Mieter oder Wohnungseigentümer als Hausmeister

Dieses Thema im Forum "Hausmeister" wurde erstellt von Perfekt, 21.12.2013.

  1. #1 Perfekt, 21.12.2013
    Perfekt

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    Ich bin neu im Forum und habe ein weit verbreitetes Anliegen.

    Beispiel:

    Ein Mieter übernimmt für die Mietzeit oder ein Wohnungseigentümer freiwillig und eigenverantwortlich leichte Hausmeisterarbeiten wie Schneeschippen, Rasenmähen u.dgl.
    Die Parteien insg. 7 sind sich alle einig wenn dieser dies freiwillig übernimmt und als Anerkennung seiner freiwilligen Arbeit zahlt jede Partei freiwillig für die Dauer der Mietzeit mtl. 17 €. Der Mieter der diese freiwillig macht bekommt die Miete entsprechend dem mtl. freiwilligen Gesamtbetrag vergünstigt oder beim Wohnungseigentümer der freiwillig dies gerne macht braucht dieser weniger Nebenkosten vorrauszahlen (dafür wird der freiwilige Gesamtbetrag bei der Jahresabrechnung als Vorauszahlung mitgezählt).
    Der Mieter oder Wohnungseigentümer erklärt sich freiwillig bereit, daß er die Tätigkeit eigenverantwortlich macht und der Eigentümer nicht haftbar gemacht wird, wenn er sich z.b. beim Heckenschneiden verletzt. Er darf selbst wenn er will eine Unfallversicherung abschließen und die Parteien sind einverstanden, daß sie den Vers.-Betrag anteilig mit übernehmen.

    Da diese Tätigkeit freiwillig und eigenverantwortlich in der Ausführung getätigt wird und er als Anerkennung oder man kann auch evtl. Spende dazu sagen, dies freiwliig von der Parteien mit einem festgelegten Betrag als Mietnachlaß oder geringerer NK-Vorauszahlung gewürdigt bekommt muß der Mieter oder Wohnungseigentümer doch nicht angemeldet werden oder dergleich?

    Wer kann mir dazu hundert Prozent Auskunft geben?
     
  2. AdMan

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  3. #2 Pharao, 21.12.2013
    Zuletzt bearbeitet: 21.12.2013
    Pharao

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    Hi,

    letztlich macht der diese freiwillige Tätigkeit aber nicht umsonst ! Das er hier kein Geld sieht, sondern das in anderer Form ihm zugute kommt, ändert ja nichts an der Tatsache, das die anderen Mietparteien aber trotzdem echtes Geld bezahlen für diese "freiwillige" Tätigkeit. Letztlich ist das ganze also nicht unentgeltlich und darauf kommt es m.E. drauf an.

    Mal abgesehen davon wäre mir das zu riskant, gerade das Schneeschippen. Denn laut deiner Aussage ist hier alles freiwillig. Wer trägt also die Verantwortung, wenn ein Passant sich auf dem nicht geräumten Gehweg verletzen würde ? Der Mieter der eigentlich mit Schneeschippen dran wäre, aber letztlich ja deswegen nix macht, weil er hier was bezahlt damit dieser "Hausmeister" dem nachkommt oder dieser Mieter/Hausmeister der letztlich ja alles freiwillig und somit ohne Verpflichtung macht ?

    Genauso stellt sich die Frage, wer ist verantwortlich, wenn diesem "Hausmeister" was bei seiner freiwilligen Arbeit passiert ? Stell dir hier mal extrem Fälle vor, zB Hand ab beim Rasenmähen. Da gehts dann um richtig Geld und ob der "Hausmeister" dann noch zu dem steht `la auf eigene Verantwortung ? Gerade bei den Fragen, wie ist denn das passiert ?


    Meine Erfahrung mit Mieter ist hier: am Anfang klappen solche Abreden oft sehr gut, aber i.d.R. klappt das mit den Jahren immer weniger. Ich würde also wenn überhaupt hier kein Mietnachlass, ect gewähren, sondern wenn dann fest bezahlen nach Arbeitsstunden oder -einsatz. Denn was ist, wenn du mit seiner Arbeit unzufrieden bist und schon hast du den Ärger am Hals, gerade weil hier oft nicht genau festgelegt ist, was wie oft gemacht werden muss und in welchem Umfang, ect. Wenn du jemanden externen dazu beauftragst, dann kannst du diesem durchaus deine Meinung sagen und ggf. dir sofort einen anderen holen, wenn du unzufrieden bist. Mit Mieter gibt das i.d.R. immer irgendwie ärger, deswegen mache ich sowas garnicht mehr.
     
  4. Andres

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    Jedenfalls kein Forum. Wenn du eine umfassende Antwort aus einer Hand haben willst, gehe zu einem Anwalt. Andernfalls kannst du mit allen möglicherweise beteiligten Behörden (spontan fallen mir Finanzamt und Bundesknappschaft ein) Kontakt aufnehmen.

    Wenn weniger als hundert Prozent ausreichen:

    Ich bin mir ziemlich sicher, dass du in deiner Beschreibung noch ein paar hundert mal "freiwillig" hättest schreiben können und du trotzdem nichts an der Tatsache änderst, dass es sich um ein ganz gewöhnliches Beschäftigungsverhältnis handelt. Auch Vokabeln wie "eigenverantwortlich" oder "Spende" ändern daran nichts - und Feinheiten wie der Umstand, dass eine Tätigkeit noch lange nicht eigenverantwortlich ist, nur weil sich der Hausmeister aussuchen kann, an welchem Wochentag er den Rasen mäht, lassen wir mal ganz außen vor.

    Als Vermieter sind solche "Verrechnungsmodelle" sowieso keine gute Idee. Das geht nur so lange gut, wie es gut geht. Wenn es Streit gibt (z.B. wegen Unzufriedenheit mit der Ausführung der Tätigkeiten, Bezahlung, ...), kann man zusehen, wie man wieder in ein "normales" Mietverhältnis ohne besondere Vereinbarungen kommt.

    Außerdem macht der Vermieter natürlich die Nebenkostenabrechnung auf diese Weise angreifbar. Die Ausgaben für den Hausmeister kann er ja nicht ordentlich belegen.

    Ganz nebenbei ist das Schwarzarbeit, und zwar für beide Seiten. Es besteht keine Unfallversicherung ...

    Für sowas gibt es Minijobs. Man macht einen anständigen Arbeitsvertrag und wenn einer der beiden Seiten das Arrangement nicht mehr gefällt, kommt man sauber wieder raus.
     
  5. #4 Perfekt, 21.12.2013
    Perfekt

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    Perfekt

    Aber es ist doch so, daß die anderen Parteien ja auch dafür sind und sich freiwillig bereit erklärt haben ihm dies als Anerkennung zukommen zu lassen. Das alles wird schriftlich als Abmachung festgehalten und von allen Parteien unterschrieben. Der Mieter oder Wohnungseigentümer der die Aufgabe machen will schließt selbst eine Unfallversicherung ab und die Parteien übernehmen das anteilig und halten dies in der Abmachung ebenfalls fest. Das ist doch in meinen Augen dann keine Schwarzarbeit wenn alle damit einverstanden sind, eher ein Freundschaftsdienst oder so. Im übrigen gibt es ja für das Haus eine Haftpflichtversicherung, falls wer bei Glätte stürzt.
     
  6. Gast 2

    Gast 2 Gast

    Mieter übernimmt Arbeiten

    ja und was ist wenn eine Mietpartei auszieht, wer übernimmt dann diese Kosten, wenn die neuen Mieter sich auf solche Abmachungen nicht einlassen
     
  7. Andres

    Andres
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    Logisch. Wenn ich mit dem polnischen Fliesenleger vereinbare, dass er mir mein Bad als Freundschaftsdienst und ohne Rechnung macht, dann ist das auch keine Schwarzarbeit, wenn alle damit einverstanden sind. :?

    Es werden keine Sozialabgaben und keine Steuern (sofern welche anfallen) abgeführt. Das ist Schwarzarbeit.
     
  8. Pharao

    Pharao Erfahrener Benutzer

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    Wie schon gesagt, ich rate dir davon ab ! Jemanden ordentlich anzumelden ist jetzt auch nicht sooooo teurer, höchstens etwas Zeitaufwendig, dafür bist du aber auf der sicheren Seite und kannst das ordentlich mit den Mietern abrechnen.

    Das die anderen Mietparteien auch dafür sind, das kann sich in einer Woche, einem Monat oder in einem Jahr auch mal ändern !!! Und gelegendlich wird auch mal aus einem netten Mieter einer, der schmutzige Wäsche waschen will ..... :91:

    Mal abgesehen davon, es ändert nichts an der Tatsache, das hier diese Tätigkeit vergütet und NICHT umsonst gemacht wird. Egal wie du das nennen willst und auch egal wieviele Parteien hier freiwillig damit einverstanden sind, das kann m.E. richtig in die Hose gehen.
     
  9. Helga

    Helga Neuer Benutzer

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    Vermieter macht als Privatmensch selbst sauber - Bezahlung durch die BK-Abrechnung

    Hallo,
    in meinem kleinen MFH mit 7 Parteien ist das so:
    4 Mietparteien können bzw. wollen sich nicht an der Hausreinigung beteiligen.
    Die restlichen 3 sagen, ich mach doch nicht den Butler für die anderen.
    Also mache ich als Vermieter selbst Treppenhaus und Keller sauber und pflege auch den Garten ganz allein.
    Das gefällt bisher allen so, denn ich bin billiger als jede Firma und mache es auch ordentlicher als mein Enkel oder sonstwer.
    Das ist aber auch für mich kein Freizeitvergnügen,dafür will ich monatlich 140 € haben, die ich über die Betriebskostenabrechnung auch bekomme.
    Sollte sich jemand drüber beschweren, nehme ich sofort eine Firma ...

    Unfallversicherung o.ä. habe ich keine für mich, das ist mein Risiko.
    Den Winterdienst macht eine Hausmeisterfirma. Grundstückhaftpflicht habe ich auch.

    Was kann mir eigentlich dabei passieren???
    Oder kann ich mich auch selbst als Minijobber anmelden oder eine eigene Hausmeisterfirma wegen der Lappalie gründen?

    Mit Gruß
    Helga
     
  10. Pharao

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    Hi Helga,

    da du keinen anderen Beschäftigst bzw auch selber nicht über eine Firma angestellt bist für deine Putztätigkeit, ect, ist das (meiner Meinung nach) auch kein Mini-Job bzw. nix was gemeldet werden muss.

    Ansonsten ist mir das ziemlich egal, was meine Mieter gerne wollen. Wenn zB der Punkt Treppenhausreinigung wirksam Umlegbar im MV vereinbart wurde, dann entscheide ich als Vermieter, ob ich eine Firma damit beauftrage oder ob ich das ggf. den Mieter machen lasse. Ok, wenn du das gerne selber machst - ist deine Entscheidung.
     
  11. Andres

    Andres
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    Sehe ich auch so, jedenfalls in diesem Umfang. Diese Einkünfte sind aber steuerpflichtig!
     
  12. Helga

    Helga Neuer Benutzer

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    Pharao und Andres,
    danke für Eure Antwort.
    Das heißt also konkret für mich, dass ich meine Arbeitsleistung pauschal als Nebenkosten in Rechnung stelllen darf. Und diese Einnahmen muss ich dann bei der Steuererklärung angeben.
    So sehe ich das auch, die Arbeit erledigt sich schließlich nicht von allein.
    Helga
     
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