Mieter will einen neuen Teppichboden

Diskutiere Mieter will einen neuen Teppichboden im Renovierung Forum im Bereich Mietvertrag über Wohnraum; Hallo zusammen, momentan habe ich eine etwas verzwickte Situation mit meinen Mietern und hoffe, jemand von euch hat eine gleiche oder ähnliche...

  1. #1 MiaVM999, 10.09.2017
    MiaVM999

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    Hallo zusammen,
    momentan habe ich eine etwas verzwickte Situation mit meinen Mietern und hoffe, jemand von euch hat eine gleiche oder ähnliche Erfahrung gemacht und schreibt mir etwas dazu.

    Die Wohnung ist seit über 20 Jahren an die selben Mieter vermietet und vor gut 15 Jahren hab ich die Wohnung samt Mieter übernommen. Die Mieter selbst haben schon immer Streit mit den anderen Wohnparteien im Haus und sind auch sonst eher schwierig im Umgang. Auch von mir als Vermieterin möchte man eher nicht behelligt werden. Selbst kleine Renovierungsarbeiten gestalten sich mehr als schwierig. Den daraus resultierenden Renovierungsstau könnt ihr euch bestimmt vorstellen.

    Nun wollte ich trotzdem anfangen, die Wohnung etwas Vordermann zu bringen. Neue Fenster mit besserer Verglasung sollen es werden. Eine energetische Modernisierung mit relativ wenig Einschränkung für die Mieter, anders als z. B. ein neues Bad. Vor kurzem hab ich Post von seinem Rechtsanwalt bekommen. Er fordert einen neuen Teppich, weil der jetzige alt und verschließen wäre. Das kann nach der langen Zeit schon sein, aber letztes Jahr war nach Aussage des Mieters noch alles in Ordnung.

    Ein neuer Teppich wäre jetzt nicht unbedingt das Problem, den hätte er auch ohne Anwalt bekommen, aber die Wohnung ist vollgestellt bis unters Dach!! Und meine Mieter machen keinerlei Anstalten, die Räume und den Boden freinräumen, damit hier was Neues verlegt werden kann.

    Hat hierzu vielleicht jemand schon Erfahrungen gemacht? Oder einen guten Rat für mich? Muss tatsächlich ich mich darum kümmern oder jemand dafür bezahlen, dass z. B. die Möbel etc. weggeräumt werden (Stichwort Duldungspflicht aber keine Mitwirkungspflicht des Mieters) obwohl das ganze von meinen Mietern ausgeht!

    Schon mal vielen Dank für eure Beiträge
     
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  3. Pitty

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    Was genau ist denn verschlissen? Oder ist nur ein Kaffeebecher ausgekippt? Hier könnte man den Teppich reinigen lassen. Man glaubt nicht wie sauber so etwas wieder wird.

    Ohne Zuarbeit vom Mieter würde er von mir nichts bekommen.
     
  4. Berny

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    Hallo MiaVM999,
    ich kann hier nicht erkennen, dass Du hier bzgl. der Mietsache etwas zu unternehmen hättest.
    Die Forderung des RA (der schreibt ja nur, was sein Mandant wünscht nach dem Motto: "Wessen Brot ich esse, dessen Lied ich pfeife") halte ich für lachhaft.
    Ich würde dem Mieter schreiben, dass ich feststellen muss, dass es ihm hier nicht gefällt und es ihm freigestellt ist, den Mietvertrag fristgerecht zu kündigen.
     
  5. #4 MiaVM999, 10.09.2017
    MiaVM999

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    Ob bzw. was tatsächlich verschließen ist, sehe ich dann in der kommenden Besichtigung. Nach 20 Jahren könnte man schon von etwas Verschleiß ausgehen. Allerdings sind das starke Raucher und ich werde die Augen nach Brandlöchern offen halten.

    Deren Anwalt beruft such auf meine Pflicht gemäß BGB dass ich die Wohnung im vertragsgemäßen Zustand zu halten habe und wenn ich das nicht tue wird er die Miete mindern!
     
  6. Andres

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    Falls der Austausch des Teppichs tatsächlich im Rahmen deiner Pflicht zur Instandhaltung erfolgt (worüber man durchaus geteilter Meinung sein kann): Ja, die Baufreiheit ist in diesem Fall vom Vermieter herzustellen.
     
  7. #6 Sweeney, 10.09.2017
    Zuletzt bearbeitet: 10.09.2017
    Sweeney

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    Zunächst ist zu klären, ob die Wohnung mit bereits verlegtem Teppichboden angemietet wurde oder der Teppich durch den Mieter selbst verlegt wurde.

    Anhand der bisherigen Informationen gehe ich davon aus, dass der Teppichboden mietvermietet ist. Der vertragsgemäße Gebrauch und die damit verbundene Abnutzung wären in diesem Fall durch Entrichtung des Mietzinses abgegolten. Gem. § 535 Abs. 1 BGB hat der Vermieter die Mietsache dem Mieter in einem zum vertragsgemäßen Gebrauch geeigneten Zustand zu überlassen und sie während der Mietzeit in diesem Zustand zu erhalten.

    Ebenfalls dürfte der Austausch eines Teppichbodens nicht zu den Schönheitsreparaturen zählen, sodass ich durchaus die Grundlage des Anspruchs gegen den Vermieter für den Austausch des Teppichs erkenne.

    Bei einem Alter des Teppichs von über 20 Jahren ist das Aufspüren von Brandlöchern sinnfrei. Die Prüfung auf nicht vertragsgemäße Nutzung erübrigt sich bereits im Ansatz, denn bei diesem Alter dürfte ein Schadensesratzanspruch nach Abzug "neu für alt" gegen Null konvergieren. Die übliche Lebensdauer eines Teppichs wird regelmäßig zwischen 10 und 15 Jahren angesiedelt, sodass wir hier bereits deutlich oberhalb der typischen Werte sind. Selbst wenn der Teppich mit Brandlöchern überzogen und mit Katzenurin getränkt wäre, erscheint die nicht vertragsgemäße Nutzung für einen möglichen finanziellen Anspruch aufgrund des Alters irrelevant.

    Einen Mitwirkungsanspruch gegen den Mieter bei der Neuverlegung des Teppichbodens kann ich nicht erkennen. Der Mieter hat zwar gem. § 555a Abs. 1 BGB Maßnahmen zu dulden, die zur Instandhaltung oder Instandsetzung der Mietsache erforderlich sind. Jedoch impliziert diese Duldungpflicht keine aktive Mitwirkung, sondern lediglich passives Stillhalten. § 555a Abs. 3 BGB regelt explizit, dass Aufwendungen, die der Mieter infolge einer Erhaltungsmaßnahme machen muss, durch den Vermieter in angemessenem Umfang zu ersetzen sind.

    Abschließend sei erwähnt, dass der Anspruch des Mieters auf eine Neuverlegung des Teppichbodens hängt und fällt mit dem glaubhaften Nachweis, dass die Mietsache mit bereits verlegtem Teppichboden angemietet wurde. Es ist daher ratsam, den Mietvertag und des Übergabeprotokoll aufmerksam zu lesen, um mögliche Vermerke über den Zustand und die Ausstattung der Wohnung (inbesondere Teppichboden) zum Übergabezeitpunkt zu finden.
     
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  8. #7 MiaVM999, 10.09.2017
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    Danke Sweeney, für deine Ausführungen. Das trifft zum Größtenteil das, was ich auch nachgelesen habe... leider
    im MV steht nur was von Teppichreinigung bei Auszug. Also muss ich davon ausgehen, dass der Teppich mitvermietet ist.

    Ich weiß nur nicht, wie sich das Wegräumen der Möbel gestalten soll. Die Wohnung ist im 2. Stock ohne Aufzug und es gibt weder auf der Etage noch in der Wohnung eine Möglichkeit das Mobiliar zu parken. Abgesehen davon sind die Möbel sehr betagt und ich befürchte, dass diese sich vielleicht noch abbauen, aber nicht mehr wirklich aufbauen lassen.
    muss ich dann dafür auch noch aufkommen, wenn ein Schrank beim zusammenbauen "auseinanderfällt"?
    Müßen die Mieter denn wenigstens den Privatkram aus den Schränken raustun?
     
  9. #8 Sweeney, 10.09.2017
    Zuletzt bearbeitet: 10.09.2017
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    Mir ist keine rechtliche Grundlage bekannt, die einen Anspruch gegen den Mieter zur Räumung der Schränke begründen würde. Schäden, die im Rahmen von Instandsetzungsarbeiten an Einrichtungsgegenständen entstehen, gehen selbstverständlich auf das Konto des Vermieters bzw. ggf. die Haftpflichtversicherung des dienstleistenden Unternehmens.

    In der Praxis würde ich einen solchen Fall jedoch anders betrachten: Entweder räumt der Mieter seine Sachen raus oder ich stelle eine Kosten- Nutzen Analyse auf und stelle in diesem Zug eine mögliche Mietminderung den Gesamtkosten der Instandhaltung gegenüber.

    Eine Mietminderung dürfte in diesem Fall sehr schnell unangemessen hoch sein, sofern sich überhaupt eine tatsächliche Minderung der Tauglichkeit der Mietsache begründen lässt. Der Mieter könnte hier durchaus Gefahr laufen, durch eine erhöhte Mietminderung eine fristlose Kündigung zu riskieren. Bei nächster Gelegenheit erhöht der Vermieter den Mietzins, um den Ausfall zu kompensieren. Unterm Strich steht der Mieter dann immer noch mit einem alten Teppich da und könnte trotz möglicher Mietminderung sogar noch mehr als zuvor zahlen.
     
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  10. Nanne

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    Da bist du im Irrtum, der M. muss sich beim Möbelausräumen nicht beteiligen.
    Für mich wäre auch fraglich ob es nach Sachlage nicht ausgeschlossen werden kann einen neuen Teppich zu verlegen, wenn die Lagerung der Möbel nahezu unmöglich erscheint, also sich kein Ausweichstellplatz findet,
    .
    oder nachfolgendes zu befürchten wäre.

     
  11. Andres

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    Oder er macht's selbst bzw. lässt machen, sobald der Vermieter mit der Beseitigung des Mangels in Verzug ist. Mit den zu erwartenden 5-10 % Mietminderung könnte man ja vielleicht leben, aber die Selbstvornahme könnte durchaus teuer werden.
     
  12. #11 Ich-bin-es, 11.09.2017
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    Hallo zusammen,

    sicher ist das Recht hier auf Seiten des Mieters.

    Ich würde an dieser Stelle allerdings für mich beschließen, dass ich den Mieter nicht mehr haben wollte und systematisch danach Ausschau halten, wie ich ihn loswerden könnte. Lass ihn die Miete kürzen. Wie schon jemand anderes sagte, es kann nicht viel sein. Die Chancen stehen gut, dass er zuviel abzieht, dann ist es ein Trumpf für Dich. Vielleicht hat er mit dem alten Teppich auch irgendwann selber keine Lust mehr, wenn er nur so wenig kürzen kann. Und vielleicht ergeben sich noch andere Dinge.

    Wenn ich die Möbel selber wegräumen müßte, wäre für mich ein Punkt erreicht, wo Zusammenarbeit nicht mehr geht und ich würde dran arbeiten, sie loszuwerden. Auch wenn das bei so alten Mieter sicher schwer wird, aber wo die Marschrichtung klar ist, finden sich eher Wege.

    Grüße
    Cantor
     
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  14. #12 MiaVM999, 12.09.2017
    MiaVM999

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    Hallo Cantor,
    Glaub mir, ich hab auch keine Lust auch noch die Möbelrückerei zu bezahlen. Aber das Recht ist auf seiner Seite und sein Rechtsanwalt hat 10 % Minderung angedroht. Ich hab was von 5-10 % gelesen. Was wäre denn gerechtfertigt? Und geht das eigentlich von der Kaltmiete oder von der Warmmiete ab?
    Und die ziehen da nie und nimmer aus. Zumal sie keine Wohnung mehr zu den Konditionen jetzt finden. Habs erst mit einer Art Abfindung probiert aber keine Chance. Und Ich hatte versucht, die Miete im kleinen Rahmen anzupassen, mit reellen Vergleichsmieten, aber... 3mal dürft ihr raten. Die Klage läuft und das kommt das mit dem Teppich jetzt wirklich ungünstig... wer noch Ideen oder Ratschläge für mich hat, immer her damit
    VG
     
  15. #13 immobiliensammler, 12.09.2017
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    Selbst das Zepter in der Hand behalten und die Aufträge erteilen. Wie Andres schon geschrieben hat, wenn der Mieter bzw. sein Anwalt auf Zack ist dann kommt eine Nachfristsetzung mit Androhung der Ersatzvornahme, dann irgendwann mal die Rechnung von der Umzugsfirma (Möbel ausräumen, abbauen, einlagern, wieder aufbauen und einräumen) und des Bodenlegers, die ganze Aktion würde ich mal (abhängig von der Raumgröße) mit 3.000 Euro + x einschätzen, Du musst selbst wissen, wieviel Mieten das sind die Dir hier entgehen!
     
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