Kündigung wg. Eigenbedarf - Sehr langes Mietverhältnis - Hilfe benötigt.

Dieses Thema im Forum "Kündigung" wurde erstellt von HansBurger, 05.03.2015.

  1. #1 HansBurger, 05.03.2015
    HansBurger

    HansBurger Neuer Benutzer

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    Hallo zusammen,

    ich bin ganz neu hier und lege direkt einmal mit der ersten Frage bzw. den ersten Fragen los.

    Folgende Situation:

    Haus mit zwei Wohnungen - Mietverhältnis mit dem Mieter der betroffenen Wohnung besteht seit ca. 40 Jahren - ein genaues Datum weiß ich gerade nicht.

    Jetzt würde ich diese Wohnung gerne für mich und meine Lebensgefährtin beanspruchen und dem Mieter per Eigenbedarfs-Erklärung kündigen.

    Das Problem: Mich plagt hierbei ehrlich gesagt ein äußerst schlechtes Gewissen, da man solche Mieter heutzutage kaum noch findet - Reparaturen werden eigenständig oder durch Handwerker ausgeführt, die Kosten übernimmt der Mieter - ohne auch nur einmal nachzufragen.
    Es gibt NULL Probleme, keinen Stress und man versteht sich gut.

    Nunja ... ich würde diese Wohnung nun halt gerne selbst beziehen. Ich habe ehrlich gesagt keine Lust, an jmd. anders Miete zu bezahlen - dafür gibt es zuviel Eigentum - aber alles bewohnt und es soll schon diese Wohnung sein.

    Es bestünde noch die Möglichkeit eine große Villa in mehrere Wohnungen aufzuteilen bzw. diese umzubauen, aber der Aufwand hierzu wäre gewaltig und die Bauarbeiten sind für die Bewohner wohl kaum zumutbar.

    Meine Fragen an Euch:

    - Wann muss die Eigenbedarfskündigung beim Mieter eingehen, welche Frist mus sich setzen - also welches Datum? Habe ich ehrlich gesagt noch nicht ganz verstanden.

    - Einschreiben mit Rückschein, korrekt?

    - Muss ich in irgendeiner Form begründen, warum ich diese Wohnung nutzen möchte?

    - Gibt es eine gute und kostenlose Mustervorlage?

    - Anmerkungen?


    Vielen Dank im Voraus!

    Grüße
     
  2. AdMan

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  3. #2 Glaskügelchen, 05.03.2015
    Glaskügelchen

    Glaskügelchen Erfahrener Benutzer

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    Wenn die derzeitigen Bewohner die komplette Villa angemietet haben, ist ein solcher Umbau gar nicht möglich.

    Die Kündigungsfrist beträgt 9 Monate. Erreicht die Kündigung deinen Mieter bis zum 3.Werktag im April, müsste der Mieter bis 31.12 ausziehen.

    Ganz sicher ist die Zustellung durch Gerichtsvollzieher. Durch Boten oder unter Zeugen geht auch.

    Ja. Der Mieter sollte schon nachvollziehen können, warum du seine Wohnung haben willst.

    Vermutlich schon. Aber gerade Eigenbedarfskündigungen sind sehr individuell. Und da du von mietrechtlichen Dingen scheinbar nicht viel Ahnung hast, und die Frist sehr lang ist, würde ich diese Kündigung auf jeden Fall von einem Anwalt verfassen lassen.
     
  4. Andres

    Andres
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    Ja, und zwar sehr gut. Der bloße Wunsch, in den eigenen vier Wänden zu wohnen, ist nicht ausreichend. Denkbare Gründe wären z.B. die Wohnungsgröße (man braucht mehr/weniger), der Fahrtweg zum Arbeitsplatz oder zu anderen wichtigen Orten, ...

    Vor einer Kündigung mit 9 Monaten Frist würde ich mal freundlich beim Mieter anfragen, wie der zum Vorhaben steht. Vielleicht könnt ihr euch einvernehmlich auf eine Lösung einigen, was sicher für beide Seiten vorteilhaft wäre.
     
  5. #4 Newbie15, 05.03.2015
    Newbie15

    Newbie15 Gast

    In Anbetracht der langen Frist und der Tatsache, dass Mieter bis zwei Monate vor Ablauf Widerspruch einlegen könnten, ist wohl ein Gespräch am sinnvollsten. Wenn die Mieter schon seit 40 Jahren in der Wohnung leben, sind sie ja sicherlich nicht mehr die Jüngsten und es könnten Härtegründe vorliegen, weswegen der Eigenbedarf scheitern kann. Es wäre blöd, wenn ihr diese kündigt, sie nach 7 Monaten Widerspruch einlegen, Recht bekommen und ihr nach gut 1,5 Jahren (Frist +Räumungsklage) wisst, dass ihr diese Wohnung nicht beziehen könnt. Dann ist nämlich auch noch das gute Verhältnis zum Mieter ruiniert und eine freie Wohnung habt ihr auch nicht. Wenn das Verhältnis gut ist, kann man sich vielleicht mit den Mietern einigen.

    Einschreiben mit Rückschein ist erst zugestellt, wenn es wirklich beim Mieter angekommen ist. D.h. wenn der Mieter im Urlaub ist oder einfach nicht anzutreffen, und das Schreiben damit gar nicht oder erst später abholt, ist das dein Problem. Deshalb lieber Einwurf-Einschreiben oder Bote.
     
  6. Jobo45

    Jobo45 Erfahrener Benutzer

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    Das würde ich auch tun, denn bei solche einem langen Mietverhältnis über einen Einschreibebrief zu erfahren dass man raus muss ist bestimmt nicht förderlich.
     
  7. #6 HansBurger, 09.03.2015
    HansBurger

    HansBurger Neuer Benutzer

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    Hallo und guten Abend zusammen,

    Ihr habt Recht ... ich möchte es auch gerne "vorankündigen" und das Thema Aufhebung des Mietverhältnisses ansprechen.

    Nun ist es so, dass ich nicht sonderlich "geschickt" bin, was solche Telefonate anbelangt.

    Jetzt die Frage:
    Wenn ich einen Brief verfasse, in welchem ich meine Absicht sozusagen vorankündige (z.B. Veränderung der Lebensumstände / Zusammenziehen mit Partnerin), kann das bei einer späteren Eigenbedarfskündigung negativ ausgelegt werden?

    Wie würdet Ihr vorgehen, wenn Ihr das Thema nicht telefonisch / persönlich ansprechen möchtet? Klingt bescheuert, aber fällt mir so leichter - mir tut das Ganze ja auch ein wenig Leid, aber es war ja abzusehen, dass die Kinder sich u.U. mal melden werden.

    Die Wohnung in der ersten Etage besitzt einen Balkon, zur Wohnung im Erdgeschoss gehört ein Garten. Beide Wohnungen haben eine zugehörige Garage.

    Wie könnte ich begründen, warum es ausgerechnet die Wohnung im Erdgeschoss sein soll? ... Warum nicht die Wohnung in der oberen Etage?

    Wie der Mieter auf eine solche Ankündigung reagiert, kann man sich ja schon vorstellen ... mir tut es ja auch irgendwo Leid, aber ich benötige die Wohnung tatsächlich und es ist auch kein Vorwand.

    Die Kündigungsfrist beträgt 9 Monate. Erreicht die Kündigung deinen Mieter bis zum 3.Werktag im April, müsste der Mieter bis 31.12 ausziehen.

    Das ist korrekt so?


    Finde es ehrlich gesagt aus Sicht eines Vermieters nicht gut, dass es einem so schwer gemacht wird, jemanden zu kündigen.

    Angenommen, man vermietet Wohnraum, der Mieter zahlt pünktlich etc., aber man kommt menschlich überhaupt nicht miteinander aus ... herzlichen Glückwunsch ... dann habe ich jmd. in MEINEM Eigentum wohnen, und kann fast gar nichts dagegen unternehmen. Aus Sicht des Mieters natürlich prima, für mich als Eigentümer ein Alptraum.
     
  8. Andres

    Andres
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    Das kommt darauf an, was da so steht. Es wäre wenig vorteilhaft, Dinge einzuräumen, die gar keinen Eigenbedarf begründen. Sofern es aber nur um legitime Gründe geht, ist das kein Problem.


    Naja, geht so. Wenn du weißt, dass du in solchen Situationen nicht funktionierst, dann ist das eben so.

    Nur wird man sich an irgendeinem Punkt mal zusammensetzen müssen. Klar kannst du mit einem netten Brief anfangen und beim persönlichen Kontakt würdest im ersten Gespräch auch hauptsächlich du reden - der Mieter will ja erst einmal wissen, was los ist. Aber nachdem der Mieter sich dann seine Gedanken gemacht hat, muss man sich über die Details unterhalten.

    Wenn persönliche Gespräche prinzipiell nicht in Frage kommen, kann man sich die Aktion auch sparen und direkt kündigen.


    Das würde ich ungefragt gar nicht begründen - klingt zu sehr nach Rechtfertigung. Wenn der Mieter fragt: Die andere Wohnung ist zu klein, zu groß, ..., sucht euch was aus.


    Warum so negativ? Das wird auch ohne den persönlichen Kontakt schnell zur selbsterfüllenden Prophezeiung.

    Vielleicht wird der Mieter sauer sein, vielleicht wird der Mieter froh sein, weil er endlich den letzten Anreiz für das längst geplante Eigenheim bekommt - und sehr wahrscheinlich irgendwas zwischen diesen Extremen.


    Ja.


    Der Schutz der Wohnung hat Verfassungsrang, der Wunsch, nicht mit A....:musik009: in einem Haus leben zu müssen, nicht. Wer vermietet muss wissen, worauf er sich da einlässt.
     
  9. GSR600

    GSR600
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    Ganz ehrlich, ich würde sowas persönlich machen und weder per Telefon oder Brief vorallem bei so einem Mieter, der Brief kann dann ja während dem Gespräch persönlich übergeben und der Empfang quittiert werden.
     
  10. #9 Pharao, 10.03.2015
    Zuletzt bearbeitet: 10.03.2015
    Pharao

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    Hi,

    also das alleine, nur weil du keine Lust hast an jemand anderen Miet zu zahlen, rechtfertigt m.E. nicht zwangsläufig eine Eigenbedarfskündigung. Hier muss sich bei dir schon was verändern, warum du nun in dein Eigentum ziehen willst bzw. eher musst!

    Als zweites Problem sehe ich hier, das wenn du schreibst "es gibt zuviel Eigentum", dann kann es auch schwer sein eine ganz bestimmte Wohnung zu bekommen. Auch hier musst du ggf. nachvollziehbar Begründen, warum es diese Wohnung in der Immobilie A seinen muss und nicht in der Immobilie B oder C. Denn ich gehe mal davon aus, das dieses "viele Eigentum" alles in einer Stadt steht.

    Immer Vorausgesetzt ist hier natürlich bzw. das musst du ggf. eben einfach annehmen, das der Mieter sich gegen die Eigenbedarfskündigung wehren will/wird und es ggf. dann vor Gericht entschieden werden muss. Deine Eigenbedarfskündigung sollten also vor Gericht bestand haben.

    Bevor du dem Mieter kündigst, wäre evtl. auch die Überlegung mal mit dem Mieter zu reden und ob ein Aufhebungsvertrag nicht in Frage käme. Hier kannst du dem Mieter ja das ganze auch schmackhaft machen - angebotene Eurönchen helfen i.d.R. dabei ;)

    Also wenn`s nicht wirklich notwendig ist, so einen Mieter würde ich nicht versuchen rauszuschmeißen! Mal abgesehen davon, wenn du mit deiner Eigenbedarfskündigung scheitern solltest, verändert sich ggf. auch dieses Mietverhältnis, gerade was das anstandslose reparieren/bezahlen von Reparaturen angeht, für die du ggf. zuständig wärst.

    Darum prüfe als Vermieter vorab gut, mit dem du dich binden willst.

    Grundsätzlich ist es schon richtig, das der Mieter hier vor Willkür des Vermieters geschützt wird. Ansonsten müssten manche Mieter wohl auf Knien vor ihrem Vermieter rum rutschen ...
     
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