Lasten und Beschränkungen - ich verstehe leider nur Bahnhof :-)

Dieses Thema im Forum "WEG - Allgemeine Fragen" wurde erstellt von SpringGreen, 18.04.2009.

  1. #1 SpringGreen, 18.04.2009
    SpringGreen

    SpringGreen Neuer Benutzer

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    Hallo zusammen,
    wir interessieren uns für ein Haus, das zwangsversteigert werden soll. Haben nun gestern das Verkehrswert-Gutachten bekommen, und verstehen leider einige Dinge nicht ganz, da es auch das erste Haus ist, für das wir uns nun wirklich interessieren.
    Im Gutachten sind Lasten und Beschränkungen aufgeführt und auch durch ausführliches Suchen im Internet wurde ich nicht schlüssig daraus, was das letztendlich FÜR UNS zu bedeuten hat:

    1. Reallast, 2.500 € / Monat für Frau ........., geb. 01.01.1961 auf Lebenszeit, bzw. 31.12.2026. Jahresbetrag 2.500 € x 12 = 30.000 €. Vervielfältiger 12,09 (Anlage 4 WertR) bei 18 Jahren Restlaufzeit und 5,0%
    Barwert der Reallast: 30.000 € x 12,09 = 362.700 €.

    Was soll das bloß bedeuten?

    Das 2. ist:
    Wohnungsrecht unentgeltlich, am gesamten Anwesen für Frau ..........., geb. 02.02.1964 auf Lebenszeit. Veranschlagter Jahreswert 14.400 € ./. 15% Bewirtschaftungskosten, verbleiben 12.240 €.
    Alter der Berechtigten zum Wertermittlungsstichtag 44 Jahre.
    Leibrentenbarwertfaktor 21,42 (bei 3,5% Zins) ..... nach Sterbetafel 2005/2007.
    Wert des Wohnungsrechts: 12.240 x 21,423 = 262,218 €, gerundet 262.000 Euro.
    Was bedeutet nun das für uns? Kann uns jemand helfen?
    Mit lieben Grüßen,
    SpringGreen
     
  2. AdMan

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  3. #2 lostcontrol, 19.04.2009
    lostcontrol

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    sieht ganz so aus als hätte besagte frau X ein wohnrecht auf lebenszeit.
    wollt ihr selbst in das haus einziehen?
     
  4. kummer

    kummer Erfahrener Benutzer

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    Wohnungsrecht unentgeltlich, am gesamten Anwesen [...] auf Lebenszeit.

    Was ist das für ein Haus? Wieviele Einheiten? Du mußt sonst warten bis die Frau das Zeitliche segnet. Und mit 45 sind das noch ein paar Tage bis dahin.
     
  5. #4 lostcontrol, 19.04.2009
    lostcontrol

    lostcontrol Erfahrener Benutzer

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    kummer - das mit den einheiten frag ich mich auch.
    immerhin steht da:

    "am gesamten anwesen" könnte schlimmstenfalls bedeuten auch in sämtlichen räumen, das würde bedeuten, dass dort definitiv niemand anderes mit einziehen kann.
    und frau X ist jahrgang 64! also meine omi wird dieser tage 96, bei bester körperlicher gesundheit (mal abgesehen davon, dass wir in der weiteren verwandtschaft aktuell sage und schreibe 3 über-100jährige haben)...

    aber vielleicht kann man das wohnrecht auf lebenszeit ja auch ablösen?
    es wird ja immerhin der WERT dieses wohnrechts angegeben (wenn ich's recht verstanden hab 262.000 €).

    ich würd mir kein haus kaufen, in dem jemand wohnrecht auf lebenszeit hat.
    da ist man doch nicht frei selbst etwas zu gestalten und muss erst recht immer nur geld für die mieter reinstecken - und das in dem fall, ohne dass überhaupt miete bezahlt wird...
    wie ist das in so 'nem fall eigentlich steuerlich mit den instandhaltungen usw.? es ist ja dann immerhin offiziell das eigene häusle, auch wenn jemand anderes drinwohnt... sind da dann die notwendigen ausgaben wenigstens trotzdem absetzbar?

    aber wofür sowas überhaupt kaufen?
    selbst kann man nicht einziehen und als reines wirtschaftsobjekt isses auch untauglich, weil ja keine miete reinkommt...

    EDIT:
    habt ihr euch schon den grundbucheintrag angeschaut?
     
  6. kummer

    kummer Erfahrener Benutzer

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    "am gesamten Anwesen" bedeutet einfach, das du dieser person weiterhin Keller, Garage, Garten etc., was eben als "gesamtes Anwesen" gilt, mitnutzen lassen mußt.
    Sollte ein Mitnutzen nicht möglich sein, hast du Pech und der andere den Vortritt.
    (Der halt im Grundbuch steht)

    Ich würde im Leben so eine Immo nicht kaufen, selbst wenn nur zwei Einheiten "auf dem Anwesen" sind. Bei einer schon granicht. Oftmals gibt es die Klausel das Grundeigentum zu Lebzeiten nicht veräußert werden darf.

    Blos die Finger von lassen. Egal wie günstig. Es sei denn man plant für die Enkel und das Geld muß weg. Aber selbst da würd ich ins Kasino gehen und auf Rot oder Schwatt setzen.

    Ess sei denn, es ist ei nMehrparteienhaus ... da könnte das ganze auch anders liegen. Aber ohne Infos .. blos Finger still halten.
     
  7. RMHV

    RMHV Erfahrener Benutzer

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    Viel Panik und dafür wenig Ahnung... :wink

    Warum macht man sich so große Sorgen um ein Wohnrecht, ignoriert aber die Reallast? Im Gegensatz zum Wohnrecht muss bei der genannten Reallast jeden Monat noch zusätzlich ein Betrag von 2500 € gezahlt werden. Der Jahresbetrag von 30.000 € wird ignoriert, der Wert des Wohnrechts lt. Gutachten von 12. 240 € p.a. löst Panik aus?

    Gegen Panik hilft aber ein Blick ins Gesetz, hier speziell die §§ 90,91 Zwangsversteigerungs- und Zwangsverwaltungsgesetz. Danach erlöschen mit dem Zuschlagsbeschluss in der Zwangsversteigerung alle eingetragenen Rechte.
     
  8. #7 lostcontrol, 21.04.2009
    lostcontrol

    lostcontrol Erfahrener Benutzer

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    also im eingangsposting wird der wert des wohnrechts mit 262.000 € angegeben - das ist dann doch ein bisschen mehr, oder nicht?

    super, DAS ist natürlich dann klasse.

    aber warum steht dann dieser ganze kram drin, in einem gutachten zum verkehrswert?
     
  9. RMHV

    RMHV Erfahrener Benutzer

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    Lesen bildet... :wink
    Für die Reallast ist der Barwert mit 362.700 € angegeben. Wenn dir also die Barwerte lieber sind als die Jahresbeträge, dann solltest du schon in beiden Fällen diese Werte nehmen. Noch Fragen?


    Es steht nun mal da... Möglicherweise hat das Gericht den Gutachterauftrag einfach so erteilt.
    Der Bieter in der Zwangsversteigerung wird diese Beträge wohl nicht benötigen. Bei einem freien Verkauf wäre die Bewertung der Rechte aber zweifellos erforderlich. Vielleicht hat der Gutachter nur einen immer gleichen Ablauf bei der Gutachtenerstellung eingehalten, zu dem die Bewertung sämtlicher Rechte einfach dazugehört. Im übrigen wird die Bewertung der Recht auch für die Verteilung des Versteigerungserlöses erforderlich sein.
     
Thema: Lasten und Beschränkungen - ich verstehe leider nur Bahnhof :-)
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