Kündigung wegen Beleidigung

Dieses Thema im Forum "Kündigung" wurde erstellt von Jagerbaurin, 15.05.2016.

  1. #1 Jagerbaurin, 15.05.2016
    Jagerbaurin

    Jagerbaurin Neuer Benutzer

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    Hallo zusammen,
    ich bin per zufall über dieses Forum gestoßen und hab mich nun hier belesen. Selten das es auch mal was für Vermieter gibt....sonst sinds ja immer nur die Mieter die über die ach so bösen Vermieter schimpfen.

    Wir stehen auch gerade vor einem "Mieterentfernungsproblem". Mieterin ist vor knapp 2 Jahren mit ihrem damals 11 Jährigen Sohn in unser Haus (Austragshäuschen auf unserem Hof - wohnt also direkt neben uns) eingezogen.

    Laut Selbstauskunft hatte sie bei Abschluß des Mietvertrages eine Arbeit, bei Einzug dann plötzlich nicht mehr. Miete kam allerdings das erste halbe Jahr Pünktlich. Danach dann 1 Monat gar nicht und den 2 Monat verzögert. Sie wurde angemahnt mit Fristsetzung ansonsten Kündigung. Beide Mieten kamen ruckizucki.

    Kaution wurde 19 Monate lang nicht bezahlt. Sie hat meinen Mann immer wieder eingelullt, das sie kein Geld hat etc. ich habe alles schriftlich festgehalten (auch immer an sie per Einschreiben geschickt) Kaution wurde dann vor 3 Wochen von einer Freundin von ih an uns bezahlt. Allerdings erst nach Fristloser Kündigung.

    Der Sohn der Mieterin hat ein Drogenproblem (ist mittlerweile auf Entzug) hat vorher aber noch eine Tür von uns Eingedroschen (wurde von einem Gutachter Entdeckt der wegen was anderem im Haus war) auch hat er mich und meinen Mann angepöbelt und angeschrienen. Seine Freunde waren auf unserem Grundstück und haben das Spielzeug unsere Kinder benützt.

    Die Mieterin selber ist Alkoholikerin (ob sie das bei Abschluß der MV bereits war kann ich nicht sagen -vielleicht gut verstellt?) was sie auch zugab. Im Vorfeld hat sie mich bereits schon mal asl frustrierte Hausfrau beschimpft etc. (da ging es auch schon um die nicht pünktliche Mietzahlung)

    Am 09.05 2016 haben meine Schwiegermutter und ich vor ihrem Haus (sie hat das Haus ein Stückchen Wiese und den Gehweg vor dem Haus gemietet) in Tontöpfen die den Gehweg einsäumen was eingepflanzt. Da kommt die Mieterin aus der Tür und beschimpft uns was das soll, was wir da Pflanzen das sei Ihres etc. Ich mags nicht wieder geben.... Wir waren so geschickt das ma uns erst mal verzogen haben. Ich hab dann nachgeschaut ob die Miete für Mai da ist - war sie natürlich nicht. Bin dann noch mal hin hab geklingelt um sie zu fragen bzw. zu sagen das die Miete nicht da is.Und dann ging es los (die Alkohol Fahne wehte mir entgegen) mit den Beschimpfungen, was mir einfallen würde sie nach der Miete zu fragen, ich soll von ihrem Grund gehen, ich soll nicht mehr klingeln, ich sei ein drogensüchtiger Junki.... die hat bebrüllt da kamm dann meine 6 Jährige Tochter angelaufen, und sie brüllte weiter vor ihr..... Als meine Tochter dann zum weinen anfing wars auch mit meiner Beherrschung vorbei, ich hab nur noch gebrüllt das sie keine Miete zahlt und Haus kaputt macht und bin abgerauscht.

    Dann war meine Mann dran, der bekam vom 09.05. - 10. 05. 42 whatsapp Nachrichten von ihr mit Wortlaut :"Halt deinen Junki von mir fern", "Du bist ein Lügner", "Klingelt und fragt wegen Miete? Wo ist ihr Anstand", "Ich bin nicht so wie deine Frau die auf einem Hof landet und sich ichtig tut", "Wundert mich nur wie du es mit dieser Frau aushältst", "Sie ist armes Ding das jetzt als Hofhund auf deinem Hof wache hält", und die letzte is der Hammer: "Nicht falsch verstehen, ich wollte schon immer so einen starken Mann wie dich haben"

    Das sind noch die harmlosen beschimpfungen die sie geschrieben hat, wir haben ihr vor der letzeten Whatsapp eine Fristlose Kündigung in den Briefkasten wegen schwerer Beleidigung. (die Fristlose hab ich auch noch per Einschreiben an sie geschickt) Danach war ruhe - keine Nachricht mehr nix.....Muß sie wohl gelesen haben ....Allerdings hat meine Mann sie auch per SMS vorgewarnt das wir ihr kündigen und das die Kündigung auch noch in schriftlicher Form folgt.

    Nun haben wir das Problem die gute ist nicht mehr da. Ich vermute sie ist auf Entziehung (hatte was davon gesagt) wie verhält sich das ganze denn nun? Sie hat die fristlose und ist nicht da? Was können wir noch tun um die los zu werden?

    Vielen Dank und schöne Pfingsten
     
  2. AdMan

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  3. Nanne

    Nanne Erfahrener Benutzer

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    Ich nehme mal an, aufgrund der Beleidigungen und Mietrückstand hast Du der Dame fristlos gekündigt und die Kündigung ist nachweisbar bei ihr angekommen, dann wäre die Kündigung rechtskräftig, sofern Du auch hierfür die Gründe benannt hast. Auch dafür mußt Du Beweis antreten, was offenkundig nicht schwer sein dürfte.
    Da sie sich aber jetzt aus dem Staub gemacht hat würde ich Dir eine Beratung vom Fachanwalt empfehlen.
    Ist nur meine Meinung.
     
  4. Berny

    Berny Erfahrener Benutzer

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    Schliesse mich an.... und zur Räumung auffordern... und dann e.F. Räumungsklage.
    Die Verfehlungen der Mieterin sollten tabellarisch nach Datum festgehalten werden, erleichtert die Sache: Wer hat was wann gemacht, wie wirkte es sich aus, wer war Zeuge.
    Noch was: Elektronische Kommunikation würde ich ab sofort unterlassen. Das Mittel der Wahl ist und bleibt das Einwurfeinschreiben oder Zustellung mit Zeugen, welcher den Inhalt auf Deiner Kopie bestätigt.
     
  5. Andres

    Andres
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    Hier wird zwar eher selten über die bösen Vermieter geschimpft, dafür umso öfter über die bl... sagen wir mal: weniger geschickten ebensolchen. Nimm mir die Wortwahl bitte nicht übel, aber die Mehrzahl deiner Probleme ist hausgemacht und einfache Lösungen fallen jetzt nicht vom Himmel. Einzelkritik:

    Man hätte das weiter verfolgen können - sonst kann man sich die Selbstauskunft auch sparen - aber da die Frist für eine Anfechtung wegen Täuschung inzwischen vorbei ist, lohnt es sich nicht, sich darüber weiter Gedanken zu machen. Nachdem ihr mitbekommen habt, dass da etwas faul ist, hättet ihr innerhalb eines Jahres reagieren müssen.


    Abhängig von der Höhe der Kaution wäre hier vermutlich nach 2-3 Monaten eine fristlose Kündigung möglich gewesen. Als Vermieter hast du bei Auseinandersetzungen mit dem Mieter wenige Trümpfe in der Hand - Zahlungsverzug ist einer der wenigen wirklich guten. Selbst wenn die Mieterin ihre "Freundin" dann früher aktiviert hätte und die Kündigung durch Zahlung geheilt worden wäre, ...
    ... wäre im achten Monat eine erneute fristlose Kündigung möglich gewesen - diesmal nicht heilbar. Grob geschätzt würdest du dann hier im Forum gerade Fragen zum bevorstehenden Zwangsräumungstermin stellen. Durch das endlose Zögern verschiebt sich das um ca. 1,5 Jahre nach hinten.


    Auch das ist eine wichtige Lektion: Eine Kaution brauche ich gerade von den Mietern, die "kein Geld" haben. Bei einem Mieter mit solidem Vermögen werde ich auch ohne Kaution immer etwas finden, um meine Forderungen auszugleichen - beginnend mit einer Gehaltspfändung.


    Ich habe Bedenken, ob diese Kündigung wirksam ist. Nicht dass es aktuell großartig relevant wäre (allerhöchstens weil dadurch der eine "Freischuss" zur Heilung verbraucht wäre), aber eine fristlose Kündigung mehr als ein Jahr nach Eintreten des Kündigungsgrundes wird von Gerichten immer wieder als rechtsmissbräuchlich eingeordnet.


    Es ist nicht verboten, Alkoholikerin zu sein. Man muss das auch nicht vor Abschluss eines Mietvertrags offenbaren oder wahrheitsgemäß Auskunft darüber geben, wenn man danach gefragt wird. Ja, ich will auch nicht an Leute vermieten, die ihr Leben nicht mehr im Griff haben, aber dieser Umstand bringt dich deinem Ziel nicht näher.


    Ich habe diese Aussage einmal exemplarisch herausgegriffen, stellvertretend für meine Bedenken zu vielen anderen Situationen, die du beschreibst: Ich kann mich an ein recht kurioses Urteil erinnern, in dem ein Gericht festgestellt hat, dass einen Polizisten mit "Herr Oberförster" anzusprechen, keine Beleidigung sei.

    Wo ist der Zusammenhang: Es kommt nicht nur darauf an, ob die Mieterin die Absicht hatte, zu dir etwas "Böses" zu sagen, sondern auch darauf, ob sie das objektiv wenigstens halbwegs getan hat. "Hausfrau" ist keine Beleidigung, "frustriet" eigentlich auch nicht, beides ist möglicherweise auch noch objektiv richtig. Trotz sehr aufgeheizter Stimmung könnte es also gut sein, dass der Mieterin letztendlich aus dieser Äußerung gar kein Vorwurf zu machen ist - d.h. der Vorfall bringt dich der Kündigung nicht näher.


    Was ist daran geschickt? Wenn die Dame eines unter Beweis gestellt hat, dann dürfte es doch sein, dass persönliche Gespräche bestenfalls nichts bringen oder gar in Beschimpfungen enden. Mit solchen Leuten suche ich doch nicht auch noch den persönlichen Kontakt.


    Dann hat die Sache noch eine ganz andere Dimension:
    Könnte sie mit dieser Aussage Recht haben? Was ist genau vermietet? Was steht dazu im Mietvertrag?


    Wenn du mit knapp einer Woche Abstand zu diesem Vorfall darüber nachdenkst: War das Ergebnis dieser "Unterhaltung" absehbar? Was sagt das über den Sinn dieser Vorgehensweise allgemein aus?

    Der Fehler ist passiert, daran ist nichts mehr zu ändern. Man sollte halt wenigstens ein bisschen daraus lernen.


    Auch dieses Ergebnis war absehbar, aber ohne Erfahrung nicht so offensichtlich wie oben. Dass Mieter sich tot stellen oder den Zugang von wichtigen Sendungen vereiteln, gehört zum Repertoire von gerade solchen Spezialisten, wie ihr sie euch eingefangen habt. Daher kündigt man solche Sendungen nicht auch noch an.

    Schon das Einschreiben war nicht besonders geschickt, da es bestenfalls den Zugang des Umschlags beweist. Über den Inhalt könnte die Mieterin alles mögliche behaupten.


    Weiteres Problem bei der Zustellung: War es ein Einwurf-Einschreiben? Andernfalls besteht das Risiko, dass die Mieterin ganz ohne böse Absicht das Einschreiben nie erhält - das ist dann euer Problem. Der persönliche Einwurf umgeht das zwar (wie sie ihren Briefkasten geleert bekommt, muss sie selbst regeln), aber als zukünftige Prozesspartei gebt ihr nicht gerade die besten Zeugen ab.

    Bleibt noch die Frage, ob die Kündigung wegen der diversen Ausbrüche zulässig ist. Dazu will ich mich nicht festlegen, mir ist das zu unsicher. Zahlungsverzug wäre der bessere Grund. Auch bei der Formulierung der Kündigung kann einiges schief gegangen sein.


    Der gleiche Rat wie immer: Lasst euch von einem Anwalt (bevorzugt einem Fachanwalt für Miet- und Wohnungseigentumsrecht) beraten, lasst die gesamte Vorgeschichte überprüfen. Der Anwalt soll euch dann mitteilen, welche Vorgehensweise er für sinnvoll hält. Das dürfte die erneute, diesmal beweiskräftige Zustellung der Kündigung umfassen, vielleicht auch in einer geänderten Formulierung. Sobald der Anwalt die Voraussetzungen geprüft hat, geht es dann weiter mit der Räumungsklage.
     
    MacSassi, sara, Berny und 2 anderen gefällt das.
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