Miete nicht bezahlen wegen Corona.

Diskutiere Miete nicht bezahlen wegen Corona. im VF - Ankündigungen! Forum im Bereich Mieter- und Vermieterforum; Ja, kann man - sofern man einen gültigen Grund hat (oder in Kauf nimmt, nicht rechtsgültig zu kündigen). Man kann übrigens auch kündigen, wenn das...

  1. SaMaa

    SaMaa Erfahrener Benutzer

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    Wie recht Du wieder hast :005sonst:

    Frei nach dem Motto :“Alles kann …Nichts muss!“ ;)
     
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  3. #22 Goldhamster, 24.03.2020
    Goldhamster

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    Das kenn ich, das kenn ich...
    dass sagen die bei uns im.... äääähhh Club ..... auch immer...

    :030sonst:
     
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  4. #23 RP63VWÜ, 24.03.2020
    RP63VWÜ

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    Bevor es falsch verstanden wird:
    Unser Hamster meint die Art des Aufgusses im Sauna-Club, gelle?
     
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  5. GSR600

    GSR600
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    Wir haben jetzt auch die ersten Anfragen wegen Mietkürzungen, wir gewähren jedoch nur Ratenzahlungen und Stundungen.
    Jetzt kam schon eine Mieterin an mit der Anregung die Müllkosten doch auszusetzten, da ja laut der

    Landesregierung der Müll von Corona Infizierten über den Hausmüll entsorgt werden kann. :043sonst:
     
  6. #25 Wohnungskatz, 27.03.2020
    Wohnungskatz

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    Aber genau das soll ja auch so gemacht werden. Die Stundung der Miete oder eines Teils der Miete soll bis 30.06.2022 ausgeglichen sein. Wenn also zu viel gekürzt (gestundet) wird, kriegen die Mieter die zusätzlichen Raten zur Miete das evtl. gar nicht hin bis dahin.

    "Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode – 13 – Drucksache 19/18110„Artikel 240 Vertragsrechtliche Regelungen aus Anlass der COVID-19-Pandemie
    § 1 Moratorium(1)Ein Verbraucher hat das Recht, Leistungen zur Erfüllung eines Anspruchs, der im Zusammenhang mit einem Verbrauchervertrag steht, der ein Dauerschuldverhältnis ist und vor dem 8. März 2020 geschlossen wurde, bis zum 30. Juni 2020 zu verweigern, wenn dem Verbraucher infolge von Umständen, die auf die Ausbreitung der Infektionen mit dem SARS-CoV-2-Virus (COVID-19-Pandemie) zurückzuführen sind, die Erbringung der Leistung ohne Gefährdung seines angemessenen Lebensunterhalts oder des angemessenen Lebensunterhalts sei-ner unterhaltsberechtigten Angehörigen nicht möglich wäre. Das Leistungsverweigerungsrecht besteht in Bezug auf alle wesentlichen Dauerschuldverhältnisse. Wesentliche Dauerschuldverhältnisse sind solche, die zur Einde-ckung mit Leistungen der angemessenen Daseinsvorsorge erforderlich sind. (2)Ein Kleinstunternehmen im Sinne der Empfehlung 2003/361/EG der Kommission vom 6. Mai 2003 betreffend die Definition der Kleinstunternehmen sowie der kleinen und mittleren Unternehmen (ABl. L 124 vom 20.5.2003, S. 36) hat das Recht, Leistungen zur Erfüllung eines Anspruchs, der im Zusammenhang mit einem Vertrag steht, der ein Dauerschuldverhältnis ist und vor dem 8. März 2020 geschlossen wurde, bis zum 30. Juni 2020 zu verweigern, wenn infolge von Umständen, die auf die COVID-19-Pandemie zurückzuführen sind, 1.das Unternehmen die Leistung nicht erbringen kann oder 2.dem Unternehmen die Erbringung der Leistung ohne Gefährdung der wirtschaftlichen Grundlagen seines Erwerbsbetriebs nicht möglich wäre. Das Leistungsverweigerungsrecht besteht in Bezug auf alle wesentlichen Dauer-schuldverhältnisse. Wesentliche Dauerschuldverhältnisse sind solche, die zur Eindeckung mit Leistungen zur angemessenen Fortsetzung seines Erwerbsbetriebs erforderlich sind.(3)Absatz 1 gilt nicht, wenn die Ausübung des Leistungsverweigerungsrechts für den Gläubiger seinerseits unzumutbar ist, da die Nichterbringung der Leistung die wirtschaftliche Grundlage seines Erwerbsbetriebs ge-fährden würde. Absatz 2 gilt nicht, wenn die Ausübung des Leistungsverweigerungsrechts für den Gläubiger unzumutbar ist, da die Nichterbringung der Leistung zu einer Gefährdung seines angemessenen Lebensunterhalts oder des angemessenen Lebensunterhalts seiner unterhaltsberechtigten Angehörigen oder der wirtschaftlichen Grundlagen seines Gewerbebetriebs führen würde. Wenn das Leistungsverweigerungsrecht nach Satz 1 oder 2 ausgeschlossen ist, steht dem Schuldner das Recht zur Kündigung zu. (4)Die Absätze 1 und 2 gelten ferner nicht im Zusammenhang 1.mit Miet- und Pachtverträgen nach § 2, mit Darlehensverträgen sowie 2.mit arbeitsrechtlichen Ansprüchen. (5)Von den Absätzen 1 und 2 kann nicht zum Nachteil des Schuldners abgewichen werden.
    § 2 Beschränkung der Kündigung von Miet- und Pachtverhältnissen (1)Der Vermieter kann ein Mietverhältnis über Grundstücke oder über Räume nicht allein aus dem Grund kündigen, dass der Mieter im Zeitraum vom 1. April 2020 bis 30. Juni 2020 trotz Fälligkeit die Miete nicht leistet, sofern die Nichtleistung auf den Auswirkungen der COVID-19-Pandemie beruht. Der Zusammenhang zwischen COVID-19-Pandemie und Nichtleistung ist glaubhaft zu machen. Sonstige Kündigungsrechte bleiben unberührt. (2)Von Absatz 1 kann nicht zum Nachteil des Mieters abgewichen werden."
    ...
    "Zu Absatz 4
    Die Regelung der Absätze 1 bis 3 ist nur bis zum 30. Juni 2022 anwendbar. Dies bedeutet, dass wegen Zahlungsrückständen, die vom 1. April 2020 bis zum 30. Juni 2020 eingetreten und bis zum 30. Juni 2022 nicht ausgeglichen sind, nach diesem Tag wieder gekündigt werden kann. Damit haben Mieter und Pächter vom 30. Juni 2020 an über zwei Jahre Zeit, einen zur Kündigung berechtigenden Miet- oder Pachtrückstand auszugleichen."
     
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  7. #26 ehrenwertes Haus, 27.03.2020
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    Schade, dass keine COVID-19-Mieterhöhung vorgesehen ist, wenn Mieter ihren COVID-Frust an den Mitbewohnern, VM und/oder sonstwie am Mietobjekt auslassen :050sonst:.
    Vielleicht würde eine verursacherunabhängige Art COVID-Pauschale doch ein paar Mieter von diversen Frustaktionen abhalten...
     
  8. Andres

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    Ich hatte es in einem anderen Thema schon geschrieben: So lese ich den Entwurf nicht. In § 1 Abs. 4 steht, dass Abs. 1 nicht für Miet- und Pachtverträge nach § 2 (also solche über Grundstücke) gilt. Ich verstehe das so, dass die Miete in voller Höhe fällig bleibt. Nicht dass ich die Absicht hätte, aber ich sehe keinen Grund, weshalb man für offene Mieten keinen Mahnbescheid beantragen oder Klage auf Zahlung erheben können sollte oder warum die Vollstreckung von auf diesem Weg erlangten Titeln anders eingeschränkt wäre, als durch die Arbeitsbelastung von Gerichten und Gerichtsvollziehern und natürlich die tatsächliche Zahlungsfähigkeit.

    Das steht so auch in der Begründung, Seite 18, etwa in der Mitte ("Unberührt bleiben ...") und noch einmal im speziellen Teil ganz ausdrücklich, ab Seite 36.
     
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  9. #28 robstar1976, 27.03.2020
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    So genau checke ich das Ganze nicht.
    Heisst das, dass die Mieter nun - ohne Nachweis, dass sie tatsächlich gerade wirtschaftlich nicht können - einfach die Zahlung verweigern können ? Das heisst die Tür ist für Willkür geöffnet ?

    Die nächste Fragestellung wäre - was wenn sie das Ganze Corona-Thema noch weitere Monate zieht. Wie sollen dann Mieter, die in finanzielle Nöte geraten sind, dann die ganzen aufsummierten Forderungen begleichen können ? Wird ja unmöglich eine solche aufgestaute Summe ausgleichen zu können, wenn man schon die laufenden Mieten nicht bedienen kann ?

    Steht der Staat dann für solche Forderungen gerade ? Immerhin ist der Vermieter nicht sozialleistungspflichtig gegenüber seinen Mietern. Der Staat hat hier Sozialleistungen für seine Bürger zu leisten. Das kann man ja nicht outsourcen.
     
  10. Andres

    Andres
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    Nein, und auch das habe ich im anderen Panik-Thema bereits geschrieben: Der Mieter muss glaubhaft machen (das ist eine schwache Form von "beweisen"), dass er die Miete wegen der Corona-Pandemie nicht bezahlen kann.

    Einfach mal den relevanten Teil aus dem Entwurf lesen, auf den @Wohnungskatz oben schon hingewiesen hat, Seite 13, vor allem § 2.


    Das weiß niemand. Im Gegensatz zu einem seit Jahrzehnten bestehenden Datennetz ist das hier wirklich Neuland.


    Das ist eine gute Frage. Dazu müsste man überhaupt mal wissen, wer denn nun eigentlich die Mieter sind, die hier geschützt werden sollen, also wer einerseits so schlecht verdient, dass er keine Rücklagen bilden kann, so hart von der Lage getroffen wird, dass er trotz Moratorium (§ 1 des o.g. Entwurfs) die Miete nicht mehr bedienen kann, und gleichzeitig weder Anspruch auf die regulären Sozialleistungen (ALG 1/2, Wohngeld, ...) noch auf Leistungen aus den diversen Hilfspaketen (u.a. für Selbständige, Kleinunternehmer, ...) hat.


    Nö. Solvenz der Mieter war schon immer das unternehmerische Risiko des Vermieters.


    Das möchtest du vielleicht nochmal mit Art. 14 Abs. 2 GG abklären. Es entspricht auch schon lange vor Corona der alltäglichen Praxis, dass der Vermieter Risiken trägt, die man bei weiter Auslegung mühelos als "Sozialleistung" bezeichnen kann.
     
  11. #30 ehrenwertes Haus, 27.03.2020
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    Nach meinem Verständnis, nein.

    Mit dieser Vorgehensweise darf die Miete nur "gekürzt" werden, wenn der Mieter nachweisen/glaubhaft machen kann, dass er wegen COVID-19 einen finanziellen Engpass hat und die volle Miete für die Dauer von max. 6 Monaten nicht voll bezahlen kann. Essen und Trinken sind halt noch lebenswichtiger als Dach überm Kopp.
    Die einbehaltene Miete ist für Vermieter nicht dauerhaft verloren (außer der Mieter kommt in eine Dauerfinanzkrise). Der Mieter darf u.U. nur ein (zinsloses) Darlehen vom Vermieter fordern, das bis spätestens 30.06.2022 vollständig an den VM zurückgezahlt werden muss.

    Wird die Miete ohne entsprechend glaubhafte Begründung (Mängel und neu COVID-Geldeinbußen) einbehalten, gelten die gleichen Anforderungen an eine Kündigung wegen Mietrückständen wie bisher.


    Angedacht sind noch weitere staatliche Fangnetze für Menschen und Unternehmen, die wegen dem Virus in Not geraten. Nur sind diese Hilfen nicht Thema dieses Entwurfs.
    Ein Teil der Mieter wird seine Wohnung auch mit weiteren Unterstützungen nicht halten können. Bei diesen Mietern bleibt dann nur der Weg über Titel erlangen und Schulden eintreiben, die eigenen Verluste zu minimieren.


    Der Staat ist noch nie für alle unternehmerischen Risiken aufgekommen. Mietausfälle gehören für VMs zum normalen unternehmerischen Risiko, momentan halt noch mehr als bisher. Finanzielle Entlastungen für Unternehmer sind geplant. Ein Teil dieser Regelungen wird auch Vermieter betreffen.


    In vielen Bereichen bleibt nur abzuwarten wie die Dinge sich entwickeln.
    Wir Alle betreten Neuland und können nicht auf Epedemie-Erfahrungswerte zurückgreifen.
    Ich denke, unsere Politker versuchen keinen Wirtschaftszweig und gesellschaftlichen Bereich mit staatlichen Unterstützungen/Erleicherungen ganz außen vor zu lassen.
    Das Thema ist aber extrem komplex. Bei all dem guten Willen der politischen Entscheidungsträger, werden auch Fehler gemacht werden.
    Es muss wohl Jeder auch sein eigenes Köpfchen anstrengen und eine persönliche Zukunftsprognose erarbeiten, einschließlich wie man selber mit möglichen Chaosszenarien evtl. klar kommen kann. Sich nur auf "Väterchen Staat wirds schon richten", sollte man sich nach meiner Meinung nicht verlassen.
     
  12. Olbi

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    Ich habe hier mal die Begründung zu den einzelnen § eingefügt, es scheinen ja immer noch Fragen zu bestehen. Vieles sollte sich nach der Lektüre daraus ergeben, wichtiges habe ich mal hervorgehoben (fett). Zum Nachlesen, Seite 36 ff des obigen Links.

    Zu § 2
    Zu Absatz 1
    Die Regelung sichert Mieter von Grundstücken sowie von zu privaten oder gewerblichen Zwecken angemieteten Räumen für einen bestimmten Zeitraum (1. April bis 30. Juni 2020) der COVID-19-Pandemie ab, indem sie nicht den Verlust der Mietsache befürchten müssen, wenn sie vorübergehend die fälligen Mieten nicht fristgerecht zah-len können. Hierdurch soll verhindert werden, dass die zu erwartenden negativen wirtschaftlichen Auswirkungen dazu führen, dass Mieter die Wohnräume und Gewerbetreibende die angemieteten Räume und Flächen und damit die Grundlage ihrer Erwerbstätigkeit verlieren.

    Die Regelung stellt eine zeitlich begrenzte Ausnahme von dem Grundsatz dar, dass eine Leistungsunfähigkeit aufgrund wirtschaftlicher Schwierigkeiten den Schuldner auch dann nicht von den Folgen des Ausbleibens der (rechtzeitigen) Leistung befreit, wenn sie auf unverschuldeter Ursache beruht (vergleiche BGH, Urteil vom 4. Februar 2015, Aktenzeichen VIII ZR 175/14, Randnummer 22). Die Vorschrift erfasst nur Zahlungsrückstände, die vom 1. April bis 30. Juni 2020 entstehen. In diesem Zeitraum sind erhebliche wirtschaftliche Verwerfungen durch die COVID-19-Pandemie zu befürchten, die eine Ausnahme von diesem Grundsatz erfordern. Würde diese Ausnahme nicht geschaffen, wäre zu erwarten, dass infolge des Ausmaßes der wirtschaftlichen Einbußen eine große Anzahl von Personen nicht in der Lage wäre, in dieser vorübergehenden Zeit die Miete weiterhin fristge-recht zu bezahlen und deswegen Kündigungen befürchten müssten.

    Mieter erhalten kein Leistungsverweigerungsrecht nach der Grundregel des § 1. Sie bleiben damit nach allgemeinen Grundsätzen zur Leistung verpflichtet und können gegebenenfalls auch in Verzug geraten. Der Eingriff in die Rechte des Vermieters ist damit geringer, da die Regelung lediglich sein sekundäres Recht zur Kündigung wegen Zahlungsverzugs für einen moderaten Zeitraum beschränkt. Umgekehrt wiegt regelmäßig das Interesse der Mieter schwer: Der angemietete Wohnraum stellt für die Mieter regelmäßig ihre Heimstatt dar, für Gewerbemieter sind die angemieteten Räume und Flächen Grundlage ihrer Erwerbstätigkeit. Es handelt sich um eine den Besonder-heiten des Mietverhältnisses ausgewogen Rechnung tragende Sonderregelung, die dem Interesse am Fortbestand des Mietverhältnisses den Vorzug gibt. Dies rechtfertigt es, von einer speziellen Härteklausel abzusehen. In ganz besonders gelagerten Einzelfällen kommt ein Rückgriff auf Treu und Glauben in Betracht.

    Zu Satz 1
    Leistet ein Mieter von Räumen oder von Grundstücken die im Zeitraum vom 1. April 2020 bis 30. Juni 2020 fällige Miete ganz oder teilweise nicht, so darf der Vermieter das Mietverhältnis wegen dieser Rückstände nicht kündigen, wenn diese auf den Auswirkungen der COVID-19-Pandemie beruhen. Derartige Mietrückstände stellen weder einen wichtigen Grund zur außerordentlichen fristlosen Kündigung (§ 543 BGB) solcher Mietverhältnisse dar noch folgt aus ihnen ein berechtigtes Interesse zur ordentlichen Kündigung auf unbestimmte Zeit abgeschlos-sener Wohnraummietverhältnisse (§ 573 BGB).

    Die Kündigung eines Wohnraummietverhältnisses allein aufgrund solcher Mietrückstände wird dadurch ausgeschlossen. Entsprechendes gilt für die außerordentliche fristlose Kündigung eines Mietverhältnisses über Grund-stücke oder über Räume, die keine Wohnräume sind.

    Die Kündigung ist nur in den Fällen ausgeschlossen, in denen die Nichtleistung des Mieters auf der Ausbreitung der COVID-19-Pandemie beruht. Beruht die Nichtleistung des Mieters auf anderen Gründen, zum Beispiel, weil er zahlungsunwillig ist oder seine Zahlungsunfähigkeit andere Ursachen als die COVID-19-Pandemie hat, ist die Kündigung hingegen nicht ausgeschlossen.
     
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  13. Olbi

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    Teil 2

    Zu Satz 2
    Gemäß Satz 2 obliegt es dem Mieter, den Zusammenhang zwischen COVID-19-Pandemie und Nichtleistung der Miete im Streitfall glaubhaft zu machen. Er muss dann Tatsachen darlegen, aus denen sich eine überwiegende Wahrscheinlichkeit (vergleiche BGH, Beschluss vom 21. Dezember 2006, Aktenzeichen IX ZB 60/06, Randnum-mer 11) dafür ergibt, dass seine Nichtleistung auf der COVID-19-Pandemie beruht. Zur Glaubhaftmachung kann sich der Mieter entsprechender Nachweise, einer Versicherung an Eides Statt oder sonst geeigneter Mittel bedie-nen. Geeignete Mittel können insbesondere der Nachweis der Antragstellung beziehungsweise die Bescheinigung über die Gewährung staatlicher Leistungen, Bescheinigungen des Arbeitsgebers oder andere Nachweise über das Einkommen beziehungsweise über den Verdienstausfall sein.

    Mieter von Gewerbeimmobilien können darüber hinaus den Zusammenhang zwischen CO-VID-19-Pandemie und Nichtleistung zum Beispiel regelmäßig mit Hinweis darauf glaubhaft machen, dass der Betrieb ihres Unterneh-mens im Rahmen der Bekämpfung des SARS-CoV-2-Virus durch Rechtsverordnung oder behördliche Verfügung untersagt oder erheblich eingeschränkt worden ist. Dies betrifft derzeit etwa Gaststätten oder Hotels, deren Betrieb zumindest für touristische Zwecke in vielen Bundesländern untersagt ist.

    Zu Satz 3
    Auf sonstige Kündigungsgründe erstreckt sich die Beschränkung des Kündigungsrechts nicht. Dem Vermieter bleibt es unbenommen, das Mietverhältnis während der Geltungsdauer des Gesetzes aufgrund von Mietrückstän-den zu kündigen, die in einem früheren Zeitraum aufgelaufen sind beziehungsweise die aus einem späteren Zeit-raum resultieren werden. Er kann die Kündigung auch aus sonstigen Gründen erklären, etwa wegen Vertragsver-letzungen anderer Art, beispielsweise unbefugter Überlassung der Mietsache an Dritte (§ 543 Absatz 2 Satz 1 Nummer 2 BGB) oder wegen Eigenbedarfs (§ 573 Absatz 2 Nummer 3 BGB).

    Auch bei auf unbestimmte Zeit abgeschlossenen Mietverhältnissen über Grundstücke oder über Räume, die keine Wohnräume sind, bleibt nach § 580a BGB eine ordentliche Kündigung ohne Kündigungsgrund weiterhin mög-lich. Bereits jetzt existiert in diesen Fällen für Mieter und Vermieter das Risiko, dass der Vertragspartner jederzeit innerhalb der gesetzlichen Fristen kündigen kann. Dieses Risiko hat sich durch die COVID-19-Pandemie nicht geändert. Für eine bessere Planbarkeit und Investitionssicherheit werden Gewerbemietverträge daher üblicher-weise für eine bestimmte Zeit geschlossen.

    Zu Absatz 2
    Zum Nachteil des Mieters kann nicht von der Regelung des Absatzes 1 abgewichen werden. Etwaige entgegen-stehende vertragliche Vereinbarungen – auch in Allgemeinen Geschäftsbedingungen – sind unwirksam. Dies gilt ohne Rücksicht darauf, zu welchem Zeitpunkt die Parteien solche Vereinbarungen getroffen haben. Die Wirk-samkeit vertraglich vereinbarter Kündigungsrechte bleibt unberührt für Zahlungsrückstände, die vor dem 1. April 2020 angefallen sind oder nach dem 30. Juni 2020 anfallen werden.

    Zu Absatz 3
    Die Kündigungsbeschränkung in Absatz 1 und der Ausschluss abweichender Regelungen in Absatz 2 gilt für Pachtverhältnisse – einschließlich Landpachtverhältnisse – entsprechend. Denn zum Betrieb eines Unternehmens gehörende Immobilien werden nicht immer angemietet, sondern sind oft auch Gegenstand von Pachtverhältnissen. Solche Pächter können ebenso wie Mieter von Geschäftsräumen oder -flächen von den Auswirkungen der CO-VID-19-Pandemie in ihrer Leistungsfähigkeit betroffen sein. Dies gilt beispielsweise für die von den Beschrän-kungen des öffentlichen Lebens stark betroffenen Pächter der Hotel- und Gaststättenbetriebe.

    Zu Absatz 4
    Die Regelung der Absätze 1 bis 3 ist nur bis zum 30. Juni 2022 anwendbar. Dies bedeutet, dass wegen Zahlungsrückständen, die vom 1. April 2020 bis zum 30. Juni 2020 eingetreten und bis zum 30. Juni 2022 nicht ausgegli-chen sind, nach diesem Tag wieder gekündigt werden kann. Damit haben Mieter und Pächter vom 30. Juni 2020 an über zwei Jahre Zeit, einen zur Kündigung berechtigenden Miet- oder Pachtrückstand auszugleichen.
     
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  14. Olbi

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    Und bevor wir das alles in einem 3. Panik-Thread erneut wiederkäuen, sollte evtl. mal ein Mod relevantes abtrenenn und einen Infothread anpinnen.
     
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  15. #34 franz18, 28.03.2020
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  16. #35 immobiliensammler, 28.03.2020
    Zuletzt bearbeitet: 28.03.2020
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    Wobei das ja auch nur eine Stundung ist und nachgezahlt werden muss. Und ganz ehrlich: Wenn ein Vermieter Probleme damit hat, dass für voraussichtlich drei Monate (Schutzfrist = April bis Juni) die Miete erst verspätet bezahlt wird dann habe ich für den kein Verständnis. Vermieten ohne irgendwelche Rücklagen? Was will der machen wenn es zu außerplanmäßigen Ausgaben (z.B. Reparaturen) kommt?

    Ergänzend dazu noch die Aussage eines börsennotierten Vermieters, der hauptsächlich im Einzelhandelsbereich aktiv ist:

    https://defama.de/news/
     
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  17. #36 Ich-bin-es, 28.03.2020
    Ich-bin-es

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    Ich höre das vor allem als Signal an die Politik: wenn ihr uns die Läden schließt, dann bezahlt doch auch die Mieten .... was ich persönlich extrem asozial finde. Adidas ist finanziell sehr gut aufgestellt. Es geht da nicht wie bei vielen anderem um die Existenz .... wird Punkte im Image kosten, die man auch mit noch so hipper Selbstdarstellung schwer wird ausbügeln können. Die Politik leistet im Moment hervorragende Arbeit. Nun zeigt das oft beschimpfte System seine Leistungsfähigkeit, was im Normalfall oft unsichtbar bzw. selbstverständlich ist. Auch wenn es da den ein oder anderen Fehler geben mag, wer jetzt Verantwortung trägt vor dem habe ich einen riesigen Respekt. Hier die Miete zu verweigern als gut aufgestellter Konzern dürfte ein Schuß in den Ofen werden.

    Ich sehe schon ein höheres Risiko für Vermieter. Auch wenn es nur eine Stundung ist, erhöht sich doch die Summe, die auflaufen darf und die man sich dann ggf. erstmal holen muss. Bei einem Mieter, der durch Corona vielleicht in eine finanzielle Krise gerutscht ist, vielleicht nicht immer einfach und ggf. auch teuer

    Anderseits jedes Geschäft hat Risiken, auch Vermietung. Ärzten und Krankenpfleger und vielen andere wird für das Gemeinwohl extrem viel ab verlangt. Jeden wird es irgendwie treffen und es ist gut, wenn das einigermaßen verteilt ist. Kurz ich sehe schon Risiken für die Vermieter, aber gleichzeitig auch, daß es gute Gründe dafür gibt.
     
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  18. Ferdl

    Ferdl Erfahrener Benutzer

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    Das Hauptproblem welches durch Mietkürzungen irgendwelcher Konzerne verursacht wird, ist steigende Hysterie.
    Warum macht man das überhaupt öffentlich?
    ich denk mir da meinen Teil, aber das mache ich lieber nicht öffentlich.
     
  19. Andres

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    Könnte ein PR-Stunt sein.

    In jedem Fall ist Adis Pantoffelmanufaktur denkbar schlecht als allgemeines Muster geeignet. Die betreiben ja im Prinzip nur Flagship-Stores in 1A-Lage, die (ohne es genau zu wissen, aber man darf das regelmäßig vermuten) zum Konzernumsatz eher bescheiden beitragen, und bei Ladenlokalen dieser Art darf man mal ganz vorsichtig überlegen, ob nun eigentlich der Mieter oder der Vermieter am längeren Hebel sitzt. Sofern das keine PR ist, wäre meine zweite Vermutung: Die sind sich ziemlich sicher, dass sich kein Vermieter traut, den Mietvertrag zu kündigen. Effektiv nehmen die eben ein paar Monate Stundung mit, nicht weil sie dürfen, sondern weil sie können.

    Gleichzeitig dürften die davon betroffenen Vermieter überwiegend institutionell sein und da hält sich mein Mitleid halt auch in Grenzen ...
     
  20. Ferdl

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    Vermutlich halten die sich für Systemimmanent und wollen gerettet werden.

    was du auch immer für schlimme Gedanken hast...
     
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  21. #40 Melanie123, 29.03.2020
    Melanie123

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    Meine Vermutung ist eher die, dass es einigen Gewerbemietern nicht um eine Stundung geht, sondern gerade die Mietverträge auf Unmöglichkeit oder Wegfall der Geschäftsgrundlage geprüft werden. Bei meinem Gewerbemieter ist der Mietzweck so konkret, dass die Argumentation sehr schlüssig sein könnte. Samstag morgen bekam ich eine Mail, wobei aber das angekündigte Schreiben nebst Anhang fehlte. Falls die echt nur eine Stundung haben wollen (glaub ich nicht), spendier ich dem Forum mexikanisches Freibier.

    Faktisch würde es ansonsten so aussehen, dass Klein-Melanie gegen Mrd.-Konzern mit eigenen Rechtsabteilungen klagen müsste. Mit ungewissem Ausgang und ungewisser Länge und ungewissen Kosten. Kostet vor allem auch immense Nerven. Da kann man dann als gut aufgestellter Konzern schon mal spekulieren, wieviele Vermieter dazu bereit wären, es durchhalten würden und wieviele dann lieber den vertraglichen Spatz in der Hand (z.B. Nebenkosten) bevorzugen.

    In den nächsten paar Tagen habe ich aber noch ein paar andere Probleme (und tauche deshalb wieder ab). Der Vater meines Freundes hatte vor 4 Wochen einen Schlaganfall mit Aphasie und fällt gerade durch das Gesundheitssystem. Die Geschichte würde Seiten füllen und nervlich sind mindestens mein Freund und sein Vater am Ende. Hat erst mal Vorrang.

    Bleibt gesund! Positives Denken und Humor stärken das Immunsystem.
     
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Thema: Miete nicht bezahlen wegen Corona.
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