Kündigung wegen Verwahrlosung? Vorher Abmahnung?

Dieses Thema im Forum "Kündigung" wurde erstellt von Nepomuk, 01.08.2012.

  1. #1 Nepomuk, 01.08.2012
    Nepomuk

    Nepomuk Neuer Benutzer

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    Hallo!

    Habe bisher nur mitgelesen und muss jetzt leider selbst mal ein Thema erstellen. Habe die Antwort passend nicht gefunden.

    Ich habe eine 3 Zimmer Wohnung mit Balkon und Gartenanteil in einem Haus mit mehreren Wohnungen an eine alleinstehende Frau mit Hund vermietet seit schon über 3 Jahren. Am Anfang war alles ok. Doch diese Frau hat zusehends immer mehr abgebaut. Sie ist riecht ständig nach Alkohol und torkelt. Man sieht sie fast gar nicht mehr mit dem Hund rausgehen. Die Nachbarin beschwert sich über Uringeruch vom Hund im Hausgang und nicht weggeräumten Hundekot im Garten. Ich musste in der letzten Zeit mehrmals in die Wohnung der Frau um ihr was zu helfen und war schockiert über den Zustand, der ehemals liebvoll von mir renovierten Wohnung. Die Türen sind zerkratzt vom Hund, überall stinkt es. Es muss seit Wochen nicht mehr gesaugt worden sein, soviel Fell vom Hund lag rum. (Geschweige denn gewischt oder abgestaubt.) Sie macht nichts mehr. Sie hat inzwischen auch eine Katze, die Junge bekommen hat (die Katzen sind erst 3 Wochen alt, um die Vermittlung kümmert sich meine Frau) !!! Hundescheiße lag neben dem Heizkörper... der Kaminofen ist voll mit Zigarettenstummel. Die Küche ist voll mit verschimmelten, verdreckten Geschirrr. Überall ist es unaufgeräumt. Der Balkon ist komplett verpinkelt vom Hund, auch Scheiße war desöfteren dort gelegen. Das Katzenklo wird über dem Balkonrand geschüttet zum unten im Garten sich befindeten Kompost, weil Frau zu faul ist runter zu laufen. Das Klumpstreu klebt überall.

    Kurzum, ich möchte gerne das diese Frau auszieht und wieder vernünftige Vermieter einziehen, bevor die Wohnung noch mehr verwahrlost.

    Kann ich ihr aus diesem Grund kündigen? Muss ich ihr vorher eine Abmahnung schreiben oder kann ich ihr gleich kündigen, was mir am liebsten wäre natürlich.

    Ich habe ständig nur Ärger mit ihr und auch vor allem mit Ihrem Sohn, der unten drin in einer 1 Zimmer Wohnung wohnte, mir inzwischen schon 1 Miete schuldet. Er ist heute ausgezogen, damit ich wenigstens jemand neues finden kann. Sie hatte ihm die Wohnung geputzt, aber dementsprechend war sie "geputzt"! .... egal dafür eröffne ich glaub ein extra Thema, vonwegen Kaution und so.

    Also jetzt erstmal zu meiner o.g. Frage. Könnt ihr mir weiterhelfen?

    Danke!

    Nepomuk
     
  2. AdMan

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  3. Tisha

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    Wenn der Mieter ein Wohnverhalten an den Tag legt, der die Wohnsubstanz schädigt, dann ist die Abmahnung das gute Recht des Vermieters.

    Der Vermieter sollte seine Abmahnung mit einer Frist versehen oder nach reichen und gleichzeitig eine Besichtigung der Wohnung ankündigen. In dem hier geschilderten Zusammenhang gibt es mehrere Gerichtsurteile, die diese Besichtigung (nach Terminabsprache mit dem Mieter)als erforderlich beurteilt haben.

    Dann kann, nach der erfolglosen Besichtigung, die fristlose Kündigung z.B. nach § 543 (2) 2. ausgesprochen werden. Natürlich schriftlich und mit der gesetzlich erforderlichen Begründung.
    Die wichtigen Gründe sind im Rahmen des § 543 Abs. 2 BGB beispielsweise wie folgt aufgezählt:
    • Der vertragsgemäße Gebrauch der Mietsache wird dem Mieter durch den Vermieter
    vorzeitig ganz oder teilweise entzogen.
    • Erhebliche Gefährdung der Mietsache durch Vernachlässigung des Mieters (sog.
    „Messie-Fälle“)
    • Verzug des Mieters mit der Zahlung der Miete für einen Zeitraum von mehr als 2 Monaten

    Fristlos bedeutet natürlich "ohne Verzug". Bei der Räumung eines Hauses sollte man 14 Tage bis 3 Wochen berücksichtigen. Ist aber keine Vorschrift. Es kommt halt darauf an!
    Die Frist sollte aber auch nicht zu lange ausgedehnt werden, denn die Rechtsprechung sagt hierzu, dass nach 2 Monaten der "wichtige Grund" der ja bei der fristlosen Kündigung Vorrangig ist, nicht mehr gesehen werden kann.

    Alles was über eine normale Abnutzung durch das Wohnen hinausgeht, ist eine Beschädigung der Mietsache. Die Feststellung trifft man spätestens bei der Wohnungsübernahme und möglichst über ein Übergabeprotokoll.
    Dem Mieter lässt man eine Frist zur Abstellung der Mängel.
    Geschieht nichts, dann kann der Vermieter die Renovierungen/Instandsetzungen dem Mieter in Rechnung stellen und gerichtlich vorgehen.

    Bei alldem stellt sich wie immer die Frage, kann der Mieter überhaupt "leisten"?

    Hast du schon mal das Gesundheits-oder Sozialamt eingeschaltet?Der Frau muss/sollte auch geholfen werden, ich bin der Meinung man sollte nicht alles nur von einer Seite aus betrachten...
     
  4. #3 Nepomuk, 01.08.2012
    Nepomuk

    Nepomuk Neuer Benutzer

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    Also habe ich das jetzt richtig verstanden, dass man auf alle Fälle vorher eine Abmahnung schreiben muss, wo der Mieter die Chance bekommt die Missstände wieder in Ordnung zu bringen?

    Ja wir haben auch schon überlegt wie man ihr helfen kann und an einen sozialen Dienst gedacht, der sich evtl. damit auskennt... ist schwierig. Auch tut mir der Hund leid!
     
  5. Tisha

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    Yepp, Abmahnung, weil sie die Chance haben muss, es zu "bereinigen".
    Aber musst du nicht, im Zweifel wird aber das u.U. ein Gericht nicht durchgehen lassen und dann fängst du nochmal von vorne an...deine Entscheidung....
    Aber lies mal hier nach:
    Mietrecht: Die Abmahnung als Voraussetzung für eine Kündigung
     
  6. #5 Soontir, 02.08.2012
    Soontir

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    Hallo,

    an Deiner Stelle würde ich mich schnellstmöglich an einen Fachanwalt für Mietrecht wenden.
     
  7. #6 Hundefan, 02.11.2012
    Hundefan

    Hundefan Gast

    Kündigung wegen alkoholbedingter Verwahrlosung der Wohnung

    Als erstes sollte man die Hundehaltung ab sofort verbieten, und zwar wegen Verwahrlosung der Wohnung und auch deshalb, weil Alkoholsüchtige nach der Hundehalterverordnung grundsätzlich als ungeeignet zur Hundehaltung gelten. Dann sollte man den Amtstierarzt schriftlich verständigen. In Berlin kommen Mitarbeiter der Behörde sehr schnell unangemeldet vorbei und kündigen weitere Kontrollen an. Das Verbot der Hundehaltung würde ich als Abmahnung mit Fristsetzung von einem Monat formulieren. Danach kann die Wohnung fristlos gekündigt werden.
    Im eigenen Interesse und auch im Interesse des armen Hundes ist ein solches Vorgehen dringend geboten. Ich habe im Falle meines derartigenMieters aus dem Internet Adressen herausgesucht und der Kündigung beigefügt, wo er sich als Suchtkranker wegen einer Wohnmöglichkeit für sich hinwenden kann.
    Balu
     
Thema: Kündigung wegen Verwahrlosung? Vorher Abmahnung?
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