Mieter kündigt - Kündigung unwirksam, keine Kaution, Endrenovierung verweigert

Dieses Thema im Forum "Kündigung" wurde erstellt von hofpause, 13.08.2009.

  1. #1 hofpause, 13.08.2009
    hofpause

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    Hallo in die Runde,

    nachfolgend eine kleine, beinahe tagaktuelle Geschichte für die/den geneigte/-n Leser/-in.

    Tipps, Ratschläge und tröstende Worte sind selbstverständlich willkommen :top

    In unserem 5-Parteien-MFH wohnt ein Mieter seit nunmehr 35 Jahren, davon 33 Jahre mit Mutti, 2 Jahre allein. Als Mutti schwer krank wurde, entschlossen sich beide, innerhalb des Hauses die Wohnung zu wechseln, damit Mutti abends auf dem Balkon das Nachtleben an einer der vielen Hauptstrassen Berlins betrachten könne. Dies geschah unter der damaligen Vermieterin und Eigentümerin im Jahre 1997.

    Man wechselte also die Wohnung, Objekt und Stockwerk blieb man jedoch treu. Da Mutti eine alte Schulfreundin der damaligen Vermieterin war, brauchte man über eine Kaution selbstverständlich nicht zu reden. Somit wurde natürlich auch keine hinterlegt.

    Die Jahre vergingen, Mutti betrachtete die Hauptstrasse und Sohnemann soff. Dies jedoch klammheimlich und im Stillen, damit der Rest der Hausgemeinschaft dies nicht merkte. Ob Mutti dies toll fand, ist uns nicht indessen nicht überliefert.

    Weitere Jahre vergingen und Mutti zog gesundheitsbedingt in diese finale „Luftkur-Resort“ weiter oben. Sohnemann blieb allein daheim und soff, ob der nachvollziehbaren Trauer weiter. Es folgten Schlaganfälle, Herzinfarkte und eine Erwerbsunfähigkeit. Zwei versuchte Selbsttötungen scheiterten.

    Sohnemann bezog nun EU-Rente, runde 569Euro monatlich. Da diese, ob des allgemeinen Lebensunterhaltes nicht ausreichten, zahlte das Sozialamt 200Euro monatlich dazu. Die Miete für die 2003 sanierte Wohnung belief und beläuft sich unverändert auf runde 490Euro monatlich bruttowarm für eine 68m² 2-Raum-Wohnung im sanierten Altbau.

    Da Sportgetränke doch recht teuer und auch das Kippchen noch bezahlt sein muss, reichte das Geld verständlicherweise vorn und hinten nicht, doch Sohnemann zahlte brav und nachweislich fleißig per Dauerauftrag pünktlich zum Monatsersten seine Miete. So stellte es auch der neue Eigentümer des Mietsobjektes wohlwollend fest.

    Ein weiteres Jahr verging.

    Nun kam das Sozialamt und stellte fest, Sohnemann wohne über seine Verhältnisse und jenseits jeglicher Angemessenheit, er solle sich nach etwas günstigerem und kleinerem umsehen, sonst kürze man ihm seine Zulage.

    Da Sohnemann mittlerweile ob seines gesundheitlich grenzwertigen Zustandes nicht gerade präsentabel war, über kein Telefon oder Internet verfügte, riet ihm der neue Eigentümer höflichst durch die Blume, doch seinen Sozialarbeiter mit der Wohnungssuche zu betrauen, bzw. Schützenhilfe zu leisten. Nebenbei stopfte der neue Eigentümer noch unzählige Immo*****scout48-Wohnungsangebote in den Briefkasten.

    15-Monate vergingen, als plötzlich, 3 Tage ist es her, ein Schreiben beim Eigentümer eintrifft:

    „Wohnungskündigung“ Sehr geehrte Frau XX, sehr geehrter Herr XY, ich hatte Sie schon vor längerer Zeit informiert, dass ich auf Wohnungssuche bin, da die jetzige Wohnung für mich alleine zu groß und zu teuer ist. Da ich neben meiner EU – Rente auch Leistungen zum Lebensunterhalt vom Sozialamt erhalte wurde von dort auch Wert auf schnellstmöglichen Umzug gelegt. Nach langer Suche habe ich jetzt eine Wohnung gefunden und kündige aus diesem Grund zum 31.08.2009 den Mietvertrag. Ich kann leider die Kündigungsfrist nicht einhalten weil der neue Mietvertrag bereits ab 01.09.2009 in Kraft tritt. Ich hoffe auf Ihr Verständnis für meine Situation Mit freundlichen Grüßen Sohnemann“



    Der Vermieter erinnert sich just in diesem Moment an die einzuhaltende Kündigungsfrist, mehr jedoch an die fehlende Kaution in Hinblick auf die arg verwohnte Wohnung. Er fühlt sich schlichtweg überrannt und stimmt demnach auch der Kündigung unter Verweis auf die geltenden gesetzlichen und vertraglichen Bestimmungen nicht zu.

    Ein aktueller Hausbesuch endete nach einer kurzen Klarstellung des Vermieters, dass er sich nicht so vor vollendete Tatsachen stellen lasse und erst Recht nicht ohne vorherige Kulanzanfrage inkl. Lösungsvorschlägen zu den zu erledigenden Endrenovierungsarbeiten, einer Kündigung vor Ablauf der Frist zustimmen würde.

    Ratlosigkeit auf Seiten des Mieters. Die Alkoholfahne verformt die Stammellaute, welche dem Mund Sohnemanns entweichen. Ein zweideutiges, „Ich kann das aber nicht machen“ auf die Frage, wie und wann er denn wenigstens renovieren wolle, entfloh dem Munde Sohnemanns.

    Eine kurze Aufzeigung der Rechtsfolgen, sowie des entstehenden Schadens ließen den Mieter kurz erröten. Doch er blieb schulterzuckend dabei, er müsse schließlich die neue Wohnung einrichten, da bliebe keine zeit zur Renovierung der alten.

    Dem Vermieter steigt der Puls.

    Doch er besinnt sich erneut unter schier unglaublichen Seelenqualen seiner Gutmütigkeit, schließlich sagte Papa immer, man solle nett zu anderen sein, naja, zumindest meistens…

    Also bittet der Vermieter um die Telefonnummer der Sozialarbeiterin, um abzuklären, ob sich hier noch eine Unterstützung, zumindest finanziell darstellen ließe.

    Die Vertretung der entsprechenden, staatsangestellten Fachkraft für Sohnemänner und andere Bedürftige meinte, nach einer kurzen Unterweisung in die aktuelle Sachlage des Falles, man wäre davon ausgegangen, dass Vermieter den Mieter sowieso loswerden wollte. Vermieter dreht mal kurz am internen Lautstärkeregler und erklärt dem Schwachkopf erneut, wie unvorbereitet er gerade vor der aktuellen, durchs Sozialamt gegünstigten Situation stehe und fragt nach, wie man zu so einer selten-dämlichen Einschätzung komme, ohne jemals ein Gespräch mit dem vermieter im Vorfeld geführt zu haben.

    Sachbearbeiterlein entschuldigt sich, da komme doch das Sozialamt sicher auf, ob Vermieter denn schon die Kostenhöhe abschätzen könne.

    Nun wendet sich betroffenes Vermieterlein mit dieser Kurzgeschichte an die liebe Leserschaft, in der Hoffnung, doch die ein oder andere Erfahrung zum Thema, doch erstrangig sogar Einschätzungen zu bekommen, ob denn

    Die PAPPNASEN VOM SOZIALAMT, auch wirklich für die Endrenovierungskosten, unabhängig von deren Höhe, sowie den entstehenden Mietausfall aufkommen.

    Wer weiß dazu etwas??? Kann ich entsprechende Ansprüche gegenüber dem Sozialamt stellen?

    Danke fürs Lesen, ich weiß, der Text ist lang und für die Hochkonzentrierten mit dem ein, oder anderen Rechtschreibfehler versehen.

    Beste Grüße aus B an der S

    P.S. MV enthält keine starre Renovierungs- bzw. Schönheitsrep.-Klausel, sonder Formulierung

    ....in der Regel alle x Jahre...
    + % Kostenbeteilung bei Auszug, wenn Schönheitsrep. nicht ausgeführt wurden.
    Unter Besondere vereinbarung steht "Mieter verpflichtet sich, bei Auszug die Wohnung renoviert zurückzugeben."

    Danke vorab!!
     
  2. AdMan

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  3. #2 Thomas76, 13.08.2009
    Thomas76

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    Also zur eigentlichen Frage habe ich leider keinerleih Erfahrungswerte, aber wenn die Dame/ der Herr vom Amt schon von sich aus sagt, das man für die Renovierungskosten aufkommen werde, ist doch schon mal alles nur noch halb so schlimm.Mach doch mal einen Schrieb fertig, am besten mit angehängtem Kostenvoranschlag einer Fachfirma und lass das ganze dem Amt zukommen.Mal sehen, wie die darauf reagieren.

    Nebenbei noch mal dazu
    Naja, es ist in der Tat aber wohl so, das Vermieter bei solchen Leuten oftmals froh sind, wenn die lieber heute als morgen ausziehen, siehe z.B. Zustand der Bude.Allerdings zahlt so ein Klientel dann, im Gegensatz zu deinem Kandidaten, meist auch keine Miete.
     
  4. #3 hofpause, 30.08.2009
    hofpause

    hofpause Neuer Benutzer

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    Update:

    Angebot der ARGE:

    BruttoMiete 09/2009 zzgl. 3 NKM als Ausgleich für Endrenovierung.

    Obendrein zahlt Sohnemann per Dauerauftrag in Miniraten eine weitere NKM.

    Also schlappe 5,5NKM Ausgleich für sofortige Aufhebung des MV zum 01.09.2009

    Im Gegenzug steht die Neuvermietung zum 01.09.2009 zu höherer NKM abzgl. 2NKM Renovierungskostenausgleich für den Neumieter, welcher abgesehen von der Grundreinigung, die kompletten Tapezier- und Malerarbeiten übernimmt.

    ALso noch ein finanzielles + fürs Unterkonto Rücklagen

    :lol
     
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