Kündigung und Räumung bei kostenfreier Nutzungsüberlassung

Diskutiere Kündigung und Räumung bei kostenfreier Nutzungsüberlassung im Kündigung Forum im Bereich Mietvertrag über Wohnraum; Hallo, wie würdet Ihr bei dem folgenden fiktive Fall vorgehen: Ein Hausbesitzer überlässt einer Bekannten ein möbliertes Zimmer kostenfrei zur...

  1. hersef

    hersef Neuer Benutzer

    Dabei seit:
    10.05.2017
    Beiträge:
    3
    Zustimmungen:
    0
    Hallo,

    wie würdet Ihr bei dem folgenden fiktive Fall vorgehen:
    Ein Hausbesitzer überlässt einer Bekannten ein möbliertes Zimmer kostenfrei zur Nutzung. Die Bekannte verschwindet vor einem Jahr und läßt ihr Hab und Gut (ca. 25 Umzugskisten) in dem Zimmer. Der Hausbesitzer möchte das Zimmer nun wieder selbst nutzen. Wie muss er kündigen bzw. was muss er bei der Räumung beachten?
    Vielen Dank im Voraus.
     
  2. Anzeige

  3. #2 Papabär, 10.05.2017
    Papabär

    Papabär Erfahrener Benutzer

    Dabei seit:
    16.12.2010
    Beiträge:
    7.364
    Zustimmungen:
    1.933
    Ort:
    Berlin
    Hallo hersef,

    bei DIESER Formulierung der Frage
    würde ich mich nicht wundern, wenn Du nach dem fiktiven Vorgehen gemäß der zu erwartenden (und durchaus ernst gemeinten) Ratschläge u.U. Probleme mit einem fiktiven Richter bekommst (-> Stichwort Schadenersatz ... also rein fiktiv natürlich).
     
  4. #3 BHShuber, 11.05.2017
    BHShuber

    BHShuber Erfahrener Benutzer

    Dabei seit:
    12.12.2013
    Beiträge:
    4.289
    Zustimmungen:
    1.885
    Ort:
    München
    Hallo,

    zunächst ist niemand so dämlich und lässt ein Jahr lang die Kisten in einem Zimmer stehen, welches er untervermietet hat und der Mieter offensichtlich aufgegeben hat, die Kisten kann man auch in den Keller stellen und das Zimmer wieder nutzen.

    Man kann alles verkomplizieren, da aber dem Anschein nach diese Person nie wieder auftauchen wird, zumindest ist davon auszugehen, kann man auch überkorrekt handeln.

    Gruß
    BHShuber
     
  5. #4 anitari, 11.05.2017
    anitari

    anitari Erfahrener Benutzer

    Dabei seit:
    30.01.2007
    Beiträge:
    2.403
    Zustimmungen:
    1.046
    Ort:
    Glienicke ohne Agentenbrücke
    Also geliehen, nicht gemietet. Mir ist nicht bekannt das Leihverträge gekündigt werden müssen.
     
  6. Andres

    Andres
    Super-Moderator

    Dabei seit:
    04.09.2013
    Beiträge:
    10.123
    Zustimmungen:
    4.387
    Sie müssen nicht, aber sie können. Das dürfte in diesem fiktiven Fall aber kaum zur Diskussion stehen. Eher geht es um die Rückgabe nach § 604 BGB. Da keine Dauer für die Leihe bestimmt war und man aus Wohnraum nie endgültig den Nutzen gezogen hat (man kann dort ja immer weiter wohnen), bestimmt sich das Prozedere nach Abs. 3: Die Sache kann jederzeit zurückgefordert werden.


    Gar nicht. Er müsste das Zimmer lediglich zurückfordern. Form oder Frist sind nicht zu beachten, aber in Schriftform ist der Zugang der Erklärung regelmäßig leichter zu beweisen.


    Das ist der unangenehme Teil der Geschichte: Genau genommen darf er sich das Zimmer nicht einfach so unter den Nagel reißen, selbst wenn er es zurückgefordert oder gar den Leihvertrag gekündigt hat. Sofern die Bekannte das Zimmer also nicht freiwillig zurückgibt, wäre hier das gleiche Vorgehen wie bei einem Mietverhältnis erforderlich: Räumungsklage, Gerichtsvollzieher.

    Besser klärt man mit der Bekannten ("verschwinden" im Sinn von "wohnt da nicht" oder doch eher "nicht aufzufinden"?), was mit dem Zeug passieren soll und dass sie die Schlüssel zurückgeben möchte.
     
  7. hersef

    hersef Neuer Benutzer

    Dabei seit:
    10.05.2017
    Beiträge:
    3
    Zustimmungen:
    0
    Die Bewohnerin ist unauffindbar. Wenn ich Ihre Sachen nach der Räumungsklage einlagern lassen muss: Wie lange muss ich für die Einlagerung bezahlen, bevor die Sachen entsorgt werden dürfen?
     
  8. #7 BHShuber, 12.05.2017
    BHShuber

    BHShuber Erfahrener Benutzer

    Dabei seit:
    12.12.2013
    Beiträge:
    4.289
    Zustimmungen:
    1.885
    Ort:
    München
    Hallo,

    zunächst, bevor man alles noch komplizierter macht als es tatsächlich ist, die Frage, wie sah oder sieht das Mietverhältnis denn überhaupt aus, war es nur ein vorübergehende Mitbewohnerin, hat man einen Untermietvertrag oder wurde nur mündlich was ausgemacht?

    Der Wohnungsgeber genießt hier ein erleichtertes Kündigungsrecht und schon aufgrund des langen Zeitraumes den die Dame mittlerweile hat verstreichen lassen ist davon auszugehen, dass die Wohnmöglichkeit aufgegeben wurde.

    Ohne langes Premborium würde ich einhergehen, die Kartons in den Keller stellen, das Zimmer nutzen und sollte die Dame jemals wieder auftauchen, und Ansprüche anmelden wollen, muss sie zuallererst mal Nutzungsentschädigung für die Lagerung der Sachen zahlen, ansonsten kann sie mit dem Ofenrohr ins Gebirge Blicken.

    Gruß
    BHShuber
     
  9. Bovary

    Bovary Erfahrener Benutzer

    Dabei seit:
    22.10.2016
    Beiträge:
    410
    Zustimmungen:
    252
    @BHShuber ...und was macht man, wenn man keine Kellerräume zur Einlagerung von 25 Umzugskartons zur Verfügung hat?
    Ab wann darf der TE davon ausgehen, dass das Besitztum an den Sachen aufgegeben wurde?
    Ich ahne es....fragen Sie den Anwalt Ihres Vertrauens ;)
     
  10. #9 BHShuber, 12.05.2017
    BHShuber

    BHShuber Erfahrener Benutzer

    Dabei seit:
    12.12.2013
    Beiträge:
    4.289
    Zustimmungen:
    1.885
    Ort:
    München
    Hallo,

    wollen wir jetzt hier zu Tode Fallbeispiele konstruieren, zunächst steht überhaupt nicht fest in welcher Form überhaupt ein Mietverhältnis bestand, vielleicht hat der Wohnungsgeber der Dame das Zimmer gegen sexuelle Dienstleistung überlassen, woher sollen wir das wissen.

    Vor allem, welcher Vermieter wäre denn so blöd und wartet ein Jahr auf seine Miete und wartet dass sein Mieter irgendwann am St. Nimmerleinstag wieder auftaucht, kann er nachweisen, dass er Bemühungen vorzuweisen hat, nach der Dame gesucht zu haben und Kontakt mit ihr herzustellen, diese aber auch keineswegs mehr auffindbar ist auch nicht durch die Melebehörden kann man durchaus davon ausgehen, dass der Besitz aufgegeben wurde.

    Wo kein Kläger da kein Richter und selbst dann hat man sich erst einmal zu erklären und Entschädigung zu bezahlen, so hat der Vermieter, Wohnungsgeber rein gar nichts zu befürchten.

    Gruß
    BHShuber
     
  11. hersef

    hersef Neuer Benutzer

    Dabei seit:
    10.05.2017
    Beiträge:
    3
    Zustimmungen:
    0
    Tut mir leid, dass ich nicht gleich alle Fakten auf den Tisch gelegt habe. Dies hole ich hiermit nach:
    Meine Bekannte, die sich in einer privaten Notsituation befand, ist 2012 in ein möbliertes Zimmer bei mir eingezogen. Es gab keinerlei Gegenlesitungen, weder Geld noch etwas anderes. Es gab keine schriftliche Vereinbarung. Ihre Sachen sonst irgendwo in meinem Haus zu lagern, geht leider nicht, da kein Platz dafür vorhanden Ist. Einlagern ist die einzige Option. Von daher wäre es interessant zu wissen, wie lange man für die Einlagerung maximal bezahlen muss.
    Übrigens: Menschen in Notsituationen bei sich aufzunehmen hat nichts mit Dummheit zu tun.
     
  12. dots

    dots Erfahrener Benutzer

    Dabei seit:
    08.07.2014
    Beiträge:
    5.198
    Zustimmungen:
    2.195
    Ort:
    Münsterland
    Na, wenn du das sagst ...
    Eigentlich hast du ja auch Recht. Dumm ist das nur, wenn man sich vorher keine Gedanken macht.
     
  13. Andres

    Andres
    Super-Moderator

    Dabei seit:
    04.09.2013
    Beiträge:
    10.123
    Zustimmungen:
    4.387
    Man könnte ja auch einfach die Frage von hersef beantworten,

    Bei einer klassischen Räumung: 2 Monate, danach ist die Verwertung möglich bzw. das Zeug wird entsorgt. Da der Tag des Gerichtsvollziehers auch nur 24 Stunden hat, kann man damit rechnen, dass man die Einlagerung wenigstens für 3-4 Monate zahlt. Dazu kommen die Kosten für den Transport und natürlich die Räumung selbst.


    Oder man nimmt eine kalte Räumung vor, schmeißt alles weg und hofft, dass die möglichen Negativfolgen nicht eintreten. Dazu kann man niemandem raten, auch wenn es im Einzelfall funktioniert haben mag.
     
  14. Duncan

    Duncan
    Super-Moderator

    Dabei seit:
    19.01.2014
    Beiträge:
    6.094
    Zustimmungen:
    3.063
    Ort:
    Mark Brandenburg
    wenn du dich aber mal durch die gesammelten Forenerfahrungen liest wird dir auffallen, dass es aber ein ziemlich sicherer Weg in dumme Situationen, wie die deinige, ist und regelmäßig ziemlich teuer bis wirtschaftlicher Wahnsinn. Wenn man die Entscheidung trotz und mit dem Wissen darum trifft ist das ok. Dies ist aber nur selten der Fall.
     
    dots gefällt das.
  15. #14 Papabär, 15.05.2017
    Papabär

    Papabär Erfahrener Benutzer

    Dabei seit:
    16.12.2010
    Beiträge:
    7.364
    Zustimmungen:
    1.933
    Ort:
    Berlin
    Naja, ich möchte mir in einer Notsituation auch nicht erst die auf geschätzten 200K Beiträgen verteilte Forenerfahrung zusammenlesen müssen. Ich halte es da eher mit Murphy´s Gesetz. Wenn etwas die Chance hat schief zu gehen ... dann geht es schief. Ein paar Gedanken darf man sich also vorher durchaus machen - aber sämtliche Unwägbarkeiten wird man selten ausschließen können.
    Die vollgestellte Bude wäre wahrscheinlich unter meinen ersten drei Einfällen gewesen.
     
Thema:

Kündigung und Räumung bei kostenfreier Nutzungsüberlassung

Die Seite wird geladen...

Kündigung und Räumung bei kostenfreier Nutzungsüberlassung - Ähnliche Themen

  1. Kündigung auf 2 Jahre

    Kündigung auf 2 Jahre: Hallo. In 2 Jahren soll Immobilie Mehrfamilienhaus Industriegebiet verkauft werden. Ein möglicher Kaufinteressent signalisiert u.U. Gebäude...
  2. Hausmeister kündigen

    Hausmeister kündigen: Die WEG hat dummerweise einen Hausmeister eingestellt für 600 Euro monatlich. Leistung: 1 x im Monat die Strasse kehren und Papier und Unrat...
  3. Kündigung eines gemeinsamen Mietvertrages ( zwei Mieter )

    Kündigung eines gemeinsamen Mietvertrages ( zwei Mieter ): Hallo, meinen Mietern möchte ich kündigen wegen regelmässig verspäteten Zahlungen der Miete , auch mehere Mieten sind bzw unbezahlt . Im Vertrag...
  4. Mieter Kündigen

    Mieter Kündigen: Hallo zusammen, meine Mutter würde gerne Ihr geerbtes aus, das aktuelle vermietet ist, verkaufen. Das ist aber nicht so einfach. Die Mieterin...
  5. Stellplatz kündigen, Mieter zahlt, aber nicht erreichbar

    Stellplatz kündigen, Mieter zahlt, aber nicht erreichbar: Hallo Zusammen, ich habe meinen Stellplatz in Hamburg an jemanden in der Nachbarschaft ohne schriftlichen Vertrag vermietet, da ich zu dem...
  1. Diese Seite verwendet Cookies um Inhalte zu personalisieren. Außerdem werden auch Cookies von Diensten Dritter gesetzt. Mit dem weiteren Aufenthalt akzeptierst du diesen Einsatz von Cookies.
    Information ausblenden