Kündigung wg. Hundehaltung

Dieses Thema im Forum "Kündigung" wurde erstellt von Agi, 28.05.2015.

  1. Agi

    Agi Gast

    Hallo,
    Wir haben ein kleines Problem mit unserem Mieter und es würde mich interessieren wie es andere sehen.
    Wir haben eine Art Bauernhof mit drei Wohnungen. Unten wohnen wir und die Wohnungen im ersten Stock sind vermietet. Bei der einen Wohnung haben wir den Mieter mit Hauskauf übernommen. Dort ist soweit auch alles prima.
    Die andere Wohnung haben wir im Dezember 2013 über einen Aushang vermietet. Bis auf die Tatsache dass er die erste halbe Miete erst nach mehrmaligem Auffordern gezahlt hat und kurz nach seinem Einzug von mehreren Seiten negatives über Ihn bezüglich seiner Zahlungsmoral in den vorherigen Wohnungen berichtet wurde, war bis vor kurzem alles Ok.
    Vor ca zwei Monaten fing es damit an, dass der Mieter wohl von seiner Exfrau einen Schläger geschickt bekommen hat der uns die Türen zu unserer Wohnung eingetreten hat. Es ist ein Sachschaden für uns von 2500Euro entstanden. Der Schläger konnte bis heute nicht ermittelt werden und laut Aussage des Mieters ist ihm das sch einmal passiert. Mir ist jetzt, da ich tagsüber mit zwei kleinen Kindern allein bin nicht mehr ganz so wohl.
    Weiter ging es dann ein paar Wochen später daß er zu uns kam und sagt er habe bereits seit ein paar Tagen einen kleinen Hund. Bereits bei Einzug haben wir ihm gesagt dass die Wohnung nicht zur Tierhaltung geeignet ist (kein Balkon oder Garten, unser Haus liegt direkt an der Hauptstraße) desweiteren arbeitet der Mieter Nachts. Der Hund ist also min 9 Stunden unbeaufsichtigt in der Wohnung. Im Mietvertag ist vermerkt dass bei Hunde und katzenhaltung der Vermieter zu fragen ist. In einem Gespräch auf das wir ihn auf diese Tatsachen nochmal hingewiesen haben sagte er zu den Hund zurück zu bringen. Kurze Zeit darauf mussten wir feststellen dass er den Hund noch oder wieder hat. In einem erneuten Gespräch sagte er dass er den Hund nicht mehr her gäbe und sich notfalls eine neuer Wohnung suchen müsste.
    In einem Schreiben hielten wir unser Gespräch nochmals kurz fest und setzten ihm einen vierwöchige Frist den Hund anderweitig unterzubringen. Auch boten wir ihm die Möglichkeit bis zum ersten Juli ohne Berücksichtigung der Kündigungsfrist das Mietverhältnis zu kündigen. Sollte beides nicht eintreten drohten wir ihm die Kündigung an, da wir kein vertrauensvolles Leben unter einem Dach mehr sehen.
    Das schreiben haben wir ihm vor ca 1,5 Wochen zukommen lassen. Heute erhielten wir als Reaktion ein Schreiben auf dem steht dass er den Mietvertag ins Altpapier hat und eine Kopie braucht.
    Meine Fragen: Muss ich ihm die Kopie des Mietvertages geben? Ich denke er geht damit zum Anwalt der ihn auseinander nimmt.
    Wie seht Ihr die Chancen den Mieter los zu werden? Welche Möglichkeiten gibt es?
    Vielleicht sollte ich dazu noch sagen dass er zur Zeit sehr schwer bei uns ist mit Hund eine Wohnung zu finden. Desweiteren hat er ja nicht den besten Ruf.
    Ich hoffe es ist soweit Verständlich geschrieben und Ihr könnt mir da weiter helfen.
     
  2. AdMan

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  3. Nanne

    Nanne Erfahrener Benutzer

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    Kleintierhaltung kannst Du nicht grundsätzlich verbieten, es sei denn, es gäbe dazu einen wichtigen Grund, z.B.Allergie etc. Müßte auch nachge-
    wiesen werden. Also letztendlich hast Du schlechte Karten den Hund samt Mieter loszuwerden, leider.

    Übrigens:
    Wem, den Mietvertrag oder den Mieter?::finger006:
     
  4. dots

    dots Erfahrener Benutzer

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    ..........
     
  5. dots

    dots Erfahrener Benutzer

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    Als Vermieter muss man einen gültigen Kündigungsgrund haben, um den Mietvertrag kündigen zu können. Informiere dich mal diesbezüglich, m.E. ist der von dir genannte Grund kein gültiger Kündigungsgrund.

    Und, ich glaube Andres schrieb es in diesem Forum schon mal: Wenn man im Recht ist, muss man nicht drohen.

    Mit Drohungen macht man sich nur lächerlich - erst recht, wenn man die Drohung nicht umsetzen kann oder will, oder es bei einer leeren Drohung bleibt.

    Nein! Und zwar ganz eindeutig und entschieden. Gib ihm bloß keine Kopie, oder - noch schlimmer - das Original.

    Such dir einen gültigen Kündigungsgrund und kündige dann den Mietvertrag.
     
  6. #5 Pharao, 28.05.2015
    Zuletzt bearbeitet: 28.05.2015
    Pharao

    Pharao Erfahrener Benutzer

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    Hi,

    das ihr erst nach Vertragsunterzeichnung von mehreren Seiten was Negatives über den Mieter gehört habt, das ist eurer Pech :( In wie weit man das vorher hätte in Erfahrung bringen können, das steht auf einem anderen Blatt, was jetzt aber unerheblich ist.

    Natürlich begegne ich so einem Mieter jetzt ganz anders, wenn ich weis das es bei anderen Vermietern vorher auch schon öfters zu Zahlungsschwierigkeiten kam, wobei das Grundsätzlich nicht so das eigentliche Problem ist, sondern wenn man auf einen Schaden sitzen bleibt. D.h. ihr solltet jetzt noch mehr darauf achten, das die Miete immer pünktlich kommt und ggf. bei unpünktlicher Zahlung gleich angemessen reagieren.

    Statt hier (wie vermutlich) den Mieter hier nur mündlich zu Zahlung erinnern, sollte man das eher schriftlich machen ggf. a`la Abmahnung. Da du dem Mieter ja letztlich kündigen willst, wirst du gültige Kündigungsgründe benötigen und dazu sind Abmahnungen oft sehr hilfreich oder sogar u.U. Voraussetzung. Wegen dieser jetzt einmaligen Sache, wirst du m.E. dem Mieter nicht kündigen können, dazu müsste die Miete schon regelmäßig zu spät kommen oder ggf. der Mieter sich mit 2 MM im Rückstand befinden, ect.

    Anzeige bei der Polizei hast du wohl gemacht, wenn es heißt "der Schläger konnte bis heute nicht ermittelt werden", oder ?

    Ansonsten denke ich, das du das nicht dem Mieter anlasten kannst, schließlich ist er hier selber Opfer. Das du dich jetzt nicht ganz Wohl fühlst, ist zwar nachvollziehbar, aber wirklich was dagegen machen kannst du nicht. Klar, du könntest Sicherheitsvorkehrungen wie zB Alarmanlage, bessere Türschlösser, ect anbringen, aber ob das den Täter abhält noch mal vorbei zu gucken?

    Also wenn die Voraussetzung für die Hundehaltung Balkon, Garten und Seitenstraße ist, dann dürften ganz viele wohl keine Hunde besitzen ... :91:

    Die eigentliche Frage hier ist eher, zählt dieser Hund unter Kleintiere (und die kannst du eigentlich fast nicht verbieten) oder ist der Hund doch etwas größer? Gibt es denn außer den fehlenden Balkon & Garten noch andere Gründe die gegen eine Hundhaltung sprechen? Ich mein, der Mieter hat dir ja hier sehr deutlich gesagt, das er den Hund nicht freiwillig weggeben wird.

    Das erleichtert das ganze natürlich nicht wirklich und der Mieter (auch wenn er will) wird nicht vorher bei dir ausziehen, bevor er eine andere Bleibe hat. D.h. mit Verbindung "ich geben den Hund nicht freiwillig weg" ich würde deswegen eher mal damit rechnen, das der Mieter hier bis zuletzt für seinen Hund & ggf. die Wohnung kämpfen wird.

    Doof dabei ist nur, das "kein vertrauensvolles Leben unter einem Dach" jetzt nicht wirklich der "beste" Kündigungsgrund ist, gerade in Hinblick das ihr evtl. die Hundehaltung garnicht dem Mieter verbieten könnt bzw. das bislang garnicht soviel vorgefallen ist mit dem Mieter.

    Müssen m.E. nicht, können ja. Allerdings ist m.E. fraglich, ob du ewig das "verhindern" kannst bzw. in wie weit das Sinnvoll ist. Das der Anwalt den MV auseinander nimmt, also da hätte ich bei meinen MV keine großen Bedenken, denn meine MV sind m.E. doch recht "Rechtssicher".

    Auf den ersten laienhaften Blick: keine :(

    Wenn du dem Mieter kündigen willst, dann benötigst du erstmal gültige Kündigungsgründe. Und wie schon geschrieben, Abmahnungen können da manchmal sehr hilfreich sein bzw. sind u.U. Voraussetzungen. D.h. immer wenn der Mieter sich Vertragswidrig verhält, solltest du das schriftlich Abmahnen bis es irgendwann eben zu einer Kündigung ausreicht.

    Alternativ: Aufhebungsvertrag mit dem Mieter abschließen und als Anreiz für die Unterschrift des Mieters zB. ein paar Eurönchen mit auf den Weg geben. Letztlich muss der Mieter hier irgendeinen Vorteil haben, warum sonst sollte er sich auf so was einlassen? Manche Mieter geben sich mit "keine Einhaltung der Kündigungsfrist" schon zufrieden, andere verlangen eben etwas mehr oder gehen grundsätzlich auf sowas nicht ein.
     
  7. #6 Pharao, 28.05.2015
    Zuletzt bearbeitet: 28.05.2015
    Pharao

    Pharao Erfahrener Benutzer

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    Hi Dots,

    manchmal ist der Übergang aber sehr fliesend, also was der eine als Drohung auffasst empfindet der andere ggf. nur als netter Hinweis auf mögliche Konsequenzen .... :91:

    • Das man sich lächerlich macht, wenn man eine Drohung nicht umsetzt ==> ja, unter Umständen, also gerade wenn das häufiger der Fall ist.
    • Das man sich lächerlich macht, wenn man eine Drohung nicht umsetzt kann ==> das setzt erstmal voraus, das der Gegenüber die Rechtslage kennt.
    • Das man sich lächerlich macht, wenn man allgemein jemanden droht ==> naja, manchmal erreicht man sein Ziel damit, ganz unabhängig ob man die Drohung durchsetzen hätte können/wollen oder nicht.
     
  8. Agi

    Agi Gast

    Danke erst einmal für eure zahlreichen Antworten! Solche objektiven Antworten helfen dann doch die Sache mal wieder aus einer anderen Seite zu sehen. Ich seh schon wir werden es wohl Vorerst so hinnehmen müssen wie es ist. Hatte etwas die Hoffnung mehr auf seine eigenen Aussagen "Vertrauen" zu können. Er hatte ja bereits bei Einzug zugesichert keine Hunde oder Katzen zu halten und dann beim ersten Gespräch versprochen den Hund zurück zu geben. Er hat den Hund ja auch nur weil Ihn seine Eltern vom Vermieter aus nich halten dürfen. Meine Bedenken liegen auch etwas darin dass der Hund viel allein ist und evtl. Etwas an der Wohnung kaputt macht. Ist ja nicht wie ein "typisches" Kleintier im Käfig. Aus eigener Erfahrung weis ich dass auch kleine Hunde so einiges beschädigen können.

    Schönen Abend euch noch
     
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