Letztes Jahr zum 1. Juli HKV installiert - Vorgehen Abrechnungsdienst fraglich

Dieses Thema im Forum "Heizung" wurde erstellt von aquila, 01.07.2014.

  1. aquila

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    Im letzten Jahr haben wir für ein neu erworbenens Objekt mit 2 Wohneinheiten, HKV gekauft und von einem Abrechnungsdienstleister zum 1. Juli 2013 installieren lassen.
    Die bisherigen Pauschalmieten wurden bereits vor 2013 auf Bruttokaltmieten mit Abrechnungszeitraum Kalernderjahr umgestellt, um möglichst früh Transparenz für alle zu haben auch wenn die HKVO damit noch immer nicht erfüllt wurde.

    Nun sagt der Abrechnungsdienstleister (will nun Zeitraum seit Vorhandensein der HKV abrechnen), dass er die Brennstoffkosten für den Zeitraum Juli bis Dezember ansetzen wird aber die Heiznebenkosten wie Schornsteinfeger und Heizungwartung nicht, da diese das Rechnungsdatum vor Juli haben. Ganz nachvollziehen kann ich das nicht. Sollten die einmaligen Aufwendung, die nach Abfluss abgerechnet werden nicht unterjährig gleichmäßig verteilt werden (bspw. nach Monaten, Tagen oder gar Energieverbrauch)? Bei Mieterwechsel wäre das ja eine Benach- bzw. bevorteiligung je nach Rechnung- und Einzugsdatum gerade, wenn dann analog die Ablesekosten o.ä. abgerechnet werden, die alle im 1. HJ anfallen.

    Gibt es hier eine gesetzliche Vorgabe oder ein Wahlrecht wie diese Heiznebenkosten über das Kalenderjahr anzusetzen sind?

    Freue mich auf hilfreiche Antworten.
     
  2. AdMan

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  3. #2 Papabär, 01.07.2014
    Papabär

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    Lt. §7 (2) der HeizKVO gehören diese Kosten zu den Heizkosten und sind somit zwingend nach Verbrauch abzurechnen.

    Wie wurde der Wärmeverbrauch denn vor dem 01.07.2013 erfasst bzw. abgerechnet?
     
  4. aquila

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    Genau, das ist meine Frage. Es gibt einen echten gemessenen Verbrauch an Brennstoff vom 01.01. bis 30.06. und einen vom 01.07. bis 31.12. Damit lässt sich der Brennstoff nach Verbrauch aufteilen. Für die Heiznebenkosten Schornsteinfeger, Wartung, ... gibt es jedoch keinen Verbrauch, sondern nur den Kostenanfall/-abfluss.
    Mir ist auch anhand der HeizKVO nicht klar, wie ich diese nun auf die beiden Halbjahre aufteilen muss (Kostenabfluss oder Zeit, Heizgradtage, Brennstoffverbrauch,...)


    Es gab keine Erfassung, da HKV erstmalig zum 01.07.2013 installiert wurden und auch keine andere Verbrauchserfassung möglich war.
     
  5. aquila

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    Vielleicht ist hier analoge Aufteilung über die Zeit anzuwenden wie beim Nutzerwechsel auch wenn es noch um die Gesamtbetrachtung vor Aufteilung auf die Wohneinheiten geht

    §9b Nutzerwechsel (2)

    Die nach dem erfassten Verbrauch zu verteilenden Kosten sind auf der Grundlage der Zwischenablesung, die übrigen Kosten des Wärmeverbrauchs auf der Grundlage der sich aus anerkannten Regeln der Technik ergebenden Gradtagzahlen oder zeitanteilig und die übrigen Kosten des Warmwasserverbrauchs zeitanteilig auf Vor- und Nachnutzer aufzuteilen.
     
  6. #5 Papabär, 01.07.2014
    Papabär

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    Nöö, für die Abrechnung des ersten Halbjahres musst Du schon bei §9a (2) abbiegen und Kurs Richtung §7 (1) Satz 5 setzen.

    Die Kosten für die Wartung und den Schorni würde ich dabei - entsprechend dem anteiligen Brennstoffverbrauch auf die beiden Halbjahre verteilen.
     
  7. aquila

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    Danke Papabär, dass Du mich mit Deinen Antworten unterstützt.

    Schornsteinfeger wie auch bspw. Wartung zählen lt. HeizKVO zu den Grundkosten, die ja (wenn ich das richtig interpretiere) neben Wärmeverlust/Energiebereitstellung zu der Vorgabe eines Fixkostenanteils (meist von 30%) führen. Demnach wäre eine Aufteilung auf die Halbjahre doch eher auf die Zeit bezogen also 50:50 sinnig. Anders bspw. der Heizungsbetriebsstrom, der etwa analog zum Verbrauch anfällt.

    Aber soweit bin ich noch gar nicht, denn:

    Die Lady vom Abrechnungsservice will mir vorschreiben, dass Schornsteinfeger und Wartung zu 100% ins erste HJ fallen, da die Kosten in dem HJ abgeflossen sind. Ich halte das für FALSCH! Ich benötige hier belastbare Aussagen, um dort zu argumentieren oder einfach nur, um das Vorgehen der Abrechnungsfirma als richtig einzusehen.
     
  8. #7 Papabär, 02.07.2014
    Zuletzt bearbeitet: 02.07.2014
    Papabär

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    Nää ... ich glaube jetzt liegst Du aber ganz weit daneben.

    Es sind alles Heizkosten (§7 (2) HeizKV) ... also machst Du nicht 25 separate Berechnungen, sondern addierst zunächst mal die einzelnen Beträge. Du musst die Heizkosten in exakt 1 (in Worten: Eine) Dezimalzahl fassen.

    Dann wird aufgeteilt - wobei erst einmal interessant ist, ob es sich um eine sog. "verbundene" Heizanlage handelt ... also ob die Warmwasserbereitung ebenfalls über die Heizanlage läuft.



    ... würde ich beim nächsten Telefonat mal freundlich fragen, ob Sie Dich mit jenem Mitarbeiter ihres Hauses verbinden könnte, der zumindest schon mal an´ner HeizkostenVO vorbeigelaufen ist. :wand:



    VIII ZR 156/11
     
  9. aquila

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    So langsam bekommt es ein gewissen Transparenz für mich. Gleichzeitig finde ich es sehr erschreckend, dass der Abrechnungsservice komplett an der HeizKVO vorbei arbeitet.

    "Im Gegensatz zu den verbrauchsabhängigen Betriebskosten gibt es hinsichtlich der Heizkosten eine gesetzliche Regelung, die den Vermieter verpflichtet, diese Kosten nach dem im Abrechnungszeitraum verbrauchten Brennstoff abzurechnen. Gemäß § 7 Abs. 2 HeizkostenV sind Kosten des Betriebs der zentralen Heizungsanlage einschließlich der Abgasanlage insbesondere "die Kosten der verbrauchten Brennstoffe".
    Dieser Regelung ist zu entnehmen, dass nur die Kosten des im Abrechnungszeitraum tatsächlich verbrauchten Brennstoffs abgerechnet werden können. "


    Der rot markierte Satz ist jedoch wieder abschwächend und lässt vermuten, dass ggf. ausreichend ist, die Brennstoffkosten nach Verbrauch umzulegen.

    Nun zu Deiner Frage
    Warmwasser läuft auch über die Heizanlage.
    Nach 2 gleichen Aussagen von unterschiedlichen Installationsfirmen, besteht keine Möglichkeit, einen Wärmemengenzähler einzubauen (es sei denn, wir bauen eine neue Heizung ein), so dass die Wärmemenge zur Warmwasseraufbereitung nicht verbrauchsgerecht erfasst werden kann.
     
  10. #9 Papabär, 02.07.2014
    Papabär

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    Naja ... ich kenne nicht alle Abrechnungsdienste - aber bei den Großen ist meist ein Callcenter aufgeschaltet. Ich rufe dort z.B. nur an, wenn ich relativ einfache Fragen habe. Ansonsten schicke ich denen ´ne Mail ... da dauert die Rückmeldung i.d.R. zwar etwas länger - dafür erhalte ich die Antwort dann zumindest in Textform und die ist dann meist recht brauchbar (allerdings auch nicht immer).


    Keine Ahnung, wo Du da eine Abschwächung siehst ... für mich ist das lediglich eine Erläuterung des vorherigen Textes.

    1. Die Heizkosten (bzw. 50-70% davon) müssen nach Verbrauch abgerechnet werden.
    2. Die Kosten der Wartung, der Reinigung und der gesetzlich vorgeschriebenen Immissionsmessung sind per gesetzlicher Bestimmung ebenfalls Heizkosten (§7 (2) HeizKVO) und fallen daher unter 1.
    3. Ein wesentlicher (aber eben nicht der einzige) Bestandteil der Heizkosten sind die Brennstoffkosten.



    Somit kannst/musst Du Dich bei der Verteilung der Kosten nach §9 HeizKVO richten. Wie das im Detail funktioniert wenn Du die Warmwasserverbräuche per 30.06. nicht aufgenommen hast, kann ich Dir aber ehrlich gesagt auch nicht nennen. Keine Ahnung, ob dann eine Schätzung zulässig ist.



    Das erscheint mir merkwürdig - aber vlt. mangelt´s mir da an Phantasie.
     
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