Mahnung via Whatsapp?

Diskutiere Mahnung via Whatsapp? im Zahlungsmoral der Mieter/Vermieter Forum im Bereich Mietvertrag über Wohnraum; Guten Tag, mein Mieter hat vor zwei Monaten gebeten, den Zahlungstag vom regulären Zahlungstag auf den 17. eines jeden Monats zu verschieben. Da...

  1. #1 Justinian, 21.10.2019
    Justinian

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    Guten Tag,

    mein Mieter hat vor zwei Monaten gebeten, den Zahlungstag vom regulären Zahlungstag auf den 17. eines jeden Monats zu verschieben. Da er sonst immer pünktlich bezahlt hat und auch so einen zuverlässigen Eindruck hinterlassen hat, habe ich das gestattet. Jetzt habe ich im ersten Monat nach der Vereinbarung erst am 27. das Geld erhalten und in diesem Monat ist bisher auch noch kein Geld bei mir eingegangen.

    Unser Kontakt findet seit dem Einzug und der Vertragsunterzeichnung über WhatsApp statt.

    Da das Verhältnis bisher gut ist, werde ich ihn nochmal über WhatsApp freundlich an unsere Abmachung erinnern.

    Falls es nochmal dazu kommt, möchte ich ihm aber eine Mahnung zukommen lassen.

    Dazu zwei Fragen:
    1. Da unsere Hauptkommunikation über WhatsApp abläuft: Hat es vor Gericht Bestand eine Mahnung über WhatsApp zu versenden?
    Anfangs gab es ja dasselbe Problem mit Emails, heute hat ein Gericht aber wenig Probleme damit wichtige Botschaften, die über eine Email gesendet wurden anzuerkennen, solange schon zuvor ein Kontakt über Email zwischen zwei Personen bestand.

    Ich lese immer wieder, dass vor Gericht angeklagte Mieter behaupten, der Briefumschlag, der per Einschreiben zu ihm gekommen ist, wäre leer gewesen. Wie handhabt ihr die Überbringung wichtiger Nachrichten? Werft ihr diese unter Zeugen ein? Lasst ihr euch von eurem Mieter die Überbringung gegenzeichnen?
     
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  3. #2 Goldhamster, 21.10.2019
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    Hallo @Justinian

    ich habe das nicht mitbekommen.. du hast dir eine Wohnung mit Mieter zugelegt?
    Deine Beiträge habe ich eig. immer gelesen und verfolgt. Aber Hamsterkopf ist ja klein.... usw.


    Es gibt eine "Möglichkeit" das vorher selber auszurechnen.

    STELLE DIR VOR, DU WÄRST DER RICHTER
    Und nun stehen Chantalle und Jackeline aus Ostberlin vor dir und schreien sich wie auf RTL an, dass sie sich ja WA geschrieben hätten usw.
    Beide würden dir als "Beweis" jeweils ihr Mobiltel zeigen....

    Wie würde Richter @Justinian hier entscheiden?

    Die Zustellung von wichtigen Schriftstücken würde ich persönlich übernehmen. Bisher hat das auch gereicht.
    Richtig 100% rechtssicher ist aber wohl fast nur die Zustellung mittels Gerichtsvollzieher.

    Zum Selbstdenken möchte anregen
    DER HAMSTER
     
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  4. Ferdl

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    Für eine Zahlungserinnerung ist WA möglicherweise ausreichend, würd ich trotzdem nicht machen, ich kommuniziere jedoch überhaupt nicht per Trillili mit meinen Mietern.
    Für die normalen Schlamper reicht ein Einschreiben/Rückschein, die vom Postboten verlangte Unterschrift auf dem roten Pappdeckerl motiviert die Meisten den Brief aufzumachen. Für die Hardgekochten kannst du dann immer noch den Anwalt beauftragen.
     
  5. #4 Immofin, 21.10.2019
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    Bei einer Mahnungszustellung einen Gerichtsvollzieher....! Wie schräg ist den das, wollt ihr die Leser hier veräppeln?

    Da reicht eine Mail, Brief oder dergleichen... Whatsapp ist sicher mailmässig vergleichbar mit Lesebestätigung...
     
  6. GJH27

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    Ich verweise hier mal an Herrn Dieter Nuhr.
     
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  7. #6 immobiliensammler, 21.10.2019
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    Jetzt kommt mal wieder die Standard-Antwort: Es kommt darauf an!

    Theoretisch reicht z.B. für eine Mahnung, diese dem Mieter beim zufälligen Zusammentreffen im Supermarkt mündlich zu übermitteln, es gibt keinerlei Formvorschriften, es muss halt nur beweisbar sein.

    Ich mache wenn die Zeit da ist (also nicht morgen eine Frist abläuft) auch viel per Whats-App oder Mail, wenn dann z.B. eine Rückmeldung kommt (auch wieder Whats-App oder Mail) habe ich ja automatisch meine Eingangsbestätigung. Wenn nicht reagiert wird kann ich (genug Zeit vorhanden) immer noch Plan B umsetzen, das wäre dann in der Tat Einwurf mit Zeugen oder im Extremfall (oder bei wichtigeren Sachen wie z.B. Kündigung) Zustellung durch Gerichtsvollzieher. Einschreiben mache ich überhaupt nicht, weder Einwurf noch Übergabe noch Rückschein. Subventioniert nur die Post und beweist im Ernstfall nur die Übersendung/Übergabe eines Kuverts.

    Zur Mahnung gibt es übrigens einen alten Trick: Mieterlein schuldet mir 500 Euro, dann mahne ich 600 Euro an, Mieterlein denkt natürlich er hat Oberwasser und der Vermieter ist blöd, also kommt postwendend "hallo, es sind nur 500 Euro", Mail/Whats-App zurück, stimmt, war ein Versehen, sorry, aber ungewollt wurde damit der Eingang der Mahnung bestätigt.
     
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  8. #7 Immofin, 21.10.2019
    Zuletzt bearbeitet: 21.10.2019
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    Ich verweise hier an Immobiliensammler, der dies sehr gut erklärte dem ist nichts hinzu zufügen.
     
  9. dots

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    Nicht muss, sondern sollte.

    Eine Mahnung (oder Kündigung oder ...), welche NICHT beweisbar zugestellt würde, ist genau so gültig wie eine beweisbar zugestellte.
    Blöd wird es erst dann, wenn die Zustellung angezweifelt wird.
     
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  10. GJH27

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    ...einschließlich der Option
     
  11. #10 Immofin, 21.10.2019
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    Übereinstimmung GJH Natürlich im Extremfall bei Zweifel der Beweisbarkeit z. B. Kündigung ist es der Bote/ Zeuge oder der Gerichtsvollzieher.
     
  12. #11 Justinian, 21.10.2019
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    Vielen Dank für die zahlreichen Antworten. Das schafft Klarheit.

    Dazu kommt mir jedoch noch eine Frage. Ist so eine Nebenabrede in einem Vertrag (Zahltag wird vom 1.-3. Werktag auf den 17. verschoben) jederzeit und einseitig kündbar?
     
  13. #12 ehrenwertes Haus, 21.10.2019
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    Es kommt darauf an...
    ... was genau vereinbart wurde.

    Eine "Zahltagverschiebung" kann dauerhaft vereinbart sein oder befristet, einseitig zu ändern oder nur mit Zustimmung aller Vertragspartner.
     
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  14. #13 Justinian, 21.10.2019
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    Solange nichts vereinbart ist, gilt sie wahrscheinlich bis beide Vertragspartner etwas anderes vereinbaren - richtig?
     
  15. #14 ehrenwertes Haus, 21.10.2019
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    Na irgendwas wird schon vereinbart sein. In den Formularverträgen steht meist was vom 3. Werktag jedes Monats als Deadline, wann eine Mietzahlung beauftragt sein muss.

    Eigentlich ist das doch egal ob nun der 3., 10, oder 20. als Zahlungstermin bestimmt wurde. Entscheidend ist doch nur dass die Miete pünktlich kommt und nicht wann ein Mieter gerade mal Bock auf diese Zahlung hat.
    Zahlungsengpässe können auch vorkommen. Solange man sich auf seine Vertragspartner verlassen kann und miteinander redet, zerbricht daran normalerweise kein Mietverhältnis. Dann findet man schon Lösungen mit denen beide Seiten leben können.
     
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  16. #15 Papabär, 21.10.2019
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    Nuja, bei einem Zahlungsrückstand von 2 Monatsmieten ist das in der Tat übertrieben ... da sende ich die Kündigungen regelmäßig ohne vorherige Mahnungen raus.

    Wenn es um andere Fehlverhalten geht (hier mehrfach zu spät bezahlt) möchte ich die Abmahnung aber schon nachweisbar zugestellt wissen. Spätestens die zweite!
    Ob das nun ein GVZ macht, oder ein Mitarbeiter von uns als Bote (incl. entsprechendem Protokoll) ist mir dabei ziemlich schnuppe.


    Und weil der Goldhamster bereits zum Nachdenken angeregt hat, hier noch ein kleiner Exkurs zum Thema Datenschutz und WhatsApp:
     
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  17. #16 Justinian, 22.10.2019
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    So jetzt bisher ist immer noch kein Geld da (was in der kurzen Zeit auch nicht unbedingt hätte passieren können, selbst wenn er direkt überwiesen hätte), aber vom Mieter keinerlei Antwort, Entschuldigung oder gar Stellungnahme. Was mich jetzt doch dazu veranlassen würde ihm Morgen eine Mahnung vorbeizubringen.

    Genügt es für "unter Zeugen" mit einem Bekannten oder Freund von mir die Mahnung einzuwerfen? Oder habe ich da etwas übersehen?
     
  18. #17 ehrenwertes Haus, 22.10.2019
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    Besser als Zeuge bestätigt Einwurf eines Briefs mit unbekanntem Inhalt...
    ... dein Zeuge erhält eine eigene Kopie (oder macht sie selber) von dem Mieteranschreiben als seine Gedächtnisstütze oder bestätigt auf deinem Expemplar, dass er auch gesehen hat wie genau dieser Brief eingetütet und eingeworfen wird.

    Nicht das dein Mieter sagt du hast ihm einen verfrühten Weihnachtsgruß eingeworfen.
     
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  19. Ferdl

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    Der Zeuge muss halt den Brief gelesen haben, damit er bezeugen kann was drinnesteht. Das ganze Verschriftlichen machst sicher auch Sinn

    ah, ehrenwertes Haus war schneller.
     
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