Mieter reagiert nicht auf Mietpreiserhöhung, was tun?

Diskutiere Mieter reagiert nicht auf Mietpreiserhöhung, was tun? im Mieterhöhung Forum im Bereich Mietvertrag über Wohnraum; Hallo zusammen, ich habe 2 Eigentumswohnungen, bei denen ich zum 1.12.2018 die Miete um etwa 15% erhöht habe. Hierzu wurden die Mieter im...

  1. fesary

    fesary Neuer Benutzer

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    Hallo zusammen,

    ich habe 2 Eigentumswohnungen, bei denen ich zum 1.12.2018 die Miete um etwa 15% erhöht habe. Hierzu wurden die Mieter im September schriftlich benachrichtigt und auch auf Rückmeldung bzw. um Bestätigung der Erhöhung bis zum 31.11. hingewiesen. Nun wurde die alte Miete bezahlt ohne Bestätigung oder Ablehnung der Mieterhöhung. Nach telefonischer Anfrage bei einer Mieterin, meinte Sie, dass der Mieterschutzbund sie darauf hinwies, dass sie nicht bezahlen soll, weil die Erhöhung nicht gerechtfertigt sei.

    Die Erhöhung begründete ich mit dem höher liegenden Mietspiegel, dieser ist jedoch von wohnungsboerse.net; augrund der Größe des kleinen Ortes gibt es sonst keinen offiziellen Mietspiegel.
    Als weitere Begründung könnte man evtl. noch dazunehmen, dass ähnliche Wohnungen auch im Bereich des Mietspiegels liegen, worauf ich jedoch bei dem Schreiben nicht hingewiesen habe. Natürlich gibt es sicherlich auch andere Wohnungen die weiterhin niedrige Mietpreise haben, da diese wohl die Mietpreise nicht angepasst haben, jedoch ist dies ja nicht der Maßstab, sondern aktuellere Vermietungen der letzten 12 Monate, oder liege ich da falsch? Noch als kleine Info, die Mieter sind seit mehr als 15 Monate in der Wohnung.

    Bedeutet eine fehlende Rückmeldung bzw. Widerspruch nicht, dass sozusagen stillschweigend der Mieterhöhung zugesprochen wird?
    Oder kann könnte sich der Mieterschutzbund bzw. der Mieter auch eventuell auf einen Formfehler berufen, dass dadurch das Schreiben evtl. nicht rechtsgültig ist?
    Und wenn auch die Erhöhung zu hoch gesetzt ist, heißt das ja nicht, dass komplett auf die Erhöhung nicht reagiert werden muss?

    Wie sollte ich nun am besten vorgehen?
    Sollte ich mich vielleicht direkt an den Mieterschutzbund wenden und da erstmal nachhaken?


    Danke im Voraus für die hilfreichen Infos.
     
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  3. #2 Newbie15, 01.12.2018
    Zuletzt bearbeitet: 01.12.2018
    Newbie15

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    So wie du es beschreibst, ist es kein korrektes Mieterhöhungsbegehren, das sich bei Gericht durchsetzen lassen würde.

    Aus Mietersicht ist alles korrekt: das Erhöhungsbegehren ist nicht gerechtfertigt/begründet und er hat keinen Grund, dem zuzustimmen. Damit die Erhöhung wirksam wird, muss er das aktiv tun, ansonsten bleibt es bei der alten Miete.

    Dir bleibt nur, eine korrektes Mieterhöhungsbegehren zuzustellen und ggf per Klage durchzusetzen.

    Dazu sind diese "Mietspiegel", die aus Angeboten (die evtl nie vereinbart werden) berechnet sind, völlig ungeeignet.
     
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  4. #3 ehrenwertes Haus, 01.12.2018
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    Ich fordere dich hiermit auf mir 1000 € zu zahlen. Musst du die jetzt nur zahlen, wenn du nicht explizit ablehnst?

    Nein, einer Mieterhöhung kann auf 2 Arten zugestimmt werden.
    1. mit einer schriftlichen Zustimmung
    2. durch Zahlung der erhöhten Miete über einige aufeinander folgende Monate.

    Dein Mieter hat der Mieterhöhung nicht zugestimmt, also musst du sie einfordern, d. h. einklagen.

    Als Vermieter ist der Mieterschutzbund nicht dein Ansprechpartner, sondern wenn Verein, dann einer der VERmietervereine oder ein Anwalt für Mietrecht.

    Ich habe ebenfalls den Verdacht, dass dein Mieterhöhungsanschreiben nicht den formalen Anforderungen entspricht. Dann muss dein Mieter auf dein Schreiben überhaupt nicht reagieren.
    Das kannst du selbst nachprüfen z.B. mit Hilfe dieser Seite:
    https://www.vermietet.de/mieterhoehung
    Wenn du unsicher bist, wie eine Mieterhöhung formal korrekt umgesetzt werden kann, solltest du das einen Anwalt machen lassen, wenigsten das 1. Mal. Dann hast du eine Vorlage für weitere Mieterhöhungen und siehst wie das formal korrekt in deinem Fall machbar ist.
     
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  5. #4 immobiliensammler, 01.12.2018
    immobiliensammler

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    Nur um Dir zu zeigen, warum der Verweis auf irgendweiche (seriösen oder dubiosen) Internetportale als Ersatz für einen Mietspiegel nicht funktionieren kann:

    Es ist wie Du schreibst ein kleiner Ort, pro Jahr gibt es sagen wir 5 Wohnungsangebote zu rund 5 € pro Quadratmeter. Jetzt machen wir beide uns den Spaß und schalten jeder eine Wohnungsanzeige mit 500 € pro Quadratmeter, alle anderen Vermieter am Ort beteiligen sich an den Anzeigenkosten, denn es kommt ein super neuer Durchschnittswert raus - noch fragen?
     
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  6. fesary

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    kann ich nun im Nachgang 3 ähnliche Vermietungen den Mietern zum Vergleich zukommen lassen mit Bezug auf das erste Schreiben und mit mit Hinweis sonst zu klagen? Würde das Datum von dem an die Mieterhöhung gilt, bestehen bleiben (also der 01.12.) oder muss ich nun erst ein komplett neues Schreiben mit 3 Vergleichswohnungen als Grundlage der Mieterhöhung aufsetzen und erneut 2 Monaten Frist geben?

    Aber zu den Vergleichswohnungen reicht ja somit das Inserat nicht aus, sondern ich benötige 3 tatsächliche Mietadressen, bei denen Lage , Ausstattung und Größe meiner Wohnung ähneln muss. Also müsste ich fast ja schon bei den benachbarten Wohnungen anfragen, wie hoch deren Miete ist...?
     
  7. sara

    sara Erfahrener Benutzer

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    Ja.
    Genau so ist es.
     
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  8. #7 Newbie15, 01.12.2018
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    Du musst ein neues Schreiben aufsetzen, mit neuen Fristen, das den Anforderungen an Paragraph 558 BGB genügt. Da steht auch, wie ähnlich der Wohnraum sein muss.

    Und ja, selbstverständlich brauchst du tatsächlich vereinbarte Mieten, keine Inserate. Nicht selten heißt das bei kleinen Dörfern bei den Nachbarn klingeln, wenn man keine Kontakte hat.
     
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  9. Pitty

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    Leider alles neu und auch Nachweisbar und Vergleichbar vor Gericht. Da bringen Dich Onlineanzeigen als Vergleichsobjekt auch nicht weiter.
     
  10. #9 Papabär, 02.12.2018
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    Kannst Du trotzt allem gerne machen ... dürfte aber nicht zu mehr als allgemeinem Amusement taugen.


    Und nicht vergessen - die entsprechenden Mietvereinbarungen dürfen nicht älter als 48 Monate sein.

    Kleiner Tipp: Auch für kleine Dörfer gibt es ein zuständiges Wohnungsamt (meist in der dazugehörigen Kreisstadt). Dort gibt es häufig (interne) Mietpreissammlungen und wenn man lieb und höflich fragt ...
    (Nicht wundern, wenn diese "Datenbanken" nur in Papierform existieren - den gesetzlichen Anforderungen sollte das trotzdem genügen, v.a. wenn auf offiziellem Kopfbogen der Stadt gedruckt geschrieben.)
     
  11. #10 ehrenwertes Haus, 02.12.2018
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    Echt?

    Warum darf man keine älteren laufenden Verträge als Vergleich nehmen. Bei älteren Verträgen sind die Mieten doch eher günstiger als überzogen.
    Die Wohnungen und die Miethöhe sollen vergleichbar sein. Das Alter des Mietvertrags für eine Vergleichswohnung spielt dabei keine Rolle, nur die Art der Miete (Inklususiv- oder KM+NK).
    Peinlich wäre doch nur ein Uralt-Exotenvertrag, für die (deutlich) weniger Miete gezahlt wird, als für die Wohnung bei der die Miete angehoben werden soll.
     
  12. Andres

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    Echt! ;)


    Weil es so ausdrücklich in § 558 Abs. 2 BGB geregelt ist.


    Das mag sein, aber egal wie plausibel dieser Gedanke sein mag, bleibt doch eine gewisse Restunsicherheit, denn wirklich beweisen kann das für die einzelne Wohnung ja niemand. Die radikal mieterfreundlichste Gestaltung ist damit, dass man solche alten Mieten einfach komplett vom Vergleich ausnimmt.
     
  13. #12 Papabär, 02.12.2018
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    Frag nicht mich - frag den Verfasser von §558 (2) BGB
     
  14. #13 Pitty, 02.12.2018
    Zuletzt bearbeitet: 02.12.2018
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    Das ist ja doof. Ich habe am 4.12. einen Termin vor Gericht. Meine Vergleichswohnungen sind alle älter. Dann bin ich gespannt was der Richter/in dazu sagt.
     
  15. #14 ehrenwertes Haus, 02.12.2018
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    Heißt aber nicht, dass der gesamte Mietvertrag selbst max. 4 Jahre alt sein darf, welchen man als Vergleich heranzieht.
    Nur die Vereinbarung der Miethöhe, nach meinem Verständnis.
     
  16. Andres

    Andres
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    Richtig.
     
  17. dots

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    Und wenn die Mieten in drölfeinhalb Jahren fallen, nehme ich die vor 100 Jahren vereinbarten Mieten, die im Vergleich viel höher sind. Merkste was?
     
  18. #17 ehrenwertes Haus, 02.12.2018
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    Merkste was @dots?
     
  19. #18 Malina123, 02.12.2018
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