Miete mit Vermögen bezahlen

Diskutiere Miete mit Vermögen bezahlen im MV - Allgemeine Fragen Forum im Bereich Mietvertrag über Wohnraum; Folgendes Problem: Ich habe zum 1.2. meine alte Wohnung gekündigt, da ich mit meinem Studium fertig bin. Die drei Monate nach meiner...

  1. #1 Anderesa, 20.01.2014
    Anderesa

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    Folgendes Problem:
    Ich habe zum 1.2. meine alte Wohnung gekündigt, da ich mit meinem Studium fertig bin. Die drei Monate nach meiner Exmatrikulation habe ich noch nicht gearbeitet, da ich nach dem Studium erstmal Urlaub gemacht habe und dann noch ein enges Familienmitglied verstorben ist. Nun will ich mir im Februar in Berlin eine Wohnung und eine Arbeitsstelle suchen. Dazu bin ich nach Berlin gefahren und habe mich auf Wohnungssuche begeben. Dann kam der Schock:
    Verständlicherweise möchten die Vermieter eine Sicherheit für ihre Miete haben. Das kann ich voll verstehen. Da ich noch keine Arbeitsstelle und damit ein festes Einkommen habe, habe ich dazu meine Vermögenswerte nachgewiesen, die vor allem aus der Erbschaft aus dem oben genannten Todesfall stammen. Trotz einem recht großen Vermögen mit dem ich zig Jahre die Miete zahlen könnte und dem Angebot, die Miete auch gerne ein oder zwei Jahre im Voraus zu zahlen, will mir aber niemand auch nur eine Wohnung um die 400€ Warmmiete anbieten. Alle bestehen auf einem Einkommensnachweis. Kann es wirklich sein, dass die Nachweise von Bank und Amtsgericht über den Wert des Nachlasses nicht ausreicht, um Vertrauen zu schaffen? Und dass die Versicherung, die Miete zwei Jahre im Voraus zu zahlen UND den Mietvertrag gleichzeitig auf zwei Jahre zu befristen, nicht schon ein extrem entgegenkommendes Angebot meinerseits ist? Es wurde nicht mal darauf eingegangen. Ein solches Angebot ist doch das beste, was einem Vermieter passieren kann oder nicht?

    Selbst wenn ich bei der Jobsuche erstmal nur einen 400€-Job finden sollte, könnte ich allein von diesen 400€ und meinem Vermögen über 15 Jahre lang leben und die Miete garantiert zahlen. Trotzdem scheinen die Vermieter sich zu weigern mir eine Wohnung zu geben, nur weil ich noch keine feste Stelle habe. Als ob eine Arbeitsstelle so eine gute Garantie für ihre Mieten ist. Eine Arbeitstelle kann man immerhin auch verlieren.
    Ich glaube inzwischen, dass hier nach Vorurteilen entschieden wird. Marke: "Der Typ arbeitet drei Monate nach dem Ende des Studiums noch nicht, der ist bestimmt ein Assozialer und macht mir die Wohnung kaputt."
    Ich habe mich auch schon im Internet umgesehen. Da gibt es ebenfalls eine Frau, die trotz 200.000€ am Konto keine Mietwohnung bekommt. Das ganze scheint also ganz normaler Wahnsinn zu sein.
    Bitte, liebe Vermieter hier im Forum, sagt mir, was ich euren Kollegen für Angebote machen muss, damit ich eine Wohnung bekomme. Am Ende des Monats endet mein Mietvertrag und ich werde jetzt wohl bei Verwandten leben müssen, wenn ich nicht auf der Straße landen will.
    Bitte verzeihen Sie mir meinen vielleicht etwas aggressiven Ton, aber nach wochenlangem Pendeln zwischen den Städten ohne Erfolg bin ich momentan etwas verärgert.
     
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  3. Andres

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    Nein, denn vor allem besteht es aus massig unwirksamen Klauseln. Die Zahlung der Miete für zwei Jahre im voraus ist zwar ganz nett, praktisch sieht es aber so aus: Da eine Sicherheit über 3 NKM unzulässig ist, kannst du alles, was darüber hinaus geht jederzeit mit Erfolg zurückfordern. Die Befristung ist ebenfalls unwirksam, d.h. es besteht ein unbefristeter Vertrag.


    Nun ja, das trifft auf Vermögen genauso zu.


    Nenn' es von mir aus Vorurteil, im Kern stimmt das. Viele Vermieter haben eine gewisse Vorstellung, in welches Schema der zukünfitge Mieter passen soll. Wenn du da nicht reinpasst, bekommst du die Wohnung nicht.

    Das gleiche Problem haben z.B. auch viele Selbständige. Gehaltsnachweis gibt es nicht, Bonität nach Auskunft ist beim Einzelunternehmer oft etwas schwierig und mit Unterlagen wie BWA können viele Vermieter nichts anfangen. Dabei wäre der Mieter ein ganz sicherer Kandidat ...


    Um Angebote geht es nicht, denn da ist dank "mieterfreundlicher" Gesetzgebung praktisch nichts zu machen. Bei Wohnungen, für die es sehr viele Interessenten gibt, brauchst du Glück - die meisten Vermieter werden diejenigen Kandidaten bevorzugen, die in ihr Schema passen.

    Bei einer Wohnung, für die sich nicht so viele Interessenten finden, sieht es anders aus. Hier kann sich der Vermieter ein starres Schema nicht so einfach leisten. Die Berliner im Forum werden dir sicher noch sagen, wo solche Lagen zu finden sind. Auch dort wird es aber auf ein seriöses Auftreten ankommen.

    Alternative: Erst mal was Vorläufiges (Pension, Monteurzimmer, ...), dann Job, dann was Dauerhaftes.
     
  4. #3 Anderesa, 21.01.2014
    Zuletzt bearbeitet: 21.01.2014
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    Das wusste ich nicht. Schade eigentlich, dass man da keine Möglichkeit zum Verhandeln hat, denn ich wäre den Vermietern GERNE entgegengekommen und ihnen eine Sicherheit bieten. Aber danke für den Hinweis.

    Das stimmt wohl, allerdings wird hier das eine aus irgendeinem Grund für sicherer betrachtet als das andere - es handelt sich also um pure Willkür. Zumal gerade in der heutigen Zeit die wenigsten Jobs wirklich sicher sind. Logischerweise dürfte also niemand eine Wohnung bekommen, da keine Geldquelle wirklich krisensicher ist.

    "Schema" klingt verdächtig nach einem Euphemismus für eher fragwürdige Entscheidungen. Zum Beispiel, dass man seine Wohnung nicht an Ausländer, Schwule, Schwarze oder andere Minderheiten vermieten will.

    Natürlich wünscht sich jeder Vermieter seriöse Mieter. Aber warum ist es dann gerade die Maklerseite, welche sich mir gegenüber durchgängig unseriös gezeigt hat? Es werden Unterlagen verlangt, die weit über das Notwendige hinausgehen. Warum reicht zum Beispiel nirgendwo der erste Teil der Schufa-Bonitätsauskunft? Es wird jedesmal der Teil verlangt, der explizit als "Teil zur persönlichen Verwendung" gekennzeichnet ist - mit einer Auflistung aller meiner Konten. Wenn man dann nachfragt, ob das rechtens ist, wird einem geantwortet, dass sie den persönlichen Teil zwar nicht verlangen dürfen, ich ihn aber freiwillig vorlegen kann. Toll, denn wenn ich es nicht tue, bekomme ich keine Wohnung. Allein die Tatsache, dass ich nachgefragt habe, macht mich wahrscheinlich verdächtig und als Mieter untauglich ("der könnte uns Probleme machen"). Das gleiche gilt für so manche anderen Unterlagen auch, insbesondere im Falle des im Eingangspost erwähnten Erbes. Ehrlich gesagt - ich vermute dass die Makler diese Daten weiterverkaufen, anders kann ich es mir nicht erklären. Denn mehr Informationen als die bereits gelieferten Unterlagen bieten diese Daten über meine finanzielle Situation nicht - sehr wohl aber Adressen, Kontonummern und Namen und Anschriften von Verwandten...

    So wirds wohl laufen. Und so werde ich viel viel Geld verlieren, dass ich in eine teure Pension mit wenig Wohnqualität stecken muss. Geld, welches der Vermieter stattdessen hätte haben können.:sauer030:
    Ich hätte nie gedacht, dass man in unserer Gesellschaft mit gutem finanziellen Polster und abgeschlossenem Studium in Notunterkünften schlafen muss. Stellen Sie sich vor, Bill Gates schenkt Ihnen sein Vermögen und Sie kündigen in der Euphorie ihren Job. Könnten Sie sich nicht jede Eigentumswohnung der Welt kaufen - Sie müssten auf der Parkbank schlafen.
     
  5. Pitty

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    Wenn Du hier im Süden (Treptow)schaust, kannst Du leicht Zimmer um die 12-15 Euro finden. Das ist nicht viel und da liegt Du nicht viel über Deiner Wunschmiete. Dann kannst Du Dir erst einmal einen Job suchen.

    Am Ende sind es keine Vorteile, sondern Kriterien, die darauf hinweisen die Miete regelmäßig zu zahlen. Geld kann man ausgeben und wenn man keinen Job hat ist es irgendwann aufgebraucht. Der Vermieter möchte auch nicht in weiter Ferne eine Zwangsräumung.
     
  6. #5 Pharao, 21.01.2014
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 21.01.2014
    Pharao

    Pharao Gast

    Hi Anderesa,

    sorry, aber ich weis nicht welche Voraussetzung mein Nachbar an ihre Mietinteressenten stellen. Ich kann dir meine Vorstellungen an einen Mietinteressenten sagen, aber nicht die von anderen Vermietern. Deswegen gibt es hier auch keine Musterlösung :(

    Und nenn es Willkur oder sonst wie, letztlich müssen beide Vertragpartner zusammen kommen und wenn ein Vermieter eben nicht an Ausländer, Schwule, Rechtsanwälte, Arbeitslose, ect vermieten will, dann ist das erstmal sein gutes Recht. Du kannst niemanden zwingen einen Vertrag mit ihm abzuschliessen.

    Und gerade wenn es sehr viele Mietinteressenten für eine Wohnung gibt, um so mehr kann der Vermieter dann auch verlangen von seinen Mietinteressenten und sich seinen Wunschmieter raussuchen. Und "ja", wenn ein Mietinteressent dann da bockt oder was nicht nachweisen kann/will, dann landet er auf dem Stapel "absage". Ich mein, würdest du mit Sicherheit auch nicht anders machen, wenn du Vermieter wärst, denn ist der Vertrag erstmal abgeschlossen, dann bekommt man einen unliebsamen Mieter nur schwer wieder raus und hat oft genug erstmal das Nachsehen als Vermieter.

    Im übrigen steht es dir auch frei, ggf. dir selber eine Wohnung oder ein Häuschen zu kaufen und dann kannst du machen was du willst damit.
     
  7. Landei

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    Versuche es doch einmal mit einer Bürgschaft auf erstes Anfordern. Mal mit der Bank sprechen, die werde die Bürgschaft sicherlich ausstellen und damit sieht es sicherlich schon etwas anders aus. ABER: genau anschauen, wer diese Bürgschaft haben soll, damit kann auch Unfug betrieben werden und es scheiden sich im Moment auch aus rechtlicher Sicht, darüber die Geister. Deshalb ist der Gang zur Bank sicherlich im Moment eine gute und informative Möglichkeit, doch noch zu einer Wohnung zu bekommen.

    Noch ein kleiner Tipp, es gibt in Berlin zahlreiche und bezahlbare kleine Ferienwohnungen, die sicherlich für die Übergang zufriedenstellend sind. Einige Vermieter sind auch bereit, bei einem längerfristigen Mietverhältnis (z.B. 3 Monate) einen günstigeren Preis zu akzeptieren, einfach mal Angebot machen. Dann ist der Druck auch raus und die Suche kann entspannter angegangen werden, letztendlich soll es ja auch eine die-will-ich-Wohnung werden und keine die-muss-ich-Wohnung :zwinkernd001:
     
  8. #7 Anderesa, 21.01.2014
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    Vielen Dank für den Tipp!

    Ja da haben Sie wohl recht. Es ist trotzdem ein unschönes Gefühl und auch der Hauptgrund für meine Wut. Denn es tut einfach weh, wenn man wegen einem Todesfall (inklusive die Pflege des Sterbenden vor seinem Tod) die Aufnahme einer Arbeit um zwei Monate verschiebt und dann der Makler da steht und nur fragt "Haben Sie schon einen Job? Nein? Dann kann ich Ihnen keine Wohnung geben." Da komme ich mir stigmatisiert vor, wie ein Langzeitarbeitsloser, der sich erst gar nicht um eine neue Arbeit bemüht.

    Das stimmt und ich habe dann ja auch ohne zu bocken alle Unterlagen eingereicht. Das, was ich bemängele, ist dass da Unterlagen gefordert werden, die nichts mit dem zu tun haben, worum es eigentlich geht. Natürlich braucht der Vermieter alles, womit ich meine Liquidität beweisen kann. Aber wozu braucht er meine Kontonummern, wenn doch gar kein Mietvertrag zustandekommt? Das ist eben dubios und es handelt sich hier nicht um einen Einzelfall.

    Ja, an eine Bürgschaft habe ich auch gedacht. Ich werde mich da heute mal informieren, was es da genau zu beachten gilt.

    Das klingt gut, ich denke so werde ich es machen. Gerade der letzte Punkt ist wirklich vernünftig.
     
  9. Duncan

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    Die Ferienwohnung-Idee hat außerdem den Vorteil, dass du die einzelnen Kieze etwas kennen lernst. In der Schulstr. wird demnächst eine Whg. frei. Der Bewohner ist letzten Donnerstag erschossen worden. :unsicher006: Also wenn "Heute-blau-morgen-blau" durch ist... Gleich ums Eck wurde eine Frau erstochen in ihrer Whg. aufgefunden...
    Oder liegt dir eher der Grunewald?
    Neu-Schwabenland?
    Was hast du studiert? Potentieller Arbeitgeber gleich ums Eck? Ne Stunde im Berliner ÖPNV ist sicher um Welten besser als im Ückermünder, aber nicht wirklich ein Erlebnis das man täglich 2 mal braucht.
     
  10. #9 Petra_44, 13.02.2014
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