Maklerkontakt nach 1.6.

Dieses Thema im Forum "Makler" wurde erstellt von bobmaster, 16.11.2015.

  1. #1 bobmaster, 16.11.2015
    bobmaster

    bobmaster Neuer Benutzer

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    Hallo

    Ich beschäftige mich gerad mit einem kleinem Problem. Ich habe im Juli diesen Jahres über immoscout Kontakt (am 16.6.15) zu einem Makler aufgenommen, da eine DHH zur Miete angeboten wurde. Bei Anruf wurde mitgeteilt, dass die beschriebene DHH nicht mehr frei wäre, aber eine andere DHH (in direkter NAchbarschaft, gleicher Vermieter) zu haben wäre, da der aktuelle Mieter einen Nachmieter sucht.

    Am 20.6. gabs dann ein Treffen mit Makler vor der bald leer werdenden DHH mit Besichtigung. Wir haben uns dann entschienden diese zu nehmen, worauf sich der Makler um alles weitere beim Vermieter gekümmert hat.

    Einige Tage später kam der Makler zu uns nach Hause und wir unterschrieben den vorbereiteten Mietvertrag.

    Ich sprach den Makler dann wegen der Maklerprovision und der neuen Gesetzeslage an, worauf er meinte, dass diese hier nicht zählen würde, da die DHH (welche ja nicht im Internet beworben wurde) bereits vor dem 1.6. in Auftrag gegeben worden sei. Diesen Umstand kann ich leider nicht widerlegen bzw. müsste noch beim Vermieter oder Vormieter nachfragen.

    Meine Frage: Hat der Makler soweit recht oder zählt hier das Datum der Unterschrift des Mietvertrags?

    Im übrigen haben wir die Maklerprovision herunterhandeln können. Haben leider keinen Maklervertrag erhalten. Wir haben die Zahlung in Bar getätigt und auch nur eine handschriftliche Quittung vom Block erhalten, worauf die gezahlte Summe quittiert wurde.

    Desweiteren hatten wir noch einige kleinere Mängel, wo der Makler angab, mit dem Vermieter gut zu können und sich darum kümmern würde. Wir könnten uns auch weiterhin bei ihm melden, wenn es etwas zu klären gebe. Bis heute (knapp 8 Wochen nach Einzug) hat sich soweit nichts getan, der Vermieter gibt immer nur an, dass mit ihm selbst nichts abgesprochen worden sei. IN einer letzten Email vom Vermieter wurde mitgeteilt, dass der besagte Makler ab sofort nicht mehr Ansprechpartner für uns sei.

    Wir hatten mehr das Gefühl, dass er auch eine Art Hausverwalter sei, was wir so aber auch nicht belegen können.
     
  2. AdMan

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  3. Andres

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    Das klingt nach einem der Tricks, mit denen die Maklerzunft versucht, das Bestellerprinzip zu umgehen. Ich halte das aber in dieser Form für nicht erfolgt. Wenn der Makler sofort eine zweite Wohnung anbieten kann, liegt doch die Vermutung nahe, dass er diese Wohnung nicht "ausschließlich wegen des Vermittlungsvertrags mit dem Wohnungssuchenden" (§ 2 Abs. 1a WoVermRG) anbietet.

    Bleibt noch die Nebensächlichkeit, dass ein solcher Vermittlungsvertrag der Textform bedarf. Wenn es also neben dem Telefonanruf keine weitere Korrespondenz gab, hat sich das ganze Thema sowieso erledigt.

    Die übliche Masche ist nach meiner Kenntnis eher, dass ein schriftlicher Suchauftrag verlangt wird und dann nach kurzer Zeit ein Rückruf erfolgt.


    Gute Argumentation - für dich. Damit ist doch dokumentiert, dass der Vermittlungsauftrag gegenüber dem Vermieter gerade nicht ausschließlich für dich (s.o.) geschlossen wurde. Vor dem 1.6. wusste der Makler von dir doch noch gar nichts.


    Schriftform (also auf Papier) ist nicht nötig, Textform schon. Ist in dieser Richtung nichts erfolgt, wäre jeder Vermittlungsvertrag unwirksam.


    Blöde Frage: Warum macht man so etwas, wenn man nicht willens ist, die Provision zu zahlen?


    Antwort auf die blöde Frage: Weil man gutgläubig ist und sich gerne über den Tisch ziehen lässt.

    Falls du es noch nicht gemerkt hast: So etwas macht man nicht. Erstens kann der Vermieter "kleinere Mängel" beseitigen, bevor er mit Wohnungsbesichtigungen beginnt, zweitens lässt man sich solche Dinge im Vertrag bestätigen und drittens ...
    ... spricht man das nicht mit dem Makler sondern mit dem Vermieter ab - genau deshalb. Der Makler kann für den Vermieter in dieser Sache keine bindenden Erklärungen abgeben und wird seiner geschätzten Kundschaft so ziemlich alles erzählen.


    Das ist an sich nicht verboten und auch nicht völlig unüblich. Er darf nur nicht der Verwalter der vermittelten Wohnung sein.
     
  4. Pharao

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    Hi,

    die Frage ist wohl eher, lohnt es sich dagegen vorzugehen oder hackt man das ggf. lieber unter Lehrgeld ab :?
     
  5. #4 bobmaster, 16.11.2015
    bobmaster

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    Moin

    Verstehe ich das also nun richtig : er hätte uns keine Provision abknüpfen dürfen, da wir Erstkontakt nach dem 1.6. mit ihm hatten, richtig ? Wenn dem nun so ist, und er auf Nachfrage mir eine bewusst falsche Antwort gibt, dann handelt es sich ja strafrechtlich im Betrug ...
     
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  6. Syker

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    Ja sehe ich auch so Kontakt nach 1.6. keine Provision
     
  7. Andres

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    Betrug erfordert Vorsatz. Keine Ahnung zu haben ist zum Glück noch nicht strafbar. Jemandem nach bestem Wissen und Gewissen eine falsche Auskunft zu geben ist daher kein Betrug

    Und natürlich der übliche Hinweis: Die ganze strafrechtliche Schiene ist eher nebensächlich und bringt dir dein Geld nicht wieder.
     
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  8. #7 bobmaster, 17.11.2015
    bobmaster

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    Mir ist schon klar, dass mir die strafrechtliche Schiene kein Geld wiederbringen würde . Wäre aber evtl. eine gute Argumentationshilfe für baldige Anschreiben ;)!

    Die Frage ist nur: Sind diese INformationen, dass wenn der Kontakt zum Makler nach dem 1.6., die DHH jedoch vorher schon in seinem Bestand war und ich keine Provision zahlen muss, irgendwo im Netz (genauen Gesetzestext?) zu finden? Habe schon google gefüttert, finde aber für mein Beispiel nichts richtiges. Vielleicht kennt einer von euch ja bessere Suchbegriffe

    Und 2000 Euro kann ich nicht mal einfach so als Lehrgeld abstempeln
     
  9. #8 immobiliensammler, 17.11.2015
    immobiliensammler

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    Beim Makler schon, denn entsprechende Einträge im Führungszeugnis können den 34c in Gefahr bringen - Ich bin jetzt nicht auf dem aktuellen Stand ob mit dem "Bestellerprinzip" auch eine entsprechende Ahndung im Bereich der Ordnungswidrigkeit verbunden ist, dann wäre das für den Sitz des Maklers zuständige Ordnungsamt der Ansprechpartner
     
  10. AJ1900

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    Verabschiede dich mal davon wie es aus deiner Sicht gewesen ist, sondern konzentriere dich mal lieber darauf was du beweisen kannst. Wenn du nicht mehr hast als eine handgeschriebene Quittung hast, wo nur die Summe steht und sonst nichts, sehe ich das etwas skeptisch.
    Ansonsten würde ich aber mal davon ausgehen, hättest du nicht bezahlt, hättest du jetzt auch nicht die Wohnung, und müsstest dir darüber keine Gedanken machen.
     
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  11. Pharao

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    Hi,

    das Problem ist immer, wenn man seinem Geld hinterher laufen muss, das wenn der Gegenüber auf nette Briefe, Anrufe, ect nicht reagiert oder nicht so reagiert wie man es gerne hätte, dann wird dir nur noch der Klageweg übrig bleiben und der kostet dich i.d.R. durchaus Nerven & Zeit. Und wenn du jetzt die Rechtslage nicht sicher weist, was gerade für den Klageweg doch sehr interessant ist, dann ist es oft sehr hilfreich vor der Klageerstellung sich ggf. noch anwaltlich Beraten zu lassen.

    Ansonsten wäre meine (also Laie) Vorgehensweise so, das ich diesen Makler mal anschreiben würde (sichere Zustellung bitte!) und das zu unrechte bezahlte Geld zurück fordern würde mit Fristsetzung. Ggf. kann man hier auch gleich mit reinschreiben, das man ansonsten weitere rechtliche Schritte einleiten wird. Bleibt das erfolglos, dann eröffnest du einen Mahnbescheid. Dieser kostet nur ein paar Euro und wird erstmal auch nicht weiter auf die Rechlage überprüft. Jetzt hat der Gegenüber 3 Möglichkeiten innerhalb einer Frist: 1) er bezahlt die geforderte Summe, damit wäre alles wieder aus der Welt, 2) er reagieren gar nicht, dann "gewinnst" du einfach so, musst allerdings ggf. die geforderte Summe dann noch Pfänden lassen oder 3) er legt Widerspruch dagegen ein, dann hast du die Möglichkeit vor Gericht zu gehen um es dort klären zu lassen.

    Nachteil an dem Weg ("ich muss meinem Geld hinterher laufen") ist erstmal, das du hier für alle Unkosten in Vorleistung treten musst. In wie weit du welche Unkosten dem Gegenüber später auferlegen kannst, das hängt ein bischen vom Ausgang zB vor Gericht ab. Bedenke hierbei jedoch, "schief gehen" vor Gericht kann hier viel, denn nicht ohne Grund gibt es den Spruch "Vor Gericht und auf hoher See ......."! Veilleicht sieht der Richter die Rechtslage anders als du oder dein Anwalt, zB weil die Beweise nicht ausreichend genug sind oder der Beklagte hat kein Geld bzw. auch nichts pfändbares, dann nützt dir der beste Titel auch nichts, ect.
     
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  12. Andres

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    Wenn Laien so argumentieren, ist es am Ende gerne mal Nötigung.


    Nicht so, wie du es dir vorstellst. Die gesetzliche Grundlage habe ich oben genannt. Wie diese Grundlage auf deinen Fall anzuwenden ist, habe ich zumindest grob skizziert. Viel besser wird es nicht mehr.


    Und wie bekommt bobmaster davon sein Geld wieder? Noch dazu, wenn sich das Einkommen des Maklers schlagartig verringert, weil er seiner Arbeit nicht mehr nachgehen darf?
     
  13. #12 BHShuber, 17.11.2015
    Zuletzt bearbeitet: 17.11.2015
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    Hallo,

    alles ändert aber nicht, dass du die Dienstleistung des Immobilienmaklers in Anspruch genommen hast und durch sein Einwirken ein Mietvertrag entstanden ist!
    Einzig was dich in der Tat retten kann, nicht ohne Gerichtsverfahren wohlgemerkt, wäre die Tatsache, dass es für den Immobilienmakler keine Auftrag in Textform gab! Hat Andres bereits beschrieben!!!

    Und hier der Text dazu, denn du in verschiedenen Foren mittlerweile versuchst zu finden:

    Beauftragt dagegen der Mieter einen Immobilienmakler, für ihn eine passende Wohnung zu suchen, muss er am Ende auch die Provision des Immobilienmaklers bezahlen.

    Dafür reicht aber ein schlichter Anruf beim Immobilienmakler nicht aus, denn für den Suchauftrag an den Immobilienmakler ist Textform vorgeschrieben!

    Was Textform heißt, steht in § 126b BGB und ist eine lesbare Erklärung, in der die Person des Erklärenden genannt ist und die auf einem dauerhaften Datenträger, auch Papier, E-Mail, Speichermedium, abgegeben ist.
    Im Gegensatz zur Schriftform ist keine Unterschrift hierfür notwendig, wurde die Textform nicht eingehalten, ist der Vermittlungsauftrag des Wohnungssuchenden nichtig! Der Immobilienmakler muss im Streitfall besweisen, dass er einen Auftrag zumindest in Textform erhalten hat.

    Wenn du es darauf ankommen lassen willst, dann gehe den Gerichtsweg und hoffe man bekomme einen verständnisvollen Richter, die Chancen stehen nicht so schlecht.

    Gruß

    BHShuber
     
  14. #13 immobiliensammler, 17.11.2015
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    Ganz einfach, wenn der Makler Dreck am Stecken hat wird er es nicht auf eine Anzeige (und wenn es nur beim Ordnungsamt ist) ankommen lassen.
     
  15. #14 Pharao, 17.11.2015
    Zuletzt bearbeitet: 17.11.2015
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    Noch mal, für den Straftatbestand Betrug ist der VORSATZ eine wesendliche Bedingung und die gilt es im Zweifelsfall dann auch Beweisen bzw Nachweisen zu können!

    Kann man das nicht und "droht" trotzdem damit (also kommt halt immer darauf an, wie man das ggf. schreibt bzw. macht), dann kann das schnell ein Schuss nach hinten werden, denn das Strafgesetzbuch besteht aus mehr als nur den Betrugsparagrafen .... :91:
     
  16. #15 BHShuber, 17.11.2015
    Zuletzt bearbeitet: 17.11.2015
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    Hallo,

    was für Dreck am Stecken? Das ist Unsinn! Nicht jeder Immobilienmakler ist ein Verbrecher wie gerne mal dargestellt wird, es gibt auch und das muss man offen so sagen auch schwarze Schafe in der Branche.

    Hier hat der Immobilienmakler einen entscheidenden Fehler gemacht und zwar hat er sich nicht Rechtskonform beauftragen lassen und zwar in Textform.

    Er hat die Gelegenheit genutzt um ein Vermittlungsgeschäft tätigen zu können, leider war er zu dumm um sich an rechtliche Gegebenheiten zu halten, was dem Mieter, bzw. Mietinteressenten jetzt absolut in die Karten spielt.

    Sämtliche Änderungen sind in § 2 WoVermittG verankert, unter Anderem die zwingende Beauftragung per Textform.

    Gruß

    BHShuber
     
  17. #16 immobiliensammler, 17.11.2015
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    Ich sehe das Problem nicht im Verhalten des Maklers bei "Vertragsabschluss" sondern im Nachgang. D.h. wenn der Makler darauf aufmerksam gemacht wird, dass er keinen ordnungsgemäßen Vertrag hat dann steht ihn eben keine Courtage zu und er muss die zu Unrecht erhaltene Courtage zurückzahlen. Damit wäre ja alles in Ordnung, aber sich einfach taub stellen und nicht reagieren ist dann vorwerfbar. Ich würde auch nicht "drohen" sondern einfach mitteilen, dass ich den Vorfall der zuständigen Genehmigungsbehörde melde - möge diese daraus machen was sie will.
     
  18. #17 Pharao, 17.11.2015
    Zuletzt bearbeitet: 17.11.2015
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    Hi,

    der Betrug bzw. "die Absicht" kann aber nicht im "Nachgang" geschehen!

    Alles schön und gut, aber genau das ist dann zivilrechtlich zu klären.

    Was allerdings nicht Strafbar nach StGB ist, also in dem Zusammenhang.
     
  19. #18 immobiliensammler, 17.11.2015
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    Ich brauche auch keinen Betrug, es reicht eine Ordnungswidrigkeit, nämlich nach § 8 WoVermRG, und wenn sich das häuft wird das Ordnungsamt von Amts wegen die Zuverlässigkeit prüfen, für einen Makler also (neben dem Bußgeld von bis zu 25.000 Euro) ein heißes Eisen. Und die Ordnungswidrigkeit ist, dass eben die Courtage verlangt wurde (Vorsatz ist nicht nötig).

    Zitat:

    Gesetz zur Regelung der Wohnungsvermittlung
    § 8

    (1) Ordnungswidrig handelt, wer als Wohnungsvermittler vorsätzlich oder fahrlässig
    1.
    entgegen § 2 Absatz 1a vom Wohnungssuchenden ein Entgelt fordert, sich versprechen lässt oder annimmt,
    1a.
    entgegen § 3 Abs. 1 das Entgelt nicht in einem Bruchteil oder Vielfachen der Monatsmiete angibt,
    2.
    entgegen § 3 Abs. 2 ein Entgelt fordert, sich versprechen läßt oder annimmt, das den dort genannten Betrag übersteigt,
    3.
    entgegen § 6 Abs. 1 ohne Auftrag Wohnräume anbietet oder
    4.
    entgegen § 6 Abs. 2 seinen Namen, die Bezeichnung als Wohnungsvermittler oder den Mietpreis nicht angibt oder auf Nebenkosten nicht hinweist.
    (2) Die Ordnungswidrigkeit nach Absatz 1 Nummer 1 und 2 kann mit einer Geldbuße bis zu 25 000 Euro, die Ordnungswidrigkeit nach Absatz 1 Nummer 1a, 3 und 4 mit einer Geldbuße bis zu 2 500 Euro geahndet werden.
     
  20. #19 Pharao, 17.11.2015
    Zuletzt bearbeitet: 17.11.2015
    Pharao

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    Da brauch ich doch gar nicht weiterlesen, wenn du hier schon schreibst "wenn sich das häuft "! Mal abgesehen davon, das "prüfen " mindestens zwei "Ausgänge" zulässt und das bei der Höhe des Bußgeldes ein großes "kann bis zu " steht.

    Ansonsten, Bußgeld hat wenig mit Betrug zu tun! Das eine ist ggf. einfach eine Ordnungswidrigkeit, das andere ist ein Straftatbestand. Unbeachtet auch mal von der Tatsache, das auch wenn hier ein Bußgeld verhängt wird oder die Strafanzeige erfolgreich abläuft, das bedeutet auch noch lange nicht, das der Beklagte dann einfach das Geld zurück bezahlt. Auch in dem Fall wird man i.d.R. zivilrechtlich Klagen müssen! Zumal ich auch meine, das man als Außenstehender eine Ordnungswidrigkeit bzw. deren Ausgang nicht mitbekommt.


    Mal ganz abgesehen davon, wenn hier die Sachlage soooooo eindeutig ist, dann sollte es doch auch schon ausreichend sein mit Zivilklage zu "drohen". Denn wer lässt sich schon gerne verklagen, wenn vorab ziemlich sicher ist, das man nur verlieren kann :?
     
  21. #20 immobiliensammler, 17.11.2015
    immobiliensammler

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    Wenn ich als Makler ein solches Geschäftsmodell fahre (klar, gibt auch andere) dann baue ich doch gerade drauf, dass die Leute nicht klagen. Einfache Rechnung: 10 mal kassiert, 2 lassen es auf eine Klage ankommen, macht selbst zuzüglich Anwalts- und Gerichtskosten noch einen guten Verdienst. Die Gerichtskosten kann ich in den Fällen durch ein Anerkenntnis sogar reduzieren, gibt es auch kein Urteil und keinen Richter, der die Akte evtl. von Amts wegen an die Staatsanwaltschaft weiterleiten muss.

    Wenn die Leute aber alle zum Ordnungsamt rennen hagelt es Bußgelder und die Zulassung nach 34c ist in Gefahr - aus meiner Sicht eindeutig die bessere Methode - ggfs. zusätzlich zur Klage, aber für den Anhörungsbogen im OWi-Verfahren ist es natürlich gut, reinschreiben zu können das schon die Rückzahlung erfolgt ist.
     
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