Kündigung wegen Eigenbedarf

Diskutiere Kündigung wegen Eigenbedarf im Kündigung Forum im Bereich Mietvertrag über Wohnraum; Hallo Zusammen, folgende Situation: Wir haben im September 2017 ein Zweifamilienhaus gekauft, welches an zwei Mietparteien vermietet war. Wir...

  1. #1 Stefanie K., 03.03.2018
    Stefanie K.

    Stefanie K. Neuer Benutzer

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    Hallo Zusammen,

    folgende Situation:

    Wir haben im September 2017 ein Zweifamilienhaus gekauft, welches an zwei Mietparteien vermietet war.
    Wir möchten gerne in die Erdgeschosswohnung einziehen, da wir Nachwuchs planen und bisher nur in einer 2-Zimmer-Wohnung wohnen.
    (EG 4-Zimmer...)

    Die Eigenbedarfskündigung haben wir den Mietern im EG bereits persönlich überreicht. Letzter Auszugstermin ist der 31.Oktober.

    Zum 28.02. sind die Mieter im 1. OG aus eigenem Wunsch heraus ausgezogen.

    Da wir ja momentan woanders Miete zahlen, wäre es eine Überlegung für uns, vorübergehend in die Wohnung im 1. OG zu ziehen. (Die soll in Zukunft auch nicht mehr vermietet werden)

    Meine Frage dazu ist:
    Können uns die Mieter im EG daraus einen Strick drehen? Bis Ende August könnten sie theoretisch gegen unsere Kündigung widersprechen.

    Sind wir durch unseren Einzug im 1. OG angreifbar, da wir dann evtl ja gleich oben bleiben könnten und sie ja dann im EG wohnen bleiben?

    Begehen wir hier also evtl einen taktischen Fehler?

    (Die Mieter lassen nicht viel raus und wir wissen von der vorherigen Eigentümerin, dass sie nicht ganz einfach sind - auch wir haben diese Erfahrungen bereits gemacht und sind deshalb besonders vorsichtig)

    Vielen Dank im Voraus für Tipps
     
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  3. #2 ehrenwertes Haus, 03.03.2018
    ehrenwertes Haus

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    Gerade wenn der Mieter schwierig ist und man vermutet, dass der Mieter die Eigenbedarfskündigung nicht akzeptiert, ist es umso wichtiger formal und inhaltlich eine perfekte Kündigung zu schreiben oder vom Fachanwalt schreiben zu lassen.

    Du hast richtig erkannt, das sich durch die frei gewordenen OG-Wohnung rechtlich einiges geändert hat.
    Dadurch habt ihr jetzt 2 Wege offen, wie ihr die Eigennutzung der EG-Wohnung erreichen könnt.

    1. Weg
    Wenn ihr die Eigenbedarfskündigung aufrecht erhalten wollt, müsst ihr jetzt frei gewordene Wohnung dem EG-Mieter als Ersatz anbieten.
    Anderenfalls könnten Schadenersatzansprüche wegen Nichtanbieten zu Gunsten des EG-Mieters entstehen.

    Wenn der EG-Mieter diese Wohnung ablehnt, könntet ihr dort (vorübergehend) einziehen und euch eure jetztige Miete sparen.
    Sollte der EG-Mieter das Angebot annehmen könnte ein Wohnungstausch auch vor Ablauf der Kündigungsfrist erfolgen, wenn der Mieter damit einverstanden ist.
    Ob eine Übergangsweise Nutzung der OG-Wohnung durch euch einen Einfluß auf die überreichte Eigenbedarfskündigung hat, hängt davon ab in wie weit diese beiden Wohnungen vergleichbar sind und ob der Eigenbedarf für euch dann noch weiter besteht oder obsolet wird.

    Es kann sein, dass durch die frei gewordene OG-Wohnung eure Eigenbedarfskündigung hinfällig geworden ist. Das sollte aber ein Fachanwalt prüfen und euch dazu seine Einschätzung geben.


    2. Weg (mein Favorit)
    Ihr zieht nicht nur vorübergehend in die OG-Wohnung ein.
    Das würde euch die Möglichkeit auf eine erleichterte Kündigung des EG-Mieters nach § 573 eröffnen.
    Natürlich hat auch dieser Weg einen kleinen Haken...
    Ihr müsstet nochmal kündigen unter Berufung auf das erleichterte Kündigungsrecht und die Kündigungsfrist würde sich um 3 Monate verlängern.
    Danach ist der Weg für euch frei das ganze Haus selbst zu nutzen oder wieder 1 Wohnung eurer Wahl zu vermieten.


    Ihr müsst euch aber für einen der beiden Wege entscheiden.
    Was ganz sicher nicht gerichtlich durchsetzbar wäre, wenn ihr den EG-Mieter zuerst in die OG ziehen lasst wegen Eigenbedarf und ihm dann kurzfristig noch eine Kündigung nach § 573 hinterher schickt.


    Daher lasst in eurem eigenen Interesse einen Fachanwalt das Ganze prüfen. Nur dort kann euch eine verbindliche Einschätzung der Rechtslage geben werden und wie ihr im konkreten Fall taktisch am besten Handeln solltet.
     
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  4. Pitty

    Pitty Erfahrener Benutzer

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    Ich würde eine Eigrnbedarfskündigung nicht ohne Anwalt machen. Formfehler können dich um den Einzug bringen. Und Gerichtsverfahren mit Niederschmettrrnden Urteil braucht niemand.
     
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  5. #4 anitari, 04.03.2018
    anitari

    anitari Erfahrener Benutzer

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    Klitzekleine Korrektur §573a

    Das macht Euch einfacher dem Mieter zu kündigen falls das mit der Eigenbedarfskündigung nicht klappt. Siehe Beitrag von
    ehrenwertes Haus
     
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  6. Berny

    Berny Erfahrener Benutzer

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    Es soll heutzutage sogar Vermieter geben, die es schaffen, zusammen mit dem/n betroffenen Mieter/n eine für alle Parteien akzeptable Lösung zu finden...
     
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