MFH in Wuppertal als Anlage

Dieses Thema im Forum "Immobilien - Erwerb/Veräußerung im Inland" wurde erstellt von Gatti, 29.05.2014.

  1. Gatti

    Gatti Neuer Benutzer

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    Hallo zusammen,

    nachdem ich (37, m) schon eine Weile hier mitgelesen habe, möchte ich gerne einmal Eure Erfahrungen/Meinungen zu folgender Überlegung wissen:

    Bisher habe ich keine praktische Erfahrung als Vermieter, das vorweg. Mit den Kalkulationen zu Renditen (Einkaufsfaktoren, umlagefähige Kosten, steuerliche Hintergründe) bin ich vertrauter, auch durch meine Arbeit. Mit anderen Formen der Anlage (Aktien, Bonds, Options) habe ich mehrjährige Erfahrung, daher hatte ich überlegt, ob Immobilien auch ganz gut passen könnten.

    Da ich aus Köln komme und m.E. hier momentan die Einkaufsrenditen bei ETW bzw. MFH teilweise ungesund aussehen, habe ich mich interessehalber im Umland umgesehen.
    Aufgefallen ist mir dabei Wuppertal mit Einkaufsfaktoren auf die NKM von ca. 10-11 für Altbauten.
    Allerdings sind mir manche Dinge aus der Ferne (kenne W durch Besuche) durchaus etwas unklar: viele Angebote sehen von den Zahlen attraktiv aus, allerdings sind oft Objekte nur gering ausgelastet, auch in Elberfeld als Beispiel.
    Mich würde interessieren, ob aus Eurer Erfahrung dieser Zustand generell eine Chance ist oder eher in den Annoncen der Sanierungsaufwand verschleiert wird trotz gegenteiliger Aussagen in den Anzeigen :erschreckt008:.

    Wie würdet ihr ein solches Objekt prüfen? Zudem stellt sich mir die Frage, ob die Entfernung Köln-Wuppertal für die Eigenregie einer solchen Immobilie angemessen ist, auch vom Arbeitsaufwand an sich und der Kontrolle des Objektes. Macht es für Euch Sinn, zum Zwecke der Vermietung einen großen Teil Fremdkapital aufzunehmen, bzw. wie wäre eure komfortable Höhe relativ für so ein Projekt?

    Vielen Dank im Voraus für Eure Gedanken und ich hoffe, es war nicht zu ungenau.
    Gatti
     
  2. AdMan

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  3. Andres

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    Zur Situation vor Ort mögen sich andere äußern, die sich dort besser auskennen. Dass über Wuppertal regelmäßig der Pleitegeier kreist, ist aber kein Geheimnis. Eine der Ursachen ist das wirtschaftliche Umfeld, das sich neben den kommunalen Finanzen auch auf den Mietermarkt auswirkt.

    Dann solltest du klein anfangen und erst einmal ausprobieren, ob das etwas für dich ist.


    Wenn jemand etwas verkaufen will, stellt er es im besten Licht dar. Das darfst du niemals vergessen. Dass Objekte in der Realität also fast immer schlechter aussehen, ist völlig normal. Bestenfalls ist das Objekt wie beschrieben.

    Wo siehst du denn Chancen? Wenn jemand eine Chance sehen würde, ein Objekt in seinem Bestand zu sanieren und dann besser zu vermieten, würde er das wohl machen. Das gilt auch für Leerstand. Was würdest du denn daraus schließen, wenn man das Objekt stattdessen verkauft?


    Ein bischen mit Zahlen hast du ja offensichtlich schon gespielt. Als nächstes würde ich mir das Umfeld anschauen und überlegen, mit welchem Leerstand und welcher Mieterklientel hier zu rechnen wäre. Dazu gehört ein Blick in die Wohnungsanzeigen (Zeitung, Internet) und ein kleiner Spaziergang rund ums Objekt. Wenn mit längerem Leerstand zu rechnen ist, wäre das für mich ein Ausschlusskriterium, vor allem für ein erstes Objekt.

    Danach kommt eine technische Prüfung. Dazu wirst du, wenn du nicht gerade umfangreiche Fachkenntnisse mitbringst, professionelle Hilfe brauchen. Was ist in naher und mittlerer Zukunft zu machen und was wird das kosten?

    Dann wird nochmal gerechnet. Bei einer ETW käme noch die Prüfung der Gemeinschaft hinzu.


    Ist es ok für dich, wenn du die Strecke einmal pro Woche fährst? Damit musst du im Schnitt nämlich mindestens rechnen. Außerdem brauchst du Personal vor Ort, z.B. einen Hausmeister. Ich würde eine kürzere Entfernung zu meinem Wohnort bevorzugen.


    Je weniger du aufnehmen musst, desto höher wird deine Rendite. Außerdem macht eine lockere Finanzierung (oder gar keine ...) das Projekt insgesamt entspannter.

    Die Konditionen, die du bekommst, hängen davon ab, welchen Teil des Kaufpreises du finanzieren musst. Das sollte keinesfalls mehr als 80 % sein, besser unter 60 %. Kaufnebenkosten gehen separat.

    Wenn Leerstand ein Thema ist, sollte das auch in die Finanzierung einfließen. Wie lange kannst du die Raten zahlen, obwohl keine bzw. weniger Miete reinkommt?
     
  4. Gatti

    Gatti Neuer Benutzer

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    Hallo Andres,

    vielen Dank. Das mit dem kleineren "Probierobjekt" habe ich mir auch schon überlegt, ist vielleicht doch besser, um mal hier die "Luft zu schnuppern".
    Die wirtschaftliche Situation in W ist natürlich ein Thema, das ich mir genauer ansehen muss. Tendenziell hatte ich auch den Gedanken: warum verkauft jemand, wenn es doch so gut läuft (kein Geld für Instandhaltung, zu alt als Vermieter, historisch viel Ärger mit Mietern...oder schlimmer: das Objekt ist in schlechtem Zustand)?
    In welchem Maß kann die wirtschaftliche Situation in W mir zusetzen? Mir würden da Faktoren einfallen wie a) höhere Grundsteuer - umlegbar b) Mehr H4-Mieter - müsste man rausselektieren...Was noch alles?
    Werde mir mal die Mietanzeigen im Raum genauer ansehen. Ob der Leerstand bei solchen Objekten länger bleibt, das ist natürlich eine gute Frage, wie kommt man an solche Infos?

    Meinst Du, dass bei jedem Vermietungsobjekt eine wöchentliche Kontrolle angeraten ist, oder eher bei einem MFH? Ich kenne auch Kollegen, die haben von Köln aus eine Wohnung in München vermietet...

    Zur Alternative der ETW als erstes Vermietungsobjekt:
    Welche Klientel ist für Euch als Vermieter eher angeraten? Bisher hatte ich bei Euch im Forum schon diverse Artikel zur WEG-Größe gelesen (eher größer, da sonst Krawall bei wenigen Eignern möglich). Welche Baujahre wären so angebracht. Um mich dem Thema zu nähern, bin ich für eine erste Preiseinschätzung auch oft über die Grundstücksmarktbericht der Gutachterausschüsse gegangen. Excel-Tabellen für Bewertungen a la DCF-Verfahren und normalem Ertragswertverfahren habe ich alles schon...fehlt nur der praktische Teil..

    Sorry, das sind wieder Fragen über Fragen...
    Grüße,
    Gatti
     
  5. galaxy

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    MFH in Wuppertal

    Hallo Gatti,

    als einheimischer Wuppertaler kenne ich mich in dem Markt etwas aus. Es ist richtig, dass hier im Vergleich zu Köln die Mieten und die Kaufpreise deutlich niedriger sind. Die wirtschaftliche Lage ist hier aber schlechter, über 11% Arbeitslosigkeit, Einwohnerschwund, viele HartzIV-Empfänger.

    Der Wohnungsleerstand ist in Elberfeld und Barmen am höchsten. Hier gehen auch viele Objekte in die Zwangsversteigerung. Nur in den kleineren, äußeren Stadtteilen Vohwinkel, Cronenberg und Ronsdorf ist die Lage besser. Ein Makler hat uns mal erzählt, dass Vohwinkel (ganz im Westen von Wuppertal) bereits zum Einzugsgebiet von Düsseldorf zählt.

    Wir wohnen in Vohwinkel und besitzen hier im Stadtteil mehrere MFH. Wir kennen jede Straße und können die Vermietbarkeit gut einschätzen. Wir haben die Objekte günstig erworben und eigenhändig saniert. Auch die Hausverwaltung erledigen wir selbst und können schnell vor Ort sein. Für uns rechnet sich die Vermietung.

    Wir würden jedoch niemals in weiter entfernten Städten ein Haus erwerben, erstens weil wir die Lage nicht kennen und zweitens weil die Hausverwaltung in Eigenregie zu umständlich wäre. Wir trauen uns nicht einmal zu, die Lagen hier in den anderen Stadtteilen zu beurteilen.

    Sicherlich gibt es in Wuppertal auch gut vermietbare Lagen, aber dort sind die Preise auch entsprechend höher. Manche Häuser stehen jahrelang zum Verkauf, bis sich ein Käufer findet.
     
  6. Gatti

    Gatti Neuer Benutzer

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    Hallo Galaxy,

    danke Dir für diese Ortseinschätzung. Habe parallel auch einige ETW mit interessanten Preisgestaltungen in Erkrath-Hochdahl gesehen, das dürfte ja dann auch zum Einzugsgebiet von Düsseldorf zählen.
    Habt Ihr Häuser mit eher kleinen Wohnungsgrößen oder eher größer? Bei den Bildern in den Anzeigen denke ich mir manchmal, dass die Grundrisse bei Altbauten um 1900 schon recht einschränkend sind (Bad ohne Fenster mit ca. 1,5 Breite z.T.).:erschreckt015: Habt Ihr keine Bedenken, dass sich der Leerstand auch nach Westen ausbreitet?
    Im Grunde genommen ist Köln auch nicht der Nabel der Welt, derzeit kauft hier alles, was Laufen kann Immobilien, m.E. werden die Zukunftsaussichten aber etwas überzeichnet. Interessanterweise ist die Preislage Richtung Norden (Erkrath, Hilden, Langenfeld, Leverkusen) nicht mehr so angespannt.
    Welche Renditen basierend auf Eurem eingesetzen Kapital inkl. Sanierungen macht Ihr denn so, wenn das keine zu private Frage ist? Bei Wuppertal habe ich immer etwas Sorge, dass der Mietspiegel relativ niedrig ist (jedenfalls im Vergleich zu Köln), so dass die Renditeanforderung schon größer sein sollte, um das ggf. höhere Risiko des Standorts abzufedern und damit sich die Sanierungen rechnen. Bei Köln hingegen reitet man ein wenig auf der Welle der Zukunftsbewertungen..., das muss auch nicht besser sein.:unsicher017:

    Grüße, Gatti
     
  7. #6 galaxy, 29.05.2014
    Zuletzt bearbeitet: 29.05.2014
    galaxy

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    Hallo Gatti,

    Wir besitzen nur komplette Häuser, keine einzelnen Wohnungen. Alles Altbau um 1900. Die Grundrisse haben wir so gut es ging optimiert, meistens neues Bad mit Fenster. Einige Wohnungen sind mit Durchgangszimmern oder ohne Balkon, das ist aber auch kein Problem. Unsere Wohnungen haben Größen von 26 bis 105 m², im Durchschnitt 70 m². Die größeren 4-Zimmer-Wohnungen sind bei Familien begehrt. Die kleineren 2-3-Zimmer-Wohnungen werden meistens von ein bis zwei Personen bewohnt. Hat beides Vor- und Nachteile.

    In Vohwinkel mache ich mir weniger Sorgen um den Leerstand. Unsere Wohnungen werden immer in Top-Zustand abgeboten bei überschaubaren Mieten und sind schnell vermietet.

    Im Stadtteil wird ein neues Gewerbegebiet gebaut und die Innenstadt soll endlich durch ein neues Kaufhaus und Wohnungsneubau aufgewertet werden.

    Die Renditen liegen nach Komplettsanierung in Eigenleistung über 10% (vor Steuer). Wenn wir alle Arbeiten durch Handwerksfirmen ausführen lassen müssten, würde sich das nicht rechnen.

    Die kleinen Städte im Einzugsgebiet von Düsseldorf wie Hilden, Haan, Erkrath, Langenfeld oder Monheim sind preislich höher als Wuppertal, aber auch "gemütlicher". Dort ist das wirtschaftliche Umfeld auch besser.
     
  8. #7 Aktionär, 30.05.2014
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    Wie heisst es doch so schön über Wuppertal:

    "In Barmen wohnen die Armen und in Elberfeld ham´se auch kein Geld" *duckundweg*
     
  9. Gatti

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    ja, den Spruch kenn ich auch über die Situation im Tal...:122:

    Galaxy, was mich interessieren würde:
    Wie seid ihr denn zu den Häusern gekommen, mit einem angefangen und dann weiter zugekauft oder durch Erbschaft? Hattet ihr die Wohnungen nacheinander renoviert (bei Auszug der Mieter) oder waren das komplette Leerstände, wo ihr alles gleich gemacht habt? Was für Dinge interessieren Euch bei den vorhandenen Mietverhältnissen, wenn ihr ein Objekt übernommen habt? Was für ein Aufwand wird dafür veranschlagt, habt ihr alles selber ausgebaut (dafür wäre ich nicht so geeignet, zum einen durch den Vollzeit-Job, zum anderen bin ich nicht unbedingt der Handwerker)? Um nach Sanierungen 10% Rendite zu bekommen, muss das Objekt dann aber wirklich günstig gewesen sein, oder?
    Wo kann man denn so im Groben die Kosten für die Sanierungen abschätzen, immer per Handwerker-Anfrage oder gibt es im Netz gute Info-Seiten? Hast Du neben der Vermietung noch einen anderen Job oder bindet das zu viel Zeit mit der Vermietung?
    Ich müsste das am Anfang auf jeden Fall alleine machen - keine Handwerker in der Familie, Freundin würde da auch keine große Hilfe sein..:tongue: Ich habe mitgenommen, dass man mindestens einen guten Hausmeister benötigt, wie sieht es mit Verwaltungen aus, rechnet sich das dann?
    Danke für das Verständis für meine Fragenmenge a al Sesamstraße :84:

    Grüße,
    Gatti
     
  10. #9 Bürokrat, 30.05.2014
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    Wichtiger als ein guter Hausmeister ist ein guter Installateur und, fast noch wichtiger ein halbwegs günstiger Elektriker. Letztere sind aber schwer zu finden...
     
  11. #10 galaxy, 30.05.2014
    Zuletzt bearbeitet: 02.07.2014
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    Beitrag gelöscht.
     
  12. Duncan

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    sehr gute Erkenntnis. Diese hat so manchem heimwerkenden Eigentümer schon etliche tausend € gekostet.
    Ich finde die Hausmeistertätigkeiten kann man am einfachsten selbst machen. Regelmäßig (~ 1x Woche, ruhig mit Abweichung) nach dem Rechten sehen, Leuchtmittel i.O.? Reinigung der Flure, Treppenhäuser, Außenanlagen gemäß Vereinbarungen? Müllplatz sauber? Blick aufs Tableau der Heizungsanlage, werden Störungen, Wartungen etc. angefordert? Brennstoffzuleitungen ok oder sind irgendwo Lecks festzustellen? (Die Lecks an Gasanlagen findet man sehr sicher Mittels Kerze, ist aber etwas laut und dreckig. :160: ) Laufen die Dachrinnen ab, sind die Bodenabläufe frei, Klingel-u. Briefkastenanlage i.O.? ...
    Wenn du was findest was übers Glühbirnenwechseln oder Besen/Schrubber schwingen hinausgeht, wirst fast immer einen Installateur benötigen, sei es für Gas, Wasser ,Sch - önheit oder einen E.

    Für die Verwaltung sollte man entsprechende Fachkenntnisse haben, insbesondere wenn es an die Abrechnungen geht. Das hat man sich entweder selbst frisch angeeignet oder eingekauft mittels einer Verwaltung. Für mich ist eine gute Verwaltung ihr Geld alle mal wert, da sie mir viel Zeit erspart. Eine schlechte Verwaltung ist immer zu teuer, auch wenn du sie selbst machst. :tongue: Wenn du alles selbst machen willst, dauert es nicht allzulange bis sich die Vermietung zum Vollzeitjob auswächst, ob die Einnahmen da mithalten sollte man genau abschätzen.
     
  13. Gatti

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    Hallo Galaxy,

    vielen Dank, das war - erneut - wieder sehr interessant von Deinen Erfahrungen zu lesen. Ich sehe in dem ganzen "Projekt" bei mir insbesondere das folgende Problem: a) ich habe wenig Zeit, mich unter der Woche als Art von Hausmeister zu betätigen und b) ich habe keine wirkliche Ahnung von Handwerkertätigkeiten, da eher Zahlenmensch. Die Verwaltung könnte ich dann zwar wohl gut selbst machen, aber Ahnung von Bausubstanz ist mir nicht wirklich gegeben. Daher würde ich mir auch nicht zutrauen, die - zugegebenermaßen attraktiven Objekte von der Preisrelation - zu ersteigern. Ähnliche Angebote hatte ich gerade in Wuppertal auch öfters gesehen (Leerstand, groß, Altbau, günstige Einstiegspreise).
    Habt Ihr die Objekte dann immer gut fremdfinanziert und trägt sich das dann pro Objekt selbst, auch wenn noch Sanierungen zu machen sind und WE leer stehen oder musstet Ihr dann z.T. "quersubventionieren" mit anderem Einkommen oder andere Immos als Collateral? Als ordentliches Zubrot wäre das für mich auch ganz interessant. Fantastisch natürlich wäre, wenn so ein Objekt sich inkl. Renovierungen selbst finanziert....Aber auch hier kann man sagen: der Gewinn liegt im Einkauf :hut014:
    @ Duncan: vielen Dank für die praktischen Tipps, ich vermute, bei mir wäre die Kombination mit brennender Kerze und Gaslecks nicht unbedingt wertsteigernd für ein Objekt...

    Summa summarum wäre das Projekt MFH natürlich reizvoller, weil m.E. durchaus lukrativer, aber auch für den Einstieg "nebenbei" etwas gewagt. Habt Ihr Euch da gut zurecht gefunden bei der ersten Vermietung, Galaxy?
    Andererseits, wenn ich hier die Stories über WEG lese und der Auslieferung des eigenen Wohl und Wehes an unfähige Verwaltungen mit untätigen/desinteressierten Miteigentümern, dann kann das m.E. auch viel Energie und Geld kosten....:unsicher033:
    Vor allem ist die Erfahrung von WEG ja nicht so ohne Weiteres auf ein MFH übertragbar, abgesehen viell. von Mietertypen.
     
  14. Duncan

    Duncan
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    och, das endet immer mit Bum und lästigen Zeitungsberichten.

    Aber man lernt sehr viel ohne zu großes Risiko, wenn man das will!
    Wie sieht eine ordentliche und richtige Abrechnung aus. Welche Regelungen sind zu beachten. Wie hoch muss ich meine Instandhaltung und Modernisierung veranschlagen um nachhaltig wirtschaften zu können. (sehr viele Banken vernachlässigen die langfristige Rendite zu Gunsten der Jahresrendite und ruinieren so die Gebäude!)

    Bedenke: hier landen nur die WEGs wo es nicht klappt, es gibt auch sehr viele da erschöpft sich der "Streit" auf eine halbstündige Diskussion ob man diese oder jene Maßnahme splittet oder im Ganzen durchführt. Wobei die Entscheidung über die Farbe der neuen Fassade dauerte 10 mal so lange wie die Frage des ob, wie teuer und überhaupt...

    In einer WEG habe ich einen festen ETV-Termin: 25.12. um 14 Uhr bis zum Kaffee trinken...
     
  15. #14 sosoberlin, 31.05.2014
    Zuletzt bearbeitet: 31.05.2014
    sosoberlin

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    Ich kann nichts zu Wuppertal sagen - aber ich kann dir sagen: wenn die Gegend interessant ist und auch von anderen so eingeschätzt wird, werden einem keine Renditeschnäppchen hinterhergeworfen - sondern sind sehr schwer zu finden. Das würde mir einfach zu denken geben. :unsicher017:

    ein kurzer Blick in den Immoscout zeigt: 121 Anlageobjekte. Da ist doch etwas faul. So eine kleine Stadt und so viele Renditeimmobilien zuverkaufen?
    Sogar scheinbare Traumimmobilien wie die hier:http://www.immobilienscout24.de/expose/74954408 sind für nur 240.000 zu haben? Mhhh...
     
  16. Duncan

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    So Traumimmobilie finde ich das gar nicht.
    Die Arztpraxis ist leer, wie die Situation in Wuppertal ausieht weiß ich nicht genau, es ist aber gut möglich das diese derzeit unvermietbar ist. Die 2 Whg. scheinen Uraltmieter zu sein, die Drohung mit den gesetz.lichen Kündigungsfristen kann nach hinten losgehen.
    Die rückseitige Fassade hat ein Algenproblem, da sollte man mal prüfen wo die Feuchtigkeit herkommt, durch den Baumbestand hat man mind. 2-3 mal die Dachrinnen zu...

    Ergo: als Selbstnutzer ok, Anlage nö.
     
  17. #16 sosoberlin, 31.05.2014
    sosoberlin

    sosoberlin Erfahrener Benutzer

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    Ja, ich habe danach zum Spass nur im Immoscout gesucht, wieviele freie Gewerberäume es gibt.. >200 Stück und wenn man sich die Anzeigen ansieht, kann man sich gut vorstellen, dass der Arzt sich noch ein schöneres Büro gesucht hat.

    Aber ich habe von Wuppertal wirklich keine Ahnung.
    Mir kommt es nur komisch vor, dass die Rendite da so auf der Strasse liegen soll. :unsicher019:
     
  18. Gatti

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    Hallo sosoberlin,

    diese Frage mit den Renditen stelle ich mir auch, ist aber auch sehr interessant im Umkreis von Köln: Richtung MG, Niederrhein sind die qm-Kaufpreise auch günstiger (~ 1000 EUR/qm), kann aber auch daran liegen, dass MG höhere H4-Quoten hat. M.E. fokussiert sich die Nachfrage punktuell auf die Großstädte am Rhein (Bonn, Köln, Düsseldorf).

    Was mich generell noch interessiert: du hattest in einem anderen Thread aufgezeigt, dass die Banken bei Finanzierungen weniger die Mieteinnahmen des Objektes nehmen (nur 30% der Mieteinnahmen), sondern eher das eigene Einkommen. Nehmen die Banken hier die Istmieten oder die ökonomisch vorhandenen Mieten bei Vollvermietung?
    Ist das in der Regel so? Das würde bedeuten, dass man bei einer Immobilie mit FK-Quote durchaus für das nächste Objekt erst einmal bis zur Tilgung warten muss, bspw. 1 ETW für Vermietung mit FK muss erst getilgt werden, erst danach kann für Selbstnutzung 1 ETW gekauft werden:unsicher025:?
    Grüße,
    Gatti
     
  19. Andres

    Andres
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    Wenn die Banken sich überhaupt mit den Mieten auseinandersetzen, dann sind das Istmieten.
     
  20. #19 sosoberlin, 02.06.2014
    Zuletzt bearbeitet: 02.06.2014
    sosoberlin

    sosoberlin Erfahrener Benutzer

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    ...genauso ist es .. und dann wird bei Privatpersonen auch noch auf die persönliche Einkommenssitation geschaut!

    So, Mittagspause... Also:

    Der Beitrag auf den Du Dich beziehst, sprach von einer einzelnen vermieteten Wohnung! Mehrfamilienhäuser laufen ganz anders.

    Ich kann in Anbetracht der Tatsache, dass du dir nicht sehr sicher bist und auch noch nicht viele Kenntnisse erworben hast, einfach nur empfehlen: Deine 30% des Gehalts, welches du derzeit beziehst, sollte ausreichen, um bei 100 % Mietsausfall die gesamte Hypothek für das Haus tragen zu können. - Das verlangen Banken zwar nicht, aber es geht um Deine eigene Sicherheit. Wir haben damals das erste Haus genauso finanziert und ich bin natürlich übervorsichtig, das gebe ich gerne zu! :wink1:


    Für alle weiteren Fragen suchst Du Dir am Besten ein konkretes MFH heraus und kontaktierst einen der Finanzvermittler Dr Klein, interhyp, etc. und lässt Dir dort die Berechnung der Banken erklären.
    Ich kann hier nur orakeln - aber für jedes Objekt, jede Strasse und jeden Stadtteil gibt es auch immer noch unterschiedliche Bewertungen seitens der Bank, was die derzeitigen Jahresmietseinnahmen sein müssen, as kann Dir der Finanzberater direkt beantworten für die Gegend. - Er wird Dir, aus den vielen Anträgen, die er bearbeitet, auch sagen können, ob und wieviele Verkäufe derzeit stattfinden. Wenn er schon länger dabei ist, kann er sagen, wie es sich dort konkret entwickelt hat. Er wird Dir sage, ob Du solvent genug bist, um so ein Projekt durchzuziehen. Das sind auch alles Dinge, die ich nicht in einem Forum öffentlich besprechen würde. Und ich erzähle ja auch schon immer viel von mir :070sonst:

    Das Objekt wird auch begutachtet werden! Es ist einfach nicht wie bei einer Eigentumswohnung, bei der man einfach nur eine Baubeschreibung und ein Foto von Fassade hinten/vorn und Pläne hinzufügt.

    Du wirst auch deine Mietserwartungen darstellen müssen in einem Dokument.

    Kurz: das ist ein richtiger Prozess, der viel Engagement erwartet.

    Wenn ich an alle Papiere denke ... :erschreckt013:
    Aber lasse Dich nicht entmutigen, ich hoffe, es klappt! Wenn das erste Haus erst einmal abbezahlt ist, lebst Du gut. Und dann weißt Du, warum es sich gelohnt hat, sich das alles anzutun! :wink1:


    Sorry für die Tippfehler aber ich bin gerade in Eile.
     
  21. Gatti

    Gatti Neuer Benutzer

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    Danke Dir dafür (und natürlich allen anderen, die bisher beigetragen haben).

    Ich denke, für das Erste ist es mir einfach sicherer, ich beginne mit einer ETW, um zu sehen, ob die Vermietung für mich überhaupt was ist, wie schon oben empfohlen.
    Ist wahrscheinlich für den Moment wirklich sicherer, auch um zu sehen, wieviel Aufwand ich dann letztlich habe und ob mich das Projekt dann gleich zu viel Nerven kostet. Ich habe mitgenommen, dass ich mich nicht einfach auf vorhandene Istmieten berufen sollte (30% eigenes Gehalt, wie Du erwähnt hast). Das ist auch ein sehr wertvoller Vorschlag, da ich auch eher risikoavers bin, besonders bei Investments, die ich vorher noch nicht unternommen habe.
    Werde dann mal nach geeigneten Objekten schauen...und mal hier schön weiterlesen, lerne jeden Tag dazu.

    Grüße,
    Gatti
     
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