Mieter benimmt sich wie Eigentümer

Dieses Thema im Forum "MV - Allgemeine Fragen" wurde erstellt von Niko, 13.11.2009.

  1. Niko

    Niko Benutzer

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    Hallo zusammen!

    Neue Anekdoten meines "Spezialmieters" aus dem 2. OG (Dreifamilienhaus, Erdgeschoss selbstbewohnt):

    1. Er hat das Vorgartentor zur Straße in weit göffnetem Zustand erneut mit Vorhängeschlössern festgesetzt um jederzeit 'ungehinderten' Zugang (für sich) zu gewährleisten.

    Er behauptet, die Mieterin aus dem 1. OG hat das Tor wiederholt nicht nur angelehnt, sondern fest geschlossen (nicht abgeschlossen!). Dann ist es baulich bedingt abhängig von der Jahreszeit ein wenig verklemmt und geht schwerer zu öffnen. Ich selbst habe allerdings mehrmals beobachtet, wie sie das Tor - wie von mir gewünscht und ihr auch mitgeteilt - wirklich nur angelehnt hat.

    Ich hatte ihn schon letztes Jahr deswegen abgemahnt und er hatte damals die Schlösser nach jeweils ca. 14 und 7 Tagen auch wieder entfernt. Nun sind sie schon seit mehr als 6 Monaten dran. Erneut abzumahnen bringt nichts und der nächste Schritt wäre ja von meiner Seite aus auf Unterlassung klagen zu müssen. Das halte ich für übertrieben und ist den Aufwand nicht wert.
    Also bei meiner nächsten Reparatur am Tor Schlösser gewaltsam entfernen, sonst kann ich das Tor nicht ordnungsgemäß testen/schließen. (Andere Lösung?)


    2. Er hat sich im Dezember letzten Jahres eine neue Waschmaschine gekauft und in seiner Wohnung (Badezimmer) anschließen lassen.
    Wie üblich hatte er es nicht nötig, mit mir darüber vorher zu sprechen, obwohl er seit fast 25 Jahren eigene in der Waschküche im Keller benutzt.
    Der (Formular-)Mietvertrag von 1985 verbietet nicht ausdrücklich die Maschine in der Wohnung, jedoch hat er ein 'mündliches' "Verbot" meiner Mutter als Voreigentümerin respektiert wohl vor dem Hintergrund möglicher Lärmbelästigungen (Altbau von 1927 mit Holzdecken -> Schallempfindlichkeit) und Wasserschäden. Nach ihrem Tod noch weitere 15 Jahre lang bis eben Ende 2008.
    Der ware Grund für die Aufstellung jetzt in der Wohnung ist wohl a) mich weiter zu provozieren/ärgern zu wollen. b) Ein Urteil in 2008 des BGH (wer hat das AZ??? - ich konnte es nicht finden), nachdem ein (formularmäßiges) Verbot in der Wohnung unwirksam sei und evtl. c) seine leicht eingeschränkte Mobilität nach einer Knieoperation schon vor mehr als 5 Jahren. Das Treppensteigen fällt ihm seitdem etwas schwerer und 2. OG -> Keller bedeuten nun einmal jeweils 3 Stockwerke herunter und hinauf. Aber wie gesagt hat er erst 2008 die Maschine aufstellen lassen, lange nach seiner OP und subjektiv schlechter als damals bewegt er sich heute auch nicht.

    Interessant ist dabei, dass er im Gegenzug nun nicht auf ein(e) Nutzung(srecht) der Waschküche verzichtet sondern als Abstellraum für seine alte WM "nutzt".

    Abgesehen davon ist so natürlich der Zweck einer Waschküche nicht mehr gegeben, aber eine anderweitige Nutzung seitens des Eigentümers praktisch ausgeschlossen, da weiterhin - teilweise - bestimmungsgemäße Nutzung bestehen bleibt. Ein Umbau wäre überdies mit hohem Aufwand verbunden.


    3. Er hat im August letzten Jahres unangekündigt und ohne jegliche Zustimmung das Schloss seiner Wohnungstür auswechseln lassen ohne irgendeinen Hintergrund, einfach so aus "Lust und Laune".
    Ich habe das zufällig mitbekommen.
    Im Mietvertrag ist die Übergabe von 2 Wohnungsschlüsseln bei Einzug dokumentiert.
    Heutzutage sind 3 Schlüssel bei Zylinderschlössern üblich, die er mit Sicherheit vom Schlüsseldienst erhalten hat.
    Müsste also da nicht eine Mietvertragsänderung vorgenommen werden, um den tatsächlichen neuen Zustand auch vertraglich festzuhalten? Habe ich irgendwelche (Schadensersatz)ansprüche gegen den Mieter wegen seiner Eigenmacht? Wenn ja welche?


    4. Im Treppenhaus ist ausschließlich sein Treppenabsatz (zwischen 1. OG und 2. OG, vom Erdgeschoss bis 2. OG Teppichboden verlegt) seit Jahren überproportional verschmutzt. (Er hat seit 25 Jahren nie seine Schuhe beim Betreten des Hauses gereiningt).
    Nach Gerichtsurteil aus 2001 muss er alle 14 Tage reinigen. Er saugt lediglich seitdem - wenn er es denn tut - wer soll das wie kontrollieren, da kein(e) Tag/Uhrzeit festgesetzt wurde. Außerdem ist das Treppengeländer genau in seinem Abschnitt teilweise mit einem spitzen Gegenstand wie einem Schlüssel streifenartig zerkratzt worden.
    Er behauptet, dass es die Mieterin aus dem 1.OG war, die ihm eins "Auswichen" wollte, da die sich schon etliche Jahre nicht mehr "grün" sind. Nachdem er sie 2008 in Miskredit gebracht hat, fühlt er sich da besonders sicher.
    Er hat natürlich "immer schön sauber gemacht"... Beweisbar ist nichts und ich bin der Dumme..., oder?

    Eine ordentliche oder gar außerordentliche Kündigung wäre bei seinem Alter (76), und seiner Wohndauer (25 Jahre) völlig aussichtslos. Es sei denn, er würde seine Miete nicht mehr (pünktlich) zahlen oder massivst gegen den Mietvertrag durch starke Beschädigungen/Verwüstungen verstoßen.
    Er ist in Sachen Mietrecht sehr gut informiert und weiß, bis zu welcher Grenze er gehen kann.


    Danke für Eure rege Teilnahme und besonders juristisch verwertbare Urteile.

    Gruß

    Niko
     
  2. AdMan

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  3. #2 lostcontrol, 13.11.2009
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    den absatz kapier ich nicht.
    wo ist das problem?

    das darf er jederzeit tun.
    allerdings muss er beim auszug wieder rückbauen und das original-schloss wieder einsetzen (und zwar ohne dabei schäden an der tür zu hinterlassen).

    nein, ist ja sein schloss, das hat er nicht von dir gemietet.

    nö, so kannste das nicht sagen.
    mehrere abmahnungen berechtigen zu einer kündigung. und die gabs ja wohl schon.
    und dann gibt's hier ja auch immer mal wieder direkte verstösse gegen den mietvertrag, die für sich ja auch kündigungsgründe sind.
    und soooooooooooo alt ist man mit 76 jetzt dann auch nicht, dass es völlig unmöglich wäre da eine wohnung zu finden - ich kenne vermieter die liebend gerne jemand in diesem alter nehmen!
    zumal es für ihn aufgrund seiner knieprobleme ja sicher besser wäre, er würde etwas ebenerdiges finden, oder?
     
  4. Niko

    Niko Benutzer

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    Er hat sich in 25 Jahren nie bemüht, eine andere Wohnung zu finden, obwohl in den letzten Jahren und selbst jetzt noch in unserer Straße, sowie in den Parallel- und Nachbarstraßen etliche zu vermieten waren/sind. Häufig Parterre (sogar mit Garten) oder 1. OG. Aber er hat ja schon keine Lust, die Straße zu fegen oder im Winter Schnee und Eis zu beseitigen (- eigentlich überhaupt außerhalb seiner Wohnung irgendetwas sauber zu halten -), sodaß - aus seiner Sicht - Erdgeschosswohnungen nicht in Frage kommen.
    Die Anzahl an Aufzügen in unserem Viertel hält sich in Grenzen, da überwiegend noch Vorkriegsaltbauten.

    Niko
     
  5. #4 lostcontrol, 17.11.2009
    lostcontrol

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    er hatte ja auch keinen grund dafür, oder?

    was hat denn der winterdienst mit dem stockwerk zu tun?
    entweder der winterdienst wird an die mieter delegiert (ähnlich wie treppenhausreinigung etc.) oder sie bezahlen für den service einer entsprechenden firma. ganz einfach.

    warum braucht der mann denn einen aufzug? ist er rollstuhlfahrer?
    oder machst du das jetzt allein vom alter abhängig? das finde ich sehr gewagt.
    der grossteil der 76jährigen ist sehr wohl in der lage treppen zu steigen.
    und warum muss die wohnung in eurem viertel sein?

    bzw.: warum ist das überhaupt dein problem ob er eine neue wohnung findet?
    oder willst du ihn aus purem mitleid behalten?
     
Thema: Mieter benimmt sich wie Eigentümer
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