §545 BGB). Allerdings wird es hier wohl auf den genauen Wortlaut des anwaltlichen Schreibens von Anfang Januar sowie jener Erklärung vom 20.03. ankommen ... und das sollte sich dann auch ein Fachanwalt für Mietrecht anschauen (Mir persönlich wäre das zu wackelig).
     
  4. Andres

    Andres
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    Du bist einfach zu spät dran. Bereits im Januar hättest du eine Vereinbarung mit den Mietern anstreben sollen - und alternativ entweder die bereits angesprochene stillschweigende Verlängerung anpeilen oder schon einmal die Räumung in Aussicht stellen sollen. Aktuell bleibt eigentlich nur, die Voraussetzungen des § 545 BGB zu prüfen. Hier übrigens eine minimale Korrektur zum Beitrag von Papabär: Das Schreiben vom 20.3. ist in dieser Hinsicht irrelevant - die Frist für den Widerspruch war da bereits für beide Seiten abgelaufen.

    Das kann insgesamt schmerzhaft ausgehen: Was machst du, wenn sich das Mietverhältnis tatsächlich unbegrenzt verlängert hat und die Mieter jetzt wieder in die Wohnung wollen? Plötzlich bist du vertragsbrüchig.

    Falls du keine Anschlussvermietung hattest, sehe ich es wie Papabär als großes Problem, deinen Schaden (d.h. überhaupt irgendeinen Schaden) nachzuweisen. Denn mit zwei Monaten Leerstand wird man immer mal rechnen müssen.
     
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