Leckortung aufgrund falscher Angabe des Mieters

Dieses Thema im Forum "Versicherungen" wurde erstellt von DAG67, 04.09.2016.

  1. DAG67

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    Guten Abend, vor einiger Zeit habe ich ein 8 Familienhaus gekauft. Nach einiger Zeit entdeckten wir einen Wasserfleck im Hausflur und haben darauf den Mieter der darüberliegenden Wohnung gefragt ob an den Anschlüssen irgendwo sichtbare Mängel zu sehen sind. Dies wurde verneint und daraufhin eine Leckortung durchgeführt. Das Ergebniss war dass in seiner Wohnung im Badezimmer neben der Schelle der Wasserarmatur eine kleine Lücke war welche nicht abgedichtet wurde. Da der Mieter die Badewanne als Dusche nutzt ist hier Wasser eingedrungen, da der Mieter die Duschbrause genau auf diese Stelle gehalten hat.

    Meine Frage ist: Hätte der Mieter auf die Frage dies gleich mitgeteilt dann wären die Leckortung nicht angefallen. Ist dies möglicherweise ein Fall seiner Haftpflichtversicherung ?
     
  2. AdMan

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  3. #2 Sweeney, 04.09.2016
    Sweeney

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    Damit eine Haftpflichtversicherung zum Tragen kommt, müsste zunächst ein Schadensersatzanspruch gegen den Mieter vorliegen.

    Nach den bisherigen Informationen ist nicht erkennbar, dass der Mieter durch eine vertragliche Pflichtverletzung schadensersatzpflichtig wurde. Vielmehr bestand dem Anschein nach ein Mangel an der Mietsache, dessen Instandsetzung dem Vermieter obliegt. Weiterhin ist nicht erkennbar, dass sich der Mieter durch Nichterkennen des Mangels fahrlässig verhalten hat. Der Schaden in Form einer fehlerhaften Abdichtung legt die Vermuting nahe, dass die Erkennung des Mangels Sachverständnis erforderte, oder zumindest für den Mieter nicht offensichtlich war. Eine Pflichtverletzung sehe ich hier bislang nicht.
     
  4. Andres

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    Gegenfrage: Hat er diese falsche Auskunft den schuldhaft erteilt, d.h. wäre der Defekt mit der von einem Laien zu erwartenden Sachkunde (also knapp über dem Gefrierpunkt) erkennbar gewesen?

    Die Antwort auf diese Frage ist nicht automatisch die Antwort auf deine Frage, aber vorher macht es wenig Sinn, sich über Versicherungsfragen zu unterhalten.
     
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  5. DAG67

    DAG67 Benutzer

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    Die Lücke war groß und daher sofort und einfach zu erkennen. Der Mieter wurde vor der Beauftragung der Leckortung gefragt ob an und um die Anschlüsse im Bad alles in Ordnung ist.
     
  6. #5 Sweeney, 04.09.2016
    Sweeney

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    Die Tatsache, dass die Lücke von Beitrag zu Beitrag größer wird, hilft nicht, um den Sachverhalt objektiv einschätzen zu können. Ebenfalls ist eine Beurteilung ohne Kenntnis der Versicherungsbedigungen nicht möglich. Dennoch möchte ich einen sehr allgemeinen Ansatz ausführen.

    Gewöhnlich legen Versicherungen Ausschlüsse fest, in denen kein Versicherungsschutz besteht. Dies dürfte u.a. bei vorsätzlich herbeigeführten Schäden der Fall sein. (vgl. dazu auch § 103 VVG)

    Nach den bisherigen Informationen fehlte dem Mieter entweder das notwendige Sachverständnis um den Schaden zu erkennen oder er erkannte den Schaden und hat diesen wisssentlich verschwiegen und somit vorsätzlich den Schaden herbeigeführt oder zumindest vergrößert. In beiden Fällen greift meines Erachtens die Haftpflichtversicherung nicht. Die Beweisführung, dass der Mieter vorsätzlich handelte, dürfte sich in der Praxis im Übrigen schwierig gestalten.
     
  7. DAG67

    DAG67 Benutzer

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    Guten Abend, die Lücke ist im Verhältniss zur Schelle klein aber groß genug um gesehen zu werden. Danke an Alle für die Antworten
     
  8. Nanne

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    Eine ähnliche Sachlage. Es gab Wasserschaden in einer 3-Zi-Wo, es stropfte sehr stark von der Decke.
    Es wurde die darüberliegende Dachwohnung inspiziert und festgestellt, am Badewannenrand/Wand wurde die Verfugung stark beschädigt, so dass sich mit der Zeit erheblich Wasser ansammelte und schließlich durch die Decke in die untere Wohnung lief.
    Es wurde die Haftpflichtversicherung des M. verständigt, die keine Deckung zusagte, mit der Begründung: es war dem M. nicht möglich diesen Schaden zu erkennen, er habe den Schaden einfach nicht gesehen.
    Ein daraufhin eingeschaltetet RA entgegnete: Dem M. hätte beim Putzen der Badewanne den Schaden sehen können, wenn er nicht putzt habe er seine Sorgfaltspflicht versäumt und sei deshalb schadensersatzpflichtig.
    Die Versicherung des M. bezahlte daraufhin.
     
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  9. #8 Papabär, 05.09.2016
    Papabär

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    Wenn ich das richtig verstehe, geht es um einen Schaden am Gebäude bzw. an "mit dem Gebäude fest verbundenen Bestandteilen" aufgrund "bestimmungswidrig ausgetretenem Leitungswasser".

    Was sagt denn die Wohngebäudevers. dazu? Mag ja sein, dass unsere Wohngebäudeversicherung eine Ausnahme ist - aber ich kenne das so, dass die den Schaden (mit Ausnahme der Sanitärreparatur) übernehmen und sich dann hinterher ´ne Platte machen ob es einen Verursacher gibt, bzw. bei dem was zu holen ist.

    Soweit der Mieter mit seinen Nebenkosten auch die Prämien für die Wohngebäudevers. bezahlt, hat er auch einen Anspruch auf deren Inanspruchnahme.
     
  10. Andres

    Andres
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    So kenne ich das auch - auch mit anderen Szenarien, bei denen Regress in Frage kommt.

    Jetzt könnte es natürlich sein, dass gar keine Deckung für Leitungswasserschäden besteht ...
     
  11. Nanne

    Nanne Erfahrener Benutzer

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    Ich kenne das auch so, nur in der Theorie. Warum hiervon so wenig Gebrauch gemacht wird rechne ich der Unkenntnis auf beiden Seiten zu.
    In meinem Schadensfall war mit der Gebäudeversicherung keine Leitungswasserversicherung.
     
  12. DAG67

    DAG67 Benutzer

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    Die Gebäudeversicherung hat abgelehnt da der Schaden durch keine Wasserleistung entstanden ist. Guter Tip von Nanne.
     
  13. Pharao

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    Hi,

    und warum hast du nicht von deinem Besichtigungsrecht gebrauch gemacht, um selber die Schadensursache zu suchen, bevor du eine Leckortung beauftragst? Ich mein, das wäre ein Brief gewesen, falls der Mieter dich nicht sogar sofort freiwillig reingelassen hätte.

    Naja, um so einen "kleinen" Fehler zu sehen, müsste man ggf. erstmal Wissen wie es ordnungsgemäß aussehen müsste. Also ich mein ja nur, weil du von einem Laien i.d.R. sehr wenig erwarten kannst.


     
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