Mieter erpresst Auszugsgeld - Räumungsklage käme teurer --> Anzeige möglich ?

Dieses Thema im Forum "Zahlungsmoral der Mieter/Vermieter" wurde erstellt von GWIFACH, 15.11.2013.

  1. #1 GWIFACH, 15.11.2013
    GWIFACH

    GWIFACH Neuer Benutzer

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    Unser Mieter bewohnt seit knapp 2 Jahren eine kleine Mietwohnung in einem 2-Fam.Haus. Mietzahlungen kamen zunächst pünktlich zum 3., nach Arbeitgeberwechsel erst Mitte des Monats, zuletzt Ende des Monats.
    Ca. 1 Jahr lang haben wir alle 2 Monate die Anlage der Mietkaution gefordert, bis er schließlich in 2 Raten 500 EUR zur Anlage zur Verfügung stellte, die wg. Pfändung aus einer Scheidung nicht auf seinen Namen sondern auf unseren Namen angelegt werden mussten.

    Im Juli13 erhielt er den von einer Fachfirma ausgestellten Nebenkostenbescheid 2012.Für alle Verbrauchsanlagen haben wir eigene Zähler, also exakte Abrechnung möglich. Der Mann verbrauchte alleine mehr Wasser, als eine 4köpfige Familie und hatte ca. 600 EUR nachzuzahlen. Gleichzeitig baten wir um Anhebung der NK-Vorauszahlung um künftige hohe Nachzahlungen vermeiden zu können. Mit seinem Schreiben forderte er die EG-Mieterin auf, ihm Einsicht in ihre Abrechnung zu gewähren. Seinem Anwalt gegenüber behauptete er, er habe die Abrechnung, die ihm persönlich übergeben wurde nicht erhalten.

    Gezahlt hat er nicht. Gemeldet auch nicht. Wir haben seitdem sehr hohe Vorauszahlungen an den Wasserversorger zu leisten.

    Im Keller und kleinen Gartenanteil machte er sich ohne Absprache mit der anderen Mieterin im Haus breit, sprich Vermüllung der Gemeinschaftsflächen, Aufstellen eines Pavillions und Hasenfreilaufs sowie Aushub für eine kleine Gartenteichschale samt Bestückung mit Pflanzen u. Fischen in den den ganzen Sommer über ein Schlauch zum oft aktiven nachfüllen ragte.

    Mittlerweile hatten sich Nachbarn über die häufige Ruhestörung unseres wohl regelmäßig angetrunkenen Mieters samt dessen Freundin beschwert. Die Freundin zog ohne unsere Einwilligung mit ein.

    Da keinerlei Kontaktaufnahme gelang, beauftragten wir einen Anwalt, der mit Angabe der obigen Sachverhalte auch eine Kündigung aussprach. Daraufhin wurden wir bei der Polizei wegen Verleumdung angezeigt. Wir nannten bei der Vernehmung die Namen der meldenden Nachbarn nicht, woraufhin der Mieter der andere ältere Mieterin im EG drohte, dass sein Anwalt sie schon noch in die Mangel nehmen würde, weil sie schuld an allem sei. Zudem erhielten wir Beleidigungen unterhalb der Gürtellinie per SMS.

    Aktueller Stand ist nun, dass der Anwalt des Mieters (der diesen nach eigenen Angaben aus Gefälligkeit kostenfrei vertritt,weil dieser pleite sei) fordert, dass wir auf sämtliche Forderungen (NK2012, NK2013, nötige Renovierungsarbeiten, Mietzahlung Nov.13 und etwaige Ansprüche wg. Schäden am Mietobjekt) verzichten sowie 1000 EUR (inkl. der Kaution) in Bar auszuhändigen haben, und im Gegenzug am nächsten Sonntag die Schlüssel aus der grob geräumten Wohnung samt Übereignung der evtl. noch vorhandenen Möbel erhalten werden.

    Statt die Kosten die wir für ihn schon lange ausgelegt haben zu erhalten, müssen wir nun also noch zusätzlich bezahlen, damit er auszieht. Unser RA riet uns dazu, weil eine Räumungsklage noch teurer käme und er die Whg. sonst evtl. noch mehr vermüllen könnte. Wie's innen aussieht wissen wir aktuell nicht.

    Die EG-Mieterin teilte uns gestern mit, dass der Mieter seit 2 Tagen nicht mehr gesichtet worden sei, nur noch die Freundin wohne oben und beiden haben seit 3 Wochen täglich mehrere Wäschetrommeln gewaschen.

    Heute hat der gegnerische RA bekannt gegeben, dass er unseren Mieter nicht erreichen kann und er selbst am Sonntag zur Übergabe erscheinen wird.

    Sollte nun die Schlüsselübergabe vereinbarungsgemäß klappen schauts doch nun so aus, dass der unverschämte Mieter bei künftigen Selbstauskünften im Bereich "schon Räumungsklagen" natürlich "keine" angibt. Ich versteh die Welt bzw. unser deutsches Rechtssystem nicht mehr! Es kann doch nicht sein, dass jemand auf Kosten anderer lebt, durch die reine Behauptung "hab kein Geld" dann nicht nur einfach so davonkommt sondern auch noch Geldgeschenke bekommt, weil der Rechtsweg noch ein größeres Loch in die Kasse einer normalen kleinen Vermieterfamilie reißt.

    Könnte man den Mieter wenigstens in irgendeiner Form anzeigen, damit er sein Treiben nicht weiterführen kann ?

    Dankeschön fürs Lesen, bin echt am Verzweifeln :-(
     
  2. AdMan

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  3. Pitty

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    Wie soll denn die Geldübergabe erfolgen? Geld gegen Schlüssel oder erst das Geld, später der Schlüsse?

    Dein Anwalt hat recht, dass ab einen gewissen Punkt nur die Anwälte verdienen und er Dir nicht dazu rät weiter zu gehen. Das machen nicht viele Anwälte.

    Ich würde ihn so schnell wie möglich los werden wollen, einfach Schadensminimierung machen.

    Wie schaut die Wohnung aus? Ist die doll verwohnt? Vielleicht verwüstet?
     
  4. Berny

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    GWIFACH:

    "Könnte man den Mieter wenigstens in irgendeiner Form anzeigen, damit er sein Treiben nicht weiterführen kann ?"
    - Welche strafrechtlichen Verfehlungen würdeste ihm denn vorwerfen können? Ein "Kuhhandel" ist doch nicht verboten?

    "Dankeschön fürs Lesen, bin echt am Verzweifeln"
    - So kann es kommen, wenn herumgehampelt wird (Entschuldigung!) anstatt rechtzeitig Nägel mit Köpfen zu machen.
     
  5. #4 GWIFACH, 15.11.2013
    GWIFACH

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    @Pitty Erst Schlüssel, dann Geld. Der Mieter gewährte uns keine Vorab-Einblick auf den Wohungszustand und hat sich mittlerweile scheinbar abgesetzt. Die Übergabe wird sein Anwalt übernehmen, weil der vermutlich nur so zu seinem Geld kommt.

    @Berny Der "Kuhandel" mit dem Mieter, den uns ein eigentlich seriöser Immo-Makler vermittelt hat, ist ja nur das I-Tüpfelchen. Mit welchem Recht muss ich denn jemand der mir Geld schuldet noch Geld schenken ??? Trauriger Grund der Zahlung unsererseits ist nur die Vermeidung von weiteren Schäden an der Mietsache, da der nette Herr u.a. gedroht hatte "die Küche werd ich so demolieren dass sie niemand mehr nutzen kann" - und um Kosten und Zeitaufwand eines Rechtsstreites zu vermeiden der wg. "kein Geld zu holen beim Mieter" komplett uns berechnet würde.

    Im Bewusstsein, kein Geld zu besitzen, empfinde ich es als absichtlich schädigendes Verhalten, neben der nicht angefragten Umgestaltung des Gartens, auf Kosten der Vermieter bewusst hohe Verbrauchswerte in Kauf zu nehmen, weil man beabsichtigt dies eh nicht zu zahlen. (Er bekräftigte dies bei der anderen Hausbewohnerin regelmäßig mit einem lachenden, haha, das zahl ich eh nicht, soll halt der Vermieter Überstunden schieben") Auch dass man sich als Vermieter definitiv beleidigen lassen muss, kann ich nicht verstehen.

    Wir haben uns stets korrekt und höflich verhalten, der Mieter hat sämtliche Schriftstücke und Anrufe von uns ignoriert - bei einem Anruf seinerseits, bei dem er uns wie auch in den SMS ganz selbstverständlich duzte, hat er mitten im Gespräch die Verbindung getrennt.

    Was genau hätten wir a la "Nägel mit Köpfen" denn konkret anders machen können? Bin für jeden Tipp dankbar, damit sowas beim nächsten Mieter nicht wieder passieren kann.
     
  6. Andres

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    Naja, Beleidigung, falsche Verdächtigung - ein paar Ansatzpunkte gibt es schon. Der Knackpunkt ist, dass die angenommene Kausalität:

    ... einfach nicht zutrifft. Ich glaube nicht, dass eine strafrechtliche Verfolgung den Mieter von künftigem Verhalten in dieser Richtung abhalten wird, und ich bin absolut sicher, dass es GWIFACH nicht weiterhelfen wird.


    Welche weitere Vorgehensweise sinnvoll ist, dürfte wesentlich von der vermuteten Einkommens- und Vermögenssituation abhängen.
     
  7. Andres

    Andres
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    Zum Beispiel hätte man die Stellung der Kaution wesentlich mehr forcieren müssen. Sich darum "Ca. 1 Jahr lang [...] alle 2 Monate" zu kümmern, reicht nicht aus - der Mieter weiß dann ja schon, dass er sich einiges erlauben kann. Die erste Kautionsrate wird mit Übergabe der Wohnung fällig, d.h. Schlüssel gegen Geld. Bei Beginn des Mietverhältnisses waren Kautionsrückstände zwar noch kein Kündigungsgrund, trotzdem hätte ich hier ziemlich unmittelbar einen Titel angestrebt. Dann wären die Verhältnisse geklärt ...

    Telefonische Kommunikation hätte ich nach dem ersten oder zweiten Vorfall eingestellt. Auch das vereinfacht die Sache.

    Es kann für dich als Vermieter immer mal ungünstig laufen. Wirklich heftig wird es aber meistens nur dann, wenn man sich nicht unmittelbar um Probleme kümmert. Wenn der Mieter mit Fälligkeit heute nicht zahlt, hat er morgen, spätestens übermorgen eine Mahnung im Briefkasten.
     
  8. #7 GWIFACH, 16.11.2013
    GWIFACH

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    Die NK haben wir zügig angemahnt, hat aber leider nix gebracht, daher auch das Einschalten des Anwaltes, der ebenfalls Fristen für die Nachzahlung setzte.

    Dass man die Kautionszahlung als Voraussetzung für die Schlüsselübergabe forder kann, wusst ich nicht. Werden wir nächstes Mal auf jeden Fall so machen. Dankeschön :-)

    Und stimmt, wir hätten gleich einen MB stellen können - bei Zahlungsunfähigkeit wär das aber vermutlich in unserem Fall auch im Sand verlaufen.
     
  9. Andres

    Andres
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    Die erste der drei Raten, ja.

    Man hätte dann wenigstens gewusst, wie es um die Zahlungsfähigkeit bestellt ist.
     
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