Kündigung wegen Mietrückstand - Was ist erlaubt?

Diskutiere Kündigung wegen Mietrückstand - Was ist erlaubt? im Kündigung Forum im Bereich Mietvertrag über Wohnraum; Moin, ich habe einem Mieter von mir vor knapp zwei Monaten fristlos gekündigt, da er zwei Mieten im Rückstand war. Nach einigen mündlichen...

  1. FWerk

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    Moin,

    ich habe einem Mieter von mir vor knapp zwei Monaten fristlos gekündigt, da er zwei Mieten im Rückstand war.

    Nach einigen mündlichen Absprachen überwies er zwei Mieten und war damit immer noch eine Miete im Rückstand.

    Es erfolgte eine mündliche Absprache in der er ( aufgrund eines neuen Jobs) sein Gehalt erst zum ende des Monats bekommen würde, und dann die restlichen zwei Mieten zahlen würde.

    Dies ist jedoch nicht geschehen, da er nach 4 Tagen in seiner neuen Arbeit selbst gekündigt hat. Er möchte nun Harzt 4 beziehen, doch der Antrag ist noch in Bearbeitung.

    Zudem ist er seinem Wort, sich bei weiteren Mietverzögerungen bei mir zu melden nicht nachgekommen. Die Kündigung wurde nie zurück genommen. Dies sollte erst dann geschehen, wenn alle Mieten eingegangen sind.

    Nun habe ich Ihn informiert, dass unsere mündliche Absprache nicht mehr gilt und er nun zum 01.07. die Wohnung zu verlassen habe. Einen vorzeitigen Besichtigungstermin hat er abgelehnt und zudem nach 574BGB bisher nur mündlich, widersprochen.

    Es handelt sich um einen gesunden Mann, Mitte 40, ledig, keine Kinder.

    Hier nun meine Frage:

    Hat er laut 574 BGB überhaupt Chancen den Mietvertrag zu verlängern??
    Darf er den Besichtigungstermin ablehnen und was mache ich, wenn er ab dem 01.07. immer noch dort wohnt??

    Vielen Dank für Ihre Hilfe
     
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  3. #2 ehrenwertes Haus, 21.06.2018
    ehrenwertes Haus

    ehrenwertes Haus Erfahrener Benutzer

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    Die Kristallkugeln sind gerade alle in Reparatur...

    Grundsätzlich kann aber jeder Mieter einer Kündigung von Vermieterseite widersprechen.
    Ob erfolgreich oder nicht ist Einzelfallenstscheidung.
    Eine Erfolgsprognose ohne die Begründung zu kennen... naja, das ist die Sache mit den Kristallkugeln...

    Ja darf er, wenn du nicht formal korrekt vorgehst oder der Termin für den Mieter nicht passt.
    Sein Arzttermin, der seit Wochen fest steht, hat dann Vorrang.

    Das Thema einem Anwalt übergeben, der sich nicht auf nur mündliche Absprachen und Vereinbarungen einläßt und formal korrekt vorgeht.


    So wie du sie Sache schilderst, habe ich Zweifel, dass dein eigenes Kündigungsschreiben inhaltlich und formal korrekt erstellt wurde.
    Ebenso was den Nachweis des Zugangs betrifft.
    Das sind die häufigsten Fehler, wenn man sich nicht wirklich auskennt, die eine Kündigung aber unwirksam machen können.

    Daher mein Rat, lass es einen Fachmann machen. Fehler in diesen Dingen können nicht nur sehr teuer für dich werden, sondern auch nervlich eine Belastung sein.

    Deine mündlichen Absprachen sind zwar gut gemeint, aber mietrechtlich ziemlicher Unfug, da schwer bis gar nicht beweisbar.
     
  4. FWerk

    FWerk Neuer Benutzer

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    Das Kündigungsschreiben habe ich überprüfen lassen, bevor ich es abgesendet habe. Natürlich auch mit Rücksendeschein. Das war vor zwei Monaten.
    Den Besichtigungstermin hat er selbst vorgeschlagen. Freitag 18 Uhr.....ich kann mir nicht vorstellen, dass es einen Arzttermin um diese Zeit gibt.

    Auf die mündliche Absprache bin ich eingegangen, da er mir seinen Rückstand mit einer neuen Arbeitsstelle erklärte. Da er diese aber selbst (ohne meines Wissens) gekündigt hat, steht ihm jetzt auch kein Harzt 4 zu.

    Meines Wissens hilft auch ein Anwalt nichts, wenn sich ein Mieter derartig verhält und am Ende trage ich doch nur die Kosten und er darf wohnen bleiben, während bei mir die Mietschulden immer weiter steigen.

    Kann ich also diesen Wohnraum komplett abschreiben?? So kommt mir deine Antwort vor.
     
  5. #4 ehrenwertes Haus, 21.06.2018
    ehrenwertes Haus

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    Wenn ein Mieter nicht freiwillig auszieht, gibt es nur eine Möglichkeit ihn los zu werden und das ist per Räumungsurteil.

    Eine solche Klage hat aber nur dann Erfolg, wenn alles juristisch formal und inhaltlich korrekt abläuft.
    Das beginnt meist mit Abmahnungen, dann Kündigung, nach Fristverstreichung Klageeinreichung.

    Ist alles gerichtsfest begründet und belegbar, bekommt man seine Wohnung schon irgendwann wieder. Dauert aber und kostet.

    Außergerichtlich hast du keine legale Chance bei Mietern, die nicht freiwillig ausziehen. Dabei spielt es dann keine Rolle wie hoch Mietrückstände sind oder ob andere Kündigungsgründe vorliegen.

    Je länger du aber zuwartest und das nicht in wirklich fachlich kompetente Hände gibst, desto größer ist am Ende dein finanzieller Schaden.
    Manchmal reicht ja schon ein Anschreiben vom Anwalt um Mieter wach zu rütteln.

    Dein Zuwarten ohne Handeln nachdem mündliche Absprachen nicht eingehalten wurden, haben diesem Mieter doch nur bestätigt, dass er von dir nichts zu befürchten hat und er tun kann was er will. Warum sollte er eine weitere Kündigung oder Forderungen von dir noch für voll nehmen?
    Das ist die Gradwanderung zwischen Gutmütigkeit und sich ausnutzen lassen. Privat, kannst du so handeln, als Vermieter nicht. Als Vermieter musst du wie ein Geschäftsmann denken und Handeln, sonst tanzen dir deine Mieter auf der Nase rum, wie dieser.
     
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  6. #5 dots, 21.06.2018
    Zuletzt bearbeitet: 21.06.2018
    dots

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    Vielleicht zu Recht. Steht dazu was im Mietvertrag?

    ... welcher beweißt, dass dem Mieter ein Umschlag von dir zugegangen ist.
    Wie beweist du, dass dem Mieter jemals eine Kündigung zugegangen ist, falls der Mieter sich für die Glückwunschkarte zum Geburtstag, die in dem Umschlag gewesen sei, bedankt?

    Letzte Woche hatte ich einen Arzttermin NACH 18 Uhr. Den Termin um 18 Uhr habe ich nur deswegen nicht genommen, weil ich um 18 Uhr noch arbeiten war.

    Das kann (und sollte) dir (zunächst) egal sein.
    Woher der Mieter die Kohle für die Mietzahlungen nimmt, ist unerheblich. Von mir aus kann seine Oma die Miete bezahlen, der Herr Hartz oder der Mieter selber - Hauptsache, das Geld kommt beim Vermieter an.

    Daumen hoch!
     
  7. FWerk

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    okay danke, ich wollte eigentlich nur mal eben Fragen ob jemand was weiß. Dumm anmachen lassen kann ich mich auch wo anders.
     
  8. #7 immodream, 21.06.2018
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    Hallo FWerk,

    du willst Ratschläge von uns und wenn dir die Antwort nicht gefällt, bezeichnest du das als dumme Anmache.
    Dann können wir dir wirklich nicht helfen.
    Grüße
    Immodream
     
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  9. #8 ehrenwertes Haus, 21.06.2018
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    Lass es gut sein...

    Manche stehen einfach mehr auf den Schrecken ohne Ende als dem Schrecken ein Ende zu bereiten.
    Die Lehrgeldkosten sind dabei irrelevant.
    Und wenn man sich seinen Sargnagel erarbeitet hat, dann waren die anderen daran Schuld klingt einfach besser wie "ich hab selber Mist gebaut".
     
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  10. dots

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    Wenn du das jetzt noch fragen wollen würdest, würde ich dir mit "Ja" antworten. Aber du schreibst ja, dass du das fragen wolltest (und jetzt nicht mehr willst? Warum auch immer ...).
     
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