Langjährigen mündlichen in schriftlichen Mietvertrag ändern

Diskutiere Langjährigen mündlichen in schriftlichen Mietvertrag ändern im MV - Allgemeine Fragen Forum im Bereich Mietvertrag über Wohnraum; Hallo, die Mutter meiner Lebensgefährtin vermietet sein nunmehr 15 Jahren ihr Elternhaus inkl. Garten an Ihre Nichte. Die derzeitige Miete...

  1. #1 depo459, 18.10.2010
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    Hallo,

    die Mutter meiner Lebensgefährtin vermietet sein nunmehr 15 Jahren ihr Elternhaus inkl. Garten an Ihre Nichte. Die derzeitige Miete beträgt 300€ und damit wesentlich weniger als durch den gegenwärtigen Mietspiegel möglich wäre. Da das Haus inzwischen mehr und mehr sanierungsbedürftig ist, dies durch die Mieteinahmen nicht finanzierbar ist und die Mieterin ausserdem nicht zu einer gewissen Eigenleistung bereit ist, möchten wir diesen Zustand ändern und einen schriftlichen Vertrag mit entsprechenden Klauseln und einer angepassten Miete erstellen.

    Kann/darf die Mieterin dies ablehnen?
    Wenn nein, und sie weigert sich: Kann man ihr dann kündigen?

    Ausserdem denken wir daran das Haus zu verkaufen. Ein Vorkaufsrecht auf Mietbasis hat die Mieterin abgelehnt.

    Welche Möglichkeiten der Kündigung hätte man in diesem Fall um das Anwesen anderweitig zu veräussern?

    Danke im Voraus.

    Depo459
     
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  3. kathi

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    Die Mieterin muss einem schriftlichen Mietvertrag nicht zustimmen, da dieser sie idR schlechter stellt. Wenn, ausser der Miete, keine beweisbaren mündlichen Absprachen bestehen, gelten die Bestimmungen des BGB. Auch bei einem mündlichen Mietvertrag kann die Miete erhöht werden.

    Die Mutter könnte auf Eigenbedarf für dich und deine Lebensgefährtin (oder nur für sie) kündigen, aber dann müsstet ihr auch eine Weile drin wohnen, sonst wärt ihr schadensersatzpflichtig. Die Kündigungsfrist wären 9 Monate.
    Ist das Verhältnis mit der Nichte so schlecht, dass man nicht mit ihr reden kann? Ist doch immerhin Familie.
     
  4. #3 depo459, 18.10.2010
    depo459

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    Naja, das Verhältnis ist bis auf diesen einen Punkt nicht schlecht. Nur ist die Mutter eben finanziell nicht in der Lage das Haus nach den Wünschen der Nichte umfassend zu modernisieren. Deswegen ist ja auch als letzte Möglichkeit der Verkauf angedacht.
     
  5. #4 armeFrau, 18.10.2010
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    Die Nichte ist schön egoistisch und schert sich offenbar nicht um ein gutes Familienverhältnis.
    Ich würde mit ihr reden und ihr ganz klar plausibel machen, dass es für sie nur die von kathi aufgezeigten Möglichkeiten gibt, notfalls eben Eigenbedarfskündigung.
     
  6. #5 depo459, 18.10.2010
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    Eine Eigenbedarfskündigung ist diesem Fall aus verschiedenen Gründen keine Option. Es muss doch noch andere Möglichkeiten geben.

    Also doch Mieterhöhung. Wie hoch kann man gehen? Kann man die Miete mit einem Mal auf das ortsübliche Maß anheben oder was ist dabei zu beachten?
     
  7. kathi

    kathi Gesperrt

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    Es gibt noch die Möglichkeit der Kündigung aufgrund fehlender wirtschaftlicher Verwertbarkeit, aber da muss es schon krass kommen.
    Wie z.B.
    Das Haus hat in dem Zustand, in dem es ist, einen Marktwert von 50 000 €. Selbst mit Investitionen ohne Ende würde es aufgrund der Marktlage aber nie mehr als 150 000€ bringen. Nun hat man aber einen Investor, der das Haus abreissen würde und eine Reihenhaussiedlung draufstellen würde und der bietet für den Grund 300 000€. So hätte man einen Grund für diese Art von Kündigung. Aber diese Dimension zwischen vermietet und unvermietet sollte schon vorhanden sein.

    Maximal 20% in 3 Jahren.
    Ich weiss nicht wie hoch bei euch die ortsübliche Vergleichsmiete ist, aber bei 20% in 3 Jahren ist Ende der Fahnenstange. Es sei denn ihr modernisiert und legt dann noch die erlaubten 11% auf die Miete obendrauf.
    Würde dir gern was anderes sagen, aber wenn man Mieten zu niedrig ansetzt, dann ist man als Vermieter leider oft der Gelackmeierte.

    Zum Verkauf:
    Ihr könnt doch mal einen Versuchsballon starten und einfach testen, ob ihr das Haus nicht evtl. auch vermietet verkaufen könnt. Käufer, die einziehen wollen, haben ja einen Grund für eine Eigenbedarfskündigung.
    Zuallererst würde ich aber die Miete anheben.


    Da fällt mir noch was ein:
    Ist der Nichte überhaupt klar, was Modernisierungen so teilweise kosten können? Mietern ist oft nicht bewusst, was da kurz mal für Summen fliessen.
    Wir hatten mal einen Mieter, der meinte, dass wir doch mal ein "bisschen" Geld in eine Vollwärmedämmung stecken sollten. Seine Schätzung der Kosten lag so ca. 30-35 000€ unterhalb der Realität. Wir haben ihm damals gesagt, dass er seine Wärmedämmung haben kann, wenn er uns jemand bringt, der das für den von ihm genannten Preis sauber macht. Wir warten immer noch ;-)
     
  8. #7 depo459, 19.10.2010
    depo459

    depo459 Neuer Benutzer

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    Erstmal Danke für die vielen Hinweise. Habe mir ausserdemmal die entspechendn Paragraphen im BGB herausgesucht. Mal sehen wie es weiter geht.
     
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