Mieter verstorben - richtige Reihenfolge

Diskutiere Mieter verstorben - richtige Reihenfolge im Kündigung Forum im Bereich Mietvertrag über Wohnraum; Der Mieter meiner Whg ist im Oktober 2019 verstorben. Zufällig bei meiner Hausverwaltung nachgefragt, warum die Miete im Feb. 2020 ausgeblieben...

  1. Strad

    Strad Neuer Benutzer

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    Der Mieter meiner Whg ist im Oktober 2019 verstorben. Zufällig bei meiner Hausverwaltung nachgefragt, warum die Miete im Feb. 2020 ausgeblieben ist, wurde erst mal recherchiert und mir dieses dann Anfang März mitgeteilt:-(( Ich habe soeben vom Amtsgericht erfahren, dass der Vorgang noch läuft, Fristen einzuhalten sind - hat sich leider alles mit Korona verschoben - etc.etc. - habe aber auch erfahren, dass das Erbe von nahen Verwandten längst ausgeschlagen wurde, da es offenbar nicht viel zum Vererben gab.

    Wie gehe ich am besten vor? Ich habe die 45 m2 Whg nun im Mai neu vermietet und alle Sachen des Vormieters im Keller deponiert und mit einem Schloss gesichert.

    - Muss ich ihm noch mal förmlich die Kündigung aussprechen?
    - Muss ich einen Nachlasspfleger beim dortigen Amtsgericht bestellen? Wer übernimmt hierfür die Kosten? Wer kündigt die ganzen Verträge von dem Mieter?
    - Soll ich lieber warten, bis der Fall automatisch geschlossen wird?
    - Welche Kosten kann ich geltend machen und als Gläubiger definieren? Es geht um 3 Monatsmieten, Renovierungskosten, letzten Endes Entsorgungskosten.
     
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  3. Andres

    Andres
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    Ähem, du merkst schon, dass die Frage ein wenig komisch ist? So etwa: "Ich bin mit meinem Auto gegen einen Baum gefahren. Wie funktioniert das mit dem Lenken eigentlich?"

    Nicht dass es jetzt noch etwas ändern würde, aber was du da gemacht hast, nennt man eine kalte Räumung. Und das ist illegal. Wenn jetzt doch noch Erben auftauchen, könntest du ein ziemliches Problem bekommen. Zwar nach den geschilderten Umständen reichlich unwahrscheinlich, aber der Teufel ist ein Eichhörnchen ...


    "Nochmal" ist lustig. Das Mietverhältnis ist ungekündigt. Aber ja, das Mietverhältnis muss gekündigt werden. Die Ausübungsfrist für dein außerordentliches Kündigungsrecht (§ 564 BGB) ist bereits abgelaufen, bleibt also die Kündigung wegen Zahlungsrückständen, sogar fristlos möglich.


    Du hast ansonsten niemand, an den du deine Kündigung richten kannst.


    Der Nachlass.


    Vielleicht der Nachlasspfleger, vielleicht niemand. Solange die Verträge nicht mit dir bestehen, kann dir das im Prinzip egal sein. Den Versorgern teilst du wahrheitsgemäß mit, wann die Wohnung wieder in deinen Besitz (oder den des Nachmieters) übergegangen ist und dass (und möglichst wann) der Mieter verstorben ist.


    Nein. Es ist zwar denkbar, dass das Nachlassgericht von alleine tätig wird, aber das kann Monate dauern.


    Die Miete bis zur Kündigung, Renovierung soweit es Schäden gibt oder Schönheitsreparaturen fällig waren, Entsorgungskosten soweit sie entstanden sind, hier aber wohl nicht - für die Kosten einer kalten Räumung wird man kaum Schadenersatz geltend machen können.

    Verlangen kannst du alles mögliche, die Erbmasse wird aber wahrscheinlich ziemlich endlich sein. Je nach den genauen Umständen ist es übrigens durchaus möglich, dass du sogar noch mit Rückforderungen von Mietzahlungen konfrontiert wirst, aber das kann man dann angehen, wenn es soweit ist.
     
  4. Strad

    Strad Neuer Benutzer

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    Danke Andres für deine fundierten Infos. Tatsächlich wundert es mich, dass hier offenbar nach dem Ausschlagen der Erbschaft und einer gesetzlichen Frist nach über 6 Monaten von Amts wegen nicht automatisch ein Nachlassverwalter bestellt wird. Oktober ist mein Mieter verstorben, jetzt haben wir Ende Mai. Da ich nicht glaube, dass ich aus dem Nachlass des Mieters jedwede Forderungen beglichen bekomme, warte ich jetzt, ob von Amtswegen noch mal was kommt und verzichte auf meine Forderungen.
     
  5. #4 Papabär, 28.05.2020
    Papabär

    Papabär Erfahrener Benutzer

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    Und dann kommt doch noch ein Erbe (also einer, der das Erbe nicht ausgeschlagen hat) und möchte die Krügerrand-Sammlung sowie den Umschlag mit den 10.000,- €, die der Erblasser immer hinter dem Bilderrahmen aufbewahrt hat, ausgehändigt bekommen. Solche, bzw. so ähnliche Fälle kommen sicherlich nicht häufig vor - aber es gab sie schon.
     
  6. GSR600

    GSR600
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    Hast Du dich schonmal schriftlich an das Nachlassgericht gewendet?
    Mach einfach einen kurzen 2 zeiler, nenne die Daten des verstorbenen teile mit das Mietschulden bestehen und bitte um einsetzen eines Nachlasspflegers.
     
  7. Dr.EM

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    Ist Ihnen das schon passiert oder wo kommt sonst diese Erkenntnis her?
     
  8. #7 ehrenwertes Haus, 28.05.2020
    ehrenwertes Haus

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    Es gibt auch Erkenntnisse, die man nicht aus eigener Erfahrung gesammelt hat, andere Infoquellen nutzen ist durchaus legitim.
    Oder kann man (weil gerade aktuell) nur durch Selbsttest erfahren, dass eine Coronainfektion tödlich enden kann...

    Man darf sich auch Fragen, welche Folgen juristisch nicht korrekte Vorgehensweise haben kann...
     
  9. #8 Goldhamster, 28.05.2020
    Goldhamster

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    Hallo und guten Morgen,

    ich halte diese Behauptung mit den angeblichen Wertsachen in der Wohnung von sozialschwachen Mieter auch eher für eine Forumshoax.

    Welchem Forumsmitglied ist das denn nun wirklich schon real untergekommen?

    Goldi
     
  10. GSR600

    GSR600
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    Aktuell kann ich von einem Fall berichten bei dem der Nachlassverwalter ein Strafverfahren gegen einen Vermieter eingeleitet hat, weil der Vermieter die Wohnung geräumt und das KFZ des verstorbenen verkauft hat.
     
  11. #10 Goldhamster, 28.05.2020
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    Hallo GSR
    das ist aber auch ne Schweinerei.
    Aber ganz was anderes als der immer wieder an die Wand gemalte Teufel mit den versteckten Goldstücken in den Hinterlassenschaften von Sozialmietern.

    Es winkt
    DER HAMSTER
     
  12. dots

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    Es reicht, dass die Möglichkeit besteht, dass es zu so einer Förderung kommen könnte.
    Wie hoch das Risiko im konkreten Einzelfall ist, mag/kann/sollte jeder für sich selbst entscheiden.
    Wichtig ist nur: Wenn es zu so einer Förderung kommt, hat man die Arschkarte gezogen. Aber so richtig. Es sei denn, man kann beweisen, dass da keine Wertsachen waren. Der erfolgreiche Beweis dürfte sehr schwer bis unmöglich sein.

    Es gibt Menschen, die nach dem Motto "Wird hoffentlich schon nicht schief gehen" durchs Leben gehen. Andere Menschen handeln so, dass sie sicher sein können, dass diesbezüglich nichts schief geht.
     
  13. #12 Dr.EM, 28.05.2020
    Zuletzt bearbeitet: 28.05.2020
    Dr.EM

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    Richtig Hamster

    Liebe Teilnehmer, dass hier ist ein öffentliches Forum!
    Wir sollten hier tunlichst vermeiden irgendwelchen dunklen Gesellen der Gesellschaft hier noch detaillierte Anleitungen zu geben, uns als Vermieter in größte Schwierigkeiten zu bringen.

    Das sieht kritisch der Doc.
     
  14. #13 Goldhamster, 28.05.2020
    Goldhamster

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    Hallo @dots

    wie würdest du denn als Richter entscheiden, wenn die Nachkommen eines verstorbenen Sozialmieters erst das Erbe ausschlagen und dann behaupten, es hätten sich noch große! Werte in den Hinterlassenschaften befunden?

    Die Glaubwürdigkeit würde eine Rolle spielen für
    ANTSRICHTER HAMSTI
     
  15. #14 ehrenwertes Haus, 28.05.2020
    ehrenwertes Haus

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    Ich habe den Nachlass von einem meiner verstorbenen Mietern verkauft, nachdem sowohl die Verwandschaft als auch der Staat die Hinterlassenschaften nicht wollten und der Nachlass mir zur Verwertung freigegeben worden war.
    Offiziell hoffnungslos überschuldet, der Nachlass nur Schulden und Müll.

    Der Erlös des Nachlasses hat nicht nur die Mietschulden bei mir gedeckt, auch die Sanierungskosten der Wohnung und noch ist nicht alles davon verkauft.
    Silberbesteck ist fast unverkäuflich, als Altmetall geht das gut.
    Bücher aussortieren ist nervig, die Masse landetet im Müll, der Rest in Antiquariaten und auf Auktionen. (Habe ich noch immer nicht alle gesichtet)
    Designermöbel, haben den staatlichen Nachlassprüfer auch nicht interessiert, meinte nur sperrig und unverkäuflich. Ebay war anderer Meinung...
     
  16. #15 ehrenwertes Haus, 28.05.2020
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    Ausgeschlagenes Erbe hat der Erbe keine Ansprüche mehr...

    Es geht aber nicht um Erben, die ihr Erbe erst ausschlagen und dann ihre Meinung ändern.
    Die Frage ist wie schützt man sich vor Ansprüchen von Erben, die sich erst nach der Verwertung oder Entsorgung des Nachlasses melden.
    Das kann man, wenn man den formal korrekten Weg einhält.
     
  17. #16 Goldhamster, 28.05.2020
    Goldhamster

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    Hallo @ehrenwertes Haus,
    das ist ein toller Ansatz.
    Aber ganz was anderes als der immer wieder an die Wand gemalte Teufel mit den versteckten Goldstücken in den Hinterlassenschaften von Sozialmietern.

    Es winkt
    DER HAMSTER
     
  18. GSR600

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    Das ist ja dann auch der richtige Weg, du hast ja die Freigabe erhalten, also alles richtig gemacht.
     
  19. #18 Goldhamster, 28.05.2020
    Goldhamster

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    Hallo @ehrenwertes Haus


    Doch, siehe Eingangspost:



    Richtig lesen hilft nicht nur
    DEM HAMSTER
     
  20. GSR600

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    Er hat es nur gehört, er hat keinen Nachweis durch das Nachlassgericht.
     
  21. #20 ehrenwertes Haus, 28.05.2020
    ehrenwertes Haus

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    Nein, das ist kein anderer Ansatz.
    Erblasser hatte Schulden ohne Ende, trotzdem sind Vermögenswerte in der Wohnung, die sich nicht nur aus kunstvoll drappiertem Müll bestehen.
    Praktisch alle Gäubiger sind leer ausgegangen, nur ich nicht, weil ich die Bude räumen musste und mich an dem Inhalt schadlos halten konnte.

    Die potentiellen Erben haben nur nicht gewußt oder erkannt, was sich zu Geld machen läßt. Der Staatsdiener durfte einiges nicht zur Verwertung nehmen, nach seinen Dienstvorschriften, hat mir aber Tipps was wie und wo verwerten gegeben.
     
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