Liquiditätsplan?

Dieses Thema im Forum "Hausgeldabrechnung und Wirtschaftsplan" wurde erstellt von Fremdling, 31.03.2016.

  1. #1 Fremdling, 31.03.2016
    Fremdling

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    Hallo Ihr lieben Forianer,

    in einem anderen laufenden Beitrag ist damit "das" Stichwort gefallen, zu welchem mich Eure Meinungen und praktischen Lösungen sehr interessieren. Vielleicht dazu ein paar Sätze mehr.

    Auch wenn die Budgetsumme im Wirtschaftsplan sämtliche Vorgänge des Wirtschaftsjahres in ausreichender Höhe berücksichtigt, würdigt sie jedoch nicht unbedingt das konkrete Timing des Geldflusses. Beispiele sind etwa Versicherungsbeiträge oder Wartungspauschalen für den Aufzug, die als Jahressumme gleich zum Jahresbeginn per Lastschrift das Bewirtschaftungskonto verlassen. Zu dem Zeitpunkt sind jedoch zunächst das erste oder zweite Zwölftel des Hausgeldes eingezogen. Sicherlich ist diese temporäre Liquiditätsenge leichter ohne (ggf. unzulässige) Kontoüberziehung zu meistern, wenn hinreichende Instandhaltungsrückstellungen vorhanden sind oder aus nicht benötigten Zahlungsüberschüssen wegen zu üppigem Wirtschaftsplan des Vorjahres die Abrechnungsspitzen noch nicht ausgezahlt sind. Liquiditätsengen aus laufender Bewirtschaftung dürften insbesondere bei neuen WEGs ohne erwähnenswerte Instandhaltungsrückstellungen vorkommen.

    Nun die Fragen:
    1. Seht Ihr eine wie auch immer geartete Liquiditätsrechnung als Standardleistung der Verwaltung, die dann bei Bedarf z.B. Sonderzahlungen initialisiert?
    2. Greift Ihr mehr oder weniger regelmäßig bei Bedarf zeitweise auf die Instandhaltungsrückstellung zurück?
    3. Macht Ihr hinsichtlich Liquiditätsbetrachtung eine überschlägige oder gar detaillierte Geldflussrechnung im Rahmen der Erstellung von Hausgeldabrechnung und Wirtschaftsplan?
    4. Geben Eure Verwalterprogramme oder selbstgestrickten Tabellenkalkulations-Lösungen einen automatischen Hinweis oder zumindestens eine einfache Möglichkeit der aktiven Feststellung von künftigen Unterdeckungen?
    Diese Thematik dürften den WEG-Verwaltern womöglich vornehmlich bei Neu-WEGs begegnen.
    Herzlichen Dank im voraus für Eure Anworten!
     
  2. AdMan

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  3. Andres

    Andres
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    Soll ja, Ist nein. Aber eine qualifizierte Schätzung ist ja auch kein großes Kunststück, vor allem da du den kritischen Monat schon genannt hast. Bleibt die Herbeiführung entsprechender Beschlüsse und das sehe ich eindeutig als Aufgabe für den Verwalter an.


    Das müssen die Verwalter beantworten, da ich dieses "Vergnügen" schon einige Zeit nicht mehr hatte. Ich halte das aber zumindest ohne Beschluss für unzulässig und habe spontan das hier gefunden.


    Wieder nicht aus der Sicht eines aktuellen WEG-Verwalters: Teilweise, nach Bedarf. Ich verwalte auch einige fremde Wohnungen und da muss ich manchmal schon darlegen können, warum die Entnahme von Betrag X zwecks Shoppingattacke oder Urlaubsplanung keine gute Idee ist. Die Situation des WEG-Verwalters ist letztendlich nicht viel anders und wenn man sich nicht auf die Überzeugungskraft des eigenen Auftretens verlassen will, muss man nachvollziehbar die Fakten schildern.


    Ein bisschen. In meiner Kontoauszugs-Tabelle lasse ich mir weit oben den geringsten Kontostand des Jahres anzeigen. Das ist ein starkes Indiz dafür, wie dünn die Luft ist. Wenn sich wesentliche Veränderungen im Vergleich zum Vorjahr ergeben, muss ich das aber eigenständig erkennen und genauer nachrechnen. Auch sonst hat das Verfahren seine Grenzen, aber für mich funktioniert es bisher.
     
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  4. #3 Fremdling, 11.05.2016
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    Moin liebe Forianer,
    meine eingangs gestellten Fragen vom März 2016 hat Andres für mich erschöpfend beantwortet und seinerzeit ein "Gefällt mir" mehr als verdient ;-)

    Mir geht es heute konkret um einen Mehrheitsbeschluss zwecks einmaliger Sonderzahlung zur dauerhaften Liquiditätssicherung, um einen (temporären) Zugriff auf die Instandsetzungsrückstellung für "alle Zeiten" entbehrlich zu machen. Aus dem Wirtschaftsplan sind die erwartbaren Kosten recht zuverlässig vorherzusagen und aus den bekannten Kontobewegungen und von Empfängern genannten Fälligkeiten (z.B. Grundbesitzabgaben an Kommune, Vers.Beiträge, ...) sind auch die Zahltermine bekannt. Erleichternd kommt hinzu, dass die verbrauchsabhängigen Kosten (insbes. Wärmeenergie) durch monatliche Abschläge kontinuierlich anfallen. Somit wissen Verwaltung und Beirat, wie viele Monate lang bis zu welchem Höchstsaldo eine Kontoüberziehung für die Bewirtschaftung wahrscheinlich wäre, bis die laufenden Hausgeldzahlungen zum positiven Kontosaldo führen. Wird nun nach Beschluss die einmalige Sonderzahlung zur Liquiditätssicherung auf das WEG-Konto geleistet, stellen sich mir folgende Fragen:
    1. Durch welche Verbuchung/Handhabung in Eurer Verwaltersoftware stellt Ihr sicher, dass dieses Liquiditätspolster im Rahmen der frühen Hausgeldabrechnungen nicht in jedem Jahr mit der Abrechnung der Spitzen (Einzug / Auszahlung) wieder abfließt?
    2. Wo erscheint das auf dem laufenden Betriebskonto "untergehende" Liquiditätspolster (Höhe der Sonderzahlung) in den Unterlagen der Hausgeldabrechnung (ggf. Position in der Vermögensaufstellung)?
    Herzlichen Dank an alle mit klärenden Beiträgen!
     
  5. Andres

    Andres
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    Das kann ich zumindest abstrakt beantworten, zu konkreten Programmen dürfen sich andere äußern: Indem eine entsprechende Forderung gegenübergestellt wird. Das funktioniert genau wie bei der Zuführung zur Instandhaltungsrücklage.


    Auf dem Girokonto.
     
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  6. #5 Fremdling, 11.05.2016
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    DANKE!
     
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