Mieter zahlt keine Miete mehr - Wir sind ratlos

Dieses Thema im Forum "Zahlungsmoral der Mieter/Vermieter" wurde erstellt von ThivoNicola, 17.03.2015.

  1. #1 ThivoNicola, 17.03.2015
    ThivoNicola

    ThivoNicola Neuer Benutzer

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    Hallo zusammen,
    ich hoffe einige von euch können uns weiterhelfen bzw Tipps geben.
    Eins vorweg:
    Wir sind blutige Anfänger und sind unverhofft in das Vergnügen gekommen Vermieter zu sein.

    Die Eltern meiner Frau haben ihr vor paar Jahren eine Wohnung umgeschrieben. Sie haben ihr gesagt, dass Sie sich um alles weitere kümmern müssen, und sie nichts machen muss. Wie es aber so oft ist, haben Sie im Grunde genommen nur Sche.... gemacht und jetzt haben wir die Probleme...

    Seit Nov 2013 ist da eine Mieterin drin, die seitdem über das Jobcenter die Miete hat uns zukommen lassen. Schon im zweiten Monat hat die Miete komplett gefehlt. Danach kam die Miete zwar regelmäßig aber immer 90-95% der ausgemachten Miete.
    Davon wussten wir aber NICHTS, weil die Eltern uns davon nicht in Kenntnis gesetzt haben. Die Miete lief nämlich weiterhin auf das Konto der Eltern ein.

    Letztendlich kam es seit November 2014 dazu, dass keine komplette Miete mehr gezahlt wurde. Wir bekamen davon was mit, weil die Hausverwaltung wegen nicht gezahltem Hausgeld meine Frau anschrieb.
    Wir haben versucht mit der Mieterin zu reden, diese ist jedoch aggressiv bzw. erzählt uns immer dass sie ja ausziehn wird usw..

    Wir haben im Februar 2015 ihr die fristlose Kündigung ausgesprochen woraufhin sie natürlich nicht ausgezogen ist. Wir wollten eine Räumungsklage nun einreichen, wobei uns dann unsere Rechtschutzversicherung mitteilte, dass sie die Kosten nicht übernehmen werden, weil der Verstoß ja schon seit November 2013 vorliegt, und die Rechtschutz versicherung erst im August 2014 abgeschlossen wurde, d.h. sie übernehmen nichts für Vorfälle in der Vergangenheit.

    Wir haben jetzt um keine weitere Zeit zu verlieren eine Kündingung wg Eigenbedarf eingereicht, um dann bei einer Räumungsklage die Kosten durch den Rechtschutz laufen zu lassen, um so definitiv nicht weitere Zeit zu verlieren...

    Aber was können wir tun, um diese Mieterin schneller rauszubekommen?
    Aufgrund der nicht vorhandenen Miete, können wir auch das Hausgeld nicht zahlen und folgerichtig sitzt uns die Hausverwaltung nun mit Mahnunen im Rücken.

    Gibt es eine Möglichkeit an die Mietschulden der Mieterin noch ranzukommen?

    Vielleicht hat ja jemand von euch ähnliche Erfahrungen gemacht und kann uns weiterhelfen.
    Vielen Dank
     
  2. AdMan

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  3. #2 Glaskügelchen, 17.03.2015
    Glaskügelchen

    Glaskügelchen Erfahrener Benutzer

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    Versteh ich das jetzt richtig?:
    Ihr habt euch für eine Eigenbedarfskündigung entschieden, weil in dem Fall eure Rechtsschutzversicherung greifen würde? Das kann eine ganz schlechte Entscheidung gewesen sein, wenn die Mieterin sich entschliessen sollte weiterhin keine Miete zu bezahlen.
    Eigenbedarfskündigungen, oder Klagen weil der Mieter trotz Kündigung nicht ausziehen will, ziehen sich idR deutlich länger, als Klagen aufgrund von Zahlungsverzug.

    Nichts was rechtlich sauber wäre.

    Ihr könnt selber ein online-Mahnverfahren anstrengen, das nicht allzu teuer ist. Nur hat sie das Geld ja höchstwahrscheinlich nicht, wenn sie vom Jobcenter finanziert wird.
     
  4. #3 Newbie15, 17.03.2015
    Newbie15

    Newbie15 Gast

    Kündigung wegen Eigenbedarf in der Situation war sehr ungeschickt. Da müsst ihr jetzt hoffentlich wirklich Eigenbedarf haben. Ansonsten kannst du dich schon mal über die Konsequenzen von vorgetäuschtem Eigenbedarf informieren. Und dass das in der Situationen schneller geht, wage ich zu bezweifeln. Die Mieterin wird Widerspruch einlegen, da die Vortäuschung ja nahe liegt und dann kann der Prozess dauern. Ich wäre mir da auch nicht so sicher, dass die Rechtsschutz dass übernimmt, v.a. dann nicht, wenn ihr eigentlich gar keinen Eigenbedarf habt und denen glaubhaft machen könnt.
     
  5. Andres

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    Liegt denn Eigenbedarf vor? Andernfalls - und das kann ich nicht anders sagen - war das eine monumental dämliche Idee. Die Mieterin hat gute Chancen auf Prozesskostenhilfe und damit eine relativ komfortable Position, euer Vorgehen gerichtlich prüfen zu lassen.

    Und für wie blöd haltet ihr eigentlich eure Rechtschutzversicherung? Ihr fragt einen Sachverhalt an, der nicht abgedeckt ist, und dann fällt euch plötzlich ein, dass das doch ein wenig anders und damit gedeckt ist? Was ihr da treibt, könnte sogar als Betrug ausgelegt werden.


    Eine wirksame Kündigung auf Basis einer zulässigen Begründung aussprechen, vorzugsweise durch einen Fachanwalt. An den Wartezeiten könnt ihr damit wenig ändern, aber ihr verliert keine Zeit durch untaugliche Versuche.


    Wenn ihr nicht wollt, dass der Verwalter Zwangsmaßnahmen gegen euch einleitet, zahlt ihr das Hausgeld lieber. Der Verwalter wird hier nicht ewig abwarten, weil er sich sonst selbst haftbar machen würde. Wenn ihr also nicht auf eine Konto- oder Gehaltspfändung oder letztendlich sogar die Zwangsversteigerung der Wohnung warten wollt, dann zahlt ihr besser das Hausgeld, auch wenn es die Mieteinnahmen aktuell nicht hergeben.


    Eher nicht. Es ist möglich, dass euch das Jobcenter vor einer Räumung eine Übernahme der Mietschulden anbietet. Das wäre aber mit einem Verzicht auf die Räumung verbunden, was man eher nicht will.

    Ansonsten kann eine mittellose Mieterin halt nicht zahlen. Womit auch?
     
  6. #5 Pharao, 18.03.2015
    Zuletzt bearbeitet: 18.03.2015
    Pharao

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    Hi,

    das hätte man von vorhinein weiter verfolgen müssen! Zudem muss es auch einen Grund haben, warum dauerhaft nur noch 90-95% der Miete vom JC bezahlt wird. Ok, davon habt ihr erst später erfahren und konntet somit auch nicht tätig werden.

    Grundsätzlich war die fristlose Kündigung schon der richtige Weg, aber wenn man das dann nicht weiter verfolgt (falls der Mieter eben dann nicht auszieht zum Termin x), dann hat das auch keinen Wert!

    Mein Tipp wäre hier, bezahlt die Räumungsklage dann eben selber. Der Schaden wird sicherlich nicht weniger werden, wenn man hier jetzt weiter "blöd" rummacht und letztlich der Mieter weiter drinnen wohnen bleibt und die Schuldensumme von Monat zu Monat steigt. Ggf. leiht euch das Geld von Freunden, Bekannten oder der Bank.

    Ob die Rechtschutzversicherung das übernehmen muss oder nicht, kann man später ggf. immer noch klären. Grundsätzlich haben die sowas in ihren Vertragsbedingungen, das Vorfälle die vor dem Abschluss (bzw. der Wartezeit) entstehen, nicht übernommen werden. Grundsätzlich wäre m.E. eh fraglich, ob ihr so eine Versicherung wirklich benötigt, aber das ist ein anderes Thema.

    Entschuldigung, aber das war m.E. mehr als eine besch **** Idee :smile015:

    Aber ok spielen wir`s durch, ganz unabhängig mal wie die Rechtschutzversicherung das sieht:
    • Angenommen der Eigenbedarf ist nur vorgetäuscht, dann kann das ein gewaltiger Schuss nach hinten werden.
    • Angenommen der Eigenbedarf besteht, dann bedeutet das nicht automatisch das man damit durchkommt und auch wenn, letztlich dauert das ganze ja dann noch länger. Und falls der Mieter dann wieder nicht auszieht, kommt ihr um die Räumungsklage auch nicht drum rum. Vorteil gleich bei Null, dafür ist die Schuldensumme wieder gewachsen

    "Um keine weitere Zeit zu verlieren" wäre das einzig Sinnvoll gewesen, nach bekannt werden das der Mieter nicht auszieht, eine Räumungsklage einzureichen.

    Und was ist mit den Mieten die bislang eingezahlt wurde? Ich mein, man verbraucht die Miete doch nicht zu 100%, man bildet doch erstmal Rücklagen. Was sagen die Eltern dazu, die letztlich hier eine gewisse Mitschuld tragen an diesem Vorfall?

    Letztlich interessiert das die HV nicht, warum ihr nicht zahlen könnt. Durch eure Verzögerungstaktik macht ihr m.E. die Sache nur noch schlimmer, gerade wenn ihr auf die Mietzahlungen so angewiesen seit.

    Was ihr jetzt machen könnt? Sehr wahrscheinlich müsst ihr erneut fristlos kündigen wegen den Mietschulden und dann schnellstmöglich Räumungsklage beantragen. Die Eigenbedarfskündigung würde ich ganz schnell aus dem Weg schaffen, da ihr damit sicherlich nicht schneller seit und ggf. euch sogar noch ein Eigentor damit schießt. Auch wenn ihr euch gerade keinen Anwalt leisten könnt - das wäre sinnvoll investiertes Geld!
     
  7. #6 Pharao, 18.03.2015
    Zuletzt bearbeitet: 18.03.2015
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    Hi Andres,

    "Anbieten" oder "Verzicht" klingt für mich eher so, als hätte man eine Wahl als Vermieter. Dem ist m.E. aber in dem Fall hier nicht so.

    Solange hier nur fristlos gekündigt wird, kann der Mieter diese noch heilen. Ob dem Vermieter dies passt oder nicht, spielt hier dann keine Rolle, solange sich das alles innerhalb der Frist bewegt. Und von hilfs- oder ersatzweiser ordentlicher Kündigung hab ich jetzt nichts gelesen, die m.E. hier sicherlich auch möglich wäre.
     
  8. Andres

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    ... innerhalb von zwei Monaten ab Zustellung der Klageschrift. Ich habe noch nicht erlebt, dass das so schnell passiert, aber das muss nichts heißen.

    Danach hat man als Vermieter die Wahl.
     
  9. #8 Papabär, 18.03.2015
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    Ooch - das geht. Manchmal sogar noch schneller. Wichtig wäre allerdings, dem zuständigen AG im Rahmen der Klageschrift einen Hinweis zu geben, dass die Mieterin Leistungen nach SGB II bezieht.
    Der einzuschaltende Fachanwalt kann i.d.R. beurteilen, ob dann noch ein Hinweis auf §22 (9) SGB II erforderlich ist.
     
  10. #9 ThivoNicola, 19.03.2015
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    Hallo,
    vielen Dank für die vielen Antworten. Die Eigenbedarfskündigung haben wir noch nicht abgeschickt, aber sie wäre nicht vorgetäuscht. Die Eltern meiner Frau würden in der Tat dort einziehen. Sind beide arbeitslos und haben ne angespannte finanzielle Situation...


    Wie hoch sind eigentlich in etwa die Kosten für die Räumungsklage komplett?
     
  11. #10 alibaba, 19.03.2015
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  12. Andres

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    Die Klage mit anwaltlicher Vertretung kommt auf 1000-1500 € bis zum ersten gewonnenen Urteil. Verlieren ist teurer, vergleichen ist billiger, Anwalt sparen ist deutlich billiger, wegen fehlendem Anwalt verlieren ist teurer, ...

    Danach kommt die Räumung, die mit wesentlich höheren Kosten verbunden sein kann. Aber das war nicht deine Frage und vielleicht zieht die Mieterin ja freiwillig aus.
     
  13. Pitty

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    Hast Du mal daran gedacht, dass es sich hier um Versicherungsbetrug handelt!!!

    Wenn die Versicherung das raus bekommt, steht Ihr selber vor Gericht und das wird dann ganz teuer.:130:
     
  14. #13 prinzregent, 20.03.2015
    Zuletzt bearbeitet: 20.03.2015
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    Du fragst: " Aber was können wir tun, um diese Mieterin schneller rauszubekommen?"

    :erschreckt003: eigendlich gar nichts, ausser die Beitraege oben zu lesen und sich einen echten Fachanwalt zu nehmen.

    Google einfach mal unter " Mietnomade ", dann siehst du wohin die Reise gehen kann.

    Es wird halt eine lange und wirklich teure Sache werden, aber am Ende der Geschichte sind die draussen.

    Andres hat das wunderbar geschrieben: " Verlieren ist teurer, vergleichen ist billiger, Anwalt sparen ist deutlich billiger, wegen fehlendem Anwalt verlieren ist teurer, ... "
     
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