Mieter verlangt Mietminderung

Diskutiere Mieter verlangt Mietminderung im Mietminderung Forum im Bereich Mietvertrag über Wohnraum; Hallo zusammen, Ich habe folgende Frage, mein Mieter hat mir im Januar ein Wasserschaden im Wohnzimmer gemeldet, Tag später habe ich es sofort...

  1. Rio

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    Hallo zusammen,

    Ich habe folgende Frage,

    mein Mieter hat mir im Januar ein Wasserschaden im Wohnzimmer gemeldet,
    Tag später habe ich es sofort an die Hausverwaltung weiter geleitet und die haben gleich einen Gutachter beauftragt.

    Der Gutachter hat festgestellt dass der Schaden von der Außenfassade kommt und somit bin ich als Vermieter nicht dafür verantwortlich und es kommen keine Kosten auf mich zu (laut Hausverwaltung).

    Die Reparaturen haben schon im Januar begonnen und habe seit dem keine Information mehr bekommen und ich bin davon ausgegangen dass die Reparaturarbeiten beendet währen, nun erreichte mich heute Morgen ein Brief von meinem Mieter das Er eine Mietminderung von mir verlangt von Januar bis heute in Höhe von 1035€ da die Reparaturarbeiten noch nicht beendet sind und Er in der Wohnung eingeschränkt ist.

    Muss ich jetzt die Forderung nachgehen?
    Ist es ein Folgeschaden und die Versicherung muss die geforderte Mietminderung übernehmen,
    gebe ich das einfach an den Hausverwalter weiter
    oder wie soll ich mich jetzt verhalten?

    Vielen Dank schon mal im Voraus

    Mit freundlichen Grüßen
    Rio M
     
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  3. Andres

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    Das ist ein klassisches Beispiel dafür, warum die hier im Forum oft praktizierte Wortklauberei und Haarspalterei eben manchnmal doch zu etwas gut ist: Ich bin mir relativ sicher, dass die Hausverwaltung mit dieser Aussage das richtige gemeint hat (die Kosten für die Beseitigung des Schadens trägt die Gemeinschaft, vielleicht trägt sie auch eine Versicherung für die Gemeinschaft), aber das ändert natürlich nichts daran, dass Forderungen auch aus ganz anderen Richtungen kommen können, hier z.B. vom Mieter. Rein sachlich ist diese Aussage daher falsch.


    Dann bleiben wir mal im Haarspalter-Modus: Nein, natürlich nicht. Du darfst dich dann halt nicht wundern, wenn der Mieter seine Forderung auf dem Rechtsweg geltend macht.

    So, nun weniger Haare spaltend: Zunächst sollte geprüft werden, ob der Mangel überhaupt noch besteht. Du schreibst, dass du davon ausgegangen bist, dass die Reparatur inzwischen abgeschlossen ist. Wie ist denn der aktuelle Zustand? Ist mit der Reparatur begonnen worden? Woran hängt's?

    Nun macht der Mieter rückwirkend eine Minderung geltend. Das ist grundsätzlich nicht zulässig, aber dieser Grundsatz kennt Ausnahmen: Hat der Mieter die Miete unter Vorbehalt gezahlt? Wurden bereits Arbeiten begonnen und dann ohne triftigen Grund abgebrochen. Anders formuliert: Durfte der Mieter aufgrund konkreter Maßnahmen davon ausgehen, dass der Schaden beseitigt wird - so wie du auch davon ausgegangen bist? Liegen keine solche Ausnahmen vor, darf der Mieter nicht rückwirkend mindern. Eine Minderung wäre damit höchstens ab Anfang dieses Monats zulässig.

    Nächste Frage: In welcher Höhe mindert der Mieter und ist das dem Grad der Beeinträchtigung angemessen? 1035 € für ein halbes Jahr klingt nun nach einem eher niedrigen Prozentsatz. Welche genauen Beeinträchtigungen macht der Mieter geltend?


    Es ist gar nicht klar, ob das überhaupt ein Versicherungsfall ist. Ich habe daran erhebliche Zweifel, denn offensichtlich ist es kein Leitungswasserschaden und wenn die Beschädigung der Fassade, die das Eindringen des Wassers ermöglicht hat, nicht selbst z.B. durch einen Sturm verursacht wurde, dürfte es sich auch nicht um einen Elementarschaden handeln. Der Mietausfall wäre dann nicht die Folge eines versicherten Schadens und würde auch nicht von der Versicherung reguliert.

    Ich wäre deshalb keinesfalls so sorglos im Umgang mit der Meldung. Stattdessen würde ich viel aktiver als bisher abklären, was nun eigentlich das Problem ist, was konkret unternommen wird, wie der Stand mit der Versicherung ist, ... . Die Geduld des Mieters scheint ja erschöpft zu sein. Man kann es verstehen ...
     
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  4. #3 Papabär, 03.07.2019
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    Ähem, da wäre ich nicht ganz so sicher. Zugegeben, das Thema ist komplexer als es sich hier darlegen lässt. Ich hab´ da aber mal was gefunden:
    VIII ZR 100/18
    Nachträgliche Mietminderung
     
  5. Rio

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    Hallo danke für die schnellen Antworten
    Also Feuchtigkeit dringt von außen durch das fenstersims ein die
    arbeiten haben schon im Februar begonnen und die undichtestellen sind auch schon abgedichtet nun wird nur noch gewartet bis die Wand vollständig trocken ist und erst dann kann die Wand zugegipst werden und der Heizkörper kann dann auch montiert werden.
    Die rep. kosten hat ja auch die Versicherung oder die Gemeinschaft übernommen,
    (wer es genau die kosten übernommen hat will ich noch den Hausverwalter fragen nur den erreichen ich momentan nicht.)
    aber müssen die auch die geforderte Mietminderung übernehmen?
    Der Mieter fordert 30% Mietminderung für 5 Monate.
     
  6. Andres

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    Du hast Recht - es gibt weitere Ausnahmen. Trotzdem kann ich nicht ganz verstehen, warum in "üblichen" Konstellationen der Beweis, dass der Mieter wusste, dass er von der Pflicht zur Mietzahlung mindestens teilweise befreit ist, so schwer zu erbringen sein soll. Es wurde im genannten Fall eben nicht einmal versucht, aber das ist wohl eher ein Versäumnis des Vermieters und seines Anwalts.


    Es würde mich sehr wundern, wenn das die Versicherung übernommen hätte, denn genau dieses Szenario ist normalerweise nicht versichert.


    Das ist nicht in einem Satz zu beantworten. Die Gemeinschaft haftet jedenfalls nicht verschuldensunabhängig für die Mietminderung. Damit besteht eine solide Chance, dass das an dir hängen bleibt.


    Auf Basis der geschilderten Beeinträchtigungen würde ich sagen: Wenn man die Frage um die rückwirkende Minderung einmal ausklammert, ist das ein mehr als faires Angebot.

    Es ist mir völlig unverständlich, warum man an so einem Schaden monatelang herumtrocknet. Der Radiator ist demontiert, geheizt wird also durch Überschlag aus den benachbarten Räumen. Das ist äußerst ineffizient. Bei Einsatz von Trocknungsgeräten ist der Spuk in wenigen Wochen (vielleicht auch nur Tagen) vorbei. Da bleibt es bei meiner ersten Einschätzung: Selbst mehr Initiative ergreifen. Diese Hängepartie belastet nur dein Verhältnis zum Mieter.
     
  7. Rio

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    Aber ich würde ja nicht informiert die ganze Zeit und
    Ist der Mieter auch nicht in der Pflicht mich zu informieren das die rep arbeiten länger dauern als geplant
     
  8. #7 ariana64, 04.07.2019
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    Als Mieterin würde ich davon ausgehen, dass mein Vermieter weiß, wie der Stand einer Reparatur am Haus ist. Interessiert er sich augenscheinlich nicht dafür und ich hab darunter zu leiden, dann bin ich sauer. Die Idee, ich könnte verpflichtet sein, ihn zu informieren, kommt mir jedenfalls nicht.
     
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  9. #8 Papabär, 04.07.2019
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    Das heißt die Informationen sind Dir nicht in den Schoß gesprungen.
    Hast Du den wenigstend mal gefragt? Ich meine, der Verwalter wird ja im letzten halben Jahr nicht ständig unerreichbar gewesen sein, oder?
    Zudem gibt es ja sicherlich auch einen Beirat. Wenn z.B. eine größere Menge Eigentümer betroffen sind, will ich auch nicht jedem einzelnen den immer gleiche Vers vortanzen. Da informiere ich den Beirat und der multipliziert das dann entsprechend.

    Der Mieter ist bestenfalls in der Pflicht, Dir das Vorhandensein eines Mangels mitzuteilen. Über den Fortschritt der Reparaturen musst Du Dich dann schon selber informieren.
    Ist eigentlich wie beim Autofahren. Entweder man informiert sich selber bei seinem Tacho über seine aktuelle Geschwindigkeit - oder man wartet bis die Damen und Herren Ordnungshüter einen informieren. Dann braucht man sich aber auch nicht beschweren, wenn´s im Geldbeutel schmerzt.
     
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  10. AJ1900

    AJ1900 Erfahrener Benutzer

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    Auf rückwirkden Mietminderungen lasse ich mich immer gerne verklagen. Zwar ist alles richtig was hier vorher gesagt wurde, soweit mit bekannt, aber in de Praxis habe ich es fast nie erlebt, das so etwas durchgekommen ist.Und im Zweifel trifft man sich halt sowieso irgendwo in der Mitte, am besten in der Güteverhandlung, oder noch besser vorher.
     
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