Leben auf der Baustelle

Diskutiere Leben auf der Baustelle im Modernisierung und Sanierung Forum im Bereich Mietvertrag über Wohnraum; Hallo miteinander, ich wusste nicht genau, wo ich das Thema eröffnen sollte. Modernisierung/Sanierung trifft es nicht genau, aber doch am...

  1. #1 murmello, 01.08.2018
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    Hallo miteinander,

    ich wusste nicht genau, wo ich das Thema eröffnen sollte. Modernisierung/Sanierung trifft es nicht genau, aber doch am besten.

    Mein Freund und ich haben zum 1.2.18 eine Mietwohnung bezogen. Es handelt sich um eine Wohnung in einem 26-Parteien-Komplex, Neubau. Unsere Vermieterin ist eine sehr nette, alte Frau, die mit der Situation extrem überfordert ist.

    Zum Einzugstermin war die Wohnung nicht fertig (keine Dusche, Balkon kein Bodenbelag, viele Kleinigkeiten usw.), die Anlage insgesamt noch eingerüstet und Rohbau. Wir brauchten allerdings eine Bleibe, weil unser alter Mietvertrag gekündigt war, wir Nachmieter hatten und so sind wir auf die Baustelle gezogen. Insoweit war das für uns kein Problem, weil die Wohnung an sich (mit Einschränkungen) schon bewohnbar war. Wir mögen unsere Vermieterin und haben deswegen von Anfang an auch regulär Miete gezahlt.

    Was uns allerdings stört sind die nicht angekündigten Arbeiten, die auf unserem Balkon durchgeführt werden. Manchmal passiert lange, lange nichts und dann wird mal wieder etwas gemacht - für uns ist also gar nicht vorhersagbar, wann man mit Arbeitern rechnen muss. Da der Komplex nach wie vor eingerüstet ist, wird dann auch vorher nicht geklingelt, sondern einfach über die Balkonbrüstung gesprungen - auch morgens Samstag halb 9, wenn die Rollos oben sind und die Menschen nackt in ihren Betten liegen. So dufte ich den letzten Bauarbeiter nämlich begrüßen.
    Wir reden hier leider auch nicht von 1-2 "Terminen". Erst kam die Firma, die den Estrich verlegt hat (1 Termin), später kamen die Dachdecker, die eine Feuchtigkeitfolie verlegt/verschweißt haben (3 Termine), dann kamen die Verputzer, die die Dämmlücke zum Boden augefüllt haben (4 Termine) - bisher nur den Balkon betreffend, alles immer ohne Ankündigung. Entsprechend schlecht kann man für die Arbeiten den Balkon freifräumen und dann werden Blumenkübel umgeworfen und Wäsche verdreckt oder die Handwerker stehen halt da, wenn man sich gerade im Schlafzimmer umzieht o.ä.
    Unsere Vermierterin ist halt einfach überfordert. Sie kommt manchmal vorbei und bringt Blumen o.ä. und da hab ich das (im Netten) kurz angesprochen, aber mehr als "Ach Gottchen" kommt da nicht.

    Ich hab mich jetzt direkt an den leitenden Architekten gewandt und nach den konkreten Terminen gefragt, zu denen Arbeiten stattfinden sollen, die unseren Balkon betreffen. Ich weiß jetzt, was noch alles gemacht werden muss (5 Arbeitsschritte, jeweils andere Firmen), aber wann genau, das weiß ich nach wie vor nicht. "Ca. Mitte nächster Woche", "danach dann", "später" - das ist halt alles nicht konkret. Und inzwischen bin ich schon so gewurmt, dass es mir nicht mal mehr reicht, dass vorher geklingelt wird, sondern ich auszuführende Arbeiten spätestens den Tag zuvor mitgeteilt haben will.

    Mich würde interessieren, wie solche Arbeiten sonst ablaufen. Also wenn Sanierungen/Modernisierungen gemacht werden, ggf. auch von größeren Objekten, wo sich vielleicht nicht ganz genau abschätzen lässt, wie schnell man mit einer Arbeit bei allen Wohnungen durch ist. Wie werden Arbeiten da angekündigt? Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass das so der gängige Usus ist.
    Wie gesagt, unsere Vermieterin ist damit einfach überfordert und sie muss sich an denselben Architekten wenden und lässt sich höchstwahrscheinlich sogar schneller abwimmeln. Mir ist egal, von wem ich Informationen erhalte, ich will es nur einfach wissen, damit sich o.g. Situationen einfach nicht wiederholen.

    Ich bedanke mich schon mal recht herzlich für Antworten.
     
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  3. #2 ehrenwertes Haus, 01.08.2018
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    Du kannst eine Altbaussanierung oder Modernisierung nicht wirklich mit der Fertigstellung eines Neubaus vergleichen.

    Bei einer Sanierung hat der Eigentümer bzw. die Hausverwaltung als Auftraggeber Einfluß darauf wann welche Arbeiten gemacht werden.

    Ein MFH-Neubau wird meist von einer Baugesellschaft erstellt.
    Den Käufern solcher Wohnungen wird nur mitgeteilt, wann der Bau planmäßig fertig sein soll, nicht aber wann welche Arbeiten gemacht werden.

    Aus deiner Sicht wäre eine Vorwarnung wann Handwerker anrücken natürlich wünschenswert.
    Aus Sicht der Baugesellschaft nicht, weil das ihren Zeitplan einzuhalten deutlich erschweren würde und wetterabhängige Arbeiten kurzfristig einplanen extrem erschweren würde.

    Die ausführenden Handwerker erhalten i.d.R nur einen Zeitraum vorgegeben, indem sie ihre Arbeiten abschließen sollen.
    An welchen Tagen das dann genau geschieht bleibt diesen Firmen überlassen.
    Daher kann dir der Bauleiter keine bessere Auskunft geben. Er kennt ja nicht die internen Zeitpläne aller an einem Neubau beteiligten Firmen, nur seine Zeitplanung in welchem Zeitraum bestimmte Arbeiten stattfinden sollen.

    Du solltest dich einfach auf "Besucher" ab 7 Uhr einstellen und deine Wohnung dann blickdicht haben, wenn du im Eva- oder Adamskostüm dort ungesehen bewegen möchtest.
    Das ist halt so, wenn man auf eine Baustelle dieser Art zieht.


    Stellt sich die Frage, ob eine Mietkürzung überhaupt berechtigt gewesen wäre oder ist?
    Bei Vorkenntnis nein.

    Wann soll der Neubau denn fertig gestellt sein? Und was wurde euch bei Vertragsabschluß zugesichert?
     
  4. #3 murmello, 01.08.2018
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 01.08.2018
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    Das hatte ich mir schon irgendwie gedacht, nur hab ich zu so einer Konstellation leider nichts finden können. Deswegen hab ich es in diesem Bereich gepostet, in der Hoffnung, dass der ein oder andere hier schon einmal einen ähnlichen Fall hatte - also eine vermietete Neubauwohnung, die zum Zeitpunkt des Einzuges nicht fertiggestellt war und wie im Folgenden damit umgegangen wurde.

    Uns war nicht bekannt, dass zum Zeitpunkt des Einzuges unsere Wohnung nicht fertiggestellt ist. Es war bekannt, dass einige Arbeiten an der Außenanlage noch gemacht werden müssen und das Gerüst noch eine kurze (!) Zeitspanne stehen soll. Vertraglich vereinbarter Mietbegrinn war im Übrigen der 15.01.18. Wir hätten die Miete bei Einzug mindern können, haben es aber nicht gemacht. Ersten weil man m.M.n. ein Mietverhältnis so nicht beginnt, aber auch weil uns die Vermieterin leid tat und der Zustand (Gerüst und unsere Wohnung betreffend) nur wenige Wochen anhalten sollte. Andere Anwohner wurden alternativ - über Monate - untergebracht und ihre Möbel eingelagert, bei gleichem Bauzustand - auf Kosten der jeweiligen Vermieter, die sich wiederum das Geld beim Bauträger eingefordert haben (und mit Glück auch bekommen haben). Wie wir später erfahren haben, befindet sich der Bauträger nun mehr als ein Jahr im Verzug und hat inzwischen Zahlungsschwierigkeiten, weswegen "Bauphasen" allein deswegen schon nicht abschätzbar sind, weil Arbeiten immer nur dann kleckerweise stattfinden, wenn Geld geflossen ist.

    Was im Klartext bedeutet, dass die Wohnung nicht vertragsgemäß genutzt werden kann. Man kann sich in seiner Wohnung nicht bewegen, wie man es möchte (oder sitzt halt dauerhaft im Dunkel) und kann entsprechend zur Zeit über Nacht dann auch nicht wirklich, wenn man nicht will, dass ein Arbeiter am Morgen direkt bei offener Tür einen Meter vom Bett entfernt steht. Und das eben nicht für eine oder zwei Wochen, sondern über dann am Ende über 8 Monate.

    Also wir sind wirklich Menschen, mit denen man reden kann und sind da weit kompromissbereiter als andere. Das in der Form ist allerdings kein Zustand. Im Grunde haben uns die vertraglichen Gegebenheiten zwischen Vermieter und Bauträger auch nicht zu interessieren. Wir haben einen Vertrag mit unserer Vermieterin und dieser sieht eben nicht vor, dass über Monate - strenggenommen - immer wieder Hausfriedensbruch begangen und Eigentum beschädigt wird. Das ist absolut traurig, weil wir beide Menschen sind, die auf dieser Sachgrundlage gar nicht diskutieren wollen, uns auch nicht über den Bauzustand an sich ärgern, sondern lediglich über das "wie gearbeitet wird" - nämlich ohne jegliche Ankündigung.

    Mod: hab mal versucht die Quotes zu reparieren. D.
     
  5. #4 immobiliensammler, 01.08.2018
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    Sprecht doch mal mit Eurer Vermieterin, wie deren Vertrag mit dem Bauträger ausschaut. Eventuell ist der die Mietminderung egal, weil sie diese eins zu eins an den Bauträger durchreichen kann, der dann evtl. - je nach vertraglich zugesicherten Terminen - an die Handwerker, dann landet die Rechnung ja wenigstens bei dem Verantwortlichen für die Verspätung.
     
  6. #5 murmello, 01.08.2018
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    @immobiliensammler

    Wie gesagt, uns geht es gar nicht um eine Mietminderung. Ich hab das nur angemerkt, um zu zeigen, dass wir zu den entspannteren Mitmenschen zählen. Uns geht es wie gesagt nur um die Ankündigung von Arbeiten - eben damit man sich darauf einstellen kann. Dann kann man die Wäsche vom Balkon holen und Möbel/Pflanzen wegstellen und entsprechend Rollo's unten halten o.ä.

    Ich weiß nicht, aber ich denke, es sollte doch möglich sein, Arbeiten anzukündigen. In dem Fall vielleicht nicht xy Tage vorher, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass die leitende Person erst morgens, wenn sie auf die Baustelle kommt, erfährt, ob heute Arbeiten ausgeführt werden. Liegt ja im Verantwortuungsbereich des Bauträgers, dass die Arbeiten sich verzögert haben - ggf. muss er dann auch mehr Aufwand betreiben und zumindest einen Tag vorher Aushänge machen, die Ankündigen, dass Arbeiten auf den Balkonen ausgeführt werden. Irgendwas auf die Art.
     
  7. #6 ehrenwertes Haus, 01.08.2018
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    Naja... ernsthafte Terminankündigungen von den Handwekern wirst du nicht bekommen.
    Und wenn, dann steht da z.B. "In KW 20-36 sind Arbeiten am Dach geplant." Das bringt dich nicht weiter. Mehr weiß aber auch ein Bauleiter nicht.
    Die taggenaue Terminierung machen die ausführenden Firmen mit sich selber aus.

    Daher hast du nur die Wahl dich auf unangekündigte Handwerkern einzustellen.
    Dass der Zustand alles andere als angenehm ist, ist klar. Nur läßt sich daran leider nichts ändern, wenn ihr nicht bis zum Abschluß dieser Arbeiten in eine Übergangsbehausung (Ersatzwohnung, oder Hotel, oder ... ) wollt.

    Es kann schon sein, dass eine Mietkürzung rechtlich möglich wäre.
    Nur das sollte ein Anwalt beurteilen, der wirklich alle Fakten kennt.

    Das du nicht der VM durch Mietkürzung schaden oder sie unter Druck setzten möchtest, finde ich sehr fair.
    Das kann aber auch eine unsinnige Geste des Entgegenkommens sein, wenn sich deine VM an anderer Stelle schadlos halten kann.

    Wenn ihr, also deine VM und du, vom Grundgedanken einig seid, könnt ihr euch auch gemeinsam bei einem Anwalt beraten lassen.
    Deine VM kann nur dann Forderungen an den Bauträger stellen, wenn ihr durch die verzögerte Fertigstellung des Baus wirklich ein Schaden entsteht.
    Dafür braucht auch sie Belege, sprich eine Mietkürzung von euch.

    Wirklich wichtig für euer Mietverhältnis ist nur, dass ihr miteinander redet, fair seid und bleibt.
    Dann findet man auch Lösungen mit denen beide Seiten gut leben können, egal was irgendwelche § dazu meinen.
    Die § braucht man erst, wenn man sich nicht anderweitig einigen kann.
     
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  8. Andres

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    Das sehe ich anders, zumindest für einige der Beanstandungen. Gerüst hin oder her: Auf dem Balkon hat der Mieter Hausrecht. Dass die Handwerker die Möglichkeit haben, dort jederzeit unangekündigt einzusteigen, heißt noch lange nicht, dass sie das auch dürfen. Entsprechendes gilt für großflächige Terminankündigungen über Wochen oder gar Monate und viele andere Themenfelder: Es mag in der Praxis schwer zu unterbinden sein, aber es ist nicht rechtens.


    Ein Anwalt, der sich darauf einlässt, ist fachlich eine derartige Pfeife, dass ich mich dort nicht beraten lassen würde (§ 356 StGB).


    Habe ich hier etwas überlesen? Ist der Inhalt des Bauträgervertrags (wenn es denn diese Vertragsform ist) bekannt? Ist bereits klar, dass dort keine Vertragsstrafen vereinbart sind? In dieser pauschalen Form ist deine Aussage nicht richtig.

    Der Sachverhalt hat eine gewisse Komplexität und wir kennen nur einen kleinen Ausschnitt des Gesamtbilds. Ich sehe hier durchaus noch die Möglichkeit, dass die Vermieterin sich "dumm stellt" und gleichzeitig die volle Miete und Vertragsstrafen kassiert. Mir sind solche Leute einfach schon viel zu häufig begegnet, als dass ich so etwas ausschließen wollte.

    Auch darf man die Ursache des ganzen Übels nicht vergessen: Die Vermieterin hat einen Mietvertrag zu einem Datum abgeschlossen, zu dem sie höchstens vermuten aber sicher nicht wissen konnte, ob ihr die Wohnung überhaupt zur Verfügung steht. Das hat sie sicher nicht aus reiner Nächstenliebe getan, daher finde ich es nur fair, sie auch mit den Folgen ihres Handelns zu konfrontieren.
     
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  9. #8 ehrenwertes Haus, 01.08.2018
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    Naja, kommt halt darauf an in welcher Richtung man sich gemeinsam beraten lassen möchte.

    Für evt. Forderungen an den Bauträger oder wie kann man Druck in Richtung zügigen Bauabschluß aufbauen finde ich das nicht schlimm. Mit dem hat der Mieter keine Verträge.
    Nicht als fachkundig geleitetes Brainstorming "wie würg ich meinem VM oder M gründlich eins rein".

    Zu
    hast du natürlich Recht.
    Ich meinte meine Aussage ausschließlich bezogen auf evt. Mietkürzungen, die auf der verzögerten Baufertigstellung beruhen.
     
  10. Andres

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    Du wirst ja auch nicht verknastet - der Anwalt schon. Die Fragestellung an sich macht doch praktisch unumgänglich, den Mieter darauf hinzuweisen, dass sein stärkstes (und vielleicht einziges) echtes Druckmittel die Mietminderung ist. Andererseits wäre der bloße Hinweis bereits "pflichtwidrig" im Sinne des Mandats der Vermieterin - die Gegenseite auf Rechte hinzuweisen, von der sie vielleicht noch gar nichts wusste, gehört zweifellos in diese Kategorie.

    Weitere Interessenskonflikte lassen sich sicher finden. Dem sollte sich wirklich kein Anwalt aussetzen.
     
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  11. #10 Goldhamster, 02.08.2018
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    Hallo,



    Alsoooo, normal ist es auf dem Bau so:
    in den Preis für die Handwerkerleistungen ist immer ein netter Mensch eingerechnet, der mit den einzelnen Mietern Gesräche über ihre Sorgen und Probleme und sonstigen Befindlichkeiten führt.
    Ihn können alle 26 Parteien zu jeder Tag- und Nachtzeit anrufen und sich ausheulen.
    Er sorgt auch dafür, dass z. b. kein Bauarbeiter mit dreckigen Schuhen auf anderer Leute Balkon läuft oder während der Arbeit gar laute Geräusche macht.

    Wie soetwas abläuft, kannst du in etwa hier sehen:

     
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  12. #11 murmello, 27.09.2018
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    Wie ihr euch vielleicht denken könnt, ist die Baustelle noch weit davon entfernt, fertiggestellt zu sein. Es gibt aber inssofern Neuigkeiten, als dass unser Balkon inzwischen gefliest ist. Hier will ich bei Gelegenheit beim Architekten nachfragen, ob der Boden noch eine Imprägnierung bekommt - wenn nicht, möchte ich das mit der Vermieterin absprechen. Es sind hellgraue Betonfliesen verlegt, die so schon sehr leicht Wasserränder bekommen, da möchte ich ungerne auf Kaffee oder Rotwein versehentlich verschütten.. Fertig ist der Balkon noch nicht, zumindest die Plattenleger, Verputzer und Elektriker müssen noch kommen, sofern sie dass jeweils bei einer Sitzung schaffen..

    Ansonsten gab es hier ein ganz neues Desaster und momentan weiß ich noch nicht genau, ob ich das so hinnehmen möchte. Wie sich vor drei Wochen herausgestellt hat, wurde seitens des Bauträgers (so genau kenne ich als Mieterin die Verhältnisse nicht) am Nachbarhaus eine Videokamera installiert, die u.a. unseren Balkon und den Fensterbereich unseres Wohnzimmers erfasst hat. Das Videomaterial wurde seit Baubeginn live auf der Seite des Bauträgers gestreamt, 24/7. Hierüber wurden wir weder informiert, es wurde nicht unser Einverständnis eingeholt, noch hingen zu irgendeinem Zeitpunkt seit unserem Einzug Hinweisschilder. In dem Fall habe ich mich direkt an meine Vermieterin gewandt und in der Nachfrist ist die Kamera auch demontiert worden. Auf die schriftliche Bestätigung der Löschung aller aus der Kamera gewonnenen Daten warten wir zur Zeit noch.
    Erstmal bin ich überhaupt froh, dass die Kamera jetzt weg ist. Allerdings ärgere ich mich nach wie vor über dieses Vorgehen. Wenn ich mir überlege, dass unser Balkon und den Fensterbereich unseres Wohnzimmer über 8 Monate lang gefilmt wurde, man sehen konnte, wann wir das Haus verlassen und wir mehrmals für mehrere Tage verreist waren, das Haus bis unter das Dach noch eingerüstet und unser Abreisen live für jedermann zugänglich im Internet übertragen wurde, wird mir einfach nur schlecht. Ich hab mich erstmal nur darum bemüht, dass die Kamera demontiert wird und wir die Bestätigung über die Löschung der Daten erhalten, weil ich keine Entscheidungen aus Emotionen heraus treffen möchte. Aber ob ich es dabei belassen möchte, das weiß ich momentan noch nicht wirklich, weiß allerdings auch nicht, was mir das mulmige Gefühl nehmen könnte. Vielleicht habt ihr hier ja Tipps.

    Liebe Grüße und vielen Dank
     
  13. #12 ehrenwertes Haus, 27.09.2018
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    Bei der Kamerageschichte neige ich zu einer Anzeigenerstattung, wenn ihr das auch Beweisen könnt.
    Man sagt zwar das Internet vergißt nichts, für den Laien sind aber vermutlich keine Livestreams mehr auffindbar von dieser Kamera.
    Für Profi-im-Netz-Sucher ist das nur minimale Fingerübung...

    Wenn der Livestream auf der HP des Bauträgers war, kann man nicht von "versehentlich" reden.
    Bei Firmen sehe ich solche Verletzungen eurer Privatsphäre rechtlich noch viel kritischer als bei privaten Aufnahmen, bei denen ihr evt. als zufälliges Beiwerk zu sehen seid.

    https://www.anwalt.org/201a-stgb/
     
  14. Andres

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    Man könnte den Sachverhalt auch an den Landesdatenschutzbeauftragen melden. Selbst wenn die Nummer keine Straftat gewesen sein sollte, dürfte es sich mindestens um eine Ordnungswidrigkeit handeln und mit dieser Meldung liegt die Angelegenheit dann schon einmal bei einer dafür sehr geeigneten Stelle.

    Vor der Löschung und ihrer Bestätigung sollte immer die Auskunft stehen. Das ist eine praktische Geschichte: Entweder dokumentieren die Verantwortlichen durch die Auskunft, was sie davor unerlaubtes angestellt haben, oder sie erteilen die Auskunft nicht, was selbst schon wieder mindestens ordnungswidrig ist.
     
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  15. #14 murmello, 27.09.2018
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    Ja, also beweisen könnten wir es. Wir haben damals einen Ausschnitt der Liveübertragung gespeichert und dokumentiert, dass das über die Homepage des Bauträgers lief. Unsere Vermieterin war sehr überrascht und hat dann auch direkt mit Bauträger und Hausverwaltung Kontakt aufgenommen. Der Architekt tat erst ganz locker, dass es dafür eine Genehmigung gäbe, was zumindest insofern nicht stimmt, als dass wir nicht um unser Einverständnis gebeten wurden. Und auch sonst wurden halt alle Bauarbeiter gefilmt, die wiederum auch nichts von ihrem Glück wussten und eine öffentliche Straße hat die Kamera auch noch erfasst.. Die Hausverwaltung hat gegenüber unserer Vermieterin angeführt, dass es "mal" Hinweisschilder gegeben hätte, allerdings wären die irgendwann mal abhanden gekommen (und dann nicht ersetzt worden). Das alles haben wir auch schriftlich von unserer Vermieterin (die sich auch wirklich engagiert hat).
    Die Informationslage hier im Haus ist auch etwas mau. Manche Eigentümer wussten davon, andere wiederum nicht.

    Hier herrscht also Choas auf ganzer Front und wir haben so ein wenig das Problem, dass wir zwar eine sehr liebe Vermieterin haben, die aber leider mit der Situation ziemlich überfordert ist. Ich fühle mich manchmal schon als kleiner Pseudo-Eigentümer, weil ich Mängel dem Architekten (und dann der Vermieterin) melde, der mich versucht mit "ist abgenommen" abzuwimmeln, ich dann erwidere "aber Gewährleistung", dann die Termine mit den Fachfirmen abmache und der Vermieterin immer die Zwischenstände mitteile. Unsere Vermieterin ist da einfach zu lieb und lässt sich mit "ist abgenommen" beeindrucken und sagt dass sie überfordert und dankbar ist, dass wir uns kümmern.

    Das mit dem Landesdatenschutzbeauftragten werde ich mal im Hinterkopf behalten. Im Moment ärgere ich mich noch zu sehr und wäre zu emotional, um das jetzt zu machen.
     
  16. #15 ehrenwertes Haus, 27.09.2018
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    Ich bin kein Fachmann bezüglich Kameraüberwachung.

    Ich weiß aber aus eigener Erfahrung, dass allein die Blickrichtung einer Kamera bei der auch nur eine Chance besteht den öffentlichen Verkehr aufzunehmen, antrags- und genehmigungspflichtig ist. Entsprechende Hinweise sind dauerhaft anzubringen und so, dass sie nicht im Vorbeigehen entfernt werden können oder durch Witterung abfallen.

    Ich habe auch eine Kamera für Objektüberwachung (nachdem wir massive Probleme mit Sachbeschädigungen hatten) mit Blickrichtung zur Straße. Bevor die aber aktiv wurde, kamen die Jungs vom Datenschutz und haben Blickwinkel und Aufzeichnungsbereiche geprüft und ihr ok gegeben. Die Prüfung war direkt vor Ort.


    Die Balkonaufnahmen bei euch sind ebenfalls unter aller Sau und spricht Bände, was der Betreiber von Datenschutz und Schutz eurer Privatsphäre hält. Spätestens bei den 1. Aufnahmen mit euch, hätte er reagieren müssen, Hinweisschilder prüfen und/oder euch direkt darauf aufmerksam machen und eure schriftliche Zustimmung einholen.

    Du kannst ruhig stinkesauer beim Landesdatenschutz anrufen und dort deinen Frust und Ärger abladen.
    Vielleicht nicht ganz fair den Sachbearbeitern gegenüber, aber verständlich und diese Leute haben damit leider Übung.

    Ich möchte dir ja keine Angst machen, aber bist du dir sicher, dass da nicht auch sehr freizügige Bilder im Livestream waren?
     
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