Kündigung im Anbau nach § 573a BGB möglich?

Dieses Thema im Forum "Kündigung" wurde erstellt von AntonK, 14.05.2012.

  1. AntonK

    AntonK Neuer Benutzer

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    Meine Vermieter wohnen in einem Einfamilienhaus. Ich wohne alleine in einem Anbau von 80 qm, teilmöbliert, mit seperatem Eingang, nicht unter einem Dach, aber Heizung, Wasser und Strom laufen über das Haupthaus. Der Strom wird über einen zwischengebauten Zähler abgerechnet. Weiterhin habe ich Zugang zur Waschküche des Haupthauses, dort steht meine Waschmaschine.

    Meine Vermieter sind mit Kleinigkeiten bezüglich meiner Nutzung der Mietsache nicht einverstanden. Ich führe sie nicht im Detail auf, da das Internet öffentlich ist, es sind Kleinigkeiten. Ich bin nicht laut, habe keinen gesteigerten Engergieverbrauch, mache nichts kaputt und bin freundlich. Die Vermieter sind ältere Menschen, Erstvermieter. Wir verstehen uns weiterhin gut, doch sie fühlen sich nun unwohl.

    Sie sind auch freundlich, haben aber davon gesprochen: "Dann müßen Sie sich eben eine andere Wohnung suchen." Ich will erst in ca 2 Jahren ausziehen.

    Wenn es sich bei meiner Wohnung um ein Standardmietverhältnis handelt, habe ich keinen Grund zur Sorge. Meine Frage nun: Handelt es sich bei der Wohnung, die ich gemietet habe, um eine Wohnung im Zweifamilienhaus? Haben meine Vermieter Kündigungsrecht nach §573a?
     
  2. AdMan

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  3. kathi

    kathi Gesperrt

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    Es dürfte sich um eine Einliegerwohnung handeln. Die Kündigung nach 573a wäre also möglich.
     
  4. #3 lostcontrol, 15.05.2012
    lostcontrol

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    seh ich wie kathi.
    beim meinem einfamilienhaus mit einliegerwohnung (offiziell 2-parteien-haus genannt) befindet sich ein grossteil der einliegerwohnung auch in einem anbau. dass der von 1954 stammt, dürfte nicht weiter interessieren.
    "anbau" sagt ja: "ans bestehende haus ANgebaut". somit teil des hauses.
    sprich: besagtes sonderkündigungsrecht möglich.
    m.e.
     
  5. Juy

    Juy Gast

    Auszug aus § 573a BGB:

    (1) Ein Mietverhältnis über eine Wohnung in einem vom Vermieter selbst bewohnten Gebäude mit nicht mehr als zwei Wohnungen kann der Vermieter auch kündigen, ohne dass es eines berechtigten Interesses im Sinne des § 573 bedarf. Die Kündigungsfrist verlängert sich in diesem Fall um drei Monate.

    Da es sich im geschilderten Fall um zwei getrennte Gebäude handelt, sehe ich keine Möglichkeit für eine erleichterte Kündigung.
     
  6. Syker

    Syker Erfahrener Benutzer

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    Hallo zusammen,

    :confused:
    und zu welchem Gebaüde gehört jetzt der Anbau wo AntonK wohnt???

    VG Syker
     
  7. Juy

    Juy Gast

    Es handelt sich m.E. um ein separates Gebäude wie ein Einfamilienhaus.
     
  8. #7 lostcontrol, 19.05.2012
    lostcontrol

    lostcontrol Erfahrener Benutzer

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    das würde man dann aber wohl kaum als "anbau" bezeichnen, oder?
     
  9. Juy

    Juy Gast

    Wie "man" dieses Bauwerk bezeichnet ist rechtlich sicherlich nicht relevant.

    Entscheidend dürfte sein, dass es sich nicht um ein Mietverhältnis über eine Wohnung in einem vom Vermieter selbst bewohnten Gebäude handelt.

    Um es zu wiederholen. Ich stelle auf ein zusätzliches Gebäude ab in dem der Vermieter nicht wohnt.
    Daher kann m.E. der § 573a nicht greifen.

    Im Übrigen steht es jedem Fragesteller frei, sich auch mal im Internet zu bewegen. :wink5:
     
  10. #9 lostcontrol, 19.05.2012
    Zuletzt bearbeitet: 19.05.2012
    lostcontrol

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    doch, das ist sogar entscheidend.
    als "anbau" bezeichnet man eine erweiterung der bestehenden bausubstanz. deshalb auch "ANbau" genannt. also kein eigenständiges bauwerk.
    Anbau (Gebäude)

    bei mir wurde auch angebaut, deshalb hat das wohnzimmer jetzt 40qm anstatt wie vorher 20qm und es gibt eine einliegerwohnung im stock darunter wo vorher nur ein einzelnes zimmer war.

    und wie kommst du darauf? der TE spricht von einem "anbau". das ist - per definitionem - kein eigenständiges gebäude.

    das kannst du gerne tun, das hat dann aber mit der fragestellung hier nichts zu tun und ist daher o.t.
    wie wär's wenn du dafür einen eigenen thread aufmachst?

    sowie auch dir... und wenn's nur wikipedia ist, um bildungslücken wenigstens einigermassen zu füllen.
     
  11. #10 lostcontrol, 19.05.2012
    lostcontrol

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    sorry, doppelposting, bitte löschen (finde immernoch den löschen-button nicht)
     
  12. Juy

    Juy Gast

    Ich weiß jetzt nicht, warum Sie sich von der Höflichkeit entfernen?

    Ich stelle nur fest, dass Sie versuchen jeden Satz den ich geschrieben habe zu zerpflücken. Ich empfinde das als recht ungehörig, weil Sie offensichtlich nicht in der Lage sind, mit sachlich fundierten Gegenargumenten zu arbeiten. Außerdem haben Sie, auch offensichtlich, meine Beiträge nur überflogen.

    Als Argument z.B. interessiert doch bei dieser rechtlichen Frage überhaupt nicht, ob bei Ihnen angebaut wurde und wie Sie das nun nennen.

    Der hier geschilderte und bezeichnete "Anbau" ist m.E.n. ein, vom eigentlichen Einfamilienhaus räumlich getrenntes, Nebengebäude.

    Wenn ich Sie richtig verstanden habe, dann würden Sie auch bei einer Doppelhaushälfte, in der der Vermieter in der einen Hälfte und Mieter in der anderen Hälfte wohnt, auf eine Kündigungsmöglichkeit nach § 573a BGB tippen?
     
  13. #12 Kitzblitz, 20.05.2012
    Kitzblitz

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    Was unterscheidet denn nun ein Doppelhaus von der durch den TE beschriebenen Ausgangssituation?
    AntonK hatte eingangs geschrieben: "... aber Heizung, Wasser und Strom laufen über das Haupthaus. ...".

    Damit bilden m.E. das Haupthaus und das Nebengebäude eine Einheit. Der Anbau ist ohne das Haupthaus nicht mit den in Deutschland üblichen Anforderungen an Wohnraum bewohnbar.

    Wo ist denn definiert, wie die Wohnräume von Vermieter und Mieter in einem Gebäude mit zwei Wohneinheiten zueinander angeordnet sein sollen ? - M.E. ist alles möglich:

    a) Mieterwohnung über Vermieterwohnung
    b) Mieterwohnung unter Vermieterwohnung
    c) Mieterwohnung neben Vermieterwohnung

    Weiterhin ist die Art der Wohnungszugänge (gemeinsame Hauszugangstür / separate Hauszugangstüren) auch nicht ausschlaggebend.

    Beide Wohneinheiten befinden sich auf dem selben Grundstück, was auch noch in die Betrachtungsweise mit einbezogen werden könnte.

    Gruß aus'm Ländle
    Ulrich

    ... mach' dir keinen Kopf um Loschdi - sie schreibt viel, wenn der Tag lang ist. Ich empfinde es genauso wie du. Die Beitragszerpflückung durch Zitieren fast jedens Satzes nervt einfach nur ... dazu noch die Kleinschreiberei ... doch zwingt uns niemand, das auch alles zu lesen.
     
  14. #13 lostcontrol, 21.05.2012
    lostcontrol

    lostcontrol Erfahrener Benutzer

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    ein "anbau" ist aber nun mal kein freistehendes gebäude.
    und der TE schreibt ja ausdrücklich "anbau".

    richtig, da die definition von "doppelhaus" so ist, dass es sich rechtlich um 2 einfamilienhäuser handelt.
    Definition: Doppelhaus
     
  15. Juy

    Juy Gast

    Der BGH hat bestimmt:
    Der Begriff des Gebäudes im Sinne des § 573a BGB bestimmt sich nach der Verkehrsauffassung, nicht nach der Ausweisung im Grundbuch als einheitliches Gebäude.

    Danach werden Reihenhäuser oder Doppelhaushälften als (selbständige) Gebäude angesehen.

    Und was den "Anbau" betrifft ist entscheidend, dass es sich um separates Gebäude mit einer abgeschlossenen Wohnung handelt und ein eigener Eingang vorhanden ist, auch wenn im Grundbuch was von Einliegerwohnung o.ä. stehen würde (was ich mir aber nicht vorstellen kann).
     
  16. AntonK

    AntonK Neuer Benutzer

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    Die gemeinsame Wand ist ca 5 Meter lang.

    Danke für Eure Antworten. Ich sehe, daß es kompliziert ist. Das ist ganz gut.

    Die Lage hat sich wieder entspannt.
     
  17. Syker

    Syker Erfahrener Benutzer

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    hallo zusammen,

    Ich frage mich grade woher Juy dieses Wissen hat.
    Hat Gastuser Juy etwa die foreneigene Glaskugel stibitzt??

    VG Syker
     
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