Kündigung wegen Eigenbedarf

Diskutiere Kündigung wegen Eigenbedarf im Kündigung Forum im Bereich Mietvertrag über Wohnraum; Hallo, ich bin neu hier und habe eine Frage. Ich habe eine Eigentumswohnung mit Mietern gekauft. Nun ist endlich die Grundbucheitragung erfolgt...

  1. Pille

    Pille Neuer Benutzer

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    Hallo,

    ich bin neu hier und habe eine Frage.
    Ich habe eine Eigentumswohnung mit Mietern gekauft. Nun ist endlich die Grundbucheitragung erfolgt und ich möchte gern wg. Eigenbedarf kündigen.
    Wohne selbst zur Miete. Weitere Gründe zum berechtigten Interesse wären: Umzug von Miete ins Eigenheim, weniger Kosten, sich verkleinern, ( in naher Zukunft wird eins der Kinder ausziehen, ) neue Wohnung ist näher zur Schule, Altersitz für mich. Sind diese Gründe ausreichend? In der Wohnung wohnt seit 3 Jahren eine junge Familie, kein Härtefall, keine schulpflichtigen Kinder.
    Danke für die Hilfe

    Pille
     
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  3. Duncan

    Duncan
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    Hallo,
    grundsätzlich sollten die Gründe ausreichend sein. Für eine verbindlichere Einschätzung bedarf einer zur Rechtsberatung befugten Person mit entsprechendem Detailwissen, u.a. Kenntnis des Mietvertrags(Kündigungsausschlüsse), der Historie der Wohnung(wann zu ETW geworden, Sperrfristen, Vorkaufsrechte) usw.
    Hast du mit den Mietern schon mal persönlichen Kontakt gehabt? Wurde das Thema Eigenbedarf angesprochen? Wie war die Reaktion?
    Auf den Antworten beruht dann die Entscheidung ob ich die Kündigung selbst aussprechen würde oder mittels Anwalt. Im Zweifel kann ich dir nur zu einem Fachanwalt für Miet- und Wohneigentumsrecht raten. Wenn du da Angst vor den Kosten hast bedenke, ob du 2-3 Monatsmieten an den Anwalt überweist oder ein halbes bis 2 Jahre länger deine Miete bezahlst - merkst selbst... Und ja solche Verzögerungen sind bei fehlerhaftem Vorgehen sehr realistisch.
     
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  4. Pille

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    Danke sehr für die Antwort. Ich habe bei der Wohnungsbesichtigung die Mieter gesehen, recht ordentliche Menschen. Waren aber nicht geradezu begeistert umzuziehen. Haben gutes Einkommen und möchten selber irgendwann bauen. Inzwischen hab ich soviel gelesen, dass ich echt Angst hab, der Mieterschutz ist enorm. Ich würde am besten mit einem Zeugen ( der Makler) die Mieter aufsuchen und die Kündigung überreichen und auch die Bereitschaft signalisieren, bei früheren Auszug einen Bonus zu zahlen ( was wäre da realistisch, Kaltmiete ist 400 Euro.
    Vorher lasse ich über das Kündigungsschreiben eine RA schauen.
    Macht es so einen Sinn?
    Soll ich noch in dem Schreiben erwähnen, dass ich den Mietern eine Tauschwohnung angeboten habe ( die , in der ich derzeit wohne)...
     
  5. Pille

    Pille Neuer Benutzer

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    Sperrfristen gibt es nicht, die Mieter wissen schon länger, dass es verkauft wird, im schlimmsten Falle müsste ich in meiner Wohnung bleiben, die Miete deckt grob die Finanzierung und sonstiges. Wäre halt blöd. Habe keine Rechtsversicherung...das könnte eher ein Problem sein. War etwas naiv, dachte wenn keine Härtefall vorliegt... werden die Mieter einfach ausziehen müssen. Inzwischen hab ich überall so viel gelesen...
     
  6. GSR600

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    Das Geld für den Anwalt ist hier dann gut angelegt.
    Naja eine Mietwohnung kannst ja nicht so einfach zum Tausch anbieten, das ist ja immer noch die Entscheidung deines Vermieters ob er die Leute als Mieter möchte.
     
  7. sara

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    genau!
    ..und wie stellst du dir den Umzug vor?
    Wer lagert sein Hab und Gut erstmal ein, denn gleichzeitig ein- u. ausziehen geht wohl schlecht.
     
  8. Pille

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    Ok, werde es nicht erwähnen.
    Soll ich noch mehr Gründe angeben....
     
  9. #8 QuietscheEnte, 14.05.2018
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    Woher willst du denn wissen, dass es keinen Härtegrund gibt? Ich könnte dir schon mind. 2 nennen, die man als Mieter erst einmal nur so als Grund vorschieben kann, um damit einfach nur mal so mind. 1 Jahr Zeit zu bekommen.
    Ich würde das nur über einen Anwalt machen. Das Risiko durch Formfehler wäre mir zu groß.
     
  10. Pille

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    Ja das werde ich auch tun. Welche Härtefallgründe könnten es sein? Mieter sind gesund, erwerbsfähig, nicht schwanger, Kinder nicht schulpflichtig, wohnen 3 Jahre dort...
     
  11. #10 QuietscheEnte, 14.05.2018
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    evtl. Härteeinwand, wegen doppelten Umzug, kann ja sein das sie Baugrundstück oder Haus gefunden haben,
    oder aber auch psychische Geschichten, wie z.B. Suizid

    Ich denke auch, dass es alleine schon wenn sie einfach nicht ausziehen bis zu nem Jahr, wenn nicht noch länger dauern kann.
    Die Mühlen der Gerichte mahlen manchmal extrem langsam.

    Wir sind mit unserer Eigenbedarfskündigung jetzt nach 1.5 Jahren endlich am Landgericht angekommen, Verhandlungstermin ist Ende Juni.
    Wenn wir dann Erfolgreich sein sollten, gibt es mit Sicherheit noch eine schöne lange Frist bis zum Auszug und dann muss evtl. doch noch geräumt werden, bis Ende dieses Jahres wird das wohl nichts geben...
    Nur so als Beispiel
     
  12. #11 ehrenwertes Haus, 14.05.2018
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    Kündigungen allgemein sollten von einem Anwalt gemacht werden, wenn man nicht entsprechend fundiertes Hintergrundwissen hat.

    Bei Eigenbedarf sind noch ein paar Dinge mehr zu beachten, als bei Kündigungen wegen Vertragsverletzung oder Fehlverhalten des Mieters.
    Lass dich hierzu bitte von einem Fachanwalt eingehend beraten. Die Beratung kostet nicht viel, ein Formfehler ist wesentlich unangenehmer, falls dein Mieter diese Kündigung nicht akzeptiert.

    Hier werden zwar meist die Fälle angefragt, bei denen Mieter den Eigenbedarf nicht akzeptieren, aber oft genug geht das auch friedlich über die Bühne.


    Ich denke du solltest erst mal in Ruhe (nicht nur bei einer Wohnungsbesichtigung) mit den Mietern reden. Im Gespräch finden sich oft akzeptable Lösungen für beide Seiten, ganz ohne Anwälte und Gerichte.
    Wenn ihr euch irgendwie einigen könnt, das natürlich schriftlich festhalten.
    Das könnte z.B. eine Aufhebungsvereinbarung des Mietvertrags sein mit großzügiger Ziehfrist. Verkürzte Kündigungsfrist für den Mieter wäre denkbar (statt 3 Monate z.B. nur 1Monat), Beteiligung an den Umzugskosten, Ziehgeld falls der Mieter die Wohnung vorzeitig zurück gibt, usw... .

    Eine Eigenbedarfskündigung wäre damit hinfällig.


    Ist eine solche Einigung nicht möglich, steht dir der Weg über eine Eigenbedarfskündigung noch immer offen.
    Schlimmstenfalls hast du nur etwas Zeit verschwendet, aber kein Geld.
     
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  13. Pille

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    Vielen Dank, das ist eine super Idee, Mietwohnungen in der Gegend gibt es, die Idee mit dem Aufhebungsvertrag finde ich klasse.
    Zur Not bezahlt die Miete meine Finanzierungskosten, falls es ganz schlimm sein sollte.
    Die Kaltmiete ist 465,- Euro, was wäre als Abfindung angemessen? Würde Sie dann gleich aus dem Vertrag lassen und Renovieren erlassen, plus Betrag von...500,- als Auszugsbonus.
     
  14. #13 ehrenwertes Haus, 14.05.2018
    ehrenwertes Haus

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    Angemessen ist jeder Betrag, mit dem beide Seiten zufrieden sind.

    Wenn ich Mieter unbedingt los werden will, gehe ich auf eine Kündigungsfrist von mind. 14 Tagen auf Monatsmitte oder Monatsende runter, aber nicht weiter.
    Ich finde nur wenig nervender als überfallartig von Mietern vor vollendete Tatsachen gestellt zu werden.
     
  15. Pille

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    Angemessen... ja natürlich werden Sie versuchen das Meiste rauszuholen...
     
  16. Pille

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    Hallo,

    meine Mieter haben auf mein Angebot reagiert.
    Ihr Gegenangebot: Aufhebungsvertrag bis 31.8.2019
    Mieterhöhung von 60 Euro
    Verzicht auf Abfindung
    Wohnung werden sie malern wie im MV vereinbart
    .....
    So was nun... die Miete deckt alle Kosten ( +Gewinn von 100 Euro)
    Ich muss nicht dringend aus meiner jetzigen Wohnung ausziehen...
    Eigenbedarfsgrund wäre niedrigere Miete, sich verkleinern wollen, näher zur Schule.

    Was denkt ihr darüber?
    Kann es irgendeine Falle sein... dass sie nur Zeit schinden wollen?
    Angeblich wird es Hochzeit geben und dadurch haben sie finanziellen Engpass.

    Werde noch mit RA reden.

    Würde vorschlagen bis 31.6.2019
    Und Mieterhöhung von 80,-
    Hier gibt es Kappzngsgrenze von 15%..die wäre bei 69'75.
     
  17. Pitty

    Pitty Erfahrener Benutzer

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    Wegen den 2 Monaten würde ich nicht dagegen vor gehen. Was soll das? Eine Mieterhöhung dauert 3 Monate ehe diese durch ist. Wenn sie nicht angenommen wird, klagst Du.

    Anwaltskosten werden jetzt teurer. Ich würde einen Aufhebungsvertrag machen wie sie es wollten. Lass sie in Frieden ziehen. Wenn Du Glück hast ziehen sie auch schon früher um.
     
  18. Pille

    Pille Neuer Benutzer

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    Wahrscheinlich hast nicht das Jahr beachtet...sie wollen in 2019 umziehen
     
  19. Andres

    Andres
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    Entscheidend ist, was du darüber denkst. Du schenkst den Mietern 12 Monate, dafür entfällt die Unsicherheit hinsichtlich Kündigung. Das Risiko eines Rechtsstreits wegen der Räumung bleibt bestehen. Wenn du es nicht eilig hast, kann das schon ein guter Kompromiss sein.


    Möglich ist alles. Deshalb ...
    ... soll sich der RA den Aufhebungsvertrag anschauen.


    Hier muss ich Pitty zustimmen: Wegen 2 Monaten mehr oder weniger würde ich nicht verhandeln.


    Auch dazu soll sich der Anwalt äußern. Grundsätzlich gilt die Kappungsgrenze nur für Mieterhöhungsverlangen. Wenn man sich "einfach so" einigt, darf man die Miete eigentlich beliebig erhöhen. Aber gleicher Einwand wie oben: Lohnt sich die Verhandlung wegen 200-300 €?
     
  20. #19 taxpert, 30.05.2018
    taxpert

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    Nachdem es hier auch ein wenig um die Kosten der Finanzierung geht ein kleiner Abstecher ins Steuerrecht am Rande, da ein RA dies sicherlich nicht mit abdeckt!

    Da hier keine unbefristete Vermietung vorliegt, würde ein steuerlicher Verlust nicht anerkannt werden! Entsteht jedoch ein Überschuss, so ist dieser -natürlich!- steuerpflichtig! Von daher kann sich die Freude über eine Mieterhöhung bei Erhalt des Steuerbescheides relativieren!

    taxpert
     
  21. Pitty

    Pitty Erfahrener Benutzer

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    Doch habe ich. Wegen 2 Monaten willst Du nicht wirklich das mit einem Anwalt regeln. Beim Klagen bekommst Du Deine Wohnung auch nicht wirklich früher und bist noch einiges an Gerichtskosten los. Wenn der Mieter jetzt mehr Miete zahlen möchte und anschließend ausziehen möchte so würde ich dem zustimmen zu den Bedingungen der Mieter.

    Ende gut, alles gut.
     
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