Kündigung Lagergebäude

Diskutiere Kündigung Lagergebäude im Mietvertrag über Gewerberäume Forum im Bereich Mieter- und Vermieterforum; Hallo liebe Mitvermieter, nun hat es mich auch mal erwischt und ich stehe vor Problemen. Wir haben einen Mieter für ein Lagergebäude gekündigt...
Goldhamster

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Hallo liebe Mitvermieter,

nun hat es mich auch mal erwischt und ich stehe vor Problemen.

Wir haben einen Mieter für ein Lagergebäude gekündigt. Ordendliche Kündigung mit Frist von 3Monaten. Alles im Mietvertrag auch so geregelt. Soweit so gut.

Der Grund ist die Vermüllung und das übermäßige Vollstellen des Objektes mit Gegenständen "geringen Wertes" (um das mal ein wenig wertneutral und freundlich auszudrücken).

Nun zum Ablauf der Übergabe:
Wir befürchten, dass der Mieter nicht in der Lage sein wird, seine vielen Gegenstände "geringen Wertes" zum Räumungstermin anders unter zu bringen. Die Befürchtung ist, dass er einfach weder physisch noch ggf. sogar psychisch dazu in der Lage ist. Es handelt sich vielfach um Haushaltsgroßgeräte, ausgeschlachtete Autowracks, Fahrräder, Holz etc.

Wir werden wohl klagen müssen, sofern alle Gespräche scheitern.
Gibt es die Möglichkeit einer Räumung nach dem Berliner Modell für solche Lagerräume?

Gruß Goldi
 
immobiliensammler

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Wir werden wohl klagen müssen, sofern alle Gespräche scheitern.
Gibt es die Möglichkeit einer Räumung nach dem Berliner Modell für solche Lagerräume?

Warum nicht, da geht es ja um Regelungen zur Zwangsvollstreckung und da gibt es m.E. keinen Unterschied zwischen Wohnraum- und Gewerbemietrecht.

Wer ist denn der Mieter (solvenzmäßig), eine einigermaßen solvente Privatperson oder eine GmbH oder UG mit Mindeststammkapital? Wenn letzteres hat der Mieter ein Interesse, dass die Gesellschaft nicht in die Insolvenz geht?
 
Goldhamster

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Hallo, danke für die Antwort.

Es handelt sich bei dem Mieterum eine Privatperson. Vermögen wird so direkt nicht vermutet. Durch Erbe aber in Zukunft nicht ausgeschlossen.

Das Sammelverhalten von geringwertigen Gegenständen hat ein wenig etwas von diesem Fußballspieler. Wie heißt der noch? :D


Goldi
 
immobiliensammler

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Es handelt sich bei dem Mieterum eine Privatperson. Vermögen wird so direkt nicht vermutet. Durch Erbe aber in Zukunft nicht ausgeschlossen.

Dann würde ich wohl auch versuchen, den für mich kostengünstigsten Weg zu gehen. Halt viel dokumentieren, nicht das später behauptet wird, es wären wahre Schätze vernichtet worden (siehe das von mir schon öfter zitierte "Kunstpferd" bei der Räumung einer Garage in Nürnberg).

Das Sammelverhalten von geringwertigen Gegenständen hat ein wenig etwas von diesem Fußballspieler. Wie heißt der noch? :D

Lionel!
 
Andres

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Warum nicht, da geht es ja um Regelungen zur Zwangsvollstreckung und da gibt es m.E. keinen Unterschied zwischen Wohnraum- und Gewerbemietrecht.
Völlig richtig, der § 885a ZPO macht da überhaupt keinen Unterschied. Es bleiben halt die gleichen Probleme wie immer: Ob Sachen nicht verwertet werden können, weiß man belastbar frühestens dann, wenn man es tatsächlich versucht, und ein freihändiger Verkauf ist keine solche Verwertung. Im Kern geht es damit um die Frage, ob man bei einer "illegalen" Entsorgung des verbleibenden Inventars mit Schadenersatzforderungen rechnen muss, die die Kosten einer gewöhnlichen Räumung übersteigen.

Dann bleibt noch eine ganz andere Möglichkeit: Der Mieter gibt die Räume zurück (oder bietet das wenigstens an) aber sein Gerümpel steht immer noch dort. Den Gerichtsvollzieher kannst du jetzt nicht mehr bemühen ...

Es handelt sich vielfach um Haushaltsgroßgeräte, ausgeschlachtete Autowracks, Fahrräder, Holz etc.
Aus eigener Erfahrung wäre das für mich eine ganz wichtige Überlegung: Welches Zeug übernehme ich da und wie werde ich das wieder los? Zu den weniger schönen Dingen, deren Eigentümer ich geworden bin, hat eine Reihe von "Resten" aus dem Bereich Maler/Lackierer gehört. Die standen in einer Garage, die ich vor dem Kauf nicht von innen besichtigt hatte, wohl irgendwann von einem nicht mehr ermittelbaren Mieter zurückgelassen, in der Gegend von 100 angebrochenen Gebinden. Ich kann guten Gewissens sagen, dass das ziemlich sicher keine gewerblichen Abfälle waren (entsprechende Mieter gab es nie im Haus), vielleicht die privaten Hinterlassenschaften eines früheren Eigentümers, aber wenn mir das nicht geglaubt worden wäre, hätte ich für die Entsorgung einen kleinen fünfstelligen Betrag aufwenden dürfen.

Jetzt kann dir das natürlich auch bei einer gewöhnlichen Räumung passieren, denn du zahlst ja nur einen Vorschuss, keine Pauschale, aber wenigstens trägst du dann nicht die Verantwortung, was mit solchem Zeug passiert. Soweit die Horrorgeschichte des Tages, jetzt zu deinem Fall:

Bei Waschmaschinen sehe ich wenigstens eine gute Chance, die kostenneutral loszuwerden, bei Kühlschränken schon schwieriger. Zwar kann man als Privater die bei den örtlichen Sammelstellen kostenlos abgeben, aber wenn du mit 20 Kühlschänken kommst, hast du genau das Problem, das ich mit meinem Sondermüll befürchtet habe: Das glaubt dir niemand mehr. Klar, jetzt kannst du jeden Tag mit einem anderen Hut auf dem Kopf den nächsten Kühlschrank anliefern, aber wie lange dauert die Geschichte dann?

Für ein selbst angeliefertes Fahrzeug bekommst du beim Schrotti häufig sogar noch etwas, aber nicht, wenn es schon ausgeschlachtet ist. Bei unsachgemäß entsorgten Altfahrzeugen hätte ich außerdem immer die Sorge, dass die nicht anständig trockengelegt wurden. Fahrräder gehen kostenlos, bei entsprechendem Zustand vielleicht sogar noch für ein paar Euronen verkäuflich, bei Holz darfst du mit Sperrmüll rechnen, unbehandelt geht es vielleicht sogar kostenlos, bessere Stücke (vor allem Hartholz) kann man vielleicht auch privat verticken.

Hast du die Zeit und die Möglichkeiten, dich selbst um diese Dinge zu kümmern? Sobald das ein Entrümpler macht, wird es unschön. Erstens ist die Entsorgung dann immer zum Tarif für gewerbliche Anlieferer, zweitens schlagen die Lohnkosten schon ziemlich zu, auch wenn dabei nur Ungelernte eingesetzt werden.
 
Goldhamster

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Hallo liebe Antwortgeber,

vielen Dank für die Informationen. Mal sehen, wie es weiter läuft.
Ich schätze jetzt mal so auf 5-10t Metall und 2qm Holz für den Schrott. Dazu ungezählte weitere Gegenstände. Alles erst einmal Handtransport. So ist es ja auch reingekommen ins Lager.

Es wird auf Gespräche ankommen, auf Bluffen und Drohen, auf Baupinseln und Nettsein.

Immer nett ist
DER HAMSTER
 
Goldhamster

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Hallo liebe Mitleser, liebe Stammuser, liebe Mieter, Vermieter, liebe Geldanleger und sog. "Investoren",

es hat sich bei der Sache was getan. Sogar richtig schnell. Das vollstreckbare Urteil ist da.
Die Berliner Räumung beantragt.
Besonderheit hier: Der Mieter zahlt weiterhin Miete. Allerdings nur den seit Jahren von ihm reduzierten Betrag.

Jetzt mal abgesehen vom starr rechtlichen Situationen:
Der Mieter hat wohl viellerlei Probleme, auch und besonders psychisch. Der Mieter blockt auch den Kontakt per Handy. Das kann Absicht sein, muß es aber bei solch komischen Typen nicht unbedingt. Es gibt Leute, die mögen das kleine Telefon nicht...

Ich habe keine Lust dazu, das Lager selber im Handtransport leerzuräumen. Folgende Optionen kann man andenken:

-Dem Mieter auflauern und ihm einen Aufhebungsvertrag unter die Nase halten. Da müsste dann auch eine genaue Aufteilung der bisher entstandenen Kosten (Gericht, Anwalt etc.) enthalten sein. Aber wenn er dann nicht zahlt... dann gibt es eine erneute Klage.
-Ihm direkt ansprechen und sagen, dass ihm beim Termin mit dem Gerichtsvollzieher NICHT der Kopf abgerissen wird.
-Nach der Besitzübernahme und der Frist für den Mieter seine Habseligkeiten abzuholen einfach alles ohne Rücksicht entsorgen.
-Das Ganze lieber starr nach Rechtslage durchziehen um im Nachgang auch wirklich alle Kosten erstattet zu bekommen.

Fragen:
-Wie würdet ihr - abweichend von der Rechtslage - bei so einem Fall vorgehen? (altes Gebäude, geringe Miete und Mieterwartung)
-Kann der Gerichtsvollzieher bei einer Berliner Räumung die Hinterlassenschaften als geringwertigen Müll einstufen und somit zur Entsorgung freigeben?


Goldi
 
Andres

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-Das Ganze lieber starr nach Rechtslage durchziehen um im Nachgang auch wirklich alle Kosten erstattet zu bekommen.
Ist das denn eine Option, d.h. ist der Mieter ausreichend zahlungsfähig? Es gibt dann nämlich überhaupt keinen Grund, irgendwie anders vorzugehen. Oben hat sich das aber eher nicht so angehört, eine mögliche Erbschaft ist ja schön und gut, aber ob die jemals kommt und man das so rechtzeitig mitbekommt, dass Vollstreckungsversuche noch erfolgreich verlaufen?

-Wie würdet ihr - abweichend von der Rechtslage - bei so einem Fall vorgehen? (altes Gebäude, geringe Miete und Mieterwartung)
Die Annahme ist also, dass ich mehr oder weniger überzeugt bin, die Kosten einer klassischen Räumung nicht wiederzusehen, und das Lager nicht selbst ausräumen will. Unter diesen Umständen würde ich ...
  • nach der Besitzeinweisung durch den GV zunächst weiter versuchen, auf den Ex-Mieter einzuwirken, Fristen zu setzen, Angebote zu machen und so weiter, zumindest solange ich noch irgendeine Chance sehe, dass das wenigstens einen Teilerfolg bringen könnte,
  • ein paar Monate (2-6) abwarten, weil nach meiner Erfahrung die Wahrscheinlichkeit, dass jemand noch etwas haben will, mit der Zeit abnimmt, und das außerdem bei eher niedriger Mieterwartung nicht so wahnsinnig weh tut
  • und danach ein paar Entrümpler anfragen, zu welchen Konditionen die mir das Lager ausräumen würden. Die Kosten kann man in den Titel nachträglich aufnehmen lassen oder wahlweise auch ausbuchen.
Die Risiken sind bekannt. Wer davor Angst hat, zahlt halt lieber für die Räumung.

-Kann der Gerichtsvollzieher bei einer Berliner Räumung die Hinterlassenschaften als geringwertigen Müll einstufen und somit zur Entsorgung freigeben?
Der GV hat keine Befugnis, über diese Einstufung zu entscheiden. Kommt es zum Streit darüber, ob an der Aufbewahrung bestimmter Hinterlassenschaften tatsächlich "offensichtlich kein Interesse besteht" (das ist die sehr diplomatische Umschreibung der ZPO für "Müll"), hat das am Ende ein Richter zu entscheiden. Manche GV tun trotzdem ihre Meinung im Protokoll kund, manchmal ein wenig nebulös formuliert. Das ist aber letztendlich eine bloße Gefälligkeit, wenn auch eine sehr nützliche. Da der Vermieter in dieser Frage nur Vorsatz und grobe Fahrlässigkeit zu vertreten hat, wäre ein entsprechender Vermerk des GV schon ein gutes Argument, dass die eigene Fehleinschätzung schlimmstenfalls einfach fahrlässig war - wenn's der Profi ja schon nicht erkannt hat ...

Man kann den GV auch gezielt fragen, wie er den Inhalt des Lagers einschätzt. Die Antwort wird diplomatisch ausfallen, aber es ist eben ein möglicher weiterer Schritt weg von der einfachen Fahrlässigkeit.
 
Goldhamster

Goldhamster

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Man kann den GV auch gezielt fragen, wie er den Inhalt des Lagers einschätzt. Die Antwort wird diplomatisch ausfallen, aber es ist...

Hallo Andres, vielen Dank für die Mühe.
Auf die diplomatische Antwort des Gerichtsvollziehers freue mich mich schon. (Wir sind hier nicht im OSSITEN)

immer diplomatisch bleibt
DER HAMSTER
 

Ferdl

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Ich würde vermutlich versuchen mir vom Mieter einen Wisch unterschreiben zu lassen dass er seinen Besitz aufgibt, bzw. ich dem Mieter bescheinigen die Mietsache ordnungsgemäß zurück erhalten zu haben. Und dann Räumen. Anstatt einen "Entrümpler" zu beauftragen würde ich einen Schrotti fragen, gerne einen mit fremdländischen Namen, durchaus mit der Ansage die Rosinen gibbed erst wenn der Mist weg ist. (Hoffentlich gibt es da noch Rosinen und nicht nur Rost)
 

ehrenwertes Haus

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Die Annahme ist also, dass ich mehr oder weniger überzeugt bin, die Kosten einer klassischen Räumung nicht wiederzusehen, und das Lager nicht selbst ausräumen will. Unter diesen Umständen würde ich ...
  • nach der Besitzeinweisung durch den GV zunächst weiter versuchen, auf den Ex-Mieter einzuwirken, Fristen zu setzen, Angebote zu machen und so weiter, zumindest solange ich noch irgendeine Chance sehe, dass das wenigstens einen Teilerfolg bringen könnte,
  • ein paar Monate (2-6) abwarten, weil nach meiner Erfahrung die Wahrscheinlichkeit, dass jemand noch etwas haben will, mit der Zeit abnimmt, und das außerdem bei eher niedriger Mieterwartung nicht so wahnsinnig weh tut
  • und danach ein paar Entrümpler anfragen, zu welchen Konditionen die mir das Lager ausräumen würden. Die Kosten kann man in den Titel nachträglich aufnehmen lassen oder wahlweise auch ausbuchen.

Entrümpelungen bieten teilweise auch Haftanstalten an und Studentwerk mit Jobvermittlung auf Stundenbasis.
Muss halt die räumliche Nähe passen.
 

ehrenwertes Haus

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Chain Gangs?
Ehrlich: Das hat nichts mit Resozialisierung zu tun, sondern eher mit feuchten Träumen von Gefängnisdirektoren!
Für mich ist wichtiger günstig mit möglichst wenig Aufwand für mich Buden zu entrümpeln, wenn vom Mieter nichts zu holen ist.

Ob Knasti, Polentruppe oder Jungs aus dem Kohlenhaufen, ist für mich nach rangig.
 
Duncan

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Ehrlich: Das hat nichts mit Resozialisierung zu tun, sondern eher mit feuchten Träumen von Gefängnisdirektoren!
Ein Großonkel war Kriminalpolizeibeamter und ein Cousin von mir saß lange Jahre wegen Republikflucht, beide waren sich einig im Knast ist noch keiner besser geworden.
Ich habe durchaus schon 50 Jahre Knast auf einem Dach versammelt, wie auch Kollegen und Mitarbeiter, die gesessen haben gehabt. Auch einen Zimmermann, mit Fäusten wie Vorschlaghämmern, der im Suff mal einen tot gehauen hat und von Stund an nie wieder Alk angerührt hat. Dass einer mal gesessen hat, sagt wenig bis gar nichts über den Menschen, der vor dir steht. Einige werden's nie lernen, in anderen findest du die loyalsten und zuverlässigsten Leute, die dir begegnen können.

Also da bin ich durchaus offen für Chancen und "wir probieren es mal", wo ich bisher weniger gute Erfahrungen gemacht habe, waren Drogenabhängige, vom Alk über Gras bis zum richtig harten Zeug à la Kokain, Meth usw.
 
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Das hat nichts mit Resozialisierung zu tun, sondern eher mit feuchten Träumen von Gefängnisdirektoren!
Ich als Laie habe bisher immer gedacht: Besser einer regelmäßigen Arbeit nachgehen, als nix zu tun. Besser, nicht alles da draußen zu verpassen - um so leichter hat man es "danach".

Ist dem nicht so?
 

Ferdl

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Ich glaub @RP63VWÜ verwechselt das etwas mit dem US-Amerikanischen System "Chain-Gangs"
Dort geht es um Zwangsarbeit, bei uns eher um Resozialisierung. Die Betroffenen kloppen sich fast darum Arbeiten zu dürfen. Ob das mit der Resozialisierung funzt sei mal dahingestellt, bei vielen nicht bei machen schon.
 

RP63VWÜ

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Nö, ich glaube nicht, etwas verwechselt zu haben.
(allerdings bedeutet Glauben ja selten Wissen)
Selbstverständlich halte ich sehr viel von Resozialisierung!
Jeder Inhaftierte sollte einer geregelten Tätigkeit durch Arbeit oder Weiterbildung während des Vollzugs nachgehen (wenn er es denn will).
Wogegen ich mich sträube, sind Tätigkeiten außerhalb der Haftanstalt.
Der Auftraggeber weiß im Vorfeld, dass der Häftling nur einen geringen Teil seiner ohnehin niedrigen Rechnung ausgezahlt bekommt.
Also gut, die feuchten Träume sind dann schon in zwei Köpfen vorhanden (in beiden geht es um Geld und nicht um Resozialisierung!).
Im "Geringverdiener-Haus" mit 19 Mietparteien gibt es mindestens 3 "Ex-Knackis", mit denen ich absolut keine Probleme habe.

Die Titulierung Chain Gang habe ich bewusst (provokant) gewählt.
 

ehrenwertes Haus

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Der Auftraggeber weiß im Vorfeld, dass der Häftling nur einen geringen Teil seiner ohnehin niedrigen Rechnung ausgezahlt bekommt.
Richtig. Also besser im Knast verotten lassen bis die Strafe abgesessen ist und auf das kleine Plus beim Taschengeld des Häftlings auch verzichten.

Beide Seiten profitieren, wenn Aufträge von Häftlingen übernommen werden können.
Ist doch bei Freigängern mit festem Arbeitsverhältniss nicht anders.

Ob ein Häftling seine Chancen nutzt für einen Wiedereinstieg in ein "normales" Leben oder nicht, liegt nicht am Auftraggeber.
Nur leichter ist das garantiert ohne Angebote nicht.
 
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