Lärm durch Enkelkinder in WEG-Anlage

Dieses Thema im Forum "WEG - Allgemeine Fragen" wurde erstellt von oehmchen1943, 13.07.2016.

  1. #1 oehmchen1943, 13.07.2016
    oehmchen1943

    oehmchen1943 Gast

    Kinderlärm ist zu tolerieren und wird dies auch. Jedoch folgende Situation: Auf der zur Eigentums-Wohnanlage gehörenden Grünfläche befindet sich ein Sandkasten. Sand müsste ausgetauscht werden, das ist klar. Oma und Opa (die "freundlichsten" Miteigentümer) beherbergen mindestens 2 x, wenn nicht 3 x, ihre Enkelkinder, die von der Mutter am Morgen gebracht werden. Diese wohnt in der Stadt und kann die Kinder dort offensichtlich nicht toben lassen. Die Kinder rennen dann erst einmal durch die ca. 85 qm große Wohnung und vermitteln den Eindruck, als wären sie aufgezogen. Bei schönem Wetter haben Oma und Opa (Hochparterre) auf der vor ihrem Balkon befindlichen Rasenfläche (Gemeinschaftseigentum) einen Gummipool und Spielzeug eingebracht, mit dem die Kinder nahe an der 2-stöckigen Fassade selbstverständlich in der gebotenen Lautstärke spielen. Oma und Opa haben sie so im Blick und müssen nicht in den Sandkasten, der etwas abseits von den Häusern liegt. Die Nutzung der zu diesem Gartenteil hinausgehenden Zimmer und Balkone ist nur mit Einschränkungen möglich. Fenster können schon gar nicht geöffnet werden, solange sich die Kinder im Garten lautstark vergnügen.
    Fallen diese Zustände auch in den zu tolerierenden Kinderlärm? Gibt es hierzu bereits Entscheidungen, die man Oma und Opa entgegenhalten könnte, denn anders reagieren die nicht, was aus leidvoller Erfahrung hinlänglich bekannt ist.
     
  2. AdMan

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  3. Andres

    Andres
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    Ich habe mal eben die Umfrage nach E-Mail-Adressen entfernt. Das dürfte von dir kaum beabsichtigt gewesen sein.


    Ich kann in deiner Schilderung nichts erkennen, was nicht in die Kategorie "so sind Kinder eben" fällt. Darauf stellt die gesamte Rechtsprechung zu diesem Thema ab: Gewöhnlicher Lärm durch Spielen, Laufen, ... ist hinzunehmen. Insbesondere bei Säuglingen und sehr kleinen Kindern zählt dazu auch ein erhebliches Maß an Geschrei.

    In den vertraglich festgelegten Ruhezeiten (sofern es die gibt!) wird das etwas restriktiver ausgelegt. Auch in diesen Zeiten gibt es aber kein allgemeines Verbot, nach außen wahrnehmbare Dinge zu tun, die typisch für Kinder sind.
     
  4. #3 Akkarin, 13.07.2016
    Akkarin

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    Mir fehlt die Angabe wie alt die Kinder sind, aber ich gehe davon aus , dass die unter 14 sind?

    Ansonsten sehe ich das wie Andres.
     
  5. #4 BHShuber, 14.07.2016
    BHShuber

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    Hallo,

    hier kannst du nachlesen was du zur Beantwortung deiner Frage benötigst:

    https://mein-nachbarrecht.de/themen...piel-und-ruhebeduerfnisse-aufeinander-prallen

    Gruß
    BHShuber
     
  6. Nanne

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    Den Link von BHShuber habe ich jetzt nicht durchgelesen, aber nach meinem Rechtsempfinden ist es so, dass auch Kindern eine Grenze gesetzt werden kann. Der TE schreibt, es sei ein Sandkasten in nächster Nähe am Haus und ich meine, dass man sich dessen bedienen soll, und kann.
    Es kommt halt, wie immer, drauf an....
     
  7. #6 BHShuber, 14.07.2016
    BHShuber

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    Hallo,

    ZITAT:
    Auch darf eine Eigentümergemeinschaft (in einer Wohnungseigentumsanlage) die gesetzlichen Bestimmungen nicht verschärfen, indem sie in einer Hausordnung regelt, dass zu bestimmten Zeiten alle unnötigen und störenden Geräusche zu unterlassen sind. Das OLG Düsseldorf (Az. 3 Wx 233/08) hält eine solche Gemeinschaftsordnung für unverbindlich. Derartige pauschale Formulierungen sind, so das Gericht, nicht objektivierbar. Die Hausordnung ist deshalb zu unbestimmt. Allerdings konnten sich die gestörten Wohnungseigentümer im entschiedenen Fall erfolgreich auf § 14 WEG berufen. Diese Norm schreibt vor, dass ein Eigentümer durch seine Nutzung der Wohnung die anderen Eigentümer nicht über das bei einem geordneten Zusammenleben unvermeidliche Maß hinaus beeinträchtigen darf. Im konkreten Fall war das OLG Düsseldorf überzeugt, dass der festgestellte Lärm aus Geschrei, lauter Musik, Springen und Trampeln, Möbelrücken und Türenknallen über das hinzunehmende Maß hinausging und somit ein Unterlassungsanspruch nach § 15 WEG, § 1004 BGB begründet ist.
    ZITAT Ende.

    Das wäre die einzige wenn auch höchstwahrscheinlich nicht viel Erfolg versprechende Möglichkeit hier dem Treiben ein Ende zu setzen.

    Gruß
    BHShuber
     
  8. Nanne

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    Naja, ein kleiner Hoffnungsschimmer mit großem Risiko. Wohl dem, der sich damit nicht rumplagen muß.
     
    Fischlaker gefällt das.
  9. #8 SingleBells, 14.07.2016
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    Kinder sind Kinder- man kann ihnen durchaus ab einem gewissen Alter beibringen, ein wenig leiser zu sein.
     
  10. #9 oehmchen1943, 15.07.2016
    oehmchen1943

    oehmchen1943 Gast

    Ich möchte mich auf diesem Wege bedanken für die vielen Hinweise. Ich werde sie weitergeben. Danke
     
  11. #10 Akkarin, 15.07.2016
    Akkarin

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    Auch deine Eltern mussten sich min. 1x damit rumplagen.
    Deshalb hab ich ja nach dem Alter gefragt.
     
  12. #11 Nanne, 15.07.2016
    Zuletzt bearbeitet: 15.07.2016
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    Rumplagen ist der falsche Ausdruck. Wenn man selbst Kinder großgezogen hat kommt eimnal die Zeit wo man übermäßiges Getobe von Kindern vermeidet. Das geht den meisten Eltern so.
     
  13. #12 Pharao, 16.07.2016
    Zuletzt bearbeitet: 16.07.2016
    Pharao

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    Hi,

    naja, das ist wohl eher jetzt eine reine Vermutung von dir, oder :?

    Ich mein, soll auch vorkommen das Eltern arbeiten wollen oder sogar müssen und wenn man dann jetzt noch annimmt, das es in manchen Städten garnicht so einfach ist einen Kita- oder Kindergartenplatz zu bekommen, dann erklärt das ggf. auch warum die Kinder dankend bei Oma & Opa abgeliefert werden. Natürlich wären hier auch andere Gründe denkbar, aber deine Aussage halte ich schon für arg gewagt.

    Also wenn der Sandkasten nicht benutzbar ist bzw. sich in einem schlechten Zustand befindet, dann versteh ich das durchaus, das dieser ungern von Oma & Opa angelaufen wird. Ich mein, ein paar Sätze vorher hast du noch geschrieben Zitat "Sand müsste ausgetauscht werden, das ist klar".

    Schönes Wetter, Wasser und Kinder, das geht m.E. nicht leise!

    Grundsätzlich m.E. auch nicht so schlimm, wenn das jetzt nicht jeden Tag über mehrere Stunden ist. Das Kindergeschrei echt nervend seinen kann, da geb ich dir völlig recht, aber in einem MFH muss man eben auch auf die Belange andere Rücksicht nehmen und nicht nur auf seine Eigenen. Ich mein, es gibt schon einen Grund, warum zB. einige Studenten gerade im Sommer lieber für ihre Prüfungen nachts lernen, auch wenn das nicht ihr normaler Rhythmus ist.

    Das einzige was man hier ggf. mal überprüfen könnte wäre, ob man die Gemeinschaftsfläche so benutzt darf, gerade wenn das Planschbecken nicht jeden Abend abgebaut wird? Das nutzt aber m.E. wiederum wenig, wenn grundsätzlich alle Mieter die Gemeinschaftsflächen ohne größere Einschränkungen frei benutzen dürfen, denn spielende Kinder machen einfach mal krach, auch wenn da kein Planschbecken stehen würde.

    Das ist leider jetzt eine Aussage, mit der man wenig bis garnix anfangen kann. Ich mein, es macht doch einen gewaltigen Unterschied, ob hier zB jeden Tag 8 Stunden krach ist oder nur einmal in der Woche bei schönen Wetter für`ne 1/2 Stunde. Und gerade beim letzteren, wäre es dann so schlimm einfach für diesen Zeitraum die Fenster zu schließen und gut ist :?

    Sicherlich gäbe es noch die ein oder andere (erlaubte) Möglichkeit, denen das unattraktiv zu machen. Die Frage wäre hier aber dann eher, was einem wichtiger ist, denn das Verhältnis zu diesen Mietern wird dadurch sicherlich auch nicht besser. Und gelegentlich wird dann aus einer keinen Mücke ein großer Elefant, was im aller schlimmsten Fall zu einen endlosen Rechtssteit führt. Sollte man sich also ggf. auch vorab gut überlegen.



     
  14. Duncan

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    Im Zweifel rede ich direkt mit den Kindern! Auch im Kindergartenalter haben die durchaus ein Einsehen, dass nicht immer und überall Toben und Schreien angesagt ist, gerade wenn man ihnen Alternativen benennt(den Spielplatz, Bolzplatz usw.) und schmackhaft macht (die Schaukel, Klettergerüst, Basketballanlage, ...),dann drängen die ihre Eltern/Großeltern schon geradezu dahin. Wichtig ist dabei der richtige Ton.
     
  15. Pharao

    Pharao Erfahrener Benutzer

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    Hi,

    eine wichtige Voraussetzung wäre hier aber erstmal (und daran könnte es u.U. in vielen Gegenden auch schon scheitern), das attraktive Alternativen für das jeweilige Alter auch in der näheren Umgebung vorhanden wären und falls vorhanden, in welchem Zustand? Als zweites großes Problem sehe ich hier durchaus auch die Eltern/Großeltern, warum dieser Vorschlag letztlich scheitern könnte. Ich mein, es ist hier ja nicht mit einmaligem überreden/drängeln der Kinder getan, sondern auf lange Sicht müssten hier dann auch die Eltern/Großeltern regelmäßig bei schönen Wetter "mitspielen".

    Bitte jetzt nicht falsch verstehen, probieren kann man diesen Vorschlag durchaus, aber allzu große Hoffung würde ich mir da nicht machen :(


    Mal abgesehen davon, wenn ich das richtig verstehe aus dem Text vom Fragesteller, dann geht es hier hauptsächlich um das gelegentliche rumgeplansche an schönen Tagen für max. ein paar Stunden. Also reden wir letztlich hier gerade mal von Juni, Juli, August. Und wenn ich jetzt noch das Wetter 2016 mit in`s "Boot" bringe .... :91:

    Ich denke, die einfachste Lösung wäre hier für alle, wenn die Kinder eben mal wieder am rumplanschen sind, das man dann einfach eben für diesen kurzen Zeitraum seine Fenster schließt und gut ist. Oder Alternativ, wenn eh schon so schönes Wetter ist, warum dann nicht selber zB einen Ausflug in den nächsten Biergarten machen?


     
  16. Duncan

    Duncan
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    Es hat halt schon mal funktioniert, genau deshalb würde ich auch den erneuten Versuch unternehmen. Kann klappen, muss aber nicht. Völlig richtig.

    Wichtig ist halt auch woran man sich stören möchte und was einem einfach am Moors vorbeizieht.
    Oder Prinzip Party: Wenn es zu laut wird, mach ich mit...
     
  17. Nero

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    Wieso das denn?
    Wenn der Verursacher meint, dass es zu laut wird, hat er! mich daüber zu informieren. Und gut ist - auch rund um die Uhr.

    Man redet nicht mit den Kindern - sondern mit den selbstsüchtigen Eltern. Was dabei raus kommt, kann man knicken.
     
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