Miete-Nachforderung & Anwaltskosten der Gegenpartei

Dieses Thema im Forum "VF - Ankündigungen!" wurde erstellt von spilke, 04.02.2015.

  1. spilke

    spilke Neuer Benutzer

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    Guten Tag

    Ich bin als Vermieter einer 2 2/2 - Zimmer Einliegerwohnung in einem Bauernhaus, mit folgender Situation konfrontiert:

    Frage 1:

    Ich vermietete besagte Wohnung per 01.04.2014 und vereinbarte eine 3-monatige Kündigungsfrist. Im Juli 2014 verlangte die Mieterin, wegen eines Wasserschadens nach einem Unwetter und ohne vorherige Ankündigung, über ihre Anwältin meine Zustimmung zur sofortigen Auflösung des Mietverhältnisses. Nach reiflicher Überlegung stimmte ich dem Begehren zu. Die Mieterin zog am 08.08.2014 aus, blieb aber die Miete für den August schuldig.
    Meine Frage:
    Kann ich die Miete für den ganzen August oder nur die 8 Tage der Nutzung der Mietsache mit der Mietkaution, die noch bei mir ist, verrechnen?

    Frage 2:
    Ein weiteres Problem stellt sich mit der Rechnung der Anwältin der Ex-Mieterin. Die Ex-Mieterin verlangte verschiedene Entschädigungen für angeblich in der Mietwohnung beschädigte Möbel, Umzugs- und Genugtuungskosten. Meine Haftpflichtversicherung hat der Gegenpartei einen Abfindungsbetrag ausbezahlt. Nun verlangt die Anwältin, ICH solle ihre Aufwendungen (Anwaltskosten der Gegenpartei) begleichen obschon die Ex-Mieterin ohne eine Rücksprache mit mir und ohne mir irgendwelche Mängel / Ansprüche schriftlich gemeldet / angemahnt zu haben direkt die Anwältin einschaltete.
    Meine Frage: Muss ich diese Anwaltsrechnung wirklich bezahlen?

    Vielen Dank für Ihre Stellungnahme.
     
  2. AdMan

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  3. #2 Modernfamily, 04.02.2015
    Modernfamily

    Modernfamily Erfahrener Benutzer

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    Viele grobe Fehler gemacht!

    Hast du das Unwetter verursacht? Wenn du solche Macht hast melde dich schnell bei RTL..ansonsten hätte gegolten:

    Mieter zeigt Wasserschäden beim VM an
    Hausratversicherung des Mieters kommt für Schäden am Inventar des Mieters auf
    Gebäudeversicherung für Schäden an der Wohnung
    Die Mieterin hätte in der Zeit wo die Wohnung nicht nutzbar gewesen wäre eine Mietminderung machen können-dass sie gleich auszieht und einen Anwalt nimmt ist allein IHR Problem! Du hättest auf den Vertrag bestehen können!

    Nun ist der Karre schon im Dreck gelandet und DU selbst hast der fristlosen zugestimmt. Verbuch es als Erfahrung. Die Anwaltskosten würde ich NICHT übernehmen. Wer die Musik bestellt zahlt sie auch.
     
  4. AJ1900

    AJ1900 Erfahrener Benutzer

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    Also grundsätzlich würde ich diese Kosten nicht übernehmen, da es ja zu keinem Rechtstreit gekommen ist. Wenn jemand damit beauftragt seine Briefe zu schreiben ist jedem selbst überlassen nur hat er eben dann auch die Kosten zu tragen.
    Wie und wer die Kosten der Gegenseite zu tragen hat, setzt eigentlich das Gericht fest.
    Die Frage wäre allerdings evtl. wohl, ob dein Schuldhaftes verhalten dazu geführt hat, was aber wohl bei einem Wasserschaden durch ein Unwetter kaum möglich sein dürfte?
     
  5. Andres

    Andres
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    Spielt sich der Sachverhalt in der Schweiz ab? :?
     
  6. spilke

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    Nein, in Deutschland.

    Ich wäre froh, auch Meinungen zu Frage 1 zu lesen.
     
  7. #6 BHShuber, 04.02.2015
    BHShuber

    BHShuber Erfahrener Benutzer

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    Hallo,

    was wurde denn hier vereinbart, endete das Mietverhältnis nach Vereinbarung am 08.08.2014 oder wurde hierfür ein anderes Datum vereinbart.

    Sollte dem so sein, dass ein Auszugsdatum vereinbart wurde, dann ist dieses heranzuziehen, wenn nicht, dann eben das genannte Datum 08.08.2014.

    Bis dahin musste die Dame eben die Miete entrichten, wenn dies nicht geschehen ist, kann sich der Vermieter an der Kaution für die 8 Tage im August gütlich tun.

    Eine Frage die mich interessiert, warum hat der Vermieter der Auflösung des Mietverhältnisses zugestimmt?

    Wasserschaden nach einem Unwetter? Wie soll man das deuten?

    Gruß

    BHShuber
     
  8. spilke

    spilke Neuer Benutzer

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    was wurde denn hier vereinbart, endete das Mietverhältnis nach Vereinbarung am 08.08.2014 oder wurde hierfür ein anderes Datum vereinbart.

    Sollte dem so sein, dass ein Auszugsdatum vereinbart wurde, dann ist diese
    s heranzuziehen, wenn nicht, dann eben das genannte Datum 08.08.2014.

    Das Auszugsdatum wurde offen gelassen.

    Bis dahin musste die Dame eben die Miete entrichten, wenn dies nicht geschehen ist, kann sich der Vermieter an der Kaution für die 8 Tage im August gütlich tun.
    Gibt es dazu rechtliche Handhabe?
    Könnte nicht auch der ganze Monat in Frage kommen? Gäbe es dazu rechtliche Handhabe?
     
  9. Andres

    Andres
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    Schön, aber das beantwortet die Frage nicht: Was wurde vereinbart? Der genaue Wortlaut wäre hilfreich.


    Natürlich könnte auch der ganze Monat in Frage kommen, aber bis geklärt ist, was hier genau vereinbart wurde, wäre das reine Spekulation.
     
  10. spilke

    spilke Neuer Benutzer

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    Ich stimmte der von der Mieterin angestrebten "schnellstmöglichen Auflösung des Mietverhältnisses mit ..... ohne Einhaltung der 3-monatigen Kündigungsfrist" zu und betonte mein Bestreben nach einer einvernehmlichen Lösung.

    Ich verreiste Anf. August für 4 Tage und als ich am 8.8. abends zurückkehrte fand ich die Wohnung geräumt und die Schlüssel im Briefkasten, das Ganze ohne Vorankündigung und / oder Information.
     
  11. Berny

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    Genugtuungskosten kann man evtl in der Satisfaktionstabelle ablesen...:unsicher017:
     
  12. Andres

    Andres
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    Uff, das ist reichlich ungenau formuliert.

    Bösartigste Auslegung: Du bist jederzeit mit einer sofortigen Auflösung einverstanden, sozusagen "Blanko-Aufhebungsvertrag". Wenn die Mieterin am 8.8. beschließt, jetzt das Mietverhältnis beenden zu wollen, dann tritt das sofort ein - und damit endet die Pflicht zur Mietzahlung.

    Freundliche Auslegung: Das ist gar keine verbindliche Willenserklärung sondern irgendein Wischi-Waschi. Also nach wie vor ganz normale Kündigung unter Einhaltung von Form und Frist. Wenn ich die Schilderung richtig verstehe, wäre das Mietverhältnis damit bis heute ungekündigt.

    Ob man auf dieser Basis wirklich eine Auseinandersetzung um die Kaution riskieren will? Ich würde es nicht machen und das als Lehrgeld verbuchen, mich zukünftig eindeutiger auszudrücken. Aber das ist ein Frage des persönlichen Geschmacks.


    Und du weißt, dass die Schlüssel erst am 8.8. eingeworfen wurden?
     
  13. #12 BHShuber, 05.02.2015
    BHShuber

    BHShuber Erfahrener Benutzer

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    Hallo,

    demnach ist keine ordentliche Übergabe der Wohnung vonstatten gegangen, dann wäre es so wie hier zu lesen:

    Wohnungsübergabe: Nur dann müssen Sie die Wohnung annehmen › GeVestor

    Die Wohnung gilt nicht als zurückgegeben:

    RECHTaktuell | SAWAL | Rechtsanwälte & Notar | Blog» Blogarchiv » “Schlüssel werfe ich in den Briefkasten”

    Gruß

    BHShuber
     
  14. Andres

    Andres
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    Und wieder einmal ist das hier kein typischer Fall. Erstens wurde nicht ordentlich gekündigt, sondern es kam zu irgendeiner wirren Auflösung, vermutlich per sofort. Es würde eine sofortige Beendigung des Mietverhältnisses stark beeinträchtigen, wenn man die Rückgabe eine Woche vorher ankündigen müsste.

    Weiter ist hier ernsthaft das Thema "Annahmeverzug" im Spiel. Wenn sich der Vermieter mit einer sofortigen Auflösung einverstanden erklärt, dann aber 4 Tage lang nicht erreichbar ist, kann man darüber schon nachdenken. Wir kennen ja nur das Ergebnis (Schlüssel im Briefkasten - in welchem eigentlich: Mieter oder Vermieter?) und nicht die Schritte, die der Mieter zuvor schon unternommen hat.

    Außerdem ist die Aussage im verlinkten Artikel, dass die Rückgabe der Mietsache vor Ende des Mietverhältnisses erfolgen muss, schlicht falsch. Praktisch wird das zwar immer so gemacht, aber in § 546 Abs. 1 BGB steht eindeutig etwas anderes. Die Rückgabe zu üblichen Geschäftszeiten (also irgendwann am früher Vormittag) am ersten Tag nach Ende des Mietverhältnisses würde völlig ausreichen.
     
  15. #14 BHShuber, 05.02.2015
    Zuletzt bearbeitet: 05.02.2015
    BHShuber

    BHShuber Erfahrener Benutzer

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    Hallo,

    darauf kommt es doch gar nicht an, wie die Wohnung oder aus welchem Grund die Wohnung, sondern Mietsache ansich zurückgegeben wird.

    Wichtig ist dass der Vermieter durch die Rückgabe wieder die Sachherrschaft über die Mietsache bekommt. Rechtsanwalt Matthias Osterburg

    BGH, Urteil vom 12.10.2011 - VIII ZR 8/11

    Zitat:" Dem Vermieter muß Gelegenheit gegeben werden, ausdrücklich dem Mieter gegenüber zu bekunden, daß er die Wohnung wieder in seinen Besitz nehmen will. Die bloße Möglichkeit durch die in den Briefkasten geworfenen Schlüssel, die Wohnung wieder in Besitz zu nehmen, genügt nicht." Zitat Ende


    Höchstwahrscheinlich wie so oft, hat weder Vermieter noch Mieter hierüber miteinander gesprochen oder eine Vereinbarung getroffen hierüber können wir nur spekulieren, zumal der Fragende auch keine aufschlussreiche Antwort gibt.

    .

    Nach Beendigung des Mietverhältnisses zurückzugeben ist relativ unzweideutig.

    Gruß

    BHShuber
     
  16. Berny

    Berny Erfahrener Benutzer

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    Und was lehrt uns das alles? Püchologie is alles...:058sonst:
     
  17. #16 Martens, 06.02.2015
    Martens

    Martens
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    Oh nein, nicht schon wieder!
    Dieser nicht zutreffende Vortrag (Hust) wird durch Wiederholung nicht besser oder richtiger.

    Wir hatten das doch gerade hier diskutiert.

    Christian Martens
     
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