Kündigung wegen Eigenbedarf

Diskutiere Kündigung wegen Eigenbedarf im VF - Ankündigungen! Forum im Bereich Mieter- und Vermieterforum; Hali_Hallo, ich brauche dringend einen Rat! Ich möchte so schnell wie möglich meine Mieter kündigen, da ich den Wohnraum für meine Demenz kranke...

  1. Ina

    Ina Neuer Benutzer

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    Hali_Hallo, ich brauche dringend einen Rat!
    Ich möchte so schnell wie möglich meine Mieter kündigen, da ich den Wohnraum für meine Demenz kranke Oma brauche.

    So die Mieter , ein Pärchen bekommen im Mai ihr 3 Kind also wieder Schwanger ...(3 mal, innerhalb von 3 Jahren)
    Habe nichts gegen Kids, ich liebe Kinder, ich helfe denen immer mit Kleider und Spielsachen, da die Eltern Geld nur für Zigaretten und Alkohol haben.

    Vor 3 Monaten hat der Mieter Kündigung geschickt, da er jetzt in andere Stadt umziehen möchte wegen neue Liebe.
    Ok alles in Ordnung.
    Vor 3 Wochen schickt er Anulierung dieser Kündigung mit der Erklärung das er ein Fehler gemacht hat und das seine “ alte“ Freundin ein Baby bekommt.

    In der zwischen Zeit hat seine “ alte“ Freundin mit meinem Mann ausgemacht das sie dann alleine mit den Kids wohnen bleibt, wurde neuer Mietvertrag ausgefüllt und zu Arge gebracht.
    (Da hatte meine Mutter die Oma noch gepflegt, bis bei ihr selbst eine schlimme Erkrankung zur Licht kam)
    So....jetzt seit 3 Wochen befinden sich in der Wohnung Mieter mit seiner alten Freundin die Kind von ihm erwartet, die neue Freundin, die von ihm jetzt auch schwanger ist !!! Die 2 Kleinen, der Bruder mit der Freundin und die Mutter von dem Mieter , die alle sind angeblich zu Besuch sind.
    Es wird im Haus jetzt so stark geraucht, so das durch die Wand , andere Haushälfte, wir auch im Flur Rauch und Gestank haben.

    Ich habe dem Mieter erklärt, das wir die Wohnung brauchen ,da wir kostet für Altersheim nicht aufbringen können, er hat mir die Tür einfach vor der Nase zugeknallt.

    Ich bin im Moment ratlos, wie ich in dem Fall gegen die vorgehen kann.

    Bin dankbar für jeden Ratschlag !
     
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  3. Pitty

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    Es ist die Frage ob Deine Oma so eine große Wohnung benötigt, wenn Sie Demenz hat. Zum anderen kann man sagen, dass man vor 3 Monaten schon hätte sagen können, dass man sich das Pflegeheim nicht leisten kann.

    Das ist ein Fall für den Anwalt. Wobei ich aufgrund des Neuen Mietvertrages wenig gute Chancen vor Gericht sehe. Wie die Konstellation in der Familie aussieht wird wohl kaum jemanden interessieren.

    Interessant wäre noch wo die Wohnung liegt- wie viele Wohneinheiten sind im Haus, gehört Euch das ganze Haus, wohnt ihr mit drinnen.
     
  4. Ina

    Ina Neuer Benutzer

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    Das Haus gehört uns, die Mieter bewohnen 65qm Anliegerwohnung.

    Vor 3 Monaten war die Oma auch schon Dement, hat aber mit meiner Mutter in der andere Stadt gewohnt, da die Mutter selbst jetzt auf die Hilfe angewiesen ist und absolute Ruhe braucht.
     
  5. Bndr

    Bndr Neuer Benutzer

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    Eine Anulierung einer Kündigung ist meines Wissens nach gar nicht möglich - oder ist das im Mietrecht anders? Gekündigt ist gekündigt, oder?
    Gut, hilft auch erstmal nicht wenn der Mieter nicht auszieht.
     
    dots gefällt das.
  6. #5 Nochso'nTrottel, 19.01.2018
    Nochso'nTrottel

    Nochso'nTrottel Benutzer

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    Tjo, Anwalt wird hier nichtsonderlich hilfreich sein. Kann zwar gut sein, dass der Mieter tatsaechlich ausziehen muss. Aber wenn der Mieter nicht mitspielt, wird das ueber einen Anwalt dauern. Wenn es bloed geht und der Mieter alle Register zieht, auch mal bis zu 2 Jahre.

    Wenn Du in so einer Situation dringend an die Wohnung musst, hilft Dir wohl nur, dem Mieter einen finanziellen Anreiz fuer einen Aufloesungsvertrag mit baldigem Auszug anzubieten. Zahlbar natuerlich erst nach Auszug und Uebergabe der Wohnung. Wieviel? Rechne Dir mal aus, was die Unterbringung Deiner Oma ueber die durchschnittliche Dauer einer Raeumung mit Widerstand von (in meiner Gegend) etwa ein Jahr + Anwalt + Gericht + Raeumung an Mehrkosten verursacht, dann weisst Du zumindest mal, wo Deine Obergrenze liegt.

    Alles andere obliegt dann Deinem Verhandlungsgeschick.

    cu
    NochSo'nTrottel
     
  7. Andres

    Andres
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    Licht am Ende des Tunnels. Man kann Kündigungen nicht zurücknehmen. Die Erklärung könnte von Anfang an fehlerhaft gewesen sein, dann wäre sie auch von Anfang an unwirksam gewesen, aber zumindest so, wie es hier geschildert wird, geht das nicht.


    Und schon hat sich das mit dem Licht erledigt. Die Arge gibt es übrigens schon länger nicht mehr.


    Wenn der Bruder der "Alten" jetzt noch ein Kind macht, kann man das als Reality-Show auf RTL2 laufen lassen. :120::33::120:


    Was hast du erwartet? Der hat aktuell andere Probleme.


    Nun, man hätte z.B. einfach keinen neuen Vertrag anbieten können. Vielleicht hätte sich die Räumung wegen diverser Härtefälle etwas in die Länge gezogen, aber früher oder später wäre man diese Leute losgeworden.

    Dann hätte man dem Mieter keinesfalls mitteilen sollen, dass man selbst finanziell nicht gut dasteht. Das geht den Mieter erstens nichts an, zweitens schwächt es die eigene Verhandlungsposition. Möchte der Vermieter seine Rechte wahrnehmen, kostet das zunächst Geld - der Vermieter muss bei Gericht und beim Gerichtsvollzieher zunächst alles vorstrecken. Bei mittellosen Mietern, wird man davon nichts mehr sehen. Da kann sich auch der letzte Suffkopf noch grob ausrechnen, dass der Vermieter vor solchen Verfahren zurückschrecken wird.

    Das sind Fehler, die nicht mehr zu beheben sind. Da hätte man mal lieber zuerst nachgefragt und dann Fakten geschaffen. Jetzt wird es schwierig: Natürlich kann man auf Eigenbedarf klagen. Wird die Wohnung für die Pflege von Angehörigen benötigt, ist das ein guter Grund für eine Eigenbedarfskündigung. Nur ist durch diesen neuen Vertrag völlig ohne Not das Thema "vorhersehbarer Eigenbedarf" aufgemacht worden. Die Mieter haben sowieso wenig zu verlieren, können selbst diverse Härtefälle geltend machen und wissen, dass sie nur so lange aushalten müssen, bis dem Vermieter das Geld ausgeht - das wird lustig. Ich würde mich auf eine Verfahrensdauer in der Gegend von 12-18 Monaten (Zugang Kündigung bis Räumung) einstellen.

    Parallel kann man den Mietern nun diverses Fehlverhalten vorwerfen, abmahnen und dann ggf. weitere Kündigungen aussprechen. In diese Kategorie fällt der "Familiennachzug" (mindestens der Bruder ist ein Dritter i.S.d. §§ 540, 553 BGB), vielleicht liegt inzwischen auch Überbelegung vor, das exzessive Rauchen könnte auch ein Kandidat sein. Alles schön und gut, nur in dem Moment, in dem man beginnt, diese Dinge zu beanstanden, sieht die Eigenbedarfskündigung wie ein billiger Trick aus, um die Mieter noch schneller loszuwerden.

    Der ganze Sachverhalt schreit geradezu danach, einem Anwalt übergeben zu werden. Hier sind so viele Teilprobleme mit ganz unterschiedlichen Anforderungen vorhanden, dass sich das ein Profi anschauen sollte. Wunder würde ich vom Anwalt trotzdem keinesfalls erwarten. Die einfachste Lösung habt ihr selbst verbaut.
     
  8. sara

    sara Erfahrener Benutzer

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    D.h. es ist ein Einfamilienhaus mit Einliegerwohnung?

    Ja, normalerweise hättet ihr in dem Fall ein Kündigungsrecht ohne Begründung.
    Nur durch den neuen Mietvertrag, erst vor 3 Monaten sieht das wohl nicht so rosig aus diesen direkt wieder zu kündigen???
    Auf jeden Fall einen "Fachanwalt" für Mietrecht hinzuziehen.
    Ansonsten hat Andres schon eure Situation weitreichend beantwortet.
     
Thema: Kündigung wegen Eigenbedarf
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