Kündigung wegen Vertrauensverlust

Dieses Thema im Forum "Kündigung" wurde erstellt von wirl, 18.08.2016.

  1. wirl

    wirl Gast

    Hallo,
    hier handelt es sich um einen Mieter, der bereits bei Vertagsschluss Lügen auftischte, die ihn in die Gunst brachten das Haus zu mieten. Er erzählte dem Vermieter, er habe eine Freundin und diese habe zwei Kinder und die alle würden mit einziehen wollen. Als der Vermieter sich nachher wunderte, dass die Freundin mit Kinder nicht einzog, fragte er nach und es stellte sich heraus, dass der Mann nie mit dieser Frau zusammen war.
    Kann man hier kündigen wegen Vertrauensverlust?
     
  2. AdMan

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  3. #2 HulkHillen, 18.08.2016
    HulkHillen

    HulkHillen Benutzer

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    Soetwas wie "Vertrauensverlust" kennt das Mietrecht meines Wissens nicht. Die Kündigungsgründe stehen gesetzlich fest. Wenn der Mieter seine vertraglichen Pflichten erfüllt wirst du ihn behalten müssen.
     
  4. #3 immobiliensammler, 18.08.2016
    immobiliensammler

    immobiliensammler Erfahrener Benutzer

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    Wie Hulkhillen schon geschrieben hat, Vertrauensverlust wirst Du im Gesetz nicht finden. Was hat der Mieter den in der Selbstauskunft angegeben? Insofern käme vielleicht bei falschen Angaben eine Anfechtung des Mietvertrages in Betracht!
     
  5. #4 Sweeney, 18.08.2016
    Zuletzt bearbeitet: 18.08.2016
    Sweeney

    Sweeney Erfahrener Benutzer

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    Ein Vorschlag zum Kündigungsschreiben.

     
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  6. #5 anitari, 18.08.2016
    anitari

    anitari Erfahrener Benutzer

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    Inwiefern beeinträchtigt denn nun der nicht erfolgte Einzug der Freundin und der Kinder das Mietverhältnis?

    Aus meiner Sicht nicht im geringsten.
     
  7. RMHV

    RMHV Erfahrener Benutzer

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    "Vertrauensverlust" als Kündigungsgrund kommt im Gesetz nicht explizit vor. Soweit schon mal richtig. Das gilt allerdings auch für falsche Angaben in der Selbstauskunft. Trotzdem können falsche Angaben ein Grund für eine - u.U. sogar fristlose - Kuendigung sein.
    Für den hier in Rede stehenden Sachverhalt wird dies allerdings nicht der Fall sein.

    Eine Anfechtung des Mietvertrags wird nach Übergabe der Mietsache regelmäßig ausscheiden.
     
  8. AJ1900

    AJ1900 Erfahrener Benutzer

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    Ich kann mich den Vorpostern nur anschließen. Lügen ist eben nicht verboten. Wobei ich das in deinem Fall nur schwer nachvollziehen kann? Normalerweise erfindet man ja keine Familie um an ein Wohnung zu kommen, sondern lässt Sie eher weg? Sachen gibts?
     
  9. Nanne

    Nanne Erfahrener Benutzer

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    Na dann les mal #4, der V leidet unter Entzug (durch was auch immer), er ist am Boden zerstört.:unsicher039:
     
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  10. Nanne

    Nanne Erfahrener Benutzer

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    Vertrauensverlust...

    Das würde ich so nicht grundsätzlich ausschließen. Angenommen, der M. gibt in seiner SA an, er sei Bankangestellter, habe ein mtl.Einkommen von € 3000,00 netto, habe keine Unterhaltsverpflichtungen etc.
    Es stellt sich später heraus, dass alle Angaben gelogen waren, zum Nachteil des Vermieters.

    Obwohl der M. seine Miete regelmäßig begleicht, könnte ich mir vorstellen, aufgrund der falschen Angaben diesem M. kein Vertrauen mehr entgegenbringen zu wollen/können, mit der Konsequenz den MV anzufechten oder evtl. kündigen.

    In diesem Fall hier hat der VM - außer seinem Seelenschmerz- keinerlei Nachteil durch diese Lügen. Falsche Angaben von Einkommen etc. wären da sicher anders zu bewerten, man könnte schon von Vertrauensverlust reden, und entsprechend verfahren.
     
  11. #10 Pharao, 18.08.2016
    Zuletzt bearbeitet: 18.08.2016
    Pharao

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    Hi,

    da der Vermieter den Mietvertrag hier anscheinend ja eh nur mit einer Person abgeschlossen hat, ist der Rest doch letztlich völlig uninteressant. In erster Linie ist dein Ansprechpartner als Vemieter der Mieter laut Mietvertrag und nicht die Personen die evtl. noch mit einziehen wollen bzw. wollten. Ein Kündigungsgrund deswegen (oder Anfechtung wegen Täuschung) sehe ich hier als Laie nicht :(

    Interessanter wäre hier eher, ob zB der Mieter sich diese Wohnung alleine jetzt auch leisten kann :? Denn ein Recht auf Untervermietung besteht hier (wenigstens auf den ersten Blick) m.E. nicht.


     
  12. #11 Sweeney, 18.08.2016
    Sweeney

    Sweeney Erfahrener Benutzer

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    So ist es. Siehe dazu LG München I, 25.03.2009 - 14 S 18532. Interessanterweise führt das Gericht weiterhin aus, dass sich das "inhärente Risiko eines Mietzinsausfalls nicht erst verwirklicht haben muss", um eine fristlose Kündigung zu begründen.
     
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  13. Andres

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    Jaja. Angenommen der Sachverhalt wäre ganz anders als eingangs geschildert, dann wäre es - Überraschung! - die Antwort auch. :hut001:
     
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  14. Nanne

    Nanne Erfahrener Benutzer

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    Dieser Beitrag war der Anlass meines Schreibens #9.

    Ist meistens so: ein Wort gibt das andere...:vertrag
     
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  15. #14 immobiliensammler, 18.08.2016
    immobiliensammler

    immobiliensammler Erfahrener Benutzer

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    Hast Du dafür eine Rechtsgrundlage? Ich habe für das Gegenteil folgendes BGH-Urteil gefunden:

    http://juris.bundesgerichtshof.de/c...065480f4ef1c4112f254caf7&nr=45658&pos=0&anz=1

    Das betrifft zwar Büroräume, aber bei der Anfechtung sehe ich hier keinen großen Unterschied!
     
  16. Nero

    Nero Erfahrener Benutzer

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    Ich kann das Eingangsthema vollkommen in der persönlichen Note nachvollziehen.

    Allerdings wurde das konkrete Miertverhälltis m. M. n. nicht rechtsicher abgewickelt

    Ich hatte mal etwas Ähnliches;

    Iraner unterzeichnet einen Mietervertzrag für 2 Personen.
    Er und "FRAU
    Zu deren EInzug ist es selbst nach einem halben Jahr nie gekommen.

    Was solls? Hauptsache die Miete stimmt!

    Das war aber das erste und einzige Mal, dass ich so etwas gemacht habe.
     
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