Mieteranwalt und Abrechnung Vorvermieter

Dieses Thema im Forum "Betriebs- und Heizkostenvorauszahlung" wurde erstellt von Rockus, 03.03.2016.

  1. Rockus

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    Guten Morgen,

    ein Mieter hat per Anwalt die Betriebskostenabrechnung des letzten Jahres in Frage gestellt, da sich die intern errechneten Grundkosten angeblich immens verteuert hätten. Als Vergleichsbasis werden die Abrechnungszeiträume 2009/2010 und 2010/2011 herangezogen. Desweiteren schreibt er, dass die restlichen Abrechnugszeiträume (außer dem Letztjährigen) nicht vorlägen und bislang unklar sei, ob über diese überhaupt abgerechnet worden wäre. Fordert jetzt natürlich Kopien von nahezu allem, hilfsweise Einsicht in die Unterlagen.
    Zusätzlich wird angeführt, dass die Heizkosten ja erstaunlich hoch seien und es wird gemutmaßt, dass der Wirkungsgrad der Heizung katastrophal wäre. (Ich sage die ballern schlichtweg die Heizenergie zum Fenster raus, andere Mieter haben völlig plausible Verbrauchswerte)

    Jetzt sind die Fakten wie folgt:
    Der Vorvermieter hat einige umlagefähige Kosten quasi aus eigener Tasche bezahlt und nicht auf die Mieter umgelegt. Dieser verstarb Ende 2011, somit ist ab 2012 (!!) der (noch) aktuelle Vermieter im Grundbuch eingetragen. Die vorher "privat bezahlten" Kosten werden seit dem korrekt umgelegt, Abrechnung erfolgt über die Ablesefirma und geht jedes Jahr allen Mietern ausnahmslos zu. Diese müssten also dem Mieter vorliegen. Außerdem finde ich es schon sehr zufällig passend, dass gerade die "komplett ungelegten" Abrechnungen alle nicht vorliegen sollen und die gewissermaßen "unvollständigen" Abrechnungen als Vergleich herhalten müssen.

    Wie würdet Ihr das einschätzen?

    Die Mieter waren gemäß Vollmacht scheinbar auch noch wegen der aktuellen Mieterhöhung und der (zu ihren "ungunsten") neuen Ansage bezgl. Hofnutzung bei diesem Anwalt, aber da scheint es offenbar keine Ansatzpunkte zu geben (was mich ehrlich gesagt auch gewundert hätte). Das Schreiben erwähnt diese jedenfalls mit keinem Wort. Finanziell scheinen die Mieter wohl auch mit der neuen Miete stark am Limit zu sein und suchen (so die Vermutung) nach jedem Strohhalm.

    Ich habe mich nun auch gefragt, ist der aktuelle Vermieter überhaupt Rechenschaft schuldig, weil der Vorvermieter gewisse Kosten nicht weitergegeben hat? Ich hätte eigentlich vermutet, dass der Vermieter nur für seine eigenen Abrechnungen gerade stehen muss, aber nicht für den Vorgänger. Könnte man nun auch sagen:"keine Ahnung was hier vor meiner Zeit lief, geht mich auch nichts an...meine Abrechnungen stimmen und damit basta!" ???

    Schonmal vielen Dank vorab.
     
  2. AdMan

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  3. #2 BHShuber, 03.03.2016
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    Hallo,

    ernsthaft? zieht ein Rechtsanwalt Abrechnungen aus dem Jahren 2009,2010,2011 für einen Widerspruch zu einer Abrechnung herbei.

    Diese Abrechnungen und jeglicher Anspruch des Mieters ist bereits verjährt, der Mieter hätte wenn er denn die Abrechnung von 2011 bemängeln wollte genau 12 Monate Zeit nach Zustellung der Abrechnung gehabt dies in die Wege zu leiten.

    Ich habe persönlich noch keinen Mieter oder Mieteranwalt gesehen, der sich darüber beschwert hätte, dass umlagefähige Neben- und Betriebskosten vom Vermieter getragen wurden, zudem kommt es auch auf den Mietvertrag an, welche Neben- und Betriebskosten hier tatsächlich vereinbart wurden.

    Gruß
    BHShuber
     
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  4. #3 ImmerPositiv, 03.03.2016
    Zuletzt bearbeitet: 03.03.2016
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    Hallo,

    Ähnliches hatte ich auch jetzt.

    Allerdings konnte ich sofort nachweisen dass die Kosten gegenüber 2011 (die Abrechnung des Vorbesitzers lag mir vor) schon in 2013 über 2000 Euro gestiegen waren und ein Wohnungsverein hier ganz andere Konditionen z.B bei dem Stromversorgung, Wasserversorgung und Versicherungen auf Grund der Menge der Häuser die verwaltet werden bekommt)

    Gemosert hat der bereits Ex Mieter über die Abrechnung 2014 und sein Anwalt fing dann auch an 2013 zu bemängeln (das War die 1.Abrechnung von uns ) ...damit kam er aber vor Gericht jetzt nicht durch ... ;-) ...sprich wir haben uns an die Umlageschlüssel der übernommenen MV gehalten, haben neue zusätzliche Kosten (Winterdienst) schriftlich angekündigt (ganz wichtig) .

    Jetzt muss der Mieter die NZ zahlen aus 2014 und die Gerichtskosten etc. auch...und für 2015 erhält er nochmals eine Nachzahlung weil er auch die NK Anpassungen nach der Abrechnung 2013 nicht geleistet hatte ..

    Hast Du eine Abrechnung des Vorvermieters vorliegen und die Betriebskosten entsprechend der Mietverträge umgelegt und berechnet ?Und auch die Umlageschlüssel entsprechend übernommen ?

    LG
     
  5. #4 BHShuber, 03.03.2016
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    Hallo,

    war das ein richtiger Rechtsanwalt oder ein Pseudoadvokat eines Mietervereines.

    Selbst der dümmste hat in den Medien gelesen, dass sich die Neben- und Betriebskosten seit 2009 verteuert haben, das Stichwort war immer die "zweite Miete"

    Es ist an der Zeit, entgegen zu halten, leider bist du noch nicht Eigentümer und somit sollte dein Credo sein, was geht mich fremdes Elend an.

    Wir wissen noch nicht, in welchem Verhältnis du zu dem jetzigen Eigentümer stehst.

    Gruß
    BHShuber
     
  6. #5 ImmerPositiv, 03.03.2016
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    Wenn Du offiziell noch kein VM bist sehe ich es wie BHShuber. .. es steht ja offen wie Du zu dem *Noch*VM stehst oder ob Du die Verwaltung übernommen hast oder schon auf Deinen Namen ?

    Wie gesagt egal wie es Es gerade ist ...bei der Abrechnung muss man sich schon an die entsprechenden Vereinbarungen im MV halten.Umlageschlüssel so übernehmen wie vereinbart.

    Ansonsten hätte man Änderungen schriftlich ankündigen müssen und auch von allen Mietern das ok schriftlich bekommen, so ist es auch mit zusätzlichen Kosten die entstehen würden (wie oben schon angesprochen Winterdienst z.B. der eingeführt werden soll z.B.)

    Also bitte genau die MV ansehen was dort vereinbart wurde.

    LG
     
  7. Rockus

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    Nicht falsch verstehen, es werden nicht die alten Abrechnungen in Frage gestellt, sondern es wird behauptet, dass was mit der aktuellen Abrechnung nicht stimmen soll, da die Grundkosten der aktuellen Abrechnung deutlich höher sind als noch vor 5-6 Jahren...
     
  8. Rockus

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    bezgl. meinem Verhältnis zu Vermieter, ist Familie, daher habe ich da schon ein ziemliches Interesse an dem ganzen Fall. Ich kümmere mich derzeit um die Sachen im Hintergrund, habe die aktuelle Mieterhöhung umgesetzt etc.
     
  9. #8 BHShuber, 03.03.2016
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    Hallo,

    ich habe das nicht falsch verstanden aber das kommt doch von einem Pseudoanwalt, es ist nachgewiesen, dass sich Neben- Betriebs- und Heizkosten verteuert haben, das kann man überall nachlesen, somit ist dieser Einwand eines Juristen an den Haaren herbeigezogen und ein pauschales Bestreiten, welches kein Richter dieser Welt gelten lässt.

    Hat der Mieter einzelne Posten der Abrechnung zu bestreiten dann muss er diese auch aufführen, ein pauschales Bestreiten einer Abrechnung reicht hierfür nicht aus.

    Einzelne Belege die zum Ergebnis der Abrechnung geführt haben, kann er einsehen, Übersendung von Kopien nur gegen Kostenerstattung, das solltest du ihm anbieten, verzichtet er darauf oder nimmt das nicht wahr und bestreite pauschal weiter, wird ihm dieses Recht abgesprochen.

    Gruß
    BHShuber
     
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  10. #9 ImmerPositiv, 03.03.2016
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    Genau so habe ich es auch gemacht !

    LG
     
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  11. Andres

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    Die eigentliche Sache? Im Moment gar nicht. Die Gegenseite äußert zwar diffuse Bedenken hinsichtlich der Korrektheit der Abrechnung, aber wen kümmert das schon? Interessant ist, was die aktuell wollen:
    Allgemein sieht man das Einsichtsrecht mit Ablauf der 12-Monats-Frist für Einwendungen als beendet an, u.U. auch schon früher. Jedenfalls unteliegt das Einsichtsrecht aber der gewöhnlichen Verjährung. Unter der Annahme, dass die Abrechnung für das Jahr 2011 im Jahr 2012 erstellt wurde und dem Mieter zugegangen ist, wäre der Anspruch auf Einsicht mit Ablauf des Jahres 2015 verjährt. Für die Abrechnungsjahre 2011 und früher besteht also keinesfalls mehr ein Einsichtsrecht.

    Von solchen Überlegungen abgesehen, finde ich aber keinen Grund, dem Wunsch des Mieters (bzw. seines Anwalts) nicht nachzukommen: Kopien gegen vorschüssigen Kostenersatz sind zumindest für noch offene Abrechnungen (das ist die aktuelle und vielleicht noch die letzte) überhaupt kein Problem. Was die damit dann anfangen wollen, ist ihre Sache. Je schneller man diesen Wünschen nachkommt, desto schneller wird die Nachzahlung fällig.


    Das kommt darauf an, wie hier der Eigentumsübergang erfolgt ist. Du schreibst dass der Voreigentümer verstorben ist. Ein Erbe tritt grundsätzlich die Rechtsnachfolge des Erblassers an, müsste also auch für Dinge "vor seiner Zeit" geradestehen, falls es da etwas gäbe, für das man geradestehen müsste. Wurde hier aber nicht geerbt sondern gekauft, gilt § 566 BGB und der neue Eigentümer tritt in die Rechte und Pflichten des Vermieters nur insofern ein, als sie sich in der Dauer seines Eigentums ergeben.
     
  12. Rockus

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    ...ähm...der Mieter hat für 2015 eine Rückzahlung erhalten... :91: :doof
     
  13. #12 BHShuber, 03.03.2016
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    Hallo,

    umso blöder die Anfrage des Rechtsverdrehers.

    Weist du, als Vermieter hat man nicht die Zeit und auch die Muße sich mit verblödeten Anwälten zu ärgern, da wird man mit der Zeit allergisch :039sonst:

    Gruß
    BHShuber
     
  14. Andres

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    Ok, diese Information habe ich nicht gefunden.


    Nö, er will halt noch mehr Geld haben. Witzig wäre natürlich, wenn sich im Rahmen der Überprüfung herausstellen sollte, dass die Abrechnung wirklich falsch ist und der Mieter sogar noch nachzuzahlen hat ...
     
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  15. #14 BHShuber, 03.03.2016
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    Hallo,

    na das wäre ja dann der Clou :respekt

    Gruß
    BHShuber
     
  16. Rockus

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    Keine Sorge, das stand auch nicht in der Anfrage, aber das fiel mir ein, wie Du das schnelle Reagieren in Bezug auch ein Nachzahlung angesprochen hast...das hat mich dann in dem Moment ein wenig "überascht". Je länger ich darüber nachdenke, desto mehr glaube ich, der Mieter ist zu dieser Beratungsstelle gerannt mit seinen drei Anliegen, der RA hat gesehen, dass er da nicht wirklich wo landen kann, wollte das dem Mieter aber so nicht direkt auf den Kopf zu sagen und hat irgendwelchen Kram angeführt, damit er nicht als untätig rüberkommt...
     
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  17. #16 lostcontrol, 03.03.2016
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    Wo Vermieter in Grundbüchern eingetragen werden, halte ich auch andere Skurrilitäten für möglich...
     
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    ...und ich dachte Anwälte wären die wahren Wortklauber...als Eigentümer natürlich...nicht als Vermieter
     
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  19. #18 lostcontrol, 03.03.2016
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    Merkste was?
     
  20. #19 ImmerPositiv, 03.03.2016
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    Grins....so ähnlich war es bei uns jetzt auch ...es ging vor Gericht da der Mieter Widerspruch gegen den MB eingelegt hatte (auf Mahnungen und anwaltliches Schreiben inkl.Kündigung kam nichts und am letzten Tag Widerspruchfrist kam der Widerspruch) und des Mieters Anwalt und Was der geschrieben hat ...da haben wir uns dazu entschieden uns wirklich schlapp zu lachen ....

    Das War unsachlich und verzweifelt was der geschrieben hatte ...:066sonst:....:003sonst:
     
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  21. #20 BHShuber, 03.03.2016
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    Hallo,

    genau so wird es gewesen sein.

    Gruß
    BHShuber
     
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Mieteranwalt und Abrechnung Vorvermieter

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