Mieter möchte Lebensgefährtin mit 2 Kindern zu sich einziehen lassen

Diskutiere Mieter möchte Lebensgefährtin mit 2 Kindern zu sich einziehen lassen im Mietvertrag über Wohnraum Forum im Bereich Mieter- und Vermieterforum; Hallo, wir haben ein MFH, Altbau von 1912, sehr helllhörig, deshalb nur an kinderlose Mieter vermietet. Nun hat ein Mieter eine neue...

Ulli

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Hallo, wir haben ein MFH, Altbau von 1912, sehr helllhörig, deshalb nur an kinderlose Mieter vermietet.

Nun hat ein Mieter eine neue Lebensgefährtin. Sie hat bereits einige Wochen bei ihm gelebt, der Zustand mit den beiden Kindern ist nicht tragbar. Sie schreien, toben den ganzen Tag, weit über 22 Uhr hinaus. Dem Mieter habe ich diesbezüglich schon eine Abmahnung zukommmen lassen
Nun teilt er mir eben per whattsapp mit, dass sie nun komplett mit beiden Kindern zu ihm ziehen wird. Natürlich direkt den Text einer Internetseite hinterhergeschickt, dass man den Zuzug einer Lebensgefährtin nicht verwehren darf.
Was für Möglichkeiten habe ich nun? Es wird auf alle Fälle extrem stressig werden. Die anderen Bewohner sind sehr ruhige Mieter; hat sie extra so ausgewählt, weil das Haus sehr hellhörig ist.
Vielen Dank
Ulli
 

Gast27217

Abmahnung wegen Ruhestörung nach 22 Uhr? Was gibt die Hausordnung her, wenns eine gibt?
Wohnung überhaupt groß genug für 4?

Auf eine Abmahnung kann ja durchaus die Kündigung folgen...

.. ausnahmsweise das Recht, die Erlaubnis zu verweigern:

Der Einzug des Partners ist für den Vermieter unzumutbar.
Der Wohnraum würde übermäßig belegt.
Eine erhebliche Störung des Hausfriedens ist zu erwarten.

Würde nen Anwalt konsultieren um zu klären ob das zutrifft, der sieht das sachlich, das hilft bei der Einschätzung meistens.

Würde dem Mieter allerdings nicht sagen dass du nur an kinderlose vermieten willst, dass ist nur Futter...
 
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ehrenwertes Haus

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Was für Möglichkeiten habe ich nun?
Vorläufig keine.

Lebensgefährten dürfen in eine Mietwohnung nachziehen, auch wenn der VM damit nicht einverstanden ist.
Ausnahmen, bei denen ein Nachzug wirksam untersagt werden kann wäre nur Überbelegung der Wohnung oder der neue Lebensgefährte selbst ist unzumutbar.
Praktisch bedeutet das, die Lebensgefährtin deines Mieter hätte (versucht) dir persönlichen Schaden zugefügt, wäre von dir erfolgreich wegen Ruhestörung oder Ähnlichem rausgeworfen worden, hätte dich ernsthaft bedroht (also nicht nur als blöder Spruch gereicht), usw.


Du kannst die Nebenkostenvorauszahlungen anheben für verbrauchsabhängige Kosten und deine Zustimmung davon abhängig machen.

Darüber hinaus hilft nur Abwarten was passiert.
Es macht oft einen Unterschied ob man nur als Gast irgendwo ist oder wirklich dort wohnt.
Wenn weiterhin Störungen des Hausfriedens auftreten, abmahnen und ggf. kündigen.


Genausogut kann es sein, dass ältere Bewohner sich über Kinder im Haus freuen. Ersatz-Großeltern sind in MFH mit mehreren Generationen unter einem Dach gar nicht so selten, genau wie kleine Alltagshelfer oder Gesellschafter. Es ist dann zwar zeitweise lauter, Lachen aber ansteckend. Kinder können eine Hausgemeinschaft durchaus positiv beeinflussen, unabhängig von der rechtlichen Seite, nach der Kinderlärm in altersentsprechenden Grenzen kein Mangel ist und akzeptiert werden muss.


Ich habe auch Altbau und lege Wert auf eine gemischte Altersstruktur im Haus.
Kinder sind Willkommen, auch wenn es Mal laut wird.
Meine älteren Mieter sagen selbst, sie finden das klasse und wollen in keinem Haus mit Friedhofsstimmung leben.

Also erst mal nicht nur schwarz sehen, abwarten was wirklich passiert.
 
Ino75

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Was für Möglichkeiten habe ich nun?

So leid es mir tut, außer in ganz, ganz großen Ausnahmefällen: gar keine Möglichkeiten.

Wenn ich Mieter in dem Haus wäre, wäre ich auch alles andere als begeistert. Aber rechtlich ist es so, dass der Zuzug von Lebensgefährten und auch ggf. dazugehörenden Kindern vom Vermieter gestattet werden muss.

Gegen Kinder wegen Ruhestörung vorzugehen, ist auch meist aussichtslos. Hängt natürlich vom Einzelfall ab. Wenn die Kinder 16 sind und um 24h die Stereoanlage aufdrehen, kann man da was gegen machen. Wenn die 3 sind und um 23h noch spielen, wird es schon deutlich schwerer. Unmöglich aber auch nicht. Um an dieser Front überhaupt weiterzukommen, bist Du aber auf die Mithilfe der anderen Mieter angewiesen. Die sind nämlich diejenigen, die Lärmprotokolle führen müssen. Oder wohnst Du auch in der Immobilie und könntest das selbst erledigen?

Der Einzug des Partners ist für den Vermieter unzumutbar.
Ja, geht, aber auch nur in absoluten Ausnahmefällen. Beispiel: Wenn die Lebensgefährtin Dir bereits eine Ohrfeige verpasst hat. Dann wäre diese ganz spezielle Person Dir nicht zuzumuten.

Der Wohnraum würde übermäßig belegt.
Da sind die Hürden auch recht groß. Ich habe so im Hinterkopf, dass es da keine festgelegten Größen gibt, aber ca. 10m² pro Person gilt durchaus als ausreichend.

Eine erhebliche Störung des Hausfriedens ist zu erwarten.
Dazu müsstest Du aber bereits deutlich mehr als Kinderlärm in der Hand haben...

Auf eine Abmahnung kann ja durchaus die Kündigung folgen...
Ich weiß nicht, ob ich dazu raten würde, jetzt mit irgendwelchen Wunschgründen Abmahnungen rauszuhauen. Die müssen dann schon Hand und Fuß haben. Ansonsten würdest Du Dir eventuell für spätere Aktionen selbst ein Bein stellen.
 
Kunibert

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Ja, Anwalt. Alle andere wird Kaffeesatz. Überbelegung bei großer Wohnung mit mehreren Zimmern eher nicht. Hessen darf man auf 9m2 pro Nase stapeln. Da geht so einiges. Ältere Kinder brauchen eigenes Schlafzimmer. Aber das muss man durchknobeln. Die subjektive Meinung des Vermieters ist irrelevant.
 

Ulli

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Ok, die Wohnung ist groß genug, die Kinder sind 4 und 6. Ich werde jetzt erstmal die Nebenkosten erhöhen und dann schauen, was passiert. Lieben Dank
 
Ino75

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Ich werde jetzt erstmal die Nebenkosten erhöhen und dann schauen, was passiert.
Darfst Du das denn? Das muss im Mietvertrag geregelt sein. Wenn zb eine Umlage per Fläche vereinbart wurde, geht das vermutlich eher nicht. Und vielleicht sowieso erst nach der nächsten Abrechnung. Aber dazu können Dir andere bestimmt mehr Details geben.

Ansonsten gute Idee!
 
Kunibert

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Wenn zb eine Umlage per Fläche vereinbart wurde, geht das vermutlich eher nicht.

Und vielleicht sowieso erst nach der nächsten Abrechnung.

Verbrauchsabhängige Positionen beispielhaft Wasser erhöhen sich vermutlich ohnehin mit der nächsten Abrechnung.
Meine 2 Jahre alte Tochter kann ich fast täglich in die Wanne stecken...
Als "Daumenschraube" finde ich die Erhöhung der Nebenkosten völlig untauglich. Es wird ja fürs ganze Haus abgerechnet und das muss stimmen.
Wenn dann könnte man höchstens versuchen am Verteilungsschlüssel zu drehen. Beispielhaft Müll nach Personen.
Das muss aber sattelfest passieren. Und das gilt dann natürlich für alle anderen Parteien im Haus. Die werden eventuell auch in die Hände klatschen.
Wenn man wirklich "Daumenschrauben" will, dann müsste man die Miete erhöhen. Kann man das? Will man das?
 
immobiliensammler

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Als "Daumenschraube" finde ich die Erhöhung der Nebenkosten völlig untauglich. Es wird ja fürs ganze Haus abgerechnet und das muss stimmen.

Ich als Vermieter würde auch eine angepasste Nebenkostenvorauszahlung verlangen. Rechtlich ist das möglich.

Wenn dann könnte man höchstens versuchen am Verteilungsschlüssel zu drehen. Beispielhaft Müll nach Personen.

Das wäre aber eine Vertragsänderung der niemand zustimmen muss.
 
Kunibert

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Der Abschlag muss dem zu erwartenden Verbrauch entsprechen. Wenn man will dann kann man seinen Mietern so zu ausgeglichener Bilanz verhelfen.

Rückzahlungen sind heutzutage vermutlich sowieso selten
 
dots

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Und das gilt dann natürlich für alle anderen Parteien im Haus.
Nein,
Das gilt nur für die Parteien, mit denen es vereinbart wurde.
Und da ich ahne, was jetzt kommt:
Der Umlageschlüssel darf durchaus für verschiedene Wohnungen im gleichen Haus unterschiedlich sein.
 
Kunibert

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Cool. Wo liegen denn die Grenzen dieses kreativen Vorschlags? Die Verwaltung rechnet mit mir Müll nach m2 ab und ich stelle meinem Mieter Personen in Rechnung? Und schaffe Geld aus dem Nichts?
 
immobiliensammler

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Cool. Wo liegen denn die Grenzen dieses kreativen Vorschlags? Die Verwaltung rechnet mit mir Müll nach m2 ab und ich stelle meinem Mieter Personen in Rechnung? Und schaffe Geld aus dem Nichts?

Bei einer ETW sicher nicht umsetzbar, aber z.B. im MFH. Ich habe das selbst öfter wenn ich ein Haus übernehme. Ich versuche dann die diversen vom Voreigentümer vereinbarten Abrechnungsschlüssel auf einen für mich gängigen Nenner zu bringen, meistens sind die Mieter kooperativ für eine Vertragsanpassung, aber halt nicht immer. Dann habe ich da auch Altmieter mit Umlage Müll nach Personentagen, bei neu abgeschlossenen Verträgen wird die Umlage nach Fläche vereinbart. Kommen lustige Ergebnisse raus, manchmal zu meinem Vorteil, manchmal auch zu meinem Nachteil, rechtlich aber zulässig.
 
Kunibert

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Im Mietvertrag für die Wohnung die ich selbst bewohne steht ein Schlüssel der gar nicht angewendet wird. Meine Vermieterin reicht einfach die Abrechnung der Verwaltung durch und die benutzt was anderes.

Ich habe bei meiner Vermietung einen Vertrag von Haus und Grund der den Schlüssel der Verwaltung als maßgeblich erklärt und Änderungen nach Ermessen zulässt. Alles andere wäre mir zur kompliziert.
 
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Im Mietvertrag für die Wohnung die ich selbst bewohne steht ein Schlüssel der gar nicht angewendet wird. Meine Vermieterin reicht einfach die Abrechnung der Verwaltung durch und die benutzt was anderes.

Ich habe bei meiner Vermietung einen Vertrag von Haus und Grund der den Schlüssel der Verwaltung als maßgeblich erklärt und Änderungen nach Ermessen zulässt. Alles andere wäre mir zur kompliziert.

Für den Bereich der Eigentumswohnungen ist es da früher öfter zu Problemen gekommen (Vereinbart im Mietvertrag z.B. Umlage nach Fläche, WEG-Verwaltung rechnet aber wie üblich nach MEA ab). Das wurde durch eine Gesetzesänderung in § 556a BGB (hier Absatz 3) im Rahmen der Änderung des WEG-Gesetzes angepasst, stellt also jetzt kein Problem mehr dar.
 
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