Mieter verweigert Schadensbehebung

Diskutiere Mieter verweigert Schadensbehebung im Versicherungsschäden Forum im Bereich Mietvertrag über Wohnraum; Ich würde gern mit euch das Vorgehen in folgendem Fall besprechen und welche Konsequenzen daraus gezogen werden können: Es wurde ein...

  1. Logos

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    Ich würde gern mit euch das Vorgehen in folgendem Fall besprechen und welche Konsequenzen daraus gezogen werden können:

    Es wurde ein Wasserschaden in der Wohnung von Frau X verursacht.
    Es kam zu Schäden an der Wohnung von Frau X und in anderen Wohnungen unter ihr.
    Die Versicherung übernimmt die Kosten.

    Die Schadensbehebung bei allen Wohnungen ist bereits erledigt.
    Lediglich Frau X sperrt sich jeglicher Kontaktaufnahme durch die Handwerker zur Terminvereinbarung.
    Auf Terminvorschläge die wir als Vermieter per Boten zugestellt haben, werden ignoriert.
    Der Aufwand zur Schadensbehebung wird insgesamt mit ca. 7 Tage veranschlagt.

    Kann ja nicht sein, dass die Mieterin damit durchkommt und ich am Schluss auf den Kosten sitzen bleibe,
    die eigentlich die Versicherung zahlt.
    Der Mieter soll "nur" Zutritt zur Wohnung gewähren, alles weitere wird erledigt.

    Welche Möglichkeit hat man als Vermieter hier und wie würdet ihr hier vorgehen ?
    Das ganze zieht sich jetzt bereits über Monate, wir kommen nicht weiter.

    danke euch vorab.
     
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  3. Andres

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    Das kommt ein bisschen auf die vermutete Liquidität von X an. Man könnte die Duldung der Maßnahmen aber schon gerichtlich erzwingen. Das Gesetz ist hier erfrischend eindeutig, § 555a Abs. 1. Wenn es sich um erhebliche Schäden handelt, mag das die bessere Lösung sein, weil sie deutlich zeitnaher zu einem Ergebnis führt. Ansonsten könnte man auch über fiktive Abrechnung mit der Versicherung und Schadenersatz beim Auszug der Dame nachdenken.
     
  4. #3 BHShuber, 19.01.2016
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    Hallo,

    hierbei geht es nicht nur um den Willen des Mieters, hierbei geht es um die wirtschaftliche Erhaltung der Immobilie zum Einen und zum Anderen, um eine Schadensbehebung die nun der Mieter erfolgreich verhindert, aus welchem Grund auch immer.

    Dies berechtigt den Vermieter, denn der Mieter verstößt hier massiv gegen vertragliche Pflichten, zu einer fristlosen Kündigung des Mietvertrages!

    Siehe hier:

    http://www.rechtsindex.de/mietrecht...weigert-handwerker-oder-vermieter-den-zutritt

    und hier:

    http://www.lto.de/recht/hintergruen...endigung-zutrittsverweigerung-instandsetzung/

    Weiter noch ist der Mieter bei weiterer Verweigerung für Folgeschäden die unter Umständen bei sofortiger Behebung des Schadens eintreten vollumfänglich haftbar zu machen.

    In diesem Fall um wirklich sicher zu gehen, wäre eine vorherige Beratung bei einem Fachjuristen zwingend notwendig und eventuell gleich eine Beauftragung selbigen.

    Gruß

    BHShuber
     
  5. #4 lostcontrol, 19.01.2016
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    Könnte man da nicht sogar mit der Kündigung drohen?
    Ein Verstoß gegen den Mietvertrag stellt das ja durchaus dar.
     
  6. Logos

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    In erster Linie geht es mir um die wirtschaftliche Wiederherstellung des Urzustandes
    und darum, dass Frau X jegliche Möglichkeit genommen wird die Miete deshalb zu mindern.

    Kann ein Mieter die Miete mindern, wenn er die Behebung eigenverursacht verzögert ?
    Ich hoffe eher nein.

    Eine Abrechnung erst gegen Ende der Mietzeit kommt hier nicht in Frage, da ich nicht weiss wie lange der Mieter noch drinbleibt. Stichwort: sehr sehr schwieriger Fall.

    Das zitierte BGH Urteil habe ich in dem Zusammenhang auch schon gefunden.
    Jedoch ist das Urteil aus meiner Sicht zu sehr auf den Einzelfall "Hausschwamm" zugeschnitten.

    Das Urteil stimmt mich erstmal nicht gerade zuversichtlich, weil ich vermute das es auf meinen "Einzelfall" nicht anwendbar ist.
    Hier wird bezüglich eines Hausschwammes geurteilt, was an die Substanz des Gebäudes geht.
    In meinem Fall wäre es "nur" die Wiederherstellung eines Schadens in den Urzustand.

    Ich muss dazusagen dass es nur noch um Renovierungsarbeiten geht.
    Die Trocknung der Wohnung wurde noch geduldet.

    Wäre eine Abmahnung in dem Fall ggf. erstmal besser ?
    Als Vorbereitung für eine Kündigung.
    Ich hab bereits leidvoll Erfahrungen vor Gericht, dass Kündigungen ohne Abmahnungen nichts wert sind.
     
  7. #6 lostcontrol, 19.01.2016
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    Ich persönlich würde auf jeden Fall abmahnen - mit Fristsetzung natürlich.
     
  8. Nanne

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    Soweit es um die Renovierungsarbeiten in der Wohnung der Mieterin geht wären diese eben von ihr selbst bei Auszug nachzuholen bzw. einzufordern, wenn sie den Zutritt der Handwerker verweigert.
     
  9. Duncan

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    Och, bei einen richtig gutem Wasserschaden ist es bis zum Hausschwamm nicht mehr weit und dann bist einmal in einer grundhaften Sanierung des Gebäudes...
     
  10. #9 BHShuber, 20.01.2016
    BHShuber

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    Hallo nochmal,

    in diesem Zusammenhang BGH Urteilsbegründung:

    Das Urteil des Bundesgerichtshofs (Az. VIII ZR 281/13)
    Eine auf die Verletzung von Duldungspflichten gestützte Kündigung des Mietverhältnisses komme nicht erst in Betracht, wenn der Mieter einen gerichtlichen Duldungstitel missachte oder sein Verhalten querulatorische Züge zeige, so der Bundesgerichtshof in seinem Urteil (Az. VIII ZR 281/13). Der Vermieter sei berechtigt, fristlos zu kündigen, wenn ihm unter Berücksichtigung aller Umstände des Einzelfalls, insbesondere eines Verschuldens der Vertragsparteien und unter Abwägung der beiderseitigen Interessen die Fortsetzung des Mietverhältnisses nicht mehr zumutbar ist.

    In diesem Zusammenhang durchaus auf den genannten Fall anwendbar.

    http://www.lto.de/recht/hintergruen...endigung-zutrittsverweigerung-instandsetzung/

    Gruß

    BHShuber
     
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  11. Nero

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    Also - als Lösung des Problems halte ich diesem Mieter das Urteil vor die Nase? Oder werfe es ihm per Wurfschreiben in den Briefkasten?
    Bin mal gespannt, wie die Sache ausgeht!
    Er wird bestimmt ganz schön erschrecken.
    Da bin ich mehr als sicher!
     
  12. Logos

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    Hi, ich möchte euch über den Ausgang der Geschichte informieren.

    Mieter wurde mehrmals schriftliche über konkrete Termine zur Behebung des Schadens informiert. (alles nachweisbar per Einwurf per Bote)
    Es wurde immer wieder eine Frist gesetzt, damit der Termin bestätigt wird.
    Die Fristsetzung hier war wichtig, da der Mieter somit in Verzug gerät.
    Das Spiel wurde zweimal gemacht.
    Jedes mal wurde nicht geantwortet. Die Renovierung konnte somit nicht gemacht werden, da davon auszugehen war, dass der Mieter die Handwerker nicht reinlässt.

    Das nervigste war, die Termine bei den Handwerken immer wieder abzusagen und neue zu bekommen.

    Danach wurde das ganze an einen Anwalt übergeben.
    Kurzform: Abmahnung, erneute Fristsetzung um neue Termine zu Bestätigen,
    Mieter antwortet diesmal und duldet die Renovierung, Termin findet endlich statt (nach > 1 Jahr "Verhandlungsphase"), Wohnung am Ende Tip Top.

    Ende vom Lied:
    Nach dem Einklagen der Abmahnungskosten und Anwaltskosten zahlt der Mieter nach einer gerichtlichen Verurteilung mächtig viel Kohle für diese Verzögerungs-Aktion. Warum das Ganze ? Keine Ahnung.
    Zumindest hab ich all meine Auslagen wieder bekommen.

    Grüße Logos
     
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  13. #12 Aktionär, 24.08.2017
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    Hallo Logos,

    das ist doch schön zu hören. Immerhin musstest du, von Zeit und Nerven abgesehen, nicht noch draufzahlen.
     
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  15. Andres

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    Ich auch nicht, dafür aber von etwas anderem: Es wäre übertrieben zu behaupten, dass solche Mieter zur Vernunft kommen, wenn es mal richtig teuer geworden ist. Dass man den selben Mieter mehrfach auf die Duldung bestimmter Maßnahmen verklagen muss, ist dann aber doch eher die Ausnahme.

    Vielen Dank auch, dass du vom Ausgang der Sache berichtet hast - ist für mich immer interessant.
     
  16. Berny

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    Moin Logos,
    freut mich für Dich. - Manche wollen's eben wissen, nach dem Motto, "Was nichts kostet, taugt auch nichts"...:016sonst:
     
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