Mieter zahlt den Kredit ab- Traumvorstellung oder Realität?

Dieses Thema im Forum "Steuer - Vermietung und Verpachtung" wurde erstellt von modiano, 02.12.2015.

  1. #1 modiano, 02.12.2015
    modiano

    modiano Neuer Benutzer

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    Hallo zusammen,


    oft hört man ja von der fast romantischen Vorstellung, dass man eine kreditfinanzierte Wohnung kauft und dann vermietet. Der Mieter soll dann über die Jahre durch die Mieteinnahmen die Wohnung abbezahlen.

    Da insbesondere zu Zeiten von den aktuell sehr niedrigen Zinsen (<=1%) und soliden Renditen von etwa 6% (mein Ziel) diese Strategie in meinen Augen wieder attraktiv wird, wollte ich eure Meinungen dazu hören.

    Im Prinzip ist das ja eine bewährte Strategie, wenn man es mit ausreichend EK durchführt und nicht zu hoch kauft.

    Was meint Ihr?

    Bislang bin ich mit meinen Wohnungen gut gefahren, bin allerdings auch erst seit 3 Jahren im Geschäft.
     
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  3. Duncan

    Duncan
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    ich kaufe dann regelmäßig solche Wohnungen in der ZV oder direkt vom Insolvenzverwalter. Makler und sonstige Nebenkosten auch schön mitfinanziert, da verdienen die Banken ordentlich an solchen Projekten... Da werden dann einem 18-Jährigem in einer Metallbauer-Ausbildung 3 Wohnungen aufgequatscht, der zahlt jeden Monat richtig Kohle an die Bank und mit Anfang 30 kommt dann sein Insolvenzverfahren. Kleiner Wasserschaden und Mietausfall und das Kartenhaus purzelt...
     
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  4. AJ1900

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    Wenn man ehrlich rechnet wird man oft feststellen das sich das, jedenfalls zum Zwecke des Geld verdienens, kaum lohnt. Vermögensanlage/erhalt klammere ich hier mal aus.
    Man muß sich auch mal die Frage stellen, selbst wenn ich nach Krediten, der Mietersuche, der Arbeit und dem Dreck, der Sanierung und verstopfter Klosets tatsächlich eine Rendite von 2-6% erzielen sollte, war es das wert, oder würde ich nicht in anderen Anlageformen die mit wesentlich weniger Streß und Arbeit verbunden sind, nicht nahezu die gleiche Rendite erzielen?
    Davon abgesehen, wenn man anfängt seine eigene Arbeitszeit und Kosten usw. real zu berechnen bleiben 6% wohl nur ein Traum. Jedenfalls bei einzelnen Wohnungen, halte ich das für sehr schwer.
     
  5. #4 _DER_HESSE_, 03.12.2015
    _DER_HESSE_

    _DER_HESSE_ Gast

    Deshalb schreibt ja der OP auch "mit ausreichend Eigenkapital" - was genau darunter auch immer zu verstehen ist.
    Im Grunde ist es ja ein ganz einfacher Zusammenhang: Je kleiner das Eigenkapital, umso höher der Hebel, wenn alles gut geht, umso höher auch das Risiko, daß es total schief geht, wenn mal nicht alles rund läuft.

    Wirklich sinnvoll und mit überschaubarem Risiko kann man den Hebel durch günstiges Fremdkapital wohl nur einsetzen, wenn man über genügend Kapital verfügt, daß man die Fremdfinanzierung nicht unbedingt bräuchte. Oder?
     
  6. AJ1900

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    Stimme ich schon zu. Nur auch da die Frage, geht es um Rendite, und kaufe ich für 1Mio eine Immobilie in Bar, ist auch da die Frage, gibt es nicht evtl. andere Anlageformen, mit weniger Stress und ähnlicher Rendite?
    Ich meine bin ich Immobilienfachwirt, Hausverwalter oder wenigstens guter allround-Handwerker, mag das sinnvoll sein, bin ich Kindergärtnerin, oder Altenpfleger im Schichtdienst, wäre diese Anlageform sicher nicht meine erste Wahl, auch nicht ohne Kredit.
     
  7. #6 lostcontrol, 03.12.2015
    lostcontrol

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    Rechnen kann sich das schon - allerdings in meinen Augen nur wenn man mindestens ein 3-Parteien-Haus kauft. Da verteilt sich das Risiko auch besser. Aber selbst da sollte man schauen dass das Haus bzw. die Wohnungen wirklich gut in Schuss sind, sonst muss man ruckzuck "nachladen", und ohne ausreichend Rücklagen kann das schwierig sein.
     
  8. Pharao

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    Hi Modiano,

    grundsätzlich funktioniert das, aber es ist m.E. sehr Riskant, wenn man die Raten nur über die Mieteinnahme abbezahlen kann bzw. auf die Mieteinnahmen dringend angewiesen ist. Immerhin läuft i.d.R. so ein Kredit (falls die Bank da überhaupt mitmacht & die Konditionen passen) einige Jahre/Jahrzehnte und in dem Zeitraum kann einfach viel (zum Teil auch unvorhersehbares) passieren. Im übrigen wäre es auch nicht das erste mal, das ein Eigentümer seine Immobilie wieder verliert und da macht i.d.R. nur die Bank das Geschäft.

    Zudem wird man i.d.R. auch in regelmäßigen Abständen mal etwas Geld in die Immobilie stecken müssen oder auch Leerstand ist nicht umsonst und gerade bei Vermietung wird man ggf. auch öfters mal was in der zu vermietenden Wohnung reinstecken müssen, da nicht alle Mieter so pfleglich mit der Mietsache umgehen bzw. manches einfach abgewohnt wird. D.h. du brauchst auf jeden Fall Rücklagen, sonst kommst du ganz schnell in Schwierigkeiten.

    Wenn du keine Ahnung von Vermietung hast, dann musst du dich zudem noch in das Thema einarbeiten, sei es Mietrecht, Abrechnung oder Steuer, ect. Alternativ bieten das auch Dienstleister an, aber auch die gibt es nicht für umsonst. Ganz zu schweigen davon, das es auch Problemmieter gibt, die einem das Leben auch nicht gerade einfacher machen, usw.

    Auch nicht uninteressant wäre, um was für eine Immobilie es sich hier handelt. Gerade Eigentumswohnungen haben einen ganz großen Nachteil, das man da eben nicht alles alleine bestimmen kann. Aber auch der Standort, der Zustand, ect der Immobilie ist gerade für die Vermietung sehr wichtig. Die Frage die sich hier wirklich stellt, was will man hier letztlich erreichen? Also wenn`s rein um`s Geldanlegen geht, da gibt es m.E. bessere Anlageformen für wesendlich weniger Arbeit, ggf. auch weniger Risiken, dafür aber mit mehr Gewinn.


    Mein Fazit
    : Wenn man sich eine Immobilie nur über die Vermietung leisten kann, dann sollte man lieber die Finger davon lassen.
     
  9. #8 modiano, 03.12.2015
    modiano

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    Vielen Dank erstmal für die vielen tollen Antworten. Welche relativ sicheren Anlageformen schlagen denn momentan 6%-Rendite? Nach meinem Kenntnisstand machen Aktien im Schnitt 8% p.a., was allerdings nur ein historischer Wert ist.

    Leerstand ist nicht wirklich ein Problem, ich bin im Raum Stuttgart. Bei meiner letzten Wohnung die ich auf Immoscout gestellt habe musste ich die Anzeige nach wenigen Tagen rausnehmen, da ich schon eine 3-stellige Anzahl an Interessenten hatte.

    Mieten haben hier auch nur eine Richtung, und zwar nach oben. Abgesehen davon ist doch bereits die Inflationsrate höher als 1% oder nicht?

    Ich bin auch ein absoluter Fan von Aktien als Geldanlage, allerdings fehlt da dann einfach der Hebel-Effekt. Geht zwar auch, ist aber dann meiner Meinung nach mit erheblich höherem Risiko verbunden.
     
  10. #9 immodream, 03.12.2015
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    Hallo modiano,
    wenn man vor einigen Jahren zu normalen Preisen in Köln, Düsseldorf, Stuttgart oder München Eigentum erworben hatt, kann sich das sicherlich mit 6 % Rendite rechnen.
    In anderen Teilen Deutschlands, z. B. hier im Ruhrgebiet , bei Durchschnittsmieten von 5 €/ m² und maximalen Mieten von 6,50 € /m² für kernsanierten Wohnraum , rechnet sich das nur, wenn man gleichzeitig als Makler, Hausverwalter, Kernsanierungshandwerker, Hausmeister ,
    Rohrreiniger und Hobbyanwalt tätig ist.
    Das aber auch erst, wenn die Kredite getilgt sind und die Bank die Hand nicht mehr aufhält.
    Diese Art von Vermietertätigkeit und auch die Rundumverfügbarkeit sind ähnlich der Arbeitszeit von Selbstständigen.
    Leider gibt es für einen Finanzlaien wie mich , nur Aktien als andere alternative Wertanlage.
    Zinsen wird es in naher Zukunft auf angespartes Vermögen weithin nicht geben .
    Daher bleibt einem eigentlich nur übrig, die Immobilien weiter zu behalten und sich mit seinen Mietern herumzuschlagen.
    Freiwillig mache ich das sicherlich nicht .
    Grüße
    Immodream
     
  11. Andres

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    Was ist "relativ sicher"? Eine Immobilie zu vermieten, fällt jedenfalls bei jeder Definition von Sicherheit, die mir einfallen will, nicht in diese Kategorie.


    "Aktien" allgemein machen das ganz sicher nicht (auch nicht "im Schnitt", was auch immer man darunter verstehen will), höchstens bestimmte Ausschnitte des Marktes.


    Beliebter Fehlschluss: Nur weil es eine bombastische Nachfrage gibt, hat man noch lange keine Vollvermietung. Gelegentlich lässt sich Leerstand beim Mieterwechsel rein organisatorisch nicht vermeiden. Und dann gibt es noch den gelegentlichen Zahlungsausfall - gleiche Kategorie wie Leerstand, nur noch teurer.

    Aber eigentlich ist das in deinem Fall ein eher untergeordnetes Problem:
    In der Region Stuttgart wirst du derzeit schon Schwierigkeiten haben, Kaufobjekte mit einer derartigen Bruttorendite zu finden, die keine akuten Sanierungsfälle sind. Welche Kosten dann womöglich noch anfallen, kann man also großzügig unter den Tisch fallen lassen, denn dein Ziel ist nicht erreichbar.


    Für die gewünschte Kombination lässt sich mit SIcherheit ein passendes Zertifikat oder anderes Derivat finden.


    Nur weil man die Risiken bei Immobilien manchmal nicht so klar beziffern kann, heißt das nicht, dass es keine gäbe. Ich bin überhaupt kein Fan davon, eine Anlage zu wählen, weil es "nichts anderes gibt".
     
  12. #11 lostcontrol, 04.12.2015
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    Das kann ich so nur bestätigen. Wir haben hier - ebenfalls Großraum Stuttgart - bei Wohnungen die alle gut in Schuss sind und bei im Schnitt 100 Anfragen innerhalb von 24 Stunden (bei Inserierung im Internet) trotzdem die gleichen Probleme wie andere Vermieter auch. Konkret: Zahlungsausfälle bis hin zur Räumung.
    Auch Leerstand bei Mieterwechsel lässt sich nicht immer vermeiden ("fliegende Wechsel" sind immer ein gewisses Risiko) und wenn jemand in einer "Nacht-und-Nebel"-Aktion einfach abhaut ohne einen Mietaufhebungsvertrag zu unterschreiben darfst Du auch nicht gleich weitervermieten solange der Mietvertrag noch läuft (auch wenn nicht mehr bezahlt wird) auch wenn Du die Schlüssel zurückgekriegt hast.
    Sprich: Diese Probleme sind deutschlandweit gleich - egal wie gut Deine Lage ist.

    So sieht's aus. Ich hab schon verdammt lange kein Objekt mehr gesehen bei dem sich rechnen würde was Du vorhast.
     
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  13. #12 modiano, 04.12.2015
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    Aber ganz ehrlich: in kreditfinanzierte Mietwohnungen zu investieren ist doch sicherer als gehebelt in irgendwelche Derivate/Zertifikate/Optionen zu investieren?!?

    Wohnungen mit 6% Rendite gibt es hier durchaus (ohne Renovierungsbedarf), sind natürlich eher selten.

    Ich bin jung, verdiene gut und möchte mir langfristiges Vermögen aufbauen. Da waren Mietwohnungen für mich eine naheliegende Lösung.
     
  14. #13 immobiliensammler, 04.12.2015
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    Ich fahre eine ähnliche Schiene als Du planst, allerdings kaufe ich meine Objekte aus Zwangsversteigerungen und zahle - ja nach Lage - nicht mehr als 5 bis 10 Jahresmieten, bin also rechnerisch bei Bruttorenditen zwischen 10 und 20 %. Solange Du - ohne die Einnahmen aus den Immobilien - gut verdienst wird das mit Glück auch funktionieren.

    Du musst eben nur im Auge behalten, dass Du auch bei Totalausfall der Miete(n) Deinen Verpflichtungen aus den Objekten (Nebenkosten und Finanzierung) noch nachkommen kannst ohne dass Du selbst in Probleme kommst.

    Wie oben schon geschildert kaufe ich aus Zwangsversteigerungen oft genug Immobilien, die irgendjemanden - meist mit dem Argument "Steuern sparen" - in jungen Jahren aufgeschwatzt wurden. Das funktioniert dann ca. 5 Jahre, bis die Reserven auch noch in die Immo reingebuttert werden und die Verbraucherinsolvenz folgt.

    Krassester Fall war eine ETW, die einen jungen Paar (Er: Staplerfahrer, Sie: Krankenschwester, beide Ende 20) aufgeschwatzt wurde. 100-% Finanzierung mit rund 180.000 Euro, ging dann 8 Jahre später in der Versteigerung für 8.000 Euro an mich. Ich denke bei solchen Jobs immer: Leute, um Steuern zu sparen müsst ihr erst satt Steuern zahlen, soll heißen Steuersparmodelle funktionieren unter 30 % Steuersatz faktisch nie! - Aber wenn der gute Vertreter vom Strukturvertrieb "Finanz-Optimierer" das so gut erklären kann ...

    Wie gesagt, ich drück Dir die Daumen, kann funktionieren, muss aber nicht. Je mehr Immobilien Du hast desto besser, desto leichter ist nämlich ein Mietausfall zu verkraften. Beispiel: Du hast für 10 Mio einen Praktiker-Baumarkt gekauft, dann hast Du jetzt ein großes Problem, hast Du dafür sagen wir 100 ETW gekauft dann ist Dein Risiko, dass alle gleichzeitig nicht mehr zahlen natürlich wesentlich geringer.

    Also immer alles mit dem Worst-Case-Szenario durchrechnen. Frage muss immer sein: Wieviel Prozent meiner Mieteinnahmen dürfen wegfallen damit ich nicht eigenes Geld zubuttern muss.

    Stefan
     
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  15. #14 modiano, 04.12.2015
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    Hallo Stefan,

    klingt interessant, allerdings ist mir nicht klar, wie man für 8.000 Euro eine Wohnung kaufen kann.

    Meiner Erfahrung nach gibt es auch bei Zwangsversteigerungen große Konkurrenz und ich habe schon Fälle erlebt in denen über den geschätzten Wert gesteigert wurde.

    Und wieso verkauft eine Bank die Wohnung für 8.000€? Setzen die nicht einen Mindestpreis an?

    Wie lange fährst du persönlich diese Strategie schon? Scheint ja bei dir ganz gut zu funktionieren.
     
  16. #15 immobiliensammler, 04.12.2015
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    @modiano

    Ich habe damit 2003 angefangen, nachdem eben die Objekte aus der berühmten Sonder-Afa Ost reihenweise in die Versteigerung gegangen sind. Objekte sind zum Großteil in Sachsen / Thüringen / Sachsen-Anhalt, das sind dann eben Städte mit 10 % Leerstand, Du musst einen längeren Leerstand einkalkulieren, dafür ist dann bei 5 Jahresmieten (also 20 % Brutto) dort für mich auch Schluss.

    Inzwischen sind die Preise in der Tat überall so angezogen dass es sich aktuell nicht rechnet (von absoluten Ausnahmefällen abgesehen), d.h. ich lehne mich zurück und warte ab, verkaufe lieber einzelne Objekte.

    Im übrigen verkauft die Bank die Wohnung nicht für 8.000, sondern ich erwerbe in der Zwangsversteigerung. Beim zweiten Termin gibt es keine Wertgrenzen mehr und der Bank sind die 8.000 dann meist lieber als die Zwangsversteigerung zu beenden, das Geld für Gutachten und Gericht gezahlt zu haben und gar nichts zu bekommen. Der Kredit ist dann nämlich meist sowieso schon abgeschrieben (bzw. die Restschuld bleibt ja an den Schuldnern hängen), d.h. jeder zusätzliche Euro Geldeingang ist für die Bank ein Erfolg. Wenn bei zwei Terminen keine höheren Gebote kommen dann ist das eben der tatsächliche Immobilienwert!

    Stefan
     
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  17. #16 Pharao, 04.12.2015
    Zuletzt bearbeitet: 04.12.2015
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    Hi,

    sorry aber ich versteh diese Logik nicht.

    Ich mein, wenn ich jetzt erstmal x-tausend Eurönchen investieren muss (sei es für die Immobilie oder eine Sanierung, ect), dann habe ich letztlich erst einen "Gewinn" gemacht, wenn das ganze wieder abbezahlt ist. Mal ganz abgesehen davon, das man m.E. bei einer Immobilie eigentlich nicht von x% "sicherer Rendite" sprechen kann, denn was letztlich am Jahresende übrig bleibt, das hängt ganz stark von den Ausgaben in diesem Zeitraum ab. D.h. mal gibt`s mehr und mal bleibt eben weniger übrig.

    Als Gegensatz, legst du dein Geld bei der Bank an (ok, bei den Zinsen jetzt kein gutes Beispiel, aber es geht hier nur zum verstehen), dann machst du bei einem guten Zinssatz sofort und jedes Jahr dein Gewinn damit und hast damit auch wenig Risiken und Arbeit.

    Erstmal wäre hier interessant, will man langfristig oder kurzfristig damit Geld machen und natürlich auch, wie arg kennst du dich ggf. damit aus? Ich mein, ansonsten sollte man ggf. lieber Lotto spielen.

    Und wie immer: je größer die Gewinnchance, um so größer i.d.R auch das RIsiko. Trotzdem gibt es hier einen gravierenden Unterschied. Bei Aktien, da ist das Maximum was du hier verlieren kannst ist dein Einsatz, bei einer Immobilie kannst du auch mit Schulden rausgehen.

    Naja, nur weil sich einige bei dir melden und Interesse an einer Anmietung zeigt bzw. erstmal nur interesse an einer Besichtigung haben, bedeutet das noch lange nicht, das alle diese Leute das später auch tatsächlich anmieten wollen. Genauso wenig sagt diese Anfragen was darüber aus, ob du dich für diese Mietinteressenten entscheidest oder welchen Spaß du mit diesem Mieter so haben wirst, ect.
     
  18. Andres

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    Nochmal die Frage von oben: Was ist "sicher"? (Und dass der Vergleich mit "irgendwelchen" Produkten nicht sinnvoll ist, sollte dir selbst klar sein.)

    Bei Wertpapieren hast du meist Totalverlustrisiko, bei Hebelprodukten kommt dazu noch die Nachschusspflicht für den Hebel. Bei Immobilien bist zu zunächst einmal völlig unbeschränkt haftbar für alles. Selbst wenn du Haftungsrisiken über die Wahl der Rechtsform für deine Unternehmung stark verringern kannst, bleibt nach wie vor zumindest die Finanzierung an dir hängen - dafür wirst du privat bürgen dürfen. X Prozent Eigenkapital und den Rest finanzieren ist auch nur ein Hebel ...

    Oder willst du lieber mit Risikostreuung argumentieren? Ok, kein Problem: Die Mieteinnahmen für eine Wohnung hängen am Arbeitseinkommen von 1-2 Personen. Man kann die Streuung erhöhen, wenn man mehr Wohnungen hat, aber da man meist eher klein anfängt, ist dieser Ansatz stark limitiert. Das ist eine schlechtere Streuung als ein Investment in Einzeltitel.

    Immobilien binden länger, Immobilien sind weniger liquide, Immobilien sind stärker vom Gesetzgeber reglementiert, Immobilien erfordern dauerhafte Zuwendung statt dem Warten auf einen Stichtag, Immobilien sind (zumindest noch) deutlich höher besteuert als Kapitalerträge, ...


    Immobilien würde ich nicht als "sichere Anlage" bezeichnen. Das heißt weder, dass es nicht noch riskantere Anlagen gäbe, noch dass ich gegen Immobilien wäre. Man muss die Sache nur mit realistischen Erwartungen angehen und damit bleibt für mich die Erkenntnis: Für die umfangreichen Risiken will ich eine angemessene Rendite. Die sehe ich bei den aktuellen Preisen aber nicht.
     
  19. #18 modiano, 04.12.2015
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    Zunächst mal wäre mein Ansatz sowohl bei Aktien als auch bei Immobilien langfristiger Natur.

    Nicht böse gemeint, aber Aktien mit Lotto zu vergleichen ist ziemlich naiv. Beim Lotto verliert der Spieler im Schnitt etwa 50% seines Kapitals (mathematischer Erwartungswert). Da kann ich ja einfach blind einen DAX-Wert kaufen und werde langfristig besser fahren.

    Was du oben beschreibst gilt mMn für nahezu jedes Investment.

    Ich seh das anders, du sagst dass man erst Gewinn macht, wenn es abbezahlt ist. Was ist mit folgendem (vereinfachtem Beispiel):

    Max Mustermann kauft sich eine 100.000 Euro Wohnung auf Kredit.

    Er zahlt 30.000 Euro an und nimmt 70.000€ auf.

    Nachdem er die Mieteinkünfte über 10 Jahren in Zinsen und Tilgung steckt hat er 10 Jahre später nur noch 20.000€ Schulden (nur als Beispiel) und wir nehmen mal an die Wohnung sei noch 100.000€ wert.

    "Sein" Anteil an der Wohnung hat sich jetzt von 30.000€ auf 80.000€ erhöht. Laut deiner Aussage hat er aber hier keinen Gewinn gemacht. In meinen Augen allerdings schon, da sich sein Anteil an der Wohnung erhöht hat, auch wenn er nch nicht sein ganzes Investment zurückbekommen hat.


    Und klar kann man sein Geld auf die Bank bringen, wir haben aber nun mal diese niedrigen Zinssätze und daran wird sich in absehbarer Zeit auch nichts ändern. Wieviel "Gewinn" macht man denn mit einem % Tagesgeld bei 2%-Inflation?
     
  20. Pharao

    Pharao Erfahrener Benutzer

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    Hi,

    dann sind durchaus sehr große Gewinne möglich, aber Hellsehen kann i.d.R. auch keiner, also ein gewisses Risiko bleibt natürlich dabei.

    Bitte richtig lesen. Ich habe schrieben: "... und natürlich auch, wie arg kennst du dich ggf. damit aus? Ich mein, ansonsten sollte man ggf. lieber Lotto spielen."

    Sorry, für den Rest habe ich jetzt keine Zeit, lese ich mir später durch - muss weg.
     
  21. #20 Newbie15, 04.12.2015
    Newbie15

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    Diese Rechnung sieht ja auch erst mal gar nicht so schlecht aus.

    Nun fehlen in der ganzen Rechnung aber noch die Steuern auf die Mieteinnahmen, Instandhaltungen der Wohnung und Instandhaltung des Gemeinschaftseigentums. Um diese Kosten noch gedeckt zu bekommen, ohne, dass du zuschießen musst, und trotzdem innerhalb von 10 Jahren 50 000 € zu tilgen, brauchst du eine Kaltmiete bzw. Kaufpreisfaktor, den du im Moment nicht bekommst. Jedenfalls nicht in guten Lagen, die wenig risikobehaftet sind. Ausnahme sind die bereits genannten Objekte aus Zwangsversteigerungen, eher unattraktive Lagen mit viel Leerstandspotential usw. Da ist das Risiko höher, aber evtl. auch die Rendite. Wenn du zuschießen musst, gehören dir dann zwar immer noch 80 % der Wohnung, aber du hast deutlich weniger anderes Kapital. Wenn irgendwann die Zinsen auf andere Anlageformen steigen, ist dein Kapital trotzdem in der Immobilie gebunden.

    Objekte, die eine effektive Rendite von 6 % versprechen, würde ich sehr genau prüfen, ob da nicht was im Busch ist, was höhere Kosten in der Zukunft angeht oder Wertverlust. Sprich, sehr genau Bausubstanz prüfen, ggf. städtebauliche Maßnahmen usw. Denn die Frage ist, warum so rentable Objekte verkauft werden oder ob sie vielleicht am Ende doch gar nicht so toll sind. Auch Instandhaltungen oder Modernisierungen am Gemeinschaftseigentum können dich locker mal eine Jahresmiete kosten. Hierbei ist es auch interessant, welche Eigentümerstruktur die Objekte haben und wie die Eigentümer so ticken.
     
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