Mieter lässt Garten verwildern

Diskutiere Mieter lässt Garten verwildern im MV - Allgemeine Fragen Forum im Bereich Mietvertrag über Wohnraum; Liebe Community, wir sind Eigentümer eines Hauses mit zwei Mietparteien. Eine der Wohnungen stand vom letzten Sommer bis jetzt leer wegen...

Mockingbird

Neuer Benutzer
Dabei seit
03.08.2022
Beiträge
9
Zustimmungen
1
Liebe Community,

wir sind Eigentümer eines Hauses mit zwei Mietparteien.
Eine der Wohnungen stand vom letzten Sommer bis jetzt leer wegen größerer Renovierungsarbeiten.

Der einzige Mieter, der das Haus in der Zeit bewohnt hat, hat uns, auf Nachfrage, im letzten Sommer mitgeteilt, dass er keine Zeit hat, sich um die Gartenarbeit zu kümmern.
Dadurch, dass wir die Renovierung selber durchgeführt haben und zudem nicht vor Ort wohnen, haben wir das erst einmal so stehen lassen.

Doch in diesem Jahr müssen wir feststellen, dass die Motivation des Mieters auch nicht besser ist. Bisher wurde von ihm noch nichts im Garten und der Zuwegung gemacht. Das Gras ist daher sehr hoch, die Brombeeren, Brennesseln und das Unkraut wuchern. Die Sträucher werden auch nicht geschnitten und ragen auf die Straße. Und die Nachbarn beschweren sich, weil es angeblich ein El Dorado für Ratten und Mäuse ist, die selbst gesehen haben (obwohl auf dem Grundstück kein Komposter ist).

Die Übernahme der Gartenarbeit ist im Mietvertrag festgehalten („Neben der Grund-/Nettomiete sind sämtliche Betriebskosten gemäß §§ 1,2 der Betriebskostenverordnung in der jeweils gültigen Fassung zu tragen.“ Hierunter aufgeführt die Kosten der Gartenpflege.)

Und ein Zusatz zum Mietvertrag enthält folgendes:
„Der Garten kann durch die Mietparteien gemeinschaftlich genutzt werden. Die Pflege obliegt den Mietparteien gemeinschaftlich. Sie kann nach Absprache selbst oder durch einen Dienstleister erfolgen. Der Vermieter behält sich vor, bei Problemen eine Grundgartenpflege durch einen externen Dienstleister durchführen zu lassen und die Kosten im Rahmen der Nebenkosten auf die Mieter umzulegen.“

Jetzt ist die andere Wohnung zum nächsten Ersten wieder vermietet und wir würden den Garten gerne mit Einzug des neuen Mieters wieder herrichten.

Nun wissen wir leider nicht so genau, wie wir hier am besten vorgehen sollen und sind für jeden konstruktiven Vorschlag dankbar.

Soweit ich gelesen habe, müssten wir den Mieter erst einmal darum bitten seiner Verpflichtung der Gartenpflege (Rasen mähen, Sträucher schneiden, Unkraut jäten) für seinen Anteil nachzukommen, vermutlich mit Fristsetzung. Erst wenn er dies nicht macht, können wir einen externen Dienstleister beauftragen und die anteiligen Kosten dem Mieter in Rechnung stellen.

Wie sähe es hierbei aus, wenn wir die Arbeiten selber übernehmen würden? Müssten wir auf jeden Fall erst ein Angebot einholen? Oder könnten wir einen Durchschnittspreis ansetzen, der auch von Fachfirmen genommen wird? Da wir nicht vor Ort wohnen, könnten hier auch die Anfahrtskosten umgelegt werden?

Gruß,
Mockingbird
 

ehrenwertes Haus

Erfahrener Benutzer
Dabei seit
13.10.2017
Beiträge
7.344
Zustimmungen
4.073
„Der Garten kann durch die Mietparteien gemeinschaftlich genutzt werden.
Soweit ich gelesen habe, müssten wir den Mieter erst einmal darum bitten seiner Verpflichtung der Gartenpflege (Rasen mähen, Sträucher schneiden, Unkraut jäten) für seinen Anteil nachzukommen,
Ich lese in der Zusatzvereinbarung zum Mietvertrag nichts von Gartenanteil, d.h. jeder Mieter darf den gesamten Garten nutzen.

Die Pflege obliegt den Mietparteien gemeinschaftlich.
Die Pflege ist nicht konkretisiert im Vertrag festgehalten.
Dass du bei Vertragsschluss oben aufgeführte Arbeiten im Kopf hattest mag sein, aber ein Wildbiotop ist ebenfalls ein Garten und erfordert praktisch keine Pflege, bis auf das was evtl. über das Grundstück hinausragt.

Erst wenn er dies nicht macht, können wir einen externen Dienstleister beauftragen und die anteiligen Kosten dem Mieter in Rechnung stellen.
Nein, einvernehmlich sind Vertragsänderungen immer möglich. Dazu braucht es weder Abmahnung noch Fristsetzung, nur miteinander Reden und eine Lösung finden, mit der beide Seiten leben können.

Einfach das Gespräch mit dem Mieter suchen. Mehr als Nein kann er zu einer Fremdvergabe mit Kostenumlage nicht sagen.
Wenn das nicht klappt, wird es schwer den Mieter auf konkrete Pflichtverletzungen festzunageln bei extrem schwammig formulierter Vereinbarung, was genau der Mieter an Gartenpflege zu leisten hat.
Bsp. Rasen mähen wie oft, auf bzw. bei welcher Höhe? Das geht von Anspruch auf englischen Rasen der fast täglich gemäht werden muss bis 2-3x jährlich mit der Sense durchwischen.

Wie sähe es hierbei aus, wenn wir die Arbeiten selber übernehmen würden? Müssten wir auf jeden Fall erst ein Angebot einholen?
Angebote vorher einholen ist sinnvoll um Streitereien über den Kostenansatz zu vermeiden, ein Muss ist das nicht.
Die Angebotspreise von Fachfirmen kann man als Kosten für Eigenleistung des VMs ansetzten und auf die Mieter umlegen (sofern Kostenumlage vereinbart), allerdings nur Nettopreise, also ohne MwSt.
 

Mockingbird

Neuer Benutzer
Dabei seit
03.08.2022
Beiträge
9
Zustimmungen
1
Ich lese in der Zusatzvereinbarung zum Mietvertrag nichts von Gartenanteil, d.h. jeder Mieter darf den gesamten Garten nutzen.
Ja, das stimmt. Jeder Mieter kann den gesamten Garten nutzen.

Die Pflege ist nicht konkretisiert im Vertrag festgehalten.
Im Vertrag steht noch folgendes:
"Soweit dem Mieter Gartenfläche gemäß § 1 des Vertrages zur Nutzung überlassen wurde, ist er verpflichtet, den Garten auf eigene Kosten im üblichen Rahmen zu pflegen,insbesondere während der Wachstumszeit den Rasen zu Mähen, sowie das fachgerechte Beschneiden von Bäumen, Sträuchern und Hecken durchzuführen."

Ist dies auch zu unkonkret? Hätten wir daher lieber in den Zusatz zum Mietvertrag schreiben, dass z.B. alle zwei Wochen gemäht werden muss und die Sträucher zwei Mal im Jahr gestutzt werden müssen?

Einen englischen Rasen wollen wir gar nicht, aber ein wenig ordentlich sollte es schon aussehen. Schon alleine, wenn man neu vermieten möchte.

Ist es wirklich so, dass ein Mieter einen Garten mit mieten kann und sich dann aus jeglicher Verpflichtung zur Pflege ziehen kann? Und, wenn dieser Mieter dann auszieht, kann man mit der Wiederherstellung des Gartens von vorne anfangen und die Kosten trägt dann der Vermieter?
 
immobiliensammler

immobiliensammler

Erfahrener Benutzer
Dabei seit
17.09.2015
Beiträge
8.220
Zustimmungen
4.411
Ort
bei Nürnberg
Im Vertrag steht noch folgendes:
"Soweit dem Mieter Gartenfläche gemäß § 1 des Vertrages zur Nutzung überlassen wurde, ist er verpflichtet, den Garten auf eigene Kosten im üblichen Rahmen zu pflegen,insbesondere während der Wachstumszeit den Rasen zu Mähen, sowie das fachgerechte Beschneiden von Bäumen, Sträuchern und Hecken durchzuführen."

Und was steht in § 1 des Vertrages? Wurde darin eine bestimmte Gartenfläche diesem Mieter explizit zur Nutzung überlassen?
 
dots

dots

Erfahrener Benutzer
Dabei seit
08.07.2014
Beiträge
7.024
Zustimmungen
2.821
Ort
Münsterland
Ist dies auch zu unkonkret?
Nein.
ist er verpflichtet, den Garten auf eigene Kosten im üblichen Rahmen zu pflegen
Hat dein Mieter doch getan. So eine Blüh-Bienen-Ökö-Rasenfläche braucht sehr viel Pflege (in Form des Fernhaltens von Rasenmähern).
ein wenig ordentlich sollte es schon aussehen.
Ist dieses "ein wenig" jetzt viel mehr im Vergleich zum jetzigen Zustand - oder nur ein wenig mehr?
Du merkst es bestimmt selbst: Du kannst gar nicht mal genau sagen, was du dir wünscht, aber dein Mieter soll das bitteschön leisten/erfüllen. Falls dein Mieter wider Erwarten hellsehen kann, könnte das eine sehr harmonische Vermieter-Mieter-Beziehung werden.
Hätten wir daher lieber in den Zusatz zum Mietvertrag schreiben, dass z.B. alle zwei Wochen gemäht werden muss
Ja, hätte man machen können - und sich dann vom Richter erklären lassen können, dass es überhaupt nicht üblich ist, im Dezember den sich unter einer 20 cm hohen Schneedecke befindenden Rasen zu mähen.
Ich denke nicht, dass du wirklich willst, dass dein Mieter alle 2 Wochen den Rasen mäht.
die Kosten trägt dann der Vermieter?
Jein. Die Kosten trägt der Mieter, schließlich bezahlt er (auch) dafür, dass er den Garten benutzen (und "abwohnen") darf.

Ist es wirklich so, dass ein Mieter einen Garten mit mieten kann und sich dann aus jeglicher Verpflichtung zur Pflege ziehen kann?
Natürlich ist es nicht so.
Der Mieter hat sich an den Vertrag zu halten. Tut er dies nicht, hast du als Vermieter gleich mehrere Möglichkeiten. Aber wo hat der Mieter sich denn nicht an den Vertrag gehalten?
ist er verpflichtet, den Garten auf eigene Kosten im üblichen Rahmen zu pflegen,insbesondere während der Wachstumszeit den Rasen zu Mähen
Sobald der Mieter in der Wachstumszeit auch nur ein einziges mal (nicht mal den ganzen) Rasen gemäht hat, ist seine Pflicht laut dem Zitat doch eigentlich zu 100% erfüllt.

Ist es üblich, dass Wege nicht zugewuchert sind? Ich finde, dass es eher üblich ist, dass in den Fugen was wächst - sowas wirst du quasi überall finden. Was genau hat dein Mieter also falsch gemacht, insbesondere wenn man den Vertragstext zugrunde legt? Wer legt den "üblichen Rahmen" fest? Du?
 
Zuletzt bearbeitet:

Lumion

Neuer Benutzer
Dabei seit
03.08.2022
Beiträge
9
Zustimmungen
4
Ich sehe es etwas anders als meine Vorkommentatoren.
Nun wissen wir leider nicht so genau, wie wir hier am besten vorgehen sollen und sind für jeden konstruktiven Vorschlag dankbar.
Ich finde
Einfach das Gespräch mit dem Mieter suchen
wäre hier die beste Lösung. Stress mit dem Mieter so gut es geht vermeiden und ein möglichst harmonisches Mietverhältnis beibehalten.
Der Vermieter behält sich vor, bei Problemen eine Grundgartenpflege durch einen externen Dienstleister durchführen zu lassen und die Kosten im Rahmen der Nebenkosten auf die Mieter umzulegen.
Vom Prinzip her hättest du bereits jetzt jedes Recht dazu einen externen Dienstleister für die Gartenarbeiten zu beauftragen und die Kosten abzurechnen.
Die Bedingung hier wäre lediglich, dass ein Problem mit der Gartenpflege auftritt. Ich würde einen nicht gemähten Rasen und nicht zurückgeschnittene Bäume als entsprechende "Probleme" anerkennen. Bäume und Büsche dürften ja, soweit ich weiß, je nach Art bis zu einer gewissen Größe zurückgeschnitten werden. Wachsen die Äste also zu viel, so ist ein entsprechender Rückschnitt nicht mehr "möglich" und damit wären wir ja schon beim Problem.

Ich persönlich hätte den Mieter darauf hingewiesen, dass wenn er die entsprechenden Aufgaben nicht übernehmen (möchte), diese eben teurer von einem DL erledigt werden.
Wenn der Mieter beide Lösungen nicht akzeptieren möchte, würde ich zur Sicherheit nochmal ganz genau obigen Sachverhalt der Probleme prüfen. Wie du siehst ist das Auslegungssache.
 
Ino75

Ino75

Erfahrener Benutzer
Dabei seit
11.06.2021
Beiträge
200
Zustimmungen
136
Doch in diesem Jahr müssen wir feststellen, dass die Motivation des Mieters auch nicht besser ist. Bisher wurde von ihm noch nichts im Garten und der Zuwegung gemacht. Das Gras ist daher sehr hoch, die Brombeeren, Brennesseln und das Unkraut wuchern. Die Sträucher werden auch nicht geschnitten und ragen auf die Straße. Und die Nachbarn beschweren sich, weil es angeblich ein El Dorado für Ratten und Mäuse ist, die selbst gesehen haben (obwohl auf dem Grundstück kein Komposter ist).

Ich glaube, absolut jeder hier versteht, was euer Problem ist, aber es wurde ja bereits erwähnt, dass das in der Praxis nicht ganz so einfach ist zu bestimmen, was denn jetzt angemessene Gartenpflege ist und was nicht. Nach eurer Beschreibung kann es tatsächlich eine Pflichtverletzung sein, aber genauso gut auch nicht. Dass Nachbarn sich beschweren gilt übrigens nur in den seltensten Fällen als relevant. Und davon, dass man Hecken, etc. nicht schneidet, kommen normalerweise keine zusätzlichen Mäuse oder Ratten. Mäuse sind eh überall und Ratten fühlen sich hauptsächlich von Lebensmitteln und dergleichen angezogen, nicht von ungemähtem Rasen. Also selbst ein Komposter würde nicht automatisch Ratten anziehen, solange darin keine Fleischabfälle oder andere gegarte Lebensmittel reingeworfen werden.

Im Vertrag steht noch folgendes:
"Soweit dem Mieter Gartenfläche gemäß § 1 des Vertrages zur Nutzung überlassen wurde, ist er verpflichtet, den Garten auf eigene Kosten im üblichen Rahmen zu pflegen,insbesondere während der Wachstumszeit den Rasen zu Mähen, sowie das fachgerechte Beschneiden von Bäumen, Sträuchern und Hecken durchzuführen."

Ich bin mir nicht ganz sicher, aber eventuell ist dieser Paragraph im Mietvertrag schon gar nicht zulässig. Einem Mieter darf nur Gartenarbeit auferlegt werden, zu der ein Laie ohne Vorkenntnisse und Spezialgerät auch in der Lage ist. Rasenmähen passt, bei Sträuchern und Hecken schneiden scheiden sich bereits die Geister der Gerichte und ein Baumbeschnitt wird meist als nicht zulässig empfunden. Ein Laie kann z.B. beim Baumschnitt so viel falsch machen, dass der Baum dann leider eingeht. Dazu gehört bereits ein rudimentäres Fachwissen. Wir haben z.B. eine ca. 300 Jahre alte, ca. 15m hohe Eiche im Garten - dazu haben Laien in den seltensten Fällen das Gerät oder das Wissen, um so einen Baum beschneiden zu können. Einen süßen kleinen, 2m hohen Flieder wäre vielleicht sogar OK, das auf den Mieter zu übertragen. Aber dass ein Mieter diese Dinge "fachgerecht" ausführen muss, das kann man wahrscheinlich überhaupt nie erwarten. Nur, um die rechtliche Problematik dahinter zu verdeutlichen.

Ich würde auch vorschlagen, mit dem Mieter zu reden und ihm deutlich zu machen, dass ihr ein externes Unternehmen engagieren werdet, wenn sich an der Situation nichts ändert und dass das für ihn sehr teuer werden könnte. Vielleicht führt das ja zu was. Ich denke allerdings nicht, dass ihr da dieses Mal schon irgendwelche Kosten belasten könnt. Dazu hättet ihr erst mindestens 1x vorher nachweislich (also mindestens schriftlich) abmahnen und eine angemessene Frist zur Nachholung der Pflicht einräumen müssen. Und da es fast überall in Deutschland Regelungen gibt, dass Sträucher/Hecken/Bäume in der Zeit von ca. März bis Oktober gar nicht geschnitten werden dürfen (außer ein kleiner Formschnitt), müsstet ihr wohl eine Frist bis Mitte Herbst einräumen. Damit wäre euch aktuell aber nicht geholfen, der neue Mieter wird also zumindest eine Weile damit leben müssen, dass der Garten "ursprünglich" aussieht. Aber der Rasen darf selbstverständlich gemäht werden, das könntet ihr sofort erledigen.
 

Mockingbird

Neuer Benutzer
Dabei seit
03.08.2022
Beiträge
9
Zustimmungen
1
Du merkst es bestimmt selbst: Du kannst gar nicht mal genau sagen, was du dir wünscht, aber dein Mieter soll das bitteschön leisten/erfüllen
Ich weiß, dass bezüglich des Aussehens eines Gartens die Ansichten zwischen Vermieter und Mieter stellenweise sehr weit auseinander gehen können. Aber eine gewisse "Grundpflege" sollte ein Mieter erbringen können. Wie gesagt, einen englischen Rasen erwarte ich gar nicht. Aber zwei Jahre gar nichts machen, erwarte ich auch nicht und, dass dann aus einem Rasen eine Wildnis wird auch nicht.

Ich weiß schon, was ich wünsche. Ich habe nur den Eindruck, dass ich dem Mieter das nicht vorschreiben darf.
 
dots

dots

Erfahrener Benutzer
Dabei seit
08.07.2014
Beiträge
7.024
Zustimmungen
2.821
Ort
Münsterland

Mockingbird

Neuer Benutzer
Dabei seit
03.08.2022
Beiträge
9
Zustimmungen
1
Und davon, dass man Hecken, etc. nicht schneidet, kommen normalerweise keine zusätzlichen Mäuse oder Ratten.
Das denke ich auch nicht. Aber auf den Stress mit den Nachbarn habe ich auch keine Lust.
Aber dass ein Mieter diese Dinge "fachgerecht" ausführen muss,
Das sehe ich genauso.
Ich verlange von keinem Mieter, dass er Bäume beschneidet oder ähnliches.
Ich erwarte jedoch, dass die Sträucher, wenn sie auf die Straße ragen gekürzt werden, damit für die anderen Anwohner die Durchfahrt möglich ist.
Davon, dass ein Mieter auch Unkraut jäten muss/sollte hab ich mich schon verabschiedet.

Solche Arbeiten (regelmäßig Rasen mähen, Sträucher schneiden und Unkraut jäten) kann man anscheinend von keinem Mieter verlangen, wenn ich das richtig verstanden habe. Wenn man aber einen externen Dienstleister beauftragt, der genau diese Arbeiten regelmäßig durchführt, dann muss der Mieter die anfallenden Kosten übernehmen. Irgendwie seltsam.
 

Ferdl

Erfahrener Benutzer
Dabei seit
14.09.2015
Beiträge
3.181
Zustimmungen
1.542
Ort
Westerwald
Solche Arbeiten (regelmäßig Rasen mähen, Sträucher schneiden und Unkraut jäten) kann man anscheinend von keinem Mieter verlangen,
woraus ziehst du diesen Schluss?
Du kannst halt nur das verlangen was rechtmäßig, vertraglich vereinbart ist.
Dafür, das dein Mietvertrag uneindeutig ist, kann außer dir niemand etwas.
Wenn man aber einen externen Dienstleister beauftragt, der genau diese Arbeiten regelmäßig durchführt, dann muss der Mieter die anfallenden Kosten übernehmen.
Dies auch nur, wenn es so vereinbart ist, sonst nicht.
Irgendwie seltsam.
Find ich nicht, man bekommt was man bestellt.
 
dots

dots

Erfahrener Benutzer
Dabei seit
08.07.2014
Beiträge
7.024
Zustimmungen
2.821
Ort
Münsterland
Solche Arbeiten (regelmäßig Rasen mähen, Sträucher schneiden und Unkraut jäten) kann man anscheinend von keinem Mieter verlangen, wenn ich das richtig verstanden habe.
Dann hast du das falsch verstanden.

Mein Vater geht regelmäßig Blutspenden.

Er hat in seinem Leben bisher ein mal Blut gespendet.
 
immobiliensammler

immobiliensammler

Erfahrener Benutzer
Dabei seit
17.09.2015
Beiträge
8.220
Zustimmungen
4.411
Ort
bei Nürnberg
Vom Prinzip her hättest du bereits jetzt jedes Recht dazu einen externen Dienstleister für die Gartenarbeiten zu beauftragen und die Kosten abzurechnen.

Selbst wenn Du einen Richter findest der dies so sieht wie Du dann können die Kosten aber nicht (nur) dem "säumigen" Mieter in Rechnung gestellt werden. Die Umlage muss nach dem vereinbarten Umlageschlüssel (ansonsten Wohnfläche) erfolgen, für die Zeit des Leerstandes zahlt die eine Hälfe der Kosten halt der Vermieter. Grund ist m.E. ganz einfach: Du kannst einem Mieter nicht die ganze Gartenpflege auferlegen wenn er

Dort steht, dass die Gartenfläche vom Haus vom Mieter mitgenutzt werden darf.

die Gartenfläche nicht auch zur alleinigen Nutzung erhält.

Etwas anderes würde es aussehen wenn die Gartenpflege z.B. im monatlichen Wechsel erfolgt und dann einer der beiden Mieter seiner Pflicht nicht nachkommt. Aber eine solche konkrete Vereinbarung gjbt es ja wohl nicht.
 
Ino75

Ino75

Erfahrener Benutzer
Dabei seit
11.06.2021
Beiträge
200
Zustimmungen
136
@Mockingbird

Es soll ja tatsächlich auch Menschen geben, die Gartenarbeit ganz gerne machen (ich z.B. 😉). Weißt Du, wie das mit den Mietern aussieht, die jetzt neu hinzukommen? Wenn die da nämlich Bock drauf haben, würde es sich ggf. anbieten, an der grundsätzlichen Regelung was zu ändern.

Dann könntest Du z.B. den Garten zur alleinigen Nutzung an die neuen Mieter übertragen und Dein Problem hätte sich damit eventuell erledigt. Dazu wäre allerdings eine Vereinbarung mit dem Bestandsmieter nötig. Einseitig kannst Du ihm das Recht zur Gartenmitbenutzung nicht so leicht entziehen, da es im Mietervertag enthalten ist. Aber wenn sich beide Seiten einig sind, kann man sowas auch nachträglich ändern. Und da der Bestandsmieter anscheinend kein Interesse an dem Garten hat, könnten die Chancen gut sein, dass er sich über diese Änderung sogar freut.

Du könntest dann allerdings, sollten die neuen Mieter irgendwann auch keine Lust mehr auf Gartenarbeit haben, eventuelle Kosten wahrscheinlich nicht mehr dem Bestandsmieter anteilig in Rechnung stellen. Wenn ein Garten zur alleinigen Benutzung an eine Mietpartei übergeben wurde, geht das nicht mehr. Zumindest, soweit ich weiß.
 
Zuletzt bearbeitet:

Mockingbird

Neuer Benutzer
Dabei seit
03.08.2022
Beiträge
9
Zustimmungen
1
Selbst wenn Du einen Richter findest der dies so sieht wie Du dann können die Kosten aber nicht (nur) dem "säumigen" Mieter in Rechnung gestellt werden. Die Umlage muss nach dem vereinbarten Umlageschlüssel (ansonsten Wohnfläche) erfolgen, für die Zeit des Leerstandes zahlt die eine Hälfe der Kosten halt der Vermieter.
Das wir die Kosten für den Anteil des Leerstandes tragen, hatten wir auch so eingeplant. Daher hatten wir überlegt, ob wir den Garten in Eigenleistung wieder instand setzen und den anderen Anteil dem Mieter in Rechnung stellen.
 

Mockingbird

Neuer Benutzer
Dabei seit
03.08.2022
Beiträge
9
Zustimmungen
1
Weißt Du, wie das mit den Mietern aussieht, die jetzt neu hinzukommen?
Wenn man neu vermietet, finden die potenziellen Mieter den Garten alle toll und wollen ganz viel neu gestalten und Pflege investieren.So wie der jetzige Mieter.
Sobald die Mieter merken, dass das auch Arbeit bedeutet, sinkt die Motivation. Daher bin ich nach der Erfahrung mit dem jetzigen Mieter vorsichtiger geworden, was Versprechen angeht.
Dann könntest Du z.B. den Garten zur alleinigen Nutzung an die neuen Mieter übertragen und Dein Problem hätte sich damit eventuell erledigt
Die Idee hatte ich auch schon. Das wäre natürlich die beste Lösung.
 

ehrenwertes Haus

Erfahrener Benutzer
Dabei seit
13.10.2017
Beiträge
7.344
Zustimmungen
4.073
Wenn man neu vermietet, finden die potenziellen Mieter den Garten alle toll und wollen ganz viel neu gestalten und Pflege investieren.So wie der jetzige Mieter.
Sobald die Mieter merken, dass das auch Arbeit bedeutet, sinkt die Motivation. Daher bin ich nach der Erfahrung mit dem jetzigen Mieter vorsichtiger geworden, was Versprechen angeht.
Garten finden alle Mieter toll, nur Arbeit darf er nur bei einer Minderheit machen.

Deswegen ist das einfachste Gartenpflege einer Firma überlassen und auf die Mieter umlegen.

Das kannst du bei deinem neuen Mieter direkt vereinbaren.
Für den Bestandmieter besteht evtl. keine Umlagemöglichkeit, so diffuse wie der Mietvertrag formuliert ist.
Im schlimmsten Fall würde dieser Mieteranteil an der Gartenpflege bei dir hängen bleiben, bis sich auch dort ein Mieterwechsel ergibt.
 
Thema:

Mieter lässt Garten verwildern

Mieter lässt Garten verwildern - Ähnliche Themen

Fristenregelung Gartenpflege: Wäre eine solch präzise Vorgabe, wann bzw. wie oft und was konkret im Garten getan werden soll oder muss wie z.B. - 8x jährlich Rasen mähen, - 4x...
Oben