Maklercourtage trotz Nichterfüllung?

Diskutiere Maklercourtage trotz Nichterfüllung? im Maklerforum Forum im Bereich Immobilien Forum; Hallo zusammen, ich bin neu in diesem Forum und auch recht neu in der "Vermieterbranche". Ich freue mich auf einen interessanten...

  1. #1 Lisbeth, 24.04.2019
    Lisbeth

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    Hallo zusammen,
    ich bin neu in diesem Forum und auch recht neu in der "Vermieterbranche".
    Ich freue mich auf einen interessanten Erfahrungsaustausch und viele Neuigkeiten, die ich hier hoffentlich mitnehmen kann :).

    In 2016 habe ich mir ein Haus mit zwei Wohneinheiten gekauft, wovon ich eine selber bewohne. Die andere ist vermietet und wird von einer Hausverwaltung (mehr oder weniger) betreut.
    Die Hausverwaltung hat bisher auch die Vermittlung für, resp. an Mieter übernommen.

    Zum 30.04. hat die aktuelle Mieterin gekündigt, fristgerecht alles ok, die Hausverwaltung sollte sich um die Neuvermietung kümmern. Passiert ist allerdings kaum etwas. Da ich bis Mitte April kein Lebenszeichen bekam, habe ich mal nachgehakt und darum gebeten die Wohnung auch im Internet zu inserieren -bisher war die Maklerin(Ehepaar, er macht die Hausverwaltung, sie die Maklertätigkeit) nur "zeitungsbewandert" und hat die Wohnung in einer Mini-Anzeige in der Zeitung inseriert.
    Auf meine Bitte wurde mir gesagt, dass die Wohnung bereits im Internet sei, bei ebay Kleinanzeigen. Ich habe die Wohnung dort gesucht und fast einen Schlag bekommen. Auf so eine Anzeige hätte ich mich auch nicht gemeldet.

    Also habe ich die Arbeit selber übernommen, die Wohnung kostenpflichtig bei is24 und ebay Kleinanzeigen inseriert und mich mit teils wirklich unverschämten Anfragen "rumgeschlagen".
    Jetzt habe ich die Wohnung glücklicherweise zum 01.05. vermietet bekommen, wollte die Maklerin aber erst nach den Ostertagen informieren. "Bedauerlicherweise" hat sie nun auch eine Mieterin gefunden, die allerdings erst zum 01.07. einziehen könnte, was für mich nicht in Frage kommt. Eventuell könne man sich ja auf den 01.06. einigen; da ich ja jemanden habe zum 01.05. sehe ich aber auch das nicht ein.

    Da ich selber nun einiges an Arbeit in die Vermittlung gesteckt habe (und mir vorstellen kann, wenn sie sich wirklich gekümmert hat, dass sie einige Arbeit damit hatte..), habe ich der Maklerin gesagt dass ich für entstandene Kosten wie Zeitungsanzeigen usw. aufkomme und auch einen Teil ihrer Arbeit bezahlen werde.
    Die ist jetzt aber super beleidigt, hat mir eine böse Mail geschrieben in der sie sagt sie hätte ja alles dafür gegeben die Wohnung zu vermieten, die sei aber einfach zu teuer oder die Leute würden mir nicht ins Haus passen. Von diesen Leuten, die "mir nicht ins Haus passen", hat sie mir aber nicht einen vorgestellt, weshalb ich ja erst die Eigeninitiative ergriffen habe.
    Ende vom Lied, sie stellt mir die Maklercourtage in Höhe von 1 Kaltmiete netto in Rechnung, weil ich die Arbeit in Auftrag gegeben habe. Außerdem habe sie ja eine solvente Mieterin gefunden, auf die "ich aber nicht warten will".

    Wie ist da jetzt die Rechtslage, bin ich schon mit in Auftrag geben (es hat nie einen schriftlichen Vertrag, nur eine mündliche Absprache, gegeben) der Vermittlung verpflichtet, die komplette Courtage zu zahlen? Hätte sie mir nur 1 potentiellen Mieter zum vereinbarten Termin, 01.05., vorgestellt, die ich aus welchen Gründen auch immer, abgelehnt hätte, könnte ich das ja noch verstehen. Sie hat mir aber nicht einen potentiellen Mieter zum 01.05. vorgestellt, verlangt aber von mir, dass ich jemanden nehme zum 01.07, was für mich in Konsequenz heißen würde auf 2 Mieten verzichten und ihre Maklercourtage zahlen zu müssen.

    Sorry für den schon ersten super langen Beitrag, ich hoffe dass alle wichtigen Infos drin sind :)

    Lieben Gruß
    Lisbeth
     
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  3. Andres

    Andres
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    Nein. Die Vergütung des Maklers ist im Regelfall auf den Erfolg ausgerichtet, d.h.: kein Vertragsabschluss, keine Provision. Man könnte zwar einen Kostenersatz für den hier geschilderten Fall vereinbaren, aber das ist offenkundig nicht erfolgt. Die Maklerin hat m.E. keinen Anspruch auf Vergütung. Sie hat ganz einfach zu schlecht und/oder zu langsam gearbeitet.

    Wenn ich mir das hier geschilderte Verhalten der Maklerin anschaue, kann ich nur sagen: Es gibt viel zu viele Makler, vor allem zu viele schlechte. Einmal davon abgesehen, dass die Konstellation mit dem Mann als Verwalter und der Frau als Maklerin mindestens "ein Geschmäckle" hat (wirtschaftliche Verflechtung, § 2 Abs. 2 Nr. 3 WoVermRG), ist die geschilderte Leistung schlicht unzumutbar. Dafür sollte niemand bezahlt werden.
     
  4. #3 ehrenwertes Haus, 24.04.2019
    ehrenwertes Haus

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    Ich bin mir da nicht ganz so sicher wie @Andres.
    Was die Arbeitsweise zur Wohnungvermittlung betrifft, stimme ich zu, aber:

    Viele Makler bestehen auf eine Alleinvermarktung. Keine Ahnung ob das auch hier vereinbart wurde. Ist zwar "nur" ein mündlicher Auftrag erteilt worden, aber kann man sicher ausschließen, dass sich nicht irgendwelche Zeugen für solche Vereinbarungen finden lassen?
    Bevor man sich strikt weigert eine Maklercourtage (oder Aufwandsentschädigung) zu zahlen, sollte der Makler und Verwaltervertrag nochmals genau geprüft werden.

    Vielleicht doch besser eine kleine Aufwandsentschädigung als Abschiedsgruß an den Makler und Verwalter überreichen.
    So aufwändig ist das i.d.R. nicht bei nur 1 vermieteter Wohnung in einem auch selbstgenutzten 2FH.
    Der Einstieg ist vielleicht etwas nervig, aber hier sind viele Leute, die Tipps geben können, damit auch Neulingen der Einstieg gelingt.
     
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  5. Andres

    Andres
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    Dann lies doch bitte § 652 BGB. Vor dem Hintergrund, dass hier nur mündlich beauftragt wurde, würde ich doch gerne wissen, worauf die Maklerin den Ersatz ihrer Aufwendungen stützen möchte.


    Auch hier: Wie möchte die Maklerin beweisen, dass das vereinbart war?


    Das ist wohl eher eine Frage des persönlichen Geschmacks. Ich bin für so einen "Abschiedsgruß" zu stur. Die Maklerin hat schlecht gearbeitet und am Ende musste der Eigentümer selbst nach einem Mieter suchen, hinterher wird dann gemeckert. Soll mich die Frau doch verklagen. Egal wie das ausgeht: Ihr Mann hat danach einen Kunden weniger. Wirtschaftliche Verflechtung geht eben in beide Richtungen ...
     
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  6. #5 ehrenwertes Haus, 24.04.2019
    ehrenwertes Haus

    ehrenwertes Haus Erfahrener Benutzer

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    Das ist doch wie das Pferd, das vor der Apotheke steht und kotzt...

    Frag doch mal wieviel Augenzeugen es dafür gibt, die das auch jederzeit beschwören ;)


    PS:
    Pferde können nicht kotzen
     
  7. #6 Lisbeth, 04.05.2019
    Lisbeth

    Lisbeth Neuer Benutzer

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    Hallo zusammen und vielen Dank für die hilfreichen Antworten.
    Ich habe der Dame nun ein Schreiben geschickt, in dem ich mich unter anderem auf den §652 BGB bezogen habe und habe ihr noch einmal angeboten, entstandene Kosten durch Zeitungsanzeigen o.Ä. zu bezahlen, sofern sie mir hierfür die Belege schickt.

    Ich will ja keinen Ärger mit der Frau, aber ich sehe es auch nicht ein für derart schlurige und lustlose Arbeit die vollen Kosten zu bezahlen.
    Mal schauen ob sie das Angebot annimmt

    LG
    Lisbeth
     
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