Mieter Suizid, wie geht es nun weiter?

Diskutiere Mieter Suizid, wie geht es nun weiter? im MV - Allgemeine Fragen Forum im Bereich Mietvertrag über Wohnraum; Hallo an alle, Ende Dezember 2020 sprang ein Mieter in den Rhein und wurde bis heute nicht gefunden. Solch ein Fall ist uns bisher...

kölschejung

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Hallo an alle,


Ende Dezember 2020 sprang ein Mieter in den Rhein und wurde bis heute nicht gefunden.
Solch ein Fall ist uns bisher noch nicht passiert. Wir wissen natürlich was zu tun wäre, wenn er gefunden würde und sich ein Erbe finden würde.

Doch da fangen die Probleme an:
Er gilt beider Kripo als vermisst weil man Ihn noch nicht gefunden hat. Verrückt ist, dass er eine Sprachnachricht an alle geteilt hat, wo er mitteilt, dass er jetzt Schluss macht. Headhunter haben seinen Weg bis zum Sprungort verfolgen können.
Er bezog ALG II und hat die Miete immer pünktlich überwiesen. Der Mietrückstand befindet sich auf seinem Bankkonto, jedoch will das Jobcenter eine unterschriebene Antrittserklärung, damit sie die Miete direkt an uns überweisen können. Ist natürlich nicht möglich. Unser Anwalt arbeitet daran.
Wir haben mit Vereinbarung des Mieters einen Schlüssel und haben mit der Kripo vereinbart, die Heizung aus zu machen und die Wohnung hin und wieder zu lüften. Dabei stellten wir dann fest, das die Wohnung in einem sehr sehr schlechten und ungepflegten zustand ist. Eine Weitervermietung schlicht unmöglich.

Unsere Fragen:

#wer kennt solchen Fall und kann aus Erfahrung sagen, wie es weiter geht,
#was passiert uns im schlimmsten Fall, wenn wir selbst räumen und nach wieder Herstellung der Wohnung neu vermieten? ( eigentlich hätten wir schon fristlos gekündigt, aber diese ist nicht zustellbar )
#wer kann den Mieter für Tot erklären lassen oder wie lange dauert es, bis dies von Amtswegen erfolgt ?

Vorab, danke fürs lesen und schöne Ostern.
 

Andres

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#wer kennt solchen Fall und kann aus Erfahrung sagen, wie es weiter geht,
Nicht in dieser Kombination.


#was passiert uns im schlimmsten Fall, wenn wir selbst räumen und nach wieder Herstellung der Wohnung neu vermieten? ( eigentlich hätten wir schon fristlos gekündigt, aber diese ist nicht zustellbar )
Der Mieter taucht wieder auf (also nicht wörtlich, sondern im übertragenen Sinn ...) und verlangt die Fortsetzung des ungekündigten Mietverhältnisses. Zu diesem Zeitpunkt ist die Wohnung neu vermietet, also ist das über die finanzielle Schiene zu regeln: Schadenersatz für Umzugskosten, ggf. Mietdifferenz, Wohnungsinventar, ...

Nach Verurteilung wegen Hausfriedensbruchs (nein, die Kripo kann dir das nicht "erlauben") atmest du ein Jahr lang gesiebte Luft. Da du in einem Beruf tätig bist, für den das Gesetz persönliche Zuverlässigkeit vorschreibt, führt das zu einem faktischen Berufsverbot. Also natürlich nur, wenn dich einer deiner Co-Knastis nicht unter der Dusche mit einem improvisierten Messer absticht.

Wie sinnvoll die Frage nach dem schlimmsten Fall ist, musst du selbst entscheiden.


#wer kann den Mieter für Tot erklären lassen oder wie lange dauert es, bis dies von Amtswegen erfolgt ?
Von alleine passiert das nie. Irgendjemand muss den Antrag stellen, § 16 VerschG regelt, wer das sein kann. Grundsätzlich könnte jeder mit berechtigtem Interesse das Aufgebotsverfahren einleiten.

Das deutsche Verschollenenrecht ist - freundlich formuliert - eher flexibel. Wann jemand für tot erklärt werden kann, hängt von den Umständen ab, unter denen er verschollen ist. Wenn der Tod "nach den Umständen nicht zweifelhaft ist" (§ 1 VerschG), wird es überhaupt nicht angewendet. Nach den Auskünften der Kripo scheint mir das hier eher nicht der Fall zu sein. Dann ist die Frage, ob der Mieter "in Lebensgefahr gekommen" ist (§ 7 VerschG), denn dann kann er nach frühestens einem Jahr für tot erklärt werden. Ohne weitere Umstände (§ 3 VerschG) nach frühestens 10 Jahren, sofern der Mieter zwischen 25 und 80 Jahren alt ist.

Anders formuliert: Es kommt darauf an, wie mögliche Antragsteller für das Aufgebotsverfahren und dann schließlich das zuständige Amtsgericht die Sache beurteilen. Ist der Mieter wirklich gesprungen und war das wirklich tödlich? Würden daran keine Zweifel bestehen, würde der Mieter nicht als vermisst geführt werden.

Egal welche Frist es wird: Das würde ich keinesfalls abwarten. Noch dazu wird das Mietverhältnis ja auch durch den festgestellten Tod nicht beendet.
 

Duncan

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eigentlich hätten wir schon fristlos gekündigt, aber diese ist nicht zustellbar
Schreit für mich nach einer öffentlichen Zustellung, die aber nicht so ganz einfach ist, ein Fall für den einschlägig erfahrenen Anwalt. Kündigungsgrund könnte der Mietrückstand sein, sonst hast du nichts erwähnt, dass dafür taugen könnte, wie Andres schon anmerkte tot sein ist keine Vertragsverletzung. Also nochmal überlegen, ab man wirklich das Jobcenter zu Zahlungen motivieren möchte.
#wer kann den Mieter für Tot erklären lassen oder wie lange dauert es, bis dies von Amtswegen erfolgt ?
Also ein Fall wo es ziemlich schnell ging war gerade populär der Herr Küblböck, nach nur ~2,5 Jahren. Mir schon zu lange um da einfach nur abzuwarten, da würde ich schon vorher an klaren Verhältnissen arbeiten.
Es soll übrigens noch Verschollene aus WK 2 geben, die immer noch nicht für tot erklärt wurden, wobei sich die Reihen der aktiven Kriegsteilnehmer nun auch auf natürlichen Wege erheblich lichten, so auch die der möglichen Antragsteller ....
 

ehrenwertes Haus

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eigentlich hätten wir schon fristlos gekündigt, aber diese ist nicht zustellbar
Warum nicht zustellbar? Ich nehme an, zu dieser Wohnung gibt es einen Briefkasten und der Mieter hat seinen gemeldeten Wohnsitz dort.

Ich würde den üblichen Weg bei Mietrückständen gehen. Kündigen, Klagen, Räumen.
Verschollene/verschwundene Mieter hatte ich schon. Je nach den genauen Umständen bin ich (nach Rücksprache mit meinen Anwälten) von Besitzaufgabe ausgegangen oder über Kündigungs- und Räumungsklagen wieder in Besitz der Wohnungen gelangt.

Er gilt beider Kripo als vermisst weil man Ihn noch nicht gefunden hat. Verrückt ist, dass er eine Sprachnachricht an alle geteilt hat, wo er mitteilt, dass er jetzt Schluss macht. Headhunter haben seinen Weg bis zum Sprungort verfolgen können.
Das ist für dich doch irrelevant, ob der Mieter wirklich gesprungen ist, ein Boot bestiegen hat oder sich huckepack vom Ufer entfernt hat.
Für dich relevant ist die ausbleibende Miete.

was passiert uns im schlimmsten Fall, wenn wir selbst räumen und nach wieder Herstellung der Wohnung neu vermieten?
Warum willst du denn selbst räumen, wenn dir die Gesetzgebung eine legale Variante bietet wieder in Besitz der Wohnung zu gelangen?
Der Weg über Klage und Rückgabe bzw. Räumung über GV sichert dich ab, auch für den Fall das der Mieter beschließt sein Einsiedlerdasein in Baumhaus Nr.5 (nicht per Ableben) zu beenden oder ein Erbe auftaucht und Ansprüche stellt.
 

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Ein Erbe könnte leider erst beim attestierten Ableben des Mieters seine Ansprüche geltend machen.

Frage gibt es hierzu eine Verjährung ?? des Erbanspruches auf den Mietvertrag??

Und Andres bist Du ein Volljurist, daß liest sich immerhin mal so?
 

Andres

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Frage gibt es hierzu eine Verjährung ?? des Erbanspruches auf den Mietvertrag??
Ja, § 199 Abs. 3a BGB, aber das willst du nicht abwarten. Davon abgesehen können natürlich auch die Ansprüche innerhalb der Erbmasse verjähren oder verwirkt werden. Auch der Rest dieses § ist lesenswert, denn während es in einem normalen Mietverhältnis eher selten ein großes Thema ist, ist in diesem Fall hier die Kenntnis nach Abs. 1 Nr. 2 alles andere als selbstverständlich.


Und Andres bist Du ein Volljurist, daß liest sich immerhin mal so?
Nein, ich hatte zwar mal das Vergnügen, in einem Nebenfach mit "echten" Juristen zu tun zu haben, aber der Rest ist angelesen und häufig auch das Ergebnis eigener praktischer Erfahrung.
 

kölschejung

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Frohe Ostern allerseits.
Erst einmal danke für die Antworten. Das hilft etwas weiter.

Warum nicht zustellbar?
Eine Kündigung ist eine Willenserklärung und somit empfangsbedürftig. Der Briefkasten ist schlicht ein verschlossener, personalisierter Ablageort.
Eine Zustellung mit Rückschein geht ja nicht. Wer soll es unterschreiben?
Das ist für dich doch irrelevant, ob der Mieter wirklich gesprungen ist
Natürlich, in erster Linie muss die Miete her. Soll sich das Amt drum Kümmern wenn sie nicht mehr zahlen wollen. Aber auch die hängen in der Luft, denn sie müssen Zahlen bis er tot ist.
Also ein Fall wo es ziemlich schnell ging war gerade populär der Herr Küblböck
Ja, der hatte aber Erben die letztlich das Verfahren eröffnet haben.
Aber es steckt ja mehr dahinter die Wohnung wieder zu vermieten. Wenn alles unbenutzt bleibt, wird man das eine oder andere erneuern müssen. Zudem kommt der momentane Zustand der Wohnung. Wenn jemand 16 Jahre keine Fenster wischt, putzt und Staub wischt, habt Ihr eine vorstellung davon wie es aussieht. Alles ist Alt und extrem vergammelt.

Den Strom haben wir Abgemeldet und die Grundkosten laufen nun aufs Haus als Leerstand. Ansonsten hätten wir neu Anmelden, und die Kosten dafür tragen müssen. Für den Fall der Fälle brauchen unsere Handwerker ja Strom. Lebensmittel im Kühlschrank entsorgt.
Wir Wohnen auch im Haus und versuchen den Schaden so gering zu halten wie es geht.
Dann ist die Frage, ob der Mieter "in Lebensgefahr gekommen" ist
Das wäre sehr interesant für uns.
Es gibt eine Abschiedsmitteilung in Form einer Sprachnachricht an seineFreunde und (wir leben auch im selben Haus) an uns.
Die Polizei haben wir gerufen nach abhören der Nachricht.Die bestätigten, dass sie einen Springer haben.
Auf der Brücke fand man Schuhe, sauber abgestellt und quasi mitten über dem Rhein.
Headhunter haben proben aus seiner Wohnung geholt. Der Hund lief ohne Umwege an den Ort, wo man die Schuhe fand.
Wer in den Rhein spring begibt sich in Lebensgefahr. Ein befreundeter Wasserschutzpolizist sagte uns, die Wassertemperatur lag an dem Abend bei 5 Grad.

Ich bin gespannt wie es sich entwickelt und gebe dann meine Erfahrungen hier weiter.
 

immobiliensammler

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Eine Kündigung ist eine Willenserklärung und somit empfangsbedürftig. Der Briefkasten ist schlicht ein verschlossener, personalisierter Ablageort.
Eine Zustellung mit Rückschein geht ja nicht. Wer soll es unterschreiben?

Die Kündigung muss nur in den Bereich des Mieters kommen, ob er diese zur Kenntnis nimmt oder nicht ist nicht Dein Problem. Sonst könnte man ja jeder Kündigung aus dem Weg gehen indem man den Umschlag schlicht nachweislich nicht öffnet!

Natürlich, in erster Linie muss die Miete her. Soll sich das Amt drum Kümmern wenn sie nicht mehr zahlen wollen. Aber auch die hängen in der Luft, denn sie müssen Zahlen bis er tot ist.

Sofern es um ALG-II geht endet eventuell aber auch vorher der Bewilligungszeitraum (früher 6, wegen Corona ja 12 Monate). Wer stellt dann den Folgeantrag?

Den Strom haben wir Abgemeldet und die Grundkosten laufen nun aufs Haus als Leerstand.

Mit welchem Recht kündigst Du einen von Deinem Mieter abgeschlossenen Stromliefervertrag? Was geht das Haus die Stromkosten für Deinen Leerstand an? Sollen die dann - analog Hausstrom - auf die anderen Mieter umgelegt werden?
 

kölschejung

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Die Kündigung muss nur in den Bereich des Mieters kommen
OK. Aber wenn man nun den Weg bis zur Räumungsklage geht, kommt der Zeitpunkt, wo der Mieter Post der Instanzen bekommt, die ungeöffnet im Briefkasten vergammelt. Es geht ja auch um vermeidbare Verfahrenskosten die an uns hängen bleiben. Warum sollen wir für etwas Zahlen wovon wir dann nichts haben, weil irgend etwas nicht geht weil der Schuldner fehlt (also im Sinne von nicht Auffindbar).

Der Stromvertrag wurde nur ruhend gemeldet. Die Rheinenergie hätte in Kürze den Zähler abgeklämt. Zur Zeit zahlen wir die 18 Euro und legen diese nicht um. Sollte er doch noch im Rhein gefunden werden, wäre das für alle das beste und wir können den ordentlichen Weg gehen.

Der Mieter ist Arbeitsunfähig auf Grund drohender Blindheid und das Jobcenter zahlt schon seit mehreren Jahren seineKosten. Die Frage, wann und ob hier ein Antrag gestellt werden muss um die Leistungen zu verlängern, stellte sich bisher nicht. Die Leistungen werden sicherlich gekürzt, weil er nicht greifbar ist. Die Miete bleibt davon aber unberührt. Mal sehn was unser Anwalt schaft.
 

immobiliensammler

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OK. Aber wenn man nun den Weg bis zur Räumungsklage geht, kommt der Zeitpunkt, wo der Mieter Post der Instanzen bekommt, die ungeöffnet im Briefkasten vergammelt. Es geht ja auch um vermeidbare Verfahrenskosten die an uns hängen bleiben. Warum sollen wir für etwas Zahlen wovon wir dann nichts haben, weil irgend etwas nicht geht weil der Schuldner fehlt (also im Sinne von nicht Auffindbar).

Du wirst den Mietvertrag aber rechtlich einwandfrei und (relativ) kurzfristig nur über eine Räumungsklage beenden können, dann wäre es für Dich sogar optimal wenn die Klage an den "toten" Briefkasten zugestellt wird und der Mieter nicht darauf reagiert. Gibt dann relativ zeitnah ein Versäumnisurteil. Ansonsten kannst Du auch darauf verzichten und die Wohnung wieder (illegal) in Besitz nehmen. Wo kein Kläger da kein Richter, sollte aber doch noch ein Kläger auftauchen dann kann das halt verdammt teuer werden.


Der Mieter ist Arbeitsunfähig auf Grund drohender Blindheid und das Jobcenter zahlt schon seit mehreren Jahren seineKosten. Die Frage, wann und ob hier ein Antrag gestellt werden muss um die Leistungen zu verlängern, stellte sich bisher nicht. Die Leistungen werden sicherlich gekürzt, weil er nicht greifbar ist. Die Miete bleibt davon aber unberührt. Mal sehn was unser Anwalt schaft.

Du glaubst also, dass das Jobcenter weiter die Miete zahlt wenn der Leistungsempfänger für die nicht mehr greifbar ist, sich auf Termine nicht meldet etc.? Reines Wunschdenken, aber wenn das bei Deinem Jobcenter so klappt dann gönne ich Dir das.
 

ehrenwertes Haus

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Der Mieter ist Arbeitsunfähig auf Grund drohender Blindheid und das Jobcenter zahlt schon seit mehreren Jahren seineKosten. Die Frage, wann und ob hier ein Antrag gestellt werden muss um die Leistungen zu verlängern, stellte sich bisher nicht. Die Leistungen werden sicherlich gekürzt, weil er nicht greifbar ist. Die Miete bleibt davon aber unberührt. Mal sehn was unser Anwalt schaft.
Was soll dein Anwalt denn "schaffen"?
Den Mieter herbeizaubern, das Amt überzeugen die Miete an dich direkt zu überweisen oder was ganz Anderes?

Mach dir bitte bewußt WER dein Vertragspartner ist.
Ob das Amt dem Mieter Leistung kürzt oder nicht, ist nicht dein Problem und nicht dein Einflussbereich.
Die Zahlungspflicht für die Miete obliegt allein deinem Vertragspartner, woher das Geld stammt ist Privatsache des Mieters.

Sieh besser zu den Mieter schnellstmöglich rechtskonform los zu werden.
Sollte der Mieter für tot erklärt werden, wird das Amt alle über den Todeszeitpunkt hinausgehenden Zahlungen zurückfordern.
Sollte der Mieter wieder auftauchen (oder Erben) und Ansprüche auf Nutzung der Wohnung stellen, hast du keine Erklärungsnöte wie du in Besitz der Wohnung gelangt bist und sie weitervermieten konntest.

Warum an einem Mietverhältnis ohne Not festhalten, bei dem weitere Probleme absehbar sind.
Mindestens ein dickes rechtliches Problem hast du dir doch schon eingehandelt mit dem Lüften der Wohnung ohne Wissen und Zustimmung des Mieters.
Das ist Hausfriedensbruch, egal ob du einen Notfallschlüssel hast oder nicht.
 

Ferdl

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Sollte der Mieter für tot erklärt werden, wird das Amt alle über den Todeszeitpunkt hinausgehenden Zahlungen zurückfordern.
Wohl doch vom Kunden und nicht vom VM, denn
Die Zahlungspflicht für die Miete obliegt allein deinem Vertragspartner, woher das Geld stammt ist Privatsache des Mieters.

@kölschejung, mir ist nicht klar was dein Ziel ist.
Du hast einen harten Kündigungsgrund (Mietrückstand) und du hast einen Anwalt beauftragt (womit?)
Für mich wäre die Entscheidung simpel, lass den Anwalt die Kündigung aussprechen (wie man das rechtssicher anstellt sollte der schon wissen) und Räumungsklage einreichen, anschließend Besitzübergabe durch GV. Danach kann man versuchen via Kontenpfändung die Ausstehenden Mieten/sonstige Kosten einzutreiben.
Die Aufgabe die Wohnung materiell zu räumen, renovieren und putzen wird eh bei dir hängen bleiben.

Ich könnte mir denken, dass solange der M verschollen ist, es einfacher ist an sein Geld zu kommen.
Ist er erst mal amtlich verstorben wird das wie auch immer Amt ihre Leistungen ab dem Todeszeitpunkt zurückfordern, danach wird sicher nicht mehr viel über sein.
 

immobiliensammler

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Wohl doch vom Kunden und nicht vom VM, denn

nein, vom VM, denn für genau diesen Fall hat sich der Staat wieder mal eine Ausnahme einfallen lassen. Der VM ist zwar nich Vertragspartner, aber zurückfordern darf man durchaus von ihm!


und

 

ehrenwertes Haus

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Wohl doch vom Kunden und nicht vom VM, denn
Jein, es wird von dem zurückgefordert, der zu Unrecht Gelder erhalten hat. Mit dem Tod eines Mieters erlischt das Mietverhältnis, sofern keine Erben darin eintreten.
Räumen darf man als VM eine solche Mietwohnung erst nachdem sie wieder an den VM zurückgegeben wurde.

Bei Sozialmietern (egal welches Amt zahlt), sind Erben, die bereit sind in den Vertrag einzutreten und Mietschulden zu begleichen die ganz große Ausnahme. Meist wird so ein Erbe abgelehnt und Väterchen Staat wird Erbe. Nur ist der Staat sehr knauserig, wenn es um Mietzahlungen nach dem Tod eines Mieters bis zur Wohnungsrückgabe geht, egal wie lange man darauf warten muss. Für diese Zeit erhält man keine Miete. Das läuft unter unternehmerischem Risiko mit Zahlungsaufällen auch dieser Art als VM klar zu kommen.
 

Ferdl

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Wenn das "Amt" unmittelbar an den VM bezahlt, hast du natürlich Recht.
Im Fall des TE zahlt der Mieter seine Miete jedoch selbst, somit gibt es mE kein Rückforderungsrecht vom Amt an den VM und solange der M nicht amtlich tot ist könnte man die ausstehende Miete pfänden.

Aber vermutlich sind das alles müßige Überlegungen, bei Sozialmietern ist regelmäßig nachträglich nichts zu holen.
 

immobiliensammler

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Im Fall des TE zahlt der Mieter seine Miete jedoch selbst, somit gibt es mE kein Rückforderungsrecht vom Amt an den VM und solange der M nicht amtlich tot ist könnte man die ausstehende Miete pfänden.

Stimmt, nur arbeitet ja laut TE sein Anwalt daran, dass das Jobcenter zukünftig die Miete direkt bezahlt. Daher auch dessen (für mich falsche) Aussage:

Die Leistungen werden sicherlich gekürzt, weil er nicht greifbar ist. Die Miete bleibt davon aber unberührt. Mal sehn was unser Anwalt schaft.

Nur was hilft ihm das Ganze, wenn dann irgend wann einmal (rückwirkend auf den vermutlichen Todestag) der Tod festgesellt wird, dann kommt halt die Rückforderung.
 

Apartment Buyer

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Erschreckend was ein Sozialmieter an Problemen und Kosten verursachen kann.

Dank den Profis hier gibt es die zutreffenden Informationen.

Andere Frage;
das bedeutet also bei Vermietung an Sozialmieter kalkuliert ihr die Ausfälle generell höher ein?
Sollte man dann 5-10% teurer an diese wunderbare Klientel vermieten?
 

Ferdl

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Nicht unbedingt, aber im nachhinein ist da oft wenig zu holen.
Daher akzeptiert das "Amt" auch eine um 10% erhöhte Betriebskostenvorauszahlung und 3 MM Kaution.
Das sollte man schon so auch einfordern weil, Rückzahlen ist immer einfacher als nachfordern.
Der Verschleiß an Wohnraum ist bei Sozialmietern nicht höher als bei Anderen in der Preislage.
Für Wohnraum der im Rahmen der KdU liegt, findet man halt selten Top-Mieter, da muss man mit denen die da kommen schon zurechtkommen.
 

Duncan

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Der Verschleiß an Wohnraum ist bei Sozialmietern nicht höher als bei Anderen in der Preislage.
Da habe ich andere Erfahrungen gemacht. Ganz sicher nicht repräsentativ, aber für mich zeichnet sich da eine klare Tendenz ab.
Für Wohnraum der im Rahmen der KdU liegt, findet man halt selten Top-Mieter, da muss man mit denen die da kommen schon zurechtkommen.
Bis auf das sie ständig mit dem Geld klamm sind, hab ich da aber auch die mit Abstand besten und unkompliziertesten Mieter gefunden.
Wenn irgendwas ist, kurze Meldung und dann werden Lösungen gefunden. Huch, die Nebenkostenabrechnung war etwas höher ausgefallen als erwartet, neulich so knapp 150 €, Anruf vom Mieter, wir müssen reden, uns kurz getroffen und dann kam der Vorschlag 100 € sofort, damit erste Zahlung noch vor allen anderen, und der Rest wird abgestottert so schnell wie es geht, Woche drauf kamen nochmal 30 €, weitere 10 Tage später der Rest und so alles binnen der bei mir üblichen 28 Tages-Frist (bei NKA) bezahlt. Also egal ob Putzfrau, Lieferfahrer(Medikamente) oder Pizzabäcker, die haben alle genug Elend auf der Arbeit, die wollen einfach zufrieden wohnen und günstig geht es nur wenn wir zusammen arbeiten und nicht gegeneinander.
Meine kompliziertesten Mieter sind übrigens Rentner mit Renten über dem Durchschnittsverdienst. Die übrigens aus historischen Gründen mit einer Miete merklich unter KdU.

Todesfälle unter den Mietern sind egal wie, immer blöd. Selbst wenn es einer ist den man schon seit Jahren loswerden möchte, aber nie nen harten Ansatzpunkt hatte.
Im besten Fall hast einen Ansprechpartner in Form von Erben oder Nachlassverwalter, aber wenn man quasi total in der Luft hängt und im Gegensatz zum Krimi, dass Leiche fortschaffen das geringste Problem ist...
Hier ist es eindeutig ein Vorteil mehrere Personen im Mietvertrag zu haben. War übrigens zu DDR-Zeiten so üblich bei Ehepaaren, durchaus mit Blick auf Gleichberechtigung und gleiche Rechtsstellung.

Also mein Vorgehen hier:
- Kündigungsgrund suchen, ggf. schaffen durch Zeitablauf (Mietrückstand)
- Kündigen, sowohl durch Einwurf in Briefkasten (GV) sowie über Anwalt eine öffentliche Zustellung probieren
- gleich Räumungsklage hinterher, mit schielen auf Versäumnisurteil
und im besten Fall, nach allen Fristen und üblichen Arbeitsdauern der Beteiligten könnte es schon im Herbst mit einer rechtsmängelfreien Wiedererlangung der Wohnung klappen, mit reinigen, renovieren, ggf. sanieren/modernisieren, wo sinnvoll, kann schon ein neuer Mieter Weihnachten in der Wohnung feiern. Wenn man da jetzt noch lange mit den Ämtern rumspielt wird es wohl noch merklich länger dauern...
 

immobiliensammler

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Sollte man dann 5-10% teurer an diese wunderbare Klientel vermieten?

Also generell kann man mit dieser "wunderbaren Klientel" gutes Geld verdienen, schließe mich da der Betrachtungsweise von @Duncan vollumfänglich an.

Höhere Mieten nehmen ist halt schwierig da ja die Höhe der Miete schon immer begrenzt war (örtliche KdU-Sätze), jetzt trifft manch andere Vermieter via Mietendeckel das selbe Los.

Für mich ist dann halt für die Renditeberechnung der Einkaufspreis in Relation zu den nach KdU-Sätzen erzielbaren Mieten wichtig.
 
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