Mausplage

Dieses Thema im Forum "Kündigung" wurde erstellt von Schlumpf, 07.01.2008.

  1. #1 Schlumpf, 07.01.2008
    Schlumpf

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    Hallo,

    in einer 1 Zi UG-Wohnung (Haus Bj. 1959) befindet sich in der Rigips-Zwischendecke (abgehängt) eine oder mehrere Mäuse, die höchstwahrscheinlich über einen Rolladenkasten dorthin gelangt ist/sind.

    Er kann nicht richtig schlafen, da eine Maus immer wieder nachts an den Holzlatten in der Zwischendecke nagt, was sich lautstark in das Zimmer überträgt.

    Außerdem befindet sich an einer Wand am Fußboden ein 20-30cm großer leichter Schimmelstreifen über ca. 2m hinweg. (Dort stand ein Bett vom Vormieter.)

    Dazu kommt, dass das Wasser in der Spüle nicht funktioniert. (Vermtl. der Durchlauferhitzer kaputt.)

    Das alles findet der Mieter zu Mietbeginn Anfang dieses Jahres vor. (D. h. der Vormieter ist wenige Tage zuvor ausgezogen und der Mieter hat die Wohnung so übernommen, wie dieser sie hinterlassen hat. Es gab keinerlei Renovationen dazwischen.)

    Der Vermieter verspricht Abhilfe...
    Der Mieter hat schon die erste Miete gezahlt.

    Welche Möglichkeiten gibt es nun für den Mieter?

    Kann er vom Vermieter erwarten, dass dieser unverzüglich reagiert und nicht erst noch eine Woche wartet?

    Kann der Mieter vom Vertrag zurück treten, obwohl der Vermieter "Abhilfe" versprochen hat und schon einen konkreten Termin (in einer Woche) festgelegt hat?

    Was ist, wenn der Mieter selbst für Abhilfe sorgen will, erstens weil dies eben schneller geht (er will ja nicht eine Woche lang schlecht schlafen) und außerdem wahrscheinlich auch effektiver sein wird?
    Z. B. kauft er ein Ultraschallgerät, dass die Mäuse vertreibt... Kann er die Kosten dann geltend machen? (Der Vermieter kann ja immer noch behaupten, dass die "Mäuseplage" nur eingebildet gewesen sei etc...)

    Kann der Mieter evtl. nachträglich Mietminderung geltend machen, da die Nutzung im ersten Monat eben eingeschränkt war und mit verschiedenen Mängeln behaftet war?

    Unter welche offizielle Rubrik (Mieterlexikon) fällt "Mausplage"?

    Danke für alle Antworten im Voraus!
     
  2. AdMan

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  3. Capo

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    Ungeziefer wird vom Vermieter zu entfernen sein.
    Da der Vermieter reagiert, ist eine Mietminderung nicht mglich.
    Natürlich kann der Mieter selbst reagieren. Kosten gehen zu seinen Lasten.
    Ein Rücktritt vom Vertrag ist nicht möglich. Kü Frist ist 3 Monate.

    Den Durchlauferhitzer dem Vemieter melden (Meldepflicht des Mieters)


    Sollte durch den Schimmel ein Gesundheitsproblem entstehen:
    Zum Arzt und mit Attest die fristlose Kü schreiben.
    Dafür bestenfalls einen Anwalt einschalten, sonst kann es bei einem evtl Rechtsstreit Probleme geben.

    Lexikon: Schädlingsbekämpfung denke ich.
     
  4. #3 Schlumpf, 07.01.2008
    Schlumpf

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    Hallo Capo,

    danke für Deine Antwort.

    Allerdings frage ich mich, ob man nicht noch mehr dazu sagen könnte:

    Der Vermieter vermietet eine Wohnung, aus der kurz zuvor der Vormieter ausgezogen ist.

    Die Wohnung ist mit verschiedenen (oben beschriebenen) Mängeln behaftet. Vor allem die Mausgeräusche sind nicht zumutbar.

    D. h. eigentlich hätte der Vermieter vor der Vermietung an einen neuen Mieter diese Probleme beheben müssen.

    Natürlich gehen ihm auf diese Weise keine Mieteinnahmen verloren. Leidtragender ist der neue Mieter, der sich zumindest vorübergehend in einer mit Mängeln behafteten Wohnung aufhalten muss.

    Hinsichtlich Schimmelpilz: Der wird doch wohl kaum von heute auf morgen Gesundheitsprobleme auslösen, oder täusche ich mich da evtl.?
     
  5. Capo

    Capo Erfahrener Benutzer

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    Es ist ein bekanntes Problem, dass bei einzug verschiedene Mängel vorhanden sind. Gründe dafür sind nicht selten die ausziehenden Mieter (O-Ton: Ich habe die Wohnung bis 31.12. gemietet, vorher passiert hier nix und du kommst auch nicht früher rein"; nicht selten steht die Whg dann vielleicht 5-10 Tage leer, aber den 'bösen' Vermieter läßt man nicht rein und schon gar nicht irgendwelche Handwerker)
    Das ist natürlich ärgerlich für dich, aber bei einzug ein normales. Da klemmt eine Tür oder der Vormieter hat noch einen Gruß hinterlassen..

    Der Vermieter versucht es ja und cih denke, dass es für einen privaten Vermieter normal ist, dass er eine woche braucht, einen Handwerker/ Schädlingsbekämpfer zu bekommen.

    Ich gehe davon aus, dass der Vermieter von diesen Problemen keine Kenntnis hatte. Der Vormieter hat wohl seine Meldepflicht etwas vernachlässigt.
    Es ist auch sehr selten, dass es eine Anschluss-Vermietung gibt. Damit meine ich deinen umzug. Eine wohnung gekündigt - Vertrag läuft aus - am nächsten Tag direkt in die neue wohnung. Meist hat der neue Mieter doppelte miete und 2 Wochen reichen, die Probs zu beheben, die dem Vormieter wohl nicht aufgefallen sind.

    Das Schimmelproblem ist eigentlich kein Prob. Wenn dort das Bett stand, gehe ich davon aus, dass es zu dicht an der Wand stand und so die Luft nicht zirkulieren konnte. -> Tapete entferen (mit Handschuhen) -> mit Schimmelweg behandeln -> 3 Tage "auslüften" lassen und dann kann es mit der Renovierung weitergehen.
    Gesundheitsprobleme können entstehen, wenn der Schimmel nicht weg geht und über wochen die Luft verunreinigt.
     
  6. #5 Schlumpf, 07.01.2008
    Schlumpf

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    In einem aktuellen Lexikon zum Mietrecht lese ich unter "Mängel":

    "Neben dem Recht auf Mietminderung kann der Mieter unter gewissen Voraussetzung Schadenersatz geltend machen... Das ist der Fall,

    wenn ein zur Minderung berechtigender Mangel schon beim Vertragsschluss vorhanden war...

    Die Haftung des Vermieters für Mängel der Mietsache, die schon bei Vertragsschluss vorhanden sind, ist unabhängig vom Verschulden des Vermieters."

    Unter "Selbstbeseitigungsrecht des Mieters und Aufwendungsersatz" steht:

    "Im Fall des Verzugs des Vermieters kann der Mieter den Mangel selbst beseitigen und Ersatz der erforderlichen Aufwendungen verlangen... Der Mieter hat hier ein Wahlrecht zwischen Schadenersatz und Aufwendungsersatz. Verzug setzt eine auf Mängelbeseitigung gerichtete Mahnung voraus, Anzeige allein genügt nicht..."

    Unter "Erheblichkeit, Höhe der Minderung" steht:

    "Nach der Neufassung des § 536 Abs. 1 BGB ist der Mieter für die Zeit, in der die Tauglichkeit der Mieträume zum vertragsmäßigen Gebrauch aufgehoben ist, von der Entrichtung der Miete befreit. Für die Zeit, während der die Tauglichkeit gemindert ist, hat er nur eine angemessene herabgesetzte Miete zu entrichten."

    Fazit:

    M. E. ist es möglich, die Miete rückwirkend zumindest zu mindern, wenn z. B. im Falle einer (unzumutbaren) Mausplage das Schlafen in den Räumlichkeiten erheblich gestört wird...

    Ich könnte mir das so vorstellen: Der Mieter teilt dem Vermieter schriftlich mit, dass eine Woche "Bearbeitungszeit" für ihn unzumutbar ist, da es eine Woche "schlechten Schlaf" bedeutet. Wenn es dennoch zu einer solchen bzw. längeren Bearbeitungszeit kommt, kann der Mieter bei der nächsten Miete eine entsprechende Mietminderung anbringen.

    Interessant ist, dass in o. g. Paragraphen sogar von "Mietbefreiung" die Rede ist...

    Bitte Antworten wenn möglich auch mit Quellen untermauern. Danke.
     
  7. #6 F-14 Tomcat, 15.01.2008
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    Wenn es auch Einbieschen spät kommt

    Ließ dir mal den § 536b durch
     
  8. #7 Schlumpf, 15.01.2008
    Schlumpf

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    In §536b steht:

    "Kennt der Mieter bei Vertragsschluss den Mangel der Mietsache, so stehen ihm die Rechte aus den §§ 536 und 536a nicht zu. Ist ihm der Mangel infolge grober Fahrlässigkeit unbekannt geblieben, so stehen ihm diese Rechte nur zu, wenn der Vermieter den Mangel arglistig verschwiegen hat. Nimmt der Mieter eine mangelhafte Sache an, obwohl er den Mangel kennt, so kann er die Rechte aus den §§ 536 und 536a nur geltend machen, wenn er sich seine Rechte bei der Annahme vorbehält."

    Das heißt, wenn der Mieter von dem Mangel bei der Vertragsunterzeichnung nichts gewusst hat (und der Vermieter auch nicht) - weil die Wohnung z. B. von einem Vormieter noch bewohnt war und überall Möbel etc. die "Mängel" verdeckten - dann triff im Umkehrschluss §§536... wohl zu...

    Gibt es eigentlich so etwas wie "Probewohnen"? (So wie eine Probefahrt eines Autos...) Natürlich sieht man auch da nicht gleich alle Mängel, vor allem die "versteckten", doch "das Gröbste" könnte man damit evtl. "aussieben"...
     
  9. #8 F-14 Tomcat, 15.01.2008
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    Wegen diesen Satz würde ich mal mit H&g bzw. Anwalt reden :bier


    Ich mach hi und da so was ähnliches wie Probewohnen :tasse

    Wenn die Mieter selber weißeln Fliesen erneuern (Falls nötig) und und gibt’s einen Monat umsonst :respekt
     
Thema: Mausplage
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